​​​​​​​Pressemitteilungen ​​​ – Juni 2017

Personalia/Preise

Jun 30 2017
12:29

Baker McKenzie-Preis 2016 wird heute verliehen

Auszeichnung für zwei Frankfurter Rechtswissenschaftler

FRANKFURT. Baker McKenzie verleiht am heutigen Freitagnachmittag den Preis für die beste wirtschaftsrechtliche Dissertation und Habilitation. Dr. Julian Raphael Wagner wird für seine Dissertation geehrt, Privatdozentin Dr. Anna Katharina Mangold für ihre Habilitationsschrift. Der Preis ist insgesamt mit 6.000 Euro dotiert.

Julian Raphael Wagner erhält die Auszeichnung für seine Dissertation „Das integrierte Konzept der IE-Richtlinie und seine Umsetzung im deutschen Recht – Zur Neuausrichtung des deutschen Anlagenzulassungsrechts“. In seiner Arbeit entwickelt Wagner einen europarechtskonformen Vorschlag, diese Richtlinie in das deutsche Recht umzusetzen. „Ihm ist mit der Arbeit ein großer Wurf gelungen“, so die betreuende Professorin, Prof. Dr. Indra Spiecker genannt Döhmann.

Anna Katharina Mangold wird für ihre Habilitationsschrift „Demokratische Inklusion durch Recht. Antidiskriminierungsrecht als Ermöglichungsbedingung der demokratischen Begegnung von Freien und Gleichen“ ausgezeichnet. „Es gelang ihr zu zeigen, dass Antidiskriminierungsrecht im freiheitlichen und demokratischen Verfassungsstaat kein Fremdkörper ist, der Privatautonomie über Gebühr beschneidet, sondern dass der Schutz vor Diskriminierung eine seiner zentralen Voraussetzungen darstellt“, führt Prof. Dr. Ute Sacksofsky in ihrer Bewertung der Habilitationsschrift aus.

Seit 1988 vergibt die Kanzlei jährlich den Baker McKenzie-Preis für herausragende Dissertationen oder Habilitationen, die im Fachbereich Rechtswissenschaft der Goethe-Universität entstanden sind.

„Der Baker McKenzie-Preis ist ein traditionsreicher und wichtiger Teil unserer Bemühungen zur Förderung juristischer Exzellenz“, sagt Dr. Matthias Scholz, Managing Partner von Baker McKenzie Deutschland und Österreich, der den Preis überreichen wird. Scholz weist auf die enge Verbundenheit der Sozietät mit der Goethe-Universität hin: „Wir fördern Studierende im Rahmen des Deutschlandstipendiums der Goethe-Universität von der ersten Stunde an, und zahlreiche Anwälte unserer Kanzlei unterrichten an dieser Hochschule der Finanzmetropole Frankfurt.“

Baker McKenzie berät Mandanten dabei, mit den Herausforderungen der Globalisierung umzugehen. Im Fokus steht, komplexe rechtliche Probleme über Landesgrenzen und Rechtsgebiete hinweg zu lösen. Bei Baker McKenzie arbeiten weltweit 13.000 Mitarbeiter. In Deutschland vertreten rund 200 Anwälte mit internationaler Erfahrung die Interessen ihrer Mandanten an den Standorten Berlin, Düsseldorf, Frankfurt/Main und München. Als eine der führenden deutschen Anwaltskanzleien berät Baker McKenzie nationale und internationale Unternehmen und Institutionen auf allen Gebieten des Wirtschaftsrechts.

Informationen: Iris Meinking, Senior Manager, HR Communications, Tel. (069) 299 08 322, iris.meinking@bakermckenzie.com

Veranstaltungen

Jun 29 2017
16:29

Akademische Feier der Vereinigung der Freunde und Förderer der Goethe-Universität

Neun Nachwuchswissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen ausgezeichnet

FRANKFURT. Bei der Akademischen Feier der Vereinigung der Freunde und Förderer der Goethe-Universität sind heute neun junge Forscherinnen und Forscher aus den Geistes- und Sozialwissenschaften sowie aus den Naturwissenschaften und der Medizin ausgezeichnet worden. Die vergebenen Preise waren insgesamt mit mehr als 40.000 Euro dotiert.

Prof. Wilhelm Bender, Vorsitzender der Vereinigung von Freunden und Förderern der Goethe-Universität, und Universitätspräsidentin Prof. Dr. Birgitta Wolff überreichten die Auszeichnungen für herausragende Abschlussarbeiten und Dissertationen sowie zur Förderung von Forschungsvorhaben. Universitätspräsidentin Wolff sagte: „Das Engagement unserer Freunde für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fördert Lehre und Forschung. Die neun Wissenschaftspreise helfen beim Start in eine wissenschaftliche Karriere. Jeder Preis steht für eine außergewöhnliche wissenschaftliche Leistung. Und in der fachlichen Breite bilden die Auszeichnungen das Spektrum der Universität ab.“

Der Vorstandsvorsitzende der Freundesvereinigung Bender betonte die einzigartige Stiftertradition der Goethe-Universität und „die Summe des Engagements einzelner Bürgerinnen und Bürger“. So sicherte der Stifter Claus Wisser in diesem Jahr zum zehnten Mal die Prämierung der besten sozial- und geisteswissenschaftlichen Dissertation und verdoppelte aus Anlass des kleinen Jubiläums das Preisgeld auf 10.000 Euro. Bereits zum 45. Mal wurde der P&G-Nachhaltigkeitspreis ausgelobt. Mit dem Preis unterstützt Procter & Gamble, das eines seiner weltweit größten Forschungszentren in Schwalbach am Taunus hat, seit 1972 junge Talente, die sich für den Schutz der Umwelt und nachhaltiges Wirtschaften einsetzen.

Die Preisträgerinnen und Preisträger

Die Soziologin Vanessa Eileen Thompson erhielt den mit 10.000 Euro dotierten WISAG-Preis für die beste sozialwissenschaftliche Dissertation.

Der mit 10.000 Euro dotierte Preis der Vereinigung der Freunde und Förderer der Goethe-Universität für den naturwissenschaftlichen Nachwuchs ging in diesem Jahr an die Geologin Dr. Katharina Methner.

Die Benvenuto Cellini-Gesellschaft zeichnete den Kunsthistoriker Anselm Rau mit dem Benvenuto Cellini-Preis aus, der mit 5.000 Euro dotiert ist.

Der mit 5.000 Euro ausgestattete Frankfurter Forschungspreis der Rudolf Geißendörfer-Stiftung, mit dem jährlich der wissenschaftliche Nachwuchs in der Chirurgie und in chirurgischen Fächern bedacht wird, geht an den Facharzt für Oralchirurgie Dr. Jonas Lorenz.

Die beiden Archäologen Ruben Wehrheim und Dr. Michael Würz erhielten den Mediterran-Preis. Dieser mit 7.000 Euro dotierte wird jährlich für zwei herausragende Arbeiten auf dem Gebiet der klassischen und der vorderasiatischen Archäologie vergeben.

Die beiden Biologinnen Bianca König und Sina Ostermann erhalten den P&G-Nachhaltigkeitspreis, der mit jeweils 1.500 Euro Preisgeld verbunden ist.

Zur Erinnerung an den Anwalt Werner Pünder, der in der Zeit des Nationalsozialismus öffentlich für Recht und Gerechtigkeit eintrat, stiftete die internationale Sozietät Clifford Chance den mit 5.000 Euro dotierten Werner Pünder-Preis. Ausgezeichnet wurde in diesem Jahr die Erziehungswissenschaftlerin Dr. Zeynep Ece Kaya.

Detaillierte Informationen über die Arbeiten der Preisträgerinnen und Preisträger unter GOETHE-Uni online: http://tinygu.de/Akademische-Feier

Veranstaltungen

Jun 29 2017
16:27

Veranstaltung an der Goethe-Uni bietet speziell (Post-)Doktorandinnen berufliche Perspektiven. 28. September, Campus Westend

Karrierekonferenz „Kurswechsel 2017“

FRANKFURT. „Quo vadis?“ Eine existentielle Frage für (Post-)Doktorandinnen, die sich außerhalb der Hochschule beruflich orientieren wollen. Hierfür bietet  die Karrierekonferenz „Kurswechsel“ am 28. September vielseitige Informationen zu  Einstiegsmöglichkeiten in Wirtschaft, Industrie, außeruniversitäre Forschung und weitere Felder. (Post-)Doktorandinnen aus dem ganzen Bundesgebiet sowie Unternehmen und Institutionen können einen Tag lang im Rahmen der innovativen Konferenz Kontakte knüpfen, Fragen stellen, sich bewerben und präsentieren. Das Konferenzangebot besteht aus verschiedenen Formaten, wie z.B. Key-Note, Experten Panel, Job Speed Dating und begleitende Bewerbungsvorträge und Workshops und findet im Casinogebäude auf dem Campus Westend statt.

Die Goethe-Universität und Mentoring Hessen organisieren erstmalig diese Konferenz in Zusammenarbeit mit dem Koordinationsbüro „Frauen mit Format“, dem Exzellenzcluster „Normative Orders“, GRADE – Goethe Research Academy for Early Career Researchers – und dem Gleichstellungsbüro.

Infos zur Karrierekonferenz „Kurswechsel“ und Anmeldung unter www.kurswechsel-konferenz.de.

Kontakt: Adrienne von Hochberg, Konferenzbüro Kurswechsel 2017/Frauen mit Format, Goethe-Universität. Tel. (069) 798-17263, kurswechsel@uni-frankfurt.de

Forschung

Jun 29 2017
16:23

Ein Gespräch mit dem Zeithistoriker Christoph Cornelißen in der soeben erschienenen Ausgabe von Forschung Frankfurt

Hat die Vergangenheit zur Orientierung in Gegenwart und Zukunft ausgedient?

FRANKFURT. Zeiterleben und Zeitbewusstsein sind für Menschen von fundamentaler Bedeutung. Nur menschliche Gesellschaften haben ein Bewusstsein ihrer Geschichtlichkeit und ihrer Geschichte. Wie es darum vor allem in der Gegenwart bestellt ist – darüber sprach der Philosoph und Publizist Dr. Rolf Wiggershaus mit Christoph Cornelißen, Professor für Neueste Geschichte an der Goethe-Universität, in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins „Forschung Frankfurt“ (1/2017).

„Neueste Geschichte“ zielt letztlich darauf, die Gegenwart als Geschichte zu begreifen. Doch was bedeutet das angesichts einer Gegenwart, für die eine bisher nie dagewesene Veränderungsdynamik zum Normalzustand geworden ist? Zukunft wird immer nur als gegenwärtige Zukunft und Vergangenheit nur als gegenwärtige Vergangenheit wahrgenommen. Diese Erkenntnis lässt sich bis zu Augustinus zurückverfolgen, aber heute hat sie eine besondere Brisanz. Der Rekurs auf traditionelle Ordnungen und überlieferte Werte funktioniert nicht mehr, wenn die Veränderungsdynamik zu groß ist. Gleichzeitig scheinen die Zeiten sozialer Utopien vorbei, es haben nur noch technische Verheißungen Hochkonjunktur, die von digitaler Revolution, Internet der Dinge und Optimierung des Menschen zu einer hybriden Spezies künden, so Wiggershaus in seinem Beitrag.

Doch dem, so betont Cornelißen, stehen nach wie vor Faktoren gegenüber, die Vergangenes gegenwärtig machen. Als der lange säkulare wirtschaftliche Wiederaufstieg nach dem Zweiten Weltkrieg in den 1970er Jahren an ein Ende kam, wurde Vergangenheit zunehmend zu einer Ressource, um neue Haltepunkte für die Orientierung in der Gegenwart und für die Positionierung im Hinblick auf die Zukunft zu gewinnen. Denkmäler, Gedenkfeiern und Historikerdebatten wurden zu Elementen einer „Erinnerungskultur“ nach dem Niedergang traditioneller Erinnerungsgemeinschaften. In Deutschland wurde die Auseinandersetzung mit dem Holocaust zu einem Referenzpunkt der politischen Kultur.

Untergründig sieht der Gegenwartshistoriker zudem ein Drei-Generationen-Modellwirken. Was in Familienverhältnissen anschaulich wird, wenn Informationen und Erlebnisse von Großeltern bis zu den Enkelkindern weitergegeben werden, gilt auch in größeren gesellschaftlichen Zusammenhängen: Es gibt „gelebte Bezüge“, die als historisch übergeordnete nicht bewusst zu sein brauchen. Sie sorgen aber für die Bereitschaft, sich trotz der Diskrepanz von Vergangenem und Gegenwärtigem und trotz gesteigerter Unberechenbarkeit der Zukunft mit der Erinnerung an Vergangenes und Aussichten für die Zukunft zu befassen und eine gegenwärtige Brücke zwischen ihnen zu bilden. Die Herausforderungen für solche „gelebten Bezüge“ sind groß, wenn man bedenkt, dass nachfolgenden Generationen weniger blühende Kulturlandschaften denn Ewigkeitslasten wie Atommüll, Bergbauruinen und Klimawandel zu jahrhundertelanger Pflege hinterlassen werden.

Eben das zu bedenken, dabei zu differenzieren zwischen der Weitergabe heute entstehender Probleme und der Weitergabe heutiger Leistungen an kommende Generationen gehört zu den Themen der Zeitgeschichte. Nachdem sie spät und bloß als eine Randerscheinung begann und erst im 20. Jahrhundert in den Kanon der modernen Geschichtswissenschaft aufrückte, ist sie inzwischen zum Inbegriff reflektierter, zeitbewusster Historiografie geworden. Der Zeithistoriker, so Cornelißen, sucht deutlich zu machen, dass nicht sich angleichende Zeitregime die Welt retten werden, sondern es vielmehr darum geht, eine Vielfalt von Lebensentwürfen zu ermöglichen. Keine leichte Aufgabe angesichts starker Propaganda für eine künftige Gigabit-Gesellschaft, in der alles mit allem und alle mit allen per turboschnellem Internet verknüpft sein sollen. „Technische Vorwärtspanik ohne gesellschaftliches Ziel scheint die Signatur unserer flüchtigen Gegenwart zu sein“, meint Wiggershaus.

Informationen: Dr. Rolf Wiggershaus, Tel. (06173) 6 77 31, E-Mail: wiggersh.r@t-online.de; Prof. Dr. Christoph Cornelißen, Historisches Seminar, Campus Westend, Tel. (069) 798 32591, E-Mail: cornelissen@em.uni-frankfurt.de

Die aktuelle Ausgabe von „Forschung Frankfurt“ kann kostenlos bestellt werden: ott@pvw.uni-frankfurt.de. Im Internet steht sie unter: www.forschung-frankfurt.de/

Veranstaltungen

Jun 29 2017
13:35

Abschluss des Themenschwerpunkts „Varianten des Kapitalismus – der atlantische Raum und Asien“ am Historischen Kolleg im Forschungskolleg Humanwissenschaften

Das Ende des Kapitalismus?

BAD HOMBURG. Zum Abschluss des Themenschwerpunkts „Varianten des Kapitalismus – der asiatische Raum und Asien“ veranstaltet das Historische Kolleg im Forschungskolleg Humanwissenschaften eine öffentliche Podiumsdiskussion zu „Postkapitalismus: Grundriss einer neuen Wirtschaftsweise“. Sie findet statt am

Freitag (7. Juli) um 20.00 Uhr
im Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität, Am Wingertsberg 4,
Bad Homburg vor der Höhe.
 

Aus Ausgangspunkt der Diskussion sollen zwei Fragen sein: Zeichnet sich im technisch-digitalen Wandel von Arbeit, Konsum und Finanzen schon seit längerem eine völlig neue Wirtschaftsweise ab? Ist diese mit dem klassischen, letztlich auf dem Antagonismus von „Arbeit“ und „Kapital“ beruhenden Verständnis von Kapitalismus überhaupt nicht mehr zu begreifen? Auf dem Podium werden debattieren: der Publizist Robert Misik (Wien), der Soziologe PD Dr. Harald Wolf (Göttingen), der Zeithistoriker Prof. Andreas Rödder, der Sozialhistoriker Prof. Jürgen Kocka (Berlin) sowie Prof. Werner Plumpe, Wirtschaftshistoriker an der Goethe-Universität und federführender Wissenschaftler des Themenjahres „Varianten des Kapitalismus“. Moderator ist der Wirtschaftsjournalist Dr. Rainer Hank, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Eine von der Wirtschaftshistorikerin Friederike Sattler konzipierte wissenschaftliche Tagung zum Thema „Postkapitalismus? Arbeit, Konsum und Finanzen im digitalen Wandel“ wird am nächsten Tag den Themenkomplex abschließen.

Im Rahmen des Themenschwerpunkts „Varianten des Kapitalismus – der atlantische Raum und Asien“ haben zahlreiche Vorträge, Seminare und interdisziplinäre Workshopseine neue Perspektive auf die Evolution verschiedener Varianten des globalen Kapitalismus in der atlantischen Welt und Asien erschlossen.Im Kern ging es darum, die Strukturmerkmale des modernen Kapitalismuskritisch zu überprüfen, dazu gehören u.a.die individuellen Eigentums- und Verfügungsrechte und die viel zitierte „freie Lohnarbeit“.

Das Forschungskolleg Humanwissenschaften ist Institute for Advanced Studies der Goethe-Universität in Kooperation mit der Werner Reimers Stiftung. In Zusammenarbeit mit dem Historischen Seminar der Goethe-Universität hat das Forschungskolleg 2014 das Historische Kolleg ins Leben gerufen. Es dient renommierten Historikern aus aller Welt als geisteswissenschaftliches Laboratorium und ist lebendiger Ort öffentlicher Debatten. Wissenschaftlicher Koordinator des Programms ist Andreas Fahrmeir, Professor für Neuere Geschichte an der Goethe-Universität. Hauptförderin des Historischen Kollegs ist die Dagmar-Westberg-Stiftung. Der Themenschwerpunkt „Varianten des Kapitalismus“ wurde von dem Unternehmer Stefan Quandt gefördert.

Anmeldung für die Podiumsdiskussion an: info@forschungskolleg-humanwissenschaften.de

Informationen: Ellinor Schweighöfer, Forschungskolleg Humanwissenschaften, Bad Homburg, Tel.: 06172-13977-14 oder -0, E-Mail: schweighoefer@forschungskolleg-humanwissenschaften.de; www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de

Veranstaltungen

Jun 29 2017
09:55

Sommerfest auf dem Campus Westend steht im Zeichen des 200. Senckenberg-Geburtstages

Goethe-Universität und Senckenberg feiern gemeinsam

FRANKFURT. Am 30. Juni 2017 feiert die Goethe-Universität ihr Sommerfest, das im diesen Jahr dem Jubiläum einer Institution gewidmet ist, der die Hochschule immer schon eng verbunden war: Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung schaut in diesem Jahr auf ihre 200-jährige Geschichte zurück. Angehörige beider Institutionen und Frankfurter Bürgerinnen und Bürger sind herzlich zur bunten Geburtstagsfeier eingeladen.

Diesmal lautet das Motto des Festes „Sommer. Campus. Feiern!“ Das bunte Programm startet am kommenden Freitag ab 15 Uhr. Um 18.30 Uhr werden die Besucher des Sommerfestes durch die Präsidentin der Goethe-Universität, Prof. Birgitta Wolff, den Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt, Peter Feldmann sowie durch den Stellvertretenden Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, Prof. Andreas Mulch, begrüßt.

Auf dem Markt der Möglichkeiten finden die Besucher zahlreiche Informationsstände, um Goethe-Universität, Senckenberg Gesellschaft und viele Initiativen aus dem universitären Umfeld kennenzulernen. Angeboten werden Führungen von Studierenden und Mitarbeitenden über den Campus (dt./engl.) und durch einige Sammlungen der Universität. Für Kinder wird es ein spezielles Kinderprogramm geben, mit Fotobox, Kinderschminken oder Glücksrad. Diverse Essens- und Getränkestände im Sommergarten des Studentenwerk Frankfurts und auf dem Campusplatz sorgen für das leibliche Wohl der Gäste.

Das Programm auf der Bühne startet um 17.15 Uhr mit den East Town Rumblers, dann folgt das A-Capella-Ensemble Rotkehlchen; um 20.30 Uhr spielen Flagship Frankfurt Rockklassiker und eigene Songs, zum Abschluss des Musikprogramms präsentieren Fellaws Kingdom ihren tanzbaren „Superska“. Das Sommerfest der Goethe-Universität findet statt am

Freitag, den 30. Juni 2017, ab 15 Uhr
auf dem Campus Westend, Theodor-W.-Adorno Platz 1.

Der Eintritt ist frei!

Weitere Informationen zum ausführlichen Programm in GOETHE-UNI online: https://aktuelles.uni-frankfurt.de/event/sommerfest-am-campus-westend/  

Veranstaltungen

Jun 29 2017
09:50

Nächster Termin der „Goethe Lectures Offenbach“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und der Stadt Offenbach am 3. Juli 2017 im Klingspor Museum

Unberechenbar aber fair? Vortrag zu Trumps Außenpolitik

FRANKFURT. Kaum ein Thema macht derzeit mehr Schlagzeilen als Donald Trump und dessen Interpretation politischen Handelns. In seiner Innenpolitik sehen Beobachter „Bluffs“ und „Hinterzimmer-Methoden“ am Werk. Und auch auf internationaler Bühne sorgt der amerikanische Präsident – was Stil und Inhalt betrifft – für Irritationen. Um einen möglichen Schlüssel, um zumindest die Außenpolitik besser zu verstehen, geht es in der nächsten Ausgabe der „Goethe Lectures Offenbach“, einer gemeinsamenReihe des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität und der Stadt Offenbach in Verbindung mit dem Klingspor Museum. In seinem öffentlichen Vortrag – der Eintritt ist frei – spricht der Frankfurter Politikwissenschaftler Stefan Kroll über

„Unpredictability and Fairness: Trumps Grundbegriffe der internationalen Politik“ am Montag, dem 3. Juli 2017, um 19.00 Uhr im Klingspor Museum, Herrnstraße 80, 63065 Offenbach am Main.

Die internationale Politik der Vereinigten Staaten unter Donald Trump ist in der Tat schwer einzuordnen. Gängige Theorien der internationalen Beziehungen und des internationalen Rechts scheinen das Phänomen Trump in seiner Impulsivität und bisweilen auch Widersprüchlichkeit nur in Teilen beschreiben zu können. In seinem Vortrag unternimmt der Politikwissenschaftler Stefan Kroll daher den Versuch, die internationale Politik Trumps ausgehend von ihren eigenen Begrifflichkeiten zu verstehen: Bereits im Wahlkampf forderte Trump, die Vereinigten Staaten müssten unberechenbar („unpredictable“) sein, um ihre internationalen Interessen erfolgreicher umsetzen zu können. Zuletzt verwendete Trump aber auch häufig den Begriff der Fairness, um seine Erwartungen an internationale Kooperationen zu beschreiben. Stefan Kroll beleuchtet aktuelle Beispiele der amerikanischen Sicherheits-, Klima- und Handelspolitik, um hieran nachzuvollziehen, worin Trumps Doktrin der Unberechenbarkeit und Fairness bestehen könnte.

Dr. Stefan Kroll ist Postdoktorand des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und wissenschaftlicher Mitarbeiter der Professur für Internationale Organisationen. Zuvor forschte er am LOEWE-Schwerpunkt „Außergerichtliche und gerichtliche Konfliktlösung“ (Frankfurt), am Max-Planck-Institut zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften (Göttingen), an der Munk School of Global Affairs (Toronto) und am Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte (Frankfurt). Seine Forschungsschwerpunkte sind die Normenforschung in den Internationalen Beziehungen, informelle Mechanismen im Recht und in der internationalen Politik sowie die Politik des Völkerrechts. Stefan Kroll ist Mitherausgeber des Sonderhefts der Politischen Vierteljahresschrift 2017 zum Thema „Politik und Verantwortung“. Er erhielt verschiedene Stipendien und Preise, u.a. die Otto-Hahn-Medaille der Max-Planck-Gesellschaft im Jahr 2011.

Dem Thema Trump widmet sich Stefan Kroll in diesem Sommersemester auf vielfältige Weise. Zusammen mit Christopher Daase, Professor für Internationale Organisationen und ebenfalls Mitglied des Exzellenzclusters, organisiert er die laufende öffentliche Vorlesungsreihe „Angriff auf die liberale Weltordnung – U.S. Außen- und Sicherheitspolitik unter Trump“. Hierbei gehört er auch zu den Referenten – und zwar am 6. Juli zum Thema „Die USA unter Trump und das Völkerrecht. A new sovereigntism?“. Die Reihe (jeweils 14-16 Uhr im Hörsaalzentrum auf dem Campus Westend der Goethe-Universität) findet in Kooperation mit dem Exzellenzcluster und dem Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung statt.

Veranstalter des Vortragsabends im Klingspor Museum und auch der Gesamtreihe „Goethe Lectures Offenbach“ sind neben dem Exzellenzcluster die Wirtschaftsförderung der Stadt Offenbach, die einen deutlichen Fokus auf die Förderung der Kultur- und Kreativwirtschaft legt, und das Klingspor Museum Offenbach, das sich mit seinen Schwerpunkten Schriftkunst und Typografie auch überregional einen Namen gemacht hat. Ziel der Partnerschaft der Institutionen, der bereits mehrere erfolgreiche Kooperationsprojekte in Offenbach vorausgegangen sind, ist der Dialog zwischen Wissenschaft, Politik und Stadtgesellschaft. Im Anschluss an den Vortrag besteht auch dieses Mal die Möglichkeit zur Diskussion.

Informationen: Bernd Frye, Pressereferent des Exzellenzclusters, Tel.: 069/798-31411, bernd.frye@normativeorders.net; www.normativeorders.net/de / Ria Baumann, Wirtschaftsförderung Stadt Offenbach, Tel.: 069 80652392, kreativwirtschaft@offenbach.de, www.offenbach.de/wirtschaft

Veranstaltungen

Jun 29 2017
09:47

Am 3. Juli 2017 steht die Biografie Beate Uhses im Fokus der Frankfurter Bürger-Universität

Freiheit für die Liebe

FRANKFURT. Mit ihrem Namen ist die Idee einer offeneren und freieren Gesellschaft verbunden. Beate Uhse gilt als Wegbereiterin für ein unbefangenes Verhältnis zur menschlichen Sexualität. 1962 eröffnet die Geschäftsfrau in Flensburg das erste Erotikfachgeschäft der Welt. Kulturell orientiert an den Bildungsidealen der Reformpädagogik entspinnt sich zwischen Technikbegeisterung und Tabubruch eine wechselvolle Karriere als Unternehmerin, Pilotin und Aktivistin. Am letzten Abend der Biografien-Reihe im Sommersemester 2017 geht der Vortrag

„Beate Uhse – Freiheit für die Liebe“, am Montag, 3. Juli 2017, um 19.30 Uhr in der Stadtbücherei Frankfurt, Hasengasse 4, 60311 Frankfurt am Main

von Tilman Allert, Professor für Soziologie an der Goethe-Universität, den zeitgeschichtlichen Voraussetzungen und familiengeschichtlichen Grundlagen einer eindrucksvollen Biografie nach. Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „Wie wir wurden, wer wir sind“, die gleichzeitig von Prof. Allert kuratiert wird. Die Hauptreihe der Frankfurter Bürger-Universität im Sommersemester stellt an insgesamt sechs Abenden Lebensläufe berühmter Protagonisten deutscher Sozial- und Kulturgeschichte vor.

Die Frankfurter Bürger-Universität ist ein Veranstaltungsformat, in dem Bürgerinnen und Bürger im Sommersemester „deutschen Biografien“ begegnen können und das im Wintersemester wechselnde Themen mit städtischem, gesellschaftsrelevantem Bezug aufgreift. Oft verlässt die Goethe-Uni mit ihren Hauptreihen den Campus und zieht an wechselnde Orte in der Stadt, um dort mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.buerger.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Jun 29 2017
09:43

Alumna der Goethe-Universität zu Gast bei den Cornelia Goethe Colloquien

Carolin Emcke hält Vortrag in der Reihe „Wer hat Angst vor Gender?“

FRANKFURT. „Gegen den Hass oder: Die Ordnung der Reinheit“ – so lautet der Titel des öffentliche Vortrags, den Publizistin Carolin Emcke im Rahmen der Cornelia Goethe Colloquien „Who´sAfraid of Gender? Wer hat Angst vor Gender?“ hält. Die Veranstaltung an der Goethe-Universität findet statt:

am 5. Juli um 18 Uhr
im Festsaal des Casinos, Campus Westend.

Carolin Emcke, die im vergangenen Jahr mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet wurde, wird sich damit beschäftigten, dass „Reinheit“ nicht allein in dem Feld von Gendernormen, von „Männlichkeit“ und „Weiblichkeit“, zur ordnungspolitischen Kategorie geworden ist, sondern auch im nationalistischen, rassistischen, antisemitischen Diskurs um die Nation und die Religion. Wie lässt sich diesem Fetischismus der Reinheit begegnen? Mit welchen politischen, pädagogischen, aber auch ästhetischen und künstlerischen Praktiken lässt sich Widerstand formulieren? In der Ankündigung heißt es: „In dem gegenwärtigen Diskurs um ‚Gender‘ tauchen alle jene ideologischen Elemente und Motive auf, die die Logik der Reinheit ausmachen sollen. Es ist das Hybride, das Ambivalente, das Plurale, das ausgesondert werden soll.“ Dies wird die Publizistin aufdecken und klar Position beziehen.

Die Autorin studierte u.a. Philosophie und wurde mit einer Arbeit über den Begriff „kollektiver Identitäten“ bei Axel Honneth an der Goethe-Universität promoviert. Sie lebt als freie Publizistin in Berlin. Von 1998 bis 2013 bereiste Emcke weltweit Krisenregionen und berichtete darüber. 2003/2004 war sie als Visiting Lecturer für Politische Theorie an der Yale University. Seit über zehn Jahren organisiert und moderiert Carolin Emcke die monatliche Diskussionsreihe „Streitraum“ an der Schaubühne Berlin.

Informationen: Cigdem Toprak, Cornelia Goethe Centrum für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse (CGC), Campus Westend; toprak@em.uni-frankfurt.de, www.cgc.uni-frankfurt.de/cgc-lehre-kolloq.shtml

Forschung

Jun 27 2017
13:01

Demokratieforscherin Prof. Brigitte Geißel von der Goethe-Uni testet neues Wahlverfahren

Wahlexperiment für mehr Bürgerbeteiligung

FRANKFURT. Die Forschungsstelle Demokratische Innovationen an der Goethe-Universität Frankfurt entwickelt vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher Veränderungen mögliche Szenarien für die Zukunft der Demokratie. Dabei ist die systematische Verzahnung von repräsentativen Institutionen und Bürgerbeteiligungsverfahren in demokratischen Willensbildungs- und Entscheidungsprozessen ein zentraler Aspekt. Gemeinsam mit der Stadt Filderstadt erprobt die Forschungsstelle in einem Experiment Potenziale innovativer direktdemokratischer Wahlverfahren. „Erfolgreiche Demokratien brauchen Innovationen – Gesellschaften verändern sich und die Politik muss mit diesem Wandel Schritt halten“, sagt Prof. Brigitte Geißel, Politikwissenschaftlerin und Leiterin der Forschungsstelle Demokratische Innovationen an der Goethe-Universität Frankfurt.

Vom 3. bis 9. Juli können sich die Einwohner von Filderstadt an einer Themenwahl beteiligen. Anders als bei üblichen Wahlen werden hier keine Personen gewählt. Die Fraktionen des Filderstädter Gemeinderates haben die lokalen Themen, wie schulische Angebote oder S-Bahn-Anbindung, über die abgestimmt werden können, zuvor bestimmt. Gemeinsam mit den Wissenschaftlern der Goethe-Universität haben diese auch den Wahlzettel erstellt. Die Ergebnisse werden anonym behandelt und der Stadt zur Verfügung gestellt. Die Vorteile des neuen Verfahrens liegen darin, dass die Wähler gleichzeitig vielen verschiedenen Themen ihre Stimme geben können. Sie können die Themen gewichten und eine Rangordnung festlegen.

Der Gemeinderat sowie die Stadtverwaltung erhalten so ein unverbindliches Stimmungsbild aus der Bevölkerung und die Wissenschaftler Daten für ihre Forschung. Denn zusätzlich hält jeder Wähler seine Eindrücke auf einem Fragebogen fest. Das gesamte Verfahren dauert rund 20 Minuten. Das Ergebnis der Wahl ist für den Gemeinderat bzw. die Verwaltung nicht bindend. „Es ist aber eine Möglichkeit für die Bevölkerung, an einem wissenschaftlichen und bundesweit einzigartigen Experiment teilzunehmen, das unserer Demokratie einen Dienst erweisen kann“, sagt Christoph Traub, Oberbürgermeister der Stadt Filderstadt. Für das Experiment wurde Filderstadt ausgewählt, da die Stadt und ihre Bewohner besonders viel Erfahrung im Umgang mit Bürgerbeteiligung haben.

Informationen: Prof. Brigitte Geißel, Forschungsstelle Demokratische Innovationen, Tel.: (069) 798- 36514, geissel@soz.uni-frankfurt.de

Forschung

Jun 27 2017
12:59

Vom Schöpfungsmythos zur modernen radiometrischen Datierung / neue Ausgabe des Forschungsmagazins „Forschung Frankfurt“ ist erschienen

Woher wissen wir wie alt die Erde ist?

FRANKFURT. Die Schöpfungsmythen waren die erste Quelle, nach der Theologen das Alter der Erde bestimmten. Erst im 17. Jahrhundert begannen Naturforscher, auf und in der Erde nach Spuren ihres Alters zu suchen. In der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Forschung Frankfurt“ lässt der Geologe Sascha Staubach die Geschichte von der Bestimmung des Erdalters Revue passieren.

Die Heiligen Bücher dienten im Barock als die erste Datenbasis zur Berechnung des Erdalters. So legten der Erzbischof von Armagh, James Ussher, und John Lightfoot die Alter der biblischen Patriarchen und die Regierungszeiten der Könige zugrunde, um die Erschaffung der Welt zeitlich zu bestimmen. Der 1650 erschienene Ussher-Lightfoot-Kalender legt den Beginn der Welt auf das Jahr 4004 v. Chr.

Den ersten naturwissenschaftlichen Versuch, das Alter der Erde zu bestimmen, unternahm im 17. Jahrhundert der britische Astronom und Geologe Edmond Halley. Er untersuchte den Salzgehalt der Flüsse und Weltmeere und kam zu dem Schluss, dass die Erde deutlich älter sein müsse, als von Ussher behauptet. Knapp 200 Jahre später, in den 1890er Jahren, berechnete der irische Geologe John Joly das Alter der Erde aufgrund von Halleys Überlegungen und kam auf 80 bis 90 Millionen Jahre.

Aus Gesteinen lesen – die Entwicklung der Stratigraphie

Im 19. Jahrhundert führte Charles Lyell die Methode der Stratigraphie ein. Diese beruht auf der Erkenntnis, dass in einem Stapel von Gesteinsschichten das älteste Material zuunterst liegt und dass Fossilien aus derselben Schicht auch dasselbe Alter haben müssen. Hieraus entwickelte sich die Datierungsmethode mithilfe sogenannter Leitfossilien. Ein typisches Beispiel dafür sind Ammoniten. Sie kamen fast überall auf der Erde vor und veränderten ihr Äußeres im Laufe der Evolution relativ schnell, so dass sich in kurzer Zeit möglichst viele gut unterscheidbare Arten entwickelten. Findet man nun in unterschiedlichen Regionen der Welt Fossilien derselben Art, so sind die Schichten, aus denen sie stammen, vermutlich gleich alt. Auf diese Weise lässt sich allerdings nur das relative Alter der einzelnen Schichten zueinander bestimmen.

Einen großen Schritt in die Richtung absoluter Zeitangaben machten der Physiker Ernest Rutherford und der Chemiker Frederic Soddy. Sie erkannten als Erste, dass man die Zerfälle natürlich vorkommender radioaktiver Elemente zur Altersbestimmung nutzen kann. Einen großen Schritt zur Anwendung dieses Prinzips machten der englische Geologe Arthur Holmes und der amerikanische Physiker Alfred O.C. Nier, als sie im Mineral Zirkon einen Schlüssel zur absoluten Altersbestimmung von Gesteinen fanden.

Während ihres Wachstums lagert diese Verbindung aus Zirkonium, Silizium und Sauerstoff auch geringe Mengen an Uran ein. Dieses sitzt fest im Kristallgitter und zerfällt mit der ihm eigenen Halbwertszeit und über verschiedene Zwischenstufen zu Blei. Die moderne Massenspektrometrie erlaubt es, auch geringste Konzentrationen von Elementen zu messen, so dass man das exakte Verhältnis von Uran zu Blei ermitteln kann. Mithilfe der Halbwertszeit lässt sich der Zeitpunkt berechnen, zu dem das Uran in den Kristall eingebaut wurde.

Wie alt ist die Erde nun?

Das aktuell anerkannte Alter unseres Planeten beträgt 4,55 ± 0,05 Milliarden Jahre. Dieses Alter wurde allerdings an Meteoriten gemessen. Deren Material bildete sich etwa zeitgleich mit der Erde aus der Staubscheibe des noch jungen Sonnensystems, kühlte jedoch schneller ab. Auf der deutlich größeren Erde dauerte es einige Zeit, bis sich auf der glutflüssigen Oberfläche erste Teile einer festen Gesteinskruste bildeten, deren Reste man heute in Form von Zirkonen finden kann. Sie sind die einzigen bis heute erhaltenen Relikte dieser ältesten Kruste. Man findet diese Zirkone, eingebettet in jüngeres Gestein, in den Jack Hills im Westen Australiens. Sie weisen ein Alter von 4,4 Milliarden Jahren auf. Das älteste komplett erhaltene Gestein, auf das man seinen Fuß setzen kann, ist der sogenannte Acasta Gneis im Norden Kanadas mit einem Alter von 4,03 Milliarden Jahren.

Information: Dipl. Geologe Sascha Staubach, Institut für Geowissenschaften, Fachbereich 11, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-40207, staubach@em.uni-frankfurt.de

Die aktuelle Ausgabe von „Forschung Frankfurt“ (1/2017) können Journalisten kostenlos bestellen: ott@pvw.uni-frankfurt.de. Im Internet steht sie unter: www.forschung-frankfurt.de.

Forschung

Jun 26 2017
11:13

DFG fördert wirtschaftlich und ökonomisch effizienten Supercomputer im Industriepark Höchst

7,5 Millionen Euro für Goethe-Hochleistungsrechner

FRANKFURT. Der neue Goethe-Hochleistungsrechner wird den 2011 in Betrieb genommenen LOEWE-CSC ablösen, denn inzwischen hat sich Bedarf an Rechenzeit mehr als verdoppelt. Über das Hessische Kompetenzzentrum für Hochleistungsrechnen (HKHLR) können auch andere hessische Hochschulen den Supercomputer nutzen. Der Wissenschaftsrat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Vorhaben mit insgesamt 7,5 Millionen Euro.

„Mit dem Höchstleistungsrechner GOETHE-HRL knüpft die Goethe-Universität an ihre Green IT-Erfolgsgeschichte an, die Ende 2010 mit dem LOEWE-CSC begann. Dem Team um Rechnerarchitekten Volker Lindenstruth ist es gelungen, das vom ihm entwickelte, innovative Konstruktionsprinzip weiterzuentwickeln, das hohe Energieeinsparungen mit stark gestiegener Leistungsfähigkeit verbindet. Dank dieser besonderen Eigenschaften ist der GOETHE-HRL auch für unsere Bewerbungen im Rahmen der Exzellenzstrategie nützlich“, so Universitätspräsidentin Prof. Birgitta Wolff.

Besonders junge Forscherinnen und Forscher, die zu Beginn ihrer Laufbahn noch nicht über eigene Fördergelder und Rechenzeitkontingente verfügen, sollen bevorzugt von der kostenlosen Rechenzeit profitieren. Bisher wurden Anträge auf Rechenzeit nur aus Hessen angenommen. Zukünftig sollen aber 25 Prozent der verfügbaren Rechenzeit an wissenschaftliche Antragsteller aus dem gesamten Bundesgebiet vergeben werden.

Hauptnutzer des GOETHE-HLR werden an der Goethe-Universität die naturwissenschaftlichen Fachbereiche sowie die angeschlossenen Institute FIAS (Frankfurt Institute for Advanced Studies) und das BMLS (Buchmann Institut für Molekulare Lebenswissenschaften) sein. Zu deren Forschungsschwerpunkten gehört die Modellierung von lebenden Systemen, Ökosystemen und der Klimadynamik, Simulationen in der Kern- und Teilchenphysik sowie der relativistischen Astrophysik, Materialwissenschaften, die Entwicklung hocheffizienter Algorithmen und Verfahren sowie die Green-IT.

„Durch ihre Infrastruktur an Hochleistungsrechnern konnte die Goethe-Universität in den vergangen Jahren hervorragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gewinnen und mehr als 60 Millionen Euro an Drittmitteln einwerben“, verdeutlicht Vizepräsident Prof. Enrico Schleiff die Bedeutung des neuen Supercomputers für die Goethe-Universität.

Der Goethe-Hochleistungsrechner (GOETHE-HLR) wird prinzipiell ähnlich aufgebaut sein wie der LOEWE-CSC, aber wesentlich leistungsfähiger. Geplant sind zwei miteinander verbundene Inseln. Die eine wird mit Prozessoren (CPUs) ausgestattet sein und die andere mit Parallelrechnern auf der Basis handelsüblicher Grafikkarten. Die verschiedenen Rechner werden mit einem Hochgeschwindigkeitsnetzwerk verbunden. Verantwortlich für die Rechnerarchitektur sind Prof. Volker Lindenstruth und Prof. Hans Jürgen Lüdde, deren Supercomputer bereits mehrfach Spitzenpositionen in internationalen Rankings für Rechenleistung und Energieeffizienz erzielten.

Errichtet wird der Rechner im Rechenzentrum des LOEWE-CSC im Industriepark Höchst, dessen Eigner, die Firma Infraserv, für die Energieversorgung des Rechenzentrums verantwortlich ist. Die an der Goethe-Universität entwickelte Architektur des Rechenzentrums wurde für ihre Energieeffizienz mehrfach ausgezeichnet und an verschiedenen Orten in Industrie und Forschung nachgebaut. So benötigt das Rechenzentrum für die Kühlung nur sieben Prozent der Gesamtenergieaufnahme. Ein kosteneffizienter Betrieb wird durch den im Industriepark erzeugten CO2-neutralen Strom gewährleistet sowie durch eine spezielle Infrastruktur für die Kühlung.

Information: Prof. Volker Lindenstruth, Frankfurt Institute for Avanced Studies, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-44101, voli@compeng.de

Sonstige

Jun 23 2017
16:09

Lehren und Lernen unter freiem Himmel auf dem Campus Westend

Goethe-Universität eröffnet Grünen Hörsaal

FRANKFURT. Als erster seiner Art an einer deutschen Universität wird den Studierenden und Lehrenden künftig ein Grüner Hörsaal auf dem Campus Westend der Goethe-Universität als Lehr- und Lernzimmer unter freiem Himmel zur Verfügung stehen. Ein wachsendes Element als Zeichen für die nachhaltige Entwicklung auf der Welt. Das rund 80 m² bepflanzte Areal wurde heute feierlich eingeweiht. Es erstreckt sich zwischen dem Gebäude Rechtswissenschaft und Wirtschaftswissenschaften, Studierendenwohnheim der Kirchen und Hörsaalzentrum und wird von sommergrünen Hainbuchenhecken und 14 Tokio-Kirschbäumen umfasst.

Gemeinsam mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung als ideeller und materieller Stifter des Projekts hat die Goethe-Universität im vergangenen Jahr mit einer Baumpflanzaktion den Grundstein für den Grünen Hörsaal gelegt. Beteiligt an dieser Aktion waren auch Peter Feldmann, Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt und die Asiatische Entwicklungsbank (ADB), deren Jahrestagung im vergangenen Jahr erstmals in Frankfurt stattfand.

„Kooperationen mit außeruniversitären Partnern spielen für die Goethe-Universität eine besondere Rolle. Mit dem Grünen Hörsaal haben wir nun ein sehr anschauliches, vitales Beispiel für ‚Third Mission‘, der dritten Mission neben Forschung und Lehre, direkt auf ihrem Campus, zugänglich für alle Studierenden, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und Gäste der Goethe-Universität“, sagte Prof. Brigitte Haar, Vizepräsidentin der Goethe-Universität, bei der Eröffnung.

Der Grüne Hörsaal an der Goethe-Universität bereichert zukünftig nicht nur die Lehre, sondern soll die Studierenden und Lehrenden auch dazu anregen, sich zum Thema Nachhaltigkeit Gedanken zu machen. „Klimawandel bremsen und Armut bekämpfen – jeder von uns kann einen Beitrag dazu leisten. Gerade die Studierenden können Vorbild sein und Nachhaltigkeit in die Gesellschaft tragen. Mit dem Grünen Hörsaal setzen wir ein Zeichen: Nachhaltigkeit geht alle etwas an“, so Hans-Joachim Fuchtel, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. „Die Eröffnung des Grünen Hörsaals ist gleich aus mehreren Gründen erfreulich: Für die Studierenden und Lehrenden bietet er ein einmaliges Lernumfeld. Außerdem leistet die Goethe-Universität damit einen Beitrag zur Nachhaltigkeit – und es wurde eine dauerhaft sichtbare Erinnerung an die Bedeutung des Klimaschutzes gepflanzt. Auch das Land Hessen lebt den Gedanken der Nachhaltigkeit. Mit dem Projekt ,CO2-neutrale Landesverwaltung‘ wollen wir mit Minderungsmaßnahmen in den Bereichen Gebäude, Beschaffung und Mobilität sowie durch Kompensation der unvermeidbaren Emissionen bis zum Jahr 2030 eine klimaneutral arbeitende Landesverwaltung erreichen“, sagte der Hessische Wissenschaftsminister Boris Rhein. „Nachhaltige Stadtentwicklung ist für alle Metropolen und Regionen der Welt eine große Aufgabe. Auch die Frankfurter Kommunalpolitik bewegt das Thema: In welcher Stadt wollen wir leben? Die Politik kann allerdings nur die Rahmenbedingungen schaffen, denn nur wenn alle Stadtbewohner gemeinsam dieses Ziel verfolgen, können die wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und ökologischen Bedürfnisse in eine zukunftsfähige Balance gebracht werden. Deshalb sind solche Aktionen wie die des Grünen Hörsaals so wichtig, um das Bewusstsein und die Akzeptanz für das Thema Nachhaltigkeit unter den Bürgern und Bürgerinnen zu stärken“, so Dr. Renate Sterzel, Stadträtin der Stadt Frankfurt.

Forschung

Jun 23 2017
11:01

In der aktuellen Ausgabe von Forschung Frankfurt erklären zwei Physiker, warum man den Zeitpfeil nicht umkehren kann

Sind Zeitreisen physikalisch möglich?

FRANKFURT. Viele grundlegende physikalische Gesetze sind auch gültig, wenn die Zeit rückwärts läuft. Dennoch hat der Zeitpfeil eine eindeutige Richtung, wie der Physik-Didaktiker Prof. Roger Erb erklärt. Das hängt damit zusammen, dass Unordnung viel wahrscheinlicher ist als Ordnung. Aber es gibt auch noch andere Gründe dafür, dass Zeitreisen physikalisch nicht möglich sind. Darüber schreibt der Physiker und Wissenschaftskommunikator Sascha Vogel in seinem Beitrag über Physik in Hollywood am Beispiel des Films „Zurück in die Zukunft“. Physikalisch realistischer ist dagegen die Verlangsamung der Zeit in der Nähe eines schwarzen Lochs in dem Film „Interstellar“.

Filmt man den Stoß zweier Billardkugeln, so kann man den Film rückwärts abspielen, ohne dass dies auffällt. Dagegen laufen viele natürliche Vorgänge in nur einer Richtung ab. Ein Film vom Abbrennen einer Kerze, rückwärts vorgeführt, würde niemanden überlisten. Solche Prozesse nennen Physiker irreversibel und beschreiben sie mit einer besonderen Größe, der Entropie.

Als Beispiel hierfür führt Prof. Roger Erb ein Experiment mit einem Wasser gefüllten Gefäß an, das durch eine herausnehmbare Wand unterteilt ist. Auf der einen Seite ist das Wasser mit Farbe verrührt. Wird die Trennwand herausgezogen, so mischen sich die beiden Wassermengen, und die Farbe verteilt sich nach einiger Zeit gleichmäßig in beiden Hälften. Für jedes Farbstoffteilchen ist dann die Wahrscheinlichkeit, in der linken oder rechten Hälfte zu sein, gleich groß. Es wird sich jedoch (praktisch) nie mehr der Zustand einstellen, dass alle Farbteilchen in nur einer Hälfte versammelt sind.

Wenn ein System von einem Zustand mit wenigen Realisierungsmöglichkeiten und damit geringer Wahrscheinlichkeit in einen mit vielen Möglichkeiten und damit größerer Wahrscheinlichkeit übergeht, dann wächst die Entropie. Das ist bei den allermeisten natürlich ablaufenden Prozessen der Fall. Vereinfacht sagt man daher auch, dass in einem (geschlossenen) System die Unordnung niemals abnehmen kann und meistens zunimmt.

Warum Marty McFly nicht zurück in die Zukunft kann

Aber nicht nur das Gesetz, das eine Abnahme der Entropie verbietet, macht Zeitreisen unmöglich. Der Theoretiker und Wissenschaftskommunikator Dr. Sascha Vogel führt in seinem Beitrag über die „Physik der Zeitreise“ an, dass es durchaus physikalische Prozesse gibt, die nicht gleich ablaufen, wenn man die Zeitrichtung umkehrt. „Hier könnte man allerdings mutig sagen, dass wir dies erstmal ignorieren. Wir bauen unsere Zeitmaschine und hoffen, dass der Rest schon schiefgeht“, so Vogel.

Doch müsste man in Filmen wie „Zurück in die Zukunft“ noch an anderer Stelle aufpassen: „Wie schaffen wir es eigentlich, dass die Zeit überall zurückgedreht wird außer in der Zeitmaschine (bzw. dem DeLorean) von Doc Brown selbst?“ Denn ein biologisches System wie den Menschen kann man nicht in der Zeit zurückdrehen, und selbst wenn es so wäre, würden Marty und Doc Brown irgendwann als Säuglinge aus dem Auto krabbeln.

Physikalisch interessanter ist der Film „Interstellar“, in dem Menschen mit einem Raumschiff durch ein Wurmloch in eine andere Galaxie reisen. In deren Mitte befindet sich ein riesiges Schwarzes Loch mit einer Masse von mehreren Millionen Sonnenmassen. Auf den Planeten, die das Schwarze Loch umkreisen, läuft die Zeit deutlich langsamer ab als auf dem weit entfernten Raumschiff. Das ist physikalisch realistisch, denn in der Nähe großer Massen vergeht die Zeit tatsächlich langsamer. Dies ist eine der Folgen der allgemeinen Relativitätstheorie und ist experimentell bestätigt.

Übrigens kommt in dem Film das Bild eines Schwarzen Lochs vor, das physikalisch vollkommen korrekt berechnet wurde. Die wissenschaftlichen Berater haben dabei sogar neue Erkenntnisse gewonnen. „Da sag noch einer, Hollywood-Filme seien unnütz!“, folgert Sascha Vogel.

Information: Prof. Dr. Roger Erb, Institut für Didaktik der Physik, Fachbereich 13, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-46458, roger.erb@physik.uni-frankfurt.de
Dr. Sascha Vogel, Frankfurt Institute for Advanced Studies, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-47048, svogel@fias.uni-frankfurt.de.

Die aktuelle Ausgabe von „Forschung Frankfurt“ (1/2017) können Journalisten kostenlos bestellen: ott@pvw.uni-frankfurt.de. Im Internet steht sie unter: www.forschung-frankfurt.de/.

Veranstaltungen

Jun 23 2017
10:57

Vortrag von Prof. Susanne Komfort-Hein am 28. Juni im Museum Giersch

Tabula rasa-Treibhaus-Tradition. Die 50er Jahre, literarisch

FRANKFURT. Passend zu der Ausstellung „Ersehnte Freiheit. Abstraktion in den 1950er Jahren“ wirft ein Vortrag der Literaturwissenschaftlerin Susanne Komfort-Hein von der Goethe-Universität Schlaglichter auf ein enorm vielfältiges und produktives literarisches Feld der frühen Bundesrepublik. Traditionalistische Entwürfe finden sich ebenso wie experimentelle Konzepte zwischen den Künsten und Medien, die den (Wieder-) Anschluss an eine avantgardistische europäische Moderne suchen. Unter anderem wird es um die Gruppe 47 und um Konkrete Poesie gehen sowie, um einige Namen zu nennen, um Ingeborg Bachmann, Paul Celan, Günter Eich, Theodor W. Adorno, Peter Weiss, Wolfgang Koeppen.

Der Vortrag von Susanne Komfort-Hein, Professorin für Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt, findet statt am

am Mittwoch, 28. Juni 2017,
um 19 Uhr
im Museum Giersch der Goethe-Universität,
Schaumainkai 83, 60596 Frankfurt am Main

Der Vortrag ist Teil des Begleitprogramms zur Ausstellung „Ersehnte Freiheit. Abstraktion in den 1950er Jahren“ (noch bis 9. Juli 2017) im Museum Giersch der Goethe-Universität. Mit 74 Arbeiten von 20 Künstlern und Künstlerinnen möchte die Ausstellung einen neuen Blick auf die Abstraktion jener Zeit werfen, die für Freiheit stand und dem Selbstverständnis der jungen Bundesrepublik entsprach. Nach der Diktatur des Nationalsozialismus, dem Zweiten Weltkrieg und der Isolation gelang mit ihr der Anschluss an die westliche Avantgarde.

Susanne Komfort-Hein hat Deutsche Philologie, Niederlandistik, Soziologie, Philosophie und Latein an der Universität Kiel studiert. Nach ihrer Promotion 1993 habilitierte sie sich im Jahr 2000 an Eberhard-Karls-Universität Tübingen. Seit 2002 ist sie als Professorin für Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Goethe Universität Frankfurt am Main tätig und hat die Geschäftsführung der Frankfurter Poetikvorlesungen inne. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören Theorien und Methoden der Gegenwartsliteraturforschung, Literatur und Transnationalität, Poetiken des Exils, Literatur und Erinnerungskultur sowie Literatur und Politik.

Karten für 4 Euro gibt es an der Abendkasse. Ohne Anmeldung.

Ein Bild zum Download finden Sie unter: www.uni-frankfurt.de/67044983

Informationen: Christine Karmann, Presse und Marketing Museum Giersch der Goethe-Universität, Tel: 069/13821010, E-Mail: presse@museum-giersch.de

Sonstige

Jun 21 2017
10:54

Neueste Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Forschung Frankfurt thematisiert vielfältige Facetten der Zeit

Auf der Suche nach der gewonnenen und verlorenen Zeit

FRANKFURT. Wo bleibt sie nur die gewonnene Zeit, zumal sich doch heute viele Dinge mit weniger Aufwand und deutlich schneller erledigen lassen? In der soeben erschienen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Forschung Frankfurt (1/2017) sind die Autorinnen und Autoren den vielfältigen Facetten der Zeit nachgegangen.

Dabei beschäftigen sie sich unter anderem mit dem individuellen Zeitempfinden, das sich im Laufe des Lebens verändert, mit der nur vermeintlich gewonnenen Zeit durch die digitalen Medien oder durch das Aufschieben. Aber auch von der Macht der Dringlichkeiten und der Kunst des Abdankens handeln die Beiträge. Die naturwissenschaftlichen Artikel beleuchten zudem, ob Zeitreisen prinzipiell möglich sind und wie man das Ticken der biologische Uhr misst. In einem Gespräch mit dem technischen Leiter des Wissenschaftsgartens geht es um die Kunst des Wartenkönnens, wobei man die Natur dennoch manchmal austricksen kann.

Hier einige Highlights des Magazins:

  • „Die Macht der Dringlichkeiten“ ist der Titel eines Beitrags, die die Frankfurter Sozialpsychologin Prof. Vera King geschrieben hat. Sie hat in ihrer Forschung beobachtet: Wettbewerbsdruck und damit verbundene Beschleunigung verändern nicht nur die Arbeitswelt, sondern auch den Familienalltag und die individuelle Lebensführung. Aber die Anpassung an die Macht der Dringlichkeiten wird nicht immer nur leidvoll erlebt.
  • Kämpften Arbeitnehmer in den 1950er Jahren noch für den freien Samstag und die 40-Stunden-Woche stehen heute ganz andere Probleme im Focus: 84 Prozent der Arbeitnehmer sind selbst in der Freizeit in Dauerbereitschaft. Flexible Arbeitszeiten und individuelle Arbeitszeitmodelle bringen zwar mehr Freiheit, führen aber auch zur Entgrenzung der Arbeit – häufig mit sozialen und gesundheitlichen Folgen. Über den Wandel der Arbeitszeit hat Ulrike Jaspers mit verschiedenen Frankfurter Wissenschaftler gesprochen.
  • Wenn das menschliche Leben der Vergänglichkeit unterworfen ist, wie kann der Mensch dann Glück erfahren? Der Literaturwissenschaftler Prof. Achim Geisenhanslüke schaut, wie Walter Benjamin und Marcel Proust diese Frage beantwortet haben. Für Benjamin offenbart sich Glück nur in kurzen Momenten als eine Erlösung von der linear fortschreitenden Zeit, und das geschieht in der Begegnung mit der Kunst. Der berühmte Autor des mehrbändigen Romans „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ sucht das Glück in der wiedergefundenen Zeit der Erinnerung – auch dies bleiben nach Proust Erfahrungen des Augenblicks.
  • Viele grundlegende physikalische Gesetze sind auch gültig, wenn die Zeit rückwärts läuft. Dennoch hat der Zeitpfeil eine eindeutige Richtung, wie der Physik-Didaktiker Prof. Roger Erb erklärt. Das hängt damit zusammen, dass Unordnung viel wahrscheinlicher ist als Ordnung. Aber es gibt auch noch andere Gründe dafür, dass Zeitreisen physikalisch nicht möglich sind. Darüber schreibt der Physiker und Wissenschaftskommunikator Sascha Vogel in seinem Beitrag über Physik in Hollywood am Beispiel der Filme „Zurück in die Zukunft“ und „Interstellar“.
  • Der Biologe Prof. Roland Prinzinger kann von jedem beliebigen Vogelei sagen, wann das Junge schlüpfen wird. Zwar dauert das bei Vögeln je nach Größe von 12 Tagen beim Zebrafink (Ei-Gewicht ca. 1,5 g) bis zu 50 Tagen beim Strauß (Ei-Gewicht bis zu 1 900 g). Aber in Stoffwechseleinheiten gemessen schlüpfen aber alle Jungen, nachdem sie rund 2 kJ/g Energie umgesetzt haben. Prinzinger misst deshalb das Ticken der biologischen Uhr in Stoffwechseleinheiten.
  • Schon im Altertum hatten Menschen das Bedürfnis, die Zeit zu erfassen. Im alten Ägypten teilten Sonnenuhren die Zeit zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang in zwölf Stunden. So waren die Stunden im Winter kürzer als im Sommer. Heute sind moderne Atomuhren so genau, dass sie in zehn Milliarden Jahren nur maximal eine Sekunde falsch gehen. Über die zunehmende Präzision der Zeitmessung berichtet die Wissenschaftsjournalistin Dr. Stefanie Hense in ihrem Beitrag „Von der Sonnenuhr zur Atomuhr“.

Die aktuelle Ausgabe von „Forschung Frankfurt“ (1/2017) kann kostenlos bestellt werden: ott@pvw.uni-frankfurt.de. Im Internet steht sie unter: www.forschung-frankfurt.uni-frankfurt.de.

Veranstaltungen

Jun 21 2017
10:49

Öffentliche Auftaktveranstaltung des LOEWE-Schwerpunkts „Religiöse Positionierung“

Navid Kermani und Jan Assmann im Gespräch über „Religiöse Differenz in pluraler Gesellschaft“

FRANKFURT. Mit einer öffentlichen Veranstaltung in der Goethe-Universität startet der neue LOEWE-Schwerpunkt „Religiöse Positionierung: Modalitäten und Konstellationen in jüdischen, christlichen und islamischen Kontexten“ in der kommenden Woche offiziell seine Forschungsarbeit. Zwei prominente Persönlichkeiten konnten die Organisatoren für ein Gespräch über „Religion und religiöse Differenz in pluraler Gesellschaft“ an der Goethe-Universität gewinnen: Dr. Navid Kermani, deutsch-iranischer Schriftsteller und habilitierter Orientalist, und Prof. Dr. Jan Assmann, Ägyptologe und Kulturwissenschaftler, Emeritus der Universität Heidelberg. Es findet statt

am 28. Juni (Mittwoch) um 18.15 Uhr
im Hörsaalzentrum, HZ 1, Campus Westend.

Nach der Vorstellung des Forschungsschwerpunkts durch Prof. Dr. Christian Wiese, Sprecher des vom Land Hessen geförderten Forschungsverbunds und Inhaber der Martin-Buber-Professur für jüdische Religionsphilosophie, wird zunächst Isaak Dentler, Schauspiel Frankfurt, das Kapitel „Licht“‘ aus Kermanis Buch „Ungläubiges Staunen. Über das Christentum“ lesen. Das Gespräch zwischen Assmann und Kermani moderiert Prof. Dr. Joachim Valentin, Direktor des „Haus am Dom“ und Mitglied des Beirats im LOEWE-Schwerpunkt.

Kermani, der 2015 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet wurde, war schon mehrmals zu Gast an der Goethe-Universität, u.a. hielt er 2010 die viel beachtete Poetik-Vorlesung. Der Orientalist kritisiert einen mit der „kompletten Verdrängung des Religiösen“ einhergehenden „religiösen Analphabetismus“, der zu einer „grundlegenden Verarmung der Gesellschaft“ führe. Religiöse Toleranz und Religionsfreiheit benennt er als bedeutsame europäische Werte und fordert, im Sinne der Aufklärung, Achtung vor dem Glauben und der Weltanschauung anderer. Assmann, der sich insbesondere als Ägyptologe einen Namen gemacht hat, ist unter anderem durch Arbeiten zur Theorie des kulturellen Gedächtnisses hervorgetreten. Er hat mit seinen Reflexionen über die „mosaische Unterscheidung“ zwischen wahr und falsch wichtige Debatten über das Verhältnis von Monotheismus und Gewalt sowie über die Pluralismusfähigkeit der monotheistischen Religionen ausgelöst.

Der LOEWE-Schwerpunkt

„Aktuelle Debatten über die gesellschaftlichen und kulturellen Folgen der Zuwanderung von Geflüchteten zeigen, dass sich Einwanderungsgesellschaften künftig auf ein weit höheres Maß an religiös-kultureller Pluralisierung und dadurch ausgelösten Ängsten und Konflikten einstellen müssen“, so der Sprecher des Forschungsverbundes, Christian Wiese. Und hier setzen die Forscherinnen und Forscher mit ihrem interdisziplinären und interreligiösen Konzept an: Sie untersuchen den Umgang der großen monotheistischen Religionen – Judentum, Christentum und Islam – mit religiöser Vielfalt und Differenz in Vergangenheit und Gegenwart. Dazu noch einmal Wiese: „Während andere interreligiöse Pluralismus- oder Dialogkonzepte zum Teil auf eine konsensorientierte, harmonisierende Überwindung von Gegensätzen zielen, wählen wir eine andere Perspektive: Wir gehen davon aus, dass Religionen grundsätzlich positionell und somit konflikthaft, deshalb aber nicht zwangsläufig pluralismusunfähig sind, sondern Differenzen ernst nehmen und zu achten vermögen.“

Das Projekt wird vom Land Hessen mit einer Summe von knapp 4,5 Millionen Euro gefördert, der Förderzeitraum reicht von 2017 bis 2020. Federführende Institution ist die Goethe-Universität, sie kooperiert mit der Justus-Liebig-Universität Gießen. „Die Kooperation zwischen den beiden Universitäten in Frankfurt und Gießen leistet schon seit einigen Jahren einen innovativen Beitrag zu Fragen von Religion und Gesellschaft, religiöser Differenz und Interreligiösität sowie Migration und Integration. Darauf gilt es jetzt aufzubauen“, sagt Prof. Dr. Roderich Barth, Mitantragssteller aus Gießen und inzwischen Professor an der Universität Leipzig. Der Fachbereich Evangelische Theologie an der Goethe-Uni ist bereits mit dem Institut für Theologie an der Justus-Liebig-Universität eng verbunden; gemeinsam werden auch nichtkonfessionelle religionswissenschaftliche und –philosophische Studiengänge angeboten, die programmatisch auf die Thematik religiöser Vielfalt ausgerichtet sind. Ferner hat das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und vom Land Hessen geförderte Zentrum für Islamische Studien Frankfurt/Gießen in den vergangenen Jahren eine führende Rolle im Bereich einer modernen islamisch-theologischen Wissenschaft eingenommen. Alle beteiligten Disziplinen, darunter auch die Jüdischen Studien und die beim Exzellenzcluster „Normative Orders“ angesiedelten Projekte, werden die Mitwirkung an dem Forschungsschwerpunkt auch dazu nutzen, um bestehende internationale Kooperationen auszubauen und neue zu initiieren.

Inzwischen haben – neben der Koordinatorin Dr. Nina Fischer – zehn Postdocs und sechs Promovierende aus Deutschland, Israel, Syrien und den USA ihre interdisziplinäre Arbeit an 13 Teilprojekten aus der Theologie, Religionswissenschaft, Ethnologie, Soziologie und Judaistik sowie den Islamischen Studien und den Erziehungswissenschaften aufgenommen. Sie werden nicht nur ihre Forschungsergebnisse publizieren, sondern darüber hinaus eine Vielzahl von Konferenzen und Workshops durchführen und insbesondere Veranstaltungen und Gesprächsforen zu gesellschaftlich aktuellen Themen mit anderen Bildungseinrichtungen in der Stadt Frankfurt und in der Region initiieren. Die Zusammenarbeit mit dem Forschungskolleg Humanwissenschaften in Bad Homburg ermöglicht es zudem, zeitweise Fellows aus dem In- und Ausland einzuladen, die das Themenspektrum des Forschungsschwerpunkts über die beteiligten Teilprojekte hinaus bereichern werden.

Information: Prof. Dr. Christian Wiese, Martin-Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie, Fachbereich Evangelische Theorie, Campus Westend, Tel. (069) 798 33313; E-Mail: c.wiese@em.uni-frankfurt.de, und Dr. Nina Fischer, LOEWE-Schwerpunkt „Religiöse Positionierung“, Campus Bockenheim, Tel. (069) 798 33282; E-Mail: n.fischer@em.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Jun 21 2017
10:41

Die Frankfurter Bürger-Universität stellt die Biografie Manfred Krugs vor

Liebling Kreuzberg

FRANKFURT. Kaum eine Lebensgeschichte spiegelt die konfliktreiche Beziehung zwischen den beiden Landesteilen des Nachkriegsdeutschlands so anschaulich wieder wie die von Manfred Krug. Der im vergangenen Jahr gestorbene TV-Liebling begann seine Karriere in der ehemaligen DDR. Dort wurde Krug neben seinem Schauspielberuf auch als Jazz-Sänger zum Idol. Nachdem 1977 sein Ausreisewunsch in den Westen genehmigt wurde, setzte er sein Wirken in Berlin-Schöneberg fort. Zu einer seiner bekanntesten Rollen zählt die des Anwalts Robert Liebling in der Serie „Liebling Kreuzberg“. Der Vortrag

„Manfred Krug – Liebling Kreuzberg“, am Montag, 26. Juni 2017, um 19.30 Uhr in der Stadtbücherei Frankfurt, Hasengasse 4, 60311 Frankfurt am Main

von Dr. Edo Reents in der Reihe „Wie wir wurden, wer wir sind“ widmet sich den biografischen Spuren eines Publikumslieblings, der besonders eng verwoben ist mit der deutsch-deutschen Geschichte. Reents ist Leiter des Feuilletons der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Die Veranstaltungsreihe „Wie wir wurden, wer wir sind“ wird seit 2008 von Prof. Tilman Allert, Soziologe an der Goethe-Universität, kuratiert. Die Hauptreihe der Frankfurter Bürger-Universität im Sommersemester stellt an insgesamt sechs Abenden Lebensläufe berühmter Protagonisten deutscher Sozial- und Kulturgeschichte vor.

Folgende Biografie erwartet Sie zum Abschluss der Reihe im Sommersemester:

03. Juli 2017
Prof. Tilman Allert
Beate Uhse
Freiheit für die Liebe

Die Frankfurter Bürger-Universität ist ein Veranstaltungsformat, in dem Bürgerinnen und Bürger im Sommersemester „deutschen Biografien“ begegnen können und das im Wintersemester wechselnde Themen mit städtischem, gesellschaftsrelevantem Bezug aufgreift. Oft verlässt die Goethe-Uni mit ihren Hauptreihen den Campus und zieht an wechselnde Orte in der Stadt, um dort mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.buerger.uni-frankfurt.de

Personalia/Preise

Jun 20 2017
19:36

Goethe-Universität ehrt Prof. Volker Wieland und Alexander Trog

Ehrenfeier

FRANKFURT. Sie haben sich auf unterschiedliche Weise um die Goethe-Universität verdient gemacht: Prof. Volker Wieland und Alexander Trog sind heute im Rahmen einer Ehrenfeier gewürdigt worden. Der Wirtschaftswissenschaftler Prof. Volker Wieland erhielt die mit 10.000 Euro dotierte „Public Service Fellowship“ der Alfons und Gertrud Kassel-Stiftung. Alexander Trog, viele Jahre Geschäftsführer der Vereinigung von Freunden und Förderern der Goethe-Universität, wurde zum Ehrenbürger der Goethe-Universität ernannt.

Prof. Volker Wieland, Jahrgang 1966, ist seit 2012 Stiftungsprofessor für Monetäre Ökonomie am Institute for Monetary and Financial Stability (IMFS) der Goethe-Universität. Hier brillierte er durch empirische Arbeiten im Bereich „Geldpolitik und Geldtheorie“; unter anderem baute er ein öffentliches Archiv für den Vergleich makroökonomischer Modelle auf. Die Bundesregierung berief ihn 2013 in ihren Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Als Mitglied dieses Gremiums vermittelt Wieland seine Forschungsergebnisse erfolgreich in Politik und Gesellschaft.

„Die Goethe-Universität ist froh, mit Volker Wieland einen hervorragenden Fachwissenschaftler in ihren Reihen zu haben, der seine Forschung zu Themen der Geld- und Währungspolitik nicht nur in der Wissenschaft, sondern auch auf höchster politischer Ebene und in offenen gesellschaftlichen Foren erfolgreich zu vermitteln weiß“, sagte Uni-Präsidentin Prof. Birgitta Wolff anlässlich der Ehrung. „Professor Wieland zeichnet sich durch eine undogmatische wissenschaftliche Exzellenz aus“, so Prof. Hermann Remsperger, Gründungsvorsitzender des Stiftungsrates der Stiftung Geld und Währung, in seiner Laudatio. Auf dem Gebiet der Geldtheorie und Geldpolitik habe Wieland Pionierarbeiten geleistet. „Er gehört nicht nur in Europa, sondern weltweit zur Spitzenklasse der Ökonomen“, so Remsperger weiter. „Ich freue mich riesig über diese Auszeichnung. Mein zentrales Anliegen ist es, wissenschaftliche Modelle und Methoden zu entwickeln, die sich auf tatsächliche wirtschaftspolitische Probleme anwenden lassen, und die Ergebnisse in die wirtschaftspolitische Debatte zu tragen. Dabei liegt mir der Austausch mit Akteuren in den Notenbanken, Finanzmärkten und in der Fiskalpolitik besonders am Herzen“, sagte Prof. Wieland am Rande der Feier.

Alexander Trog, Jahrgang 1941, war von 2004 bis 2016 Geschäftsführer der Vereinigung von Freunden und Förderern der Goethe-Universität. Der gelernte Bankkaufmann und Jurist gilt als ein Mann der leisen Töne: Als Gestalter im Hintergrund hat er zahlreiche Projekte angestoßen und die Vereinigung souverän gemanagt. Trog hat die Stiftung pro universitate von Anfang an aktiv begleitet und auch die Entstehung zahlreicher weiterer unselbständiger Stiftungen und Stiftungsfonds vorangetrieben. Außer an der Goethe-Universität engagiert er sich auch für etliche soziale und kulturelle Projekte im Rhein-Main-Gebiet. Die Präsidentin der Goethe-Universität, Prof. Birgitta Wolf, verlieh dem 75-jährigen Juristen die Ehrenbürgerwürde der Goethe-Universität – eine Auszeichnung, die seit der Gründung der Universität nur wenigen Persönlichkeiten zuteilwurde.

„Die Goethe-Universität hat Alexander Trog extrem viel zu verdanken: Ohne sein Engagement wäre auch manches kleinere sinnvolle Projekt an einer so großen Universität wie unserer nie Realität geworden“, sagte Wolff bei der Überreichung der Ehrenbürger-Urkunde. Er habe sich immer sachorientiert und ohne Eitelkeiten, aber mit hohem emotionalen Engagement eingebracht, so der Vorsitzende der Freundesvereinigung, Prof. Wilhelm Bender, in seiner Laudatio. Bender würdigte Trog als „den Schaffer, der nicht nachlässt, sachorientiert und uneitel, kundig bis ins Detail und emotional für die Sache“. Trog habe vorgelebt, was die Vereinigung von Freunden und Förderern ausmache: Projekte und Bereiche zu fördern, die regulär nicht finanziert werden könnten. „Ehrenamt muss aus einem Dreiklang bestehen: Es sollte sinnvoll sein, man muss etwas gestalten können – und es sollte Spaß machen“, sagte Alexander Trog in seiner Dankesrede. Dies sei bei den „Freunden und Förderern“ auf einzigartige Weise der Fall gewesen. Er sei zutiefst dankbar dafür, die Entwicklung der Goethe-Universität aus unmittelbarer Nähe miterlebt zu haben. „Sie ist heute eine Institution in und für die Stadt“, so der neue Ehrenbürger der Goethe-Universität.

Porträts zum Download finden Sie unter dem folgenden Link: www.uni-frankfurt.de/66999319

Veranstaltungen

Jun 20 2017
13:33

Führung mit Biologin Dr. Ilse Zündorf im Wissenschaftsgarten des Campus Riedberg

Auf den Spuren der Arzneipflanzen

FRANKFURT. Mehr als 100 Arzneipflanzen präsentiert der Arzneipflanzengarten des Wissenschaftsgartens am Campus Riedberg der Goethe-Universität. Auf von Steinmauern umsäumten Beeten, die an Schubladen eines Apothekerschrankes erinnern, sind hier die Pflanzen nach ihren chemischen Besonderheiten, also nach den arzneilich wirksamen Inhaltsstoffen angeordnet. Die Führung „Der Arzneipflanzengarten am Uni-Campus Riedberg“ findet statt

am Freitag, 23. Juni 2017 um 14 Uhr im Wissenschaftsgarten auf dem Campus Riedberg, Altenhöfer Allee 1f, 60438 Frankfurt (Treffpunkt Eingang).

Pflanzen stellen nicht nur historisch gesehen die älteste Arzneimittelquelle dar, sie sind auch in der modernen Arzneistoffforschung unverzichtbar. Die Pflanzenbeete wurden passend zu den Lehrinhalten der Vorlesung „Pharmazeutische Biologie“ angelegt und bereichern damit das didaktische Gesamtkonzept des Studiengangs Pharmazie.

Weitere Führungen im Überblick:

21. Juli 2017
Pflanzen des Jahres im Wissenschaftsgarten 

18. August 2017
Der Wissenschaftsgarten und die Grünanlagen der Universität

17. November 2017
Pilze im Wissenschaftsgarten

Beginn jeweils um 16 Uhr

Informationen: Dr. Ilse Zündorf, Institut für Pharmazeutische Biologie, Tel. (069) 798 29648, zuendorf@em.uni-frankfurt.de