​​​​​​Pressemitteilungen ​​​ – Februar 2016

Veranstaltungen

Feb 29 2016
17:31

Workshop Innovationsmotor Chemie auf dem Campus Riedberg

Vom Forscher zum Gründer und Unternehmer

FRANKFURT. Zum zweiten Workshop „Innovationsmotor Chemie“ lädt die Goethe-Universität am 8. März auf den Campus Riedberg ein. „Durchstarten mit Chemie: Forscher werden Gründer werden Unternehmer“ ist das Thema dieser kostenlosen Veranstaltung für Absolventen und Forscher aus Akademia und Industrie. Die Referenten – darunter einige Gründer von Startups – werden das Thema Unternehmensgründung mit Erfahrungsberichten veranschaulichen. Mitveranstalter sind die Chemieorganisationen DECHEMA (Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie), GDCh (Gesellschaft Deutscher Chemiker) und VCI (Verband der Chemischen Industrie) mit dem HTGF (High-Tech Gründerfonds).

Die Chemie ist einer der Innovationsmotoren für den Standort Deuschland. Damit dieser auch künftig auf Hochtouren läuft, ist ein Tandem aus international wettbewerbsfähiger Grundlagenforschung und leistungsstarker chemisch-pharmazeutischer Industrie notwendig.

Für Gründer ist es wichtig, das Innovationssystem der Chemie mit seinen Besonderheiten  zu verstehen. Um erfolgreich zu sein, müssen sie wissen, wie die Etappen der Entwicklung einer zündenden Idee zum innovativen Produkt aussehen. Welche Hürden sind bei der Finanzierung zu nehmen und welche Pfade für Kooperationen mit Partnern aus der Akademia und der Industrie gibt es? Diese und weitere Fragen können die Teilnehmer auf dem Workshop an der Goethe-Universität mit Experten diskutieren.

Zum Programm des Workshops gehören neben den Vorträgen eine Podiumsdiskussion und ein "Markt der Möglichkeiten", der die Teilnehmer einlädt, ihre Erfahrungen und Erkenntnisse zum Thema Entrepreneurship in der Chemie intensiv auszutauschen.

Was?                         Innovationsforum Chemie
Wann?          8. März 2016, 9:00 bis 16:45 Uhr
Wo?                           Goethe-Universität, Campus Riedberg – Otto-Stern-Zentrum, Ruth-Moufang-Straße 2, 60438 Frankfurt am Main

Informationen und Anmeldung unter www.gdch.de/imc

Forschung

Feb 29 2016
17:30

Japanologie der Goethe-Universität erforscht die kulturellen und soziopolitischen Folgen der Katastrophe im Norden Japans.

Fünf Jahre Fukushima

FRANKFURT. Seit der Dreifachkatastrophe am 11. März 2011 in Fukushima – einem starken Erdbeben folgte ein Tsunami, der zu schweren Störfällen in einem Kernkraftwerk und zur Freisetzung von radioaktiven Stoffen führte – hat sich die Japanologie der Goethe-Universität Frankfurt mit dem Thema vor allem unter kulturellen und soziopolitischen Aspekten beschäftigt. In Einzelprojekten, Forschungsverbünden (IZO, GiZO, Japanologie Leipzig) und in etlichen Publikationen sind die Geschehnisse und Entwicklungen sukzessive analysiert und dokumentiert, um damit eine dringliche Aufgabe der Japanwissenschaften zu erfüllen.

Im Mittelpunkt stehen die Fragestellungen: Was geschieht in Nordjapan? Was bedeutet Fukushima für die Welt? Welche technikgeschichtlichen und ethischen Veränderungen bringt der aktuelle GAU in Japan für die globale Haltung zum Atomaren? Inwiefern lässt sich Fukushima mit Tschernobyl vergleichen? Wie reagieren die Atomindustrie und die Politik in Japan (und in anderen asiatischen und westlichen) Ländern auf diese epochale Zäsur?

Verantwortlich ist für das Projekt Fukushima Prof. Dr. Lisette Gebhardt. Im April 2011 gründete sie den „Arbeitskreis Fukushima“ an der Japanologie Frankfurt, der die viel besuchte Informations- und Textbereitstellungs-Webseite „Textinitiative Fukushima“ (http://www.textinitiative-fukushima.de/) unterhält. Zusammen mit Prof. Dr. Steffi Richter (Japanologie Leipzig) hat L. Gebhardt im Juni 2012 den Band „Japan nach ‚Fukushima‘ – ein System in der Krise“ herausgegeben, im Juli 2013 wurde das „Lesebuch Fukushima“ veröffentlicht, eine Übersetzungs-, Aufsatz- und Kommentarsammlung, die die Stimmen wichtiger Akteure der Debatte um Fukushima wiedergibt und über die innerjapanische Diskussion zur Kernkraft informiert; der Band wurde im Dezember 2013 von der Deutschen Umweltstiftung als Umweltbuch des Monats ausgezeichnet.

Eine englische Aufsatzsammlung unter der Beteiligung der japanischen Umweltliteraturforscherin Yuki Masami zum Thema der Literatur und Kunst nach Fukushima erschien 2014 unter dem Titel „Literature and Art after Fukushima. Four Approaches“. Zuletzt wurde 2015 ein weiterer englischer Band der an den beiden hessischen Zentren IZO und GiZO angesiedelten interdisziplinären Forschungsinitiative „Fukushima und Chernobyl“ publiziert: „The Impact of Disaster: Social and Cultural Approaches to Fukushima and Chernobyl“ (auch EB-Verlag Berlin).

Für die Japanforschung ist momentan das Thema der aktuellen japanischen Protestbewegungen, die mit „Fukushima“ ihren Ausgang nahmen, ein Fokus. Die Studierendenprotestgruppe SEALDs macht in diesen Wochen von sich Reden, einer ihrer Führer, Okuda Aki, gilt als „Staatsfeind Japans“. „Fukushima“ wird spätestens dann wieder brisant, wenn Olympia 2020 ansteht.

Die Japanologie Frankfurt, vertreten durch Prof. Gebhardt, führte – neben der Publikationstätigkeit – seit 2011 zahlreiche Beratungen von Medienprojekten durch, die sich mit Fukushima auseinandersetzen bzw. aus Fukushima berichten. Dazu zählt z.B. die Dokumentation „Kulturplatz extra: Japan am Wendepunkt“ des Schweizer Fernsehens (http://www.srf.ch/play/tv/kulturplatz/video/kulturplatz-extra-japan-am-wendepunkt?id=fa9cd577-8a51-4d15-8fd6-edd489a011bf ).

Die fünfte Jährung der Geschehnisse von Fukushima nimmt die Japanologie zum Anlass, ihre Expertise und Beratung für einschlägige Vorhaben anzubieten und neue und neueste Forschungsergebnisse zum Thema zu vermitteln.

Kontakt: Prof. Dr. Lisette Gebhardt, Japanologie, Fachbereich 9: Sprach- und Kulturwissenschaften, Goethe-Universität Frankfurt am Main. Tel. (069) 798-23287 / 22177. L.Gebhardt@em.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Feb 26 2016
13:46

Wie kann professionelle Hilfe aussehen? Erfahrungsberichte aus aktuellen Projekten und Diskussion über interdisziplinäre Ansätze

Frankfurter Tagung zu „Migration, Flucht und Trauma – die Folgen für die nächste Generation“

FRANKFURT.Sie haben Schreckliches erlebt: Bombenangriffe, Tod und Misshandlungen, eine oft lebensgefährliche Flucht und eine nicht immer freundliche Aufnahme in Deutschland. Viele Flüchtlinge sind traumatisiert, besonders die Kinder. Sie brauchen professionelle Hilfe. Wie diese aussehen kann, darum geht es bei einer Tagung, die vom 4. bis 6. März an der Goethe-Universität, Campus Bockenheim, stattfindet und an der neben Wissenschaftlern auch Erzieher, Lehrer und ehrenamtliche Helfer teilnehmen können.

„Migration, Flucht und Trauma – die Folgen für die nächste Generation“ lautet das Thema dieser internationalen Tagung. Ausgerichtet wird die Konferenz vom Sigmund-Freud-Institut, von der Goethe-Universität und dem interdisziplinären Forschungszentrums „Individual Development and Adaptive Education of Children at Risk“ (IDeA) sowie der Universität Stockholm. „Die heutige Psychoanalyse und die aktuelle empirische Bindungsforschung verfügen sowohl konzeptuell als auch präventiv und therapeutisch über ein breites Wissen zum Umgang mit Traumatisierten“, so die Organisatorin der Tagung, Prof. Dr. Marianne Leuzinger-Bohleber, Geschäftsführende Direktorin Sigmund-Freud-Institut. Dieses Wissen bildete die theoretische Grundlage für fünf Präventionsprojekte, die seit 2010 über 1000 der als schwer erreichbar geltenden Familien mit Migrationshintergrund und prekären sozialen Problemlagen angeboten wurden. Diese Projekte hatten besonders die Frühprävention bei sogenannten „Risikokindern“ („children-at-risk“) im Auge.

Viele Studien zeigen, wie wichtig es ist, traumatisierten Menschen möglichst zeitnah und niederschwellig Hilfen anzubieten, um Langzeitfolgen für sie und die nachkommenden Generationen zu mildern. „Traumatisierungen sind Erfahrungen, in denen Menschen extremen Gefühlen von Verzweiflung, Ohnmacht und Hilflosigkeit ausgesetzt sind, meist verbunden mit Todesangst. Zudem bricht das Urvertrauen zusammen, die Betroffenen können sich auf nichts mehr verlassen, nicht auf andere und nicht auf sich selbst“, erläutert Leuzinger-Bohleber. „Daher reagieren Traumatisierte auf Migrationserlebnisse und auf erneute Erfahrungen von Passivität und Ohnmacht in den Aufnahmeeinrichtungen besonders verletzlich.“ Traumatisierungen haben – wie aktuelle Studien belegen – auch einen nachhaltigen Einfluss auf die Stressregulation, wie dies in verschiedenen Vorträgen auf der Tagung ausgeführt wird. Dies wirkt sich besonders auf die frühe Phase der Elternschaft aus und prägt daher auch die nächste Generation.

Die Gefahr einer Traumatisierung mit pädagogischer, sozialpädagogischer und therapeutischer Unterstützung abzumildern, ist heute eine vordringliche humanitäre Aufgabe für viele Berufszweige. So fächerübergreifend verschiedene Berufsgruppen zusammenarbeiten, so interdisziplinär ist auch die Forschung auf diesem Gebiet in Frankfurt. „Unserer Forschungszentrum ‚Individual Development and Adaptive Education of Children at Risk’, kurz IDeA, an dem neben der Goethe-Universität das Deutsche Institut für Internationale Pädagogische Forschung und das Sigmund-Freud-Institut beteiligt sind, bietet hier hervorragende Möglichkeiten“, betont Prof. Dr. Sabine Andresen, Erziehungswissenschaftlerin an der Goethe-Universität.

Auf der Tagung – Konferenzsprachen sind Deutsch und Englisch – wird diskutiert, in welcher Weise das Wissen, das in Projekten u.a. in Frankfurt, Oslo und Belgrad gesammelt wurde und aktuell noch wird, für den Umgang mit traumatisierten Kindern in den verschiedenen Bildungsinstitutionen von der Krippe bis zur Sekundarstufe fruchtbar gemacht werden kann. Zur Sprache kommen werden auch erste Erfahrungen, die bei der Flüchtlingssprechstunde des Sigmund-Freud-Instituts und bei dem Pilotprojekt „Michaelis-Dorf“ in einer Erstaufnahmeeinrichtung in Darmstadt gesammelt wurden. Dieses Projekt startete Ende Januar und ist bundesweit bisher einmalig; geleitet wird es gemeinsam von der Psychoanalytikerin Marianne Leuzinger-Bohleber und der Erziehungswissenschaftlerin Sabine Andresen. In Darmstadt arbeiten in der Betreuung von Flüchtlingskindern Studierende, junge Wissenschaftler und Ehrenamtlichen zusammen. Dazu Andresen: „Gerade für Kinder und Jugendliche ist es wichtig, dass sie auch schon die Erstaufnahmeeinrichtung als einen kinderfreundlichen Ort erleben. Sie wollen sich dort sicher fühlen und ihre Fähigkeiten einbringen können. Ein solcher Ort muss gestaltet werden, und zwar durch Bildungs- und Freizeitangebote, durch Mitgestaltungsmöglichkeiten, durch Erwachsene, die aufgeschlossen sind."

Die Tagung wird am Freitag (4. März) um 20.15 Uhr (Campus Bockenheim, Hörsaalgebäude, Hörsaal VI) ergänzt durch einen öffentlichen Vortrag von Prof. Dr. Vera King, die im März die Nachfolge von Prof. Dr. Rolf Haubl als stellvertretende Direktorin des Sigmund-Freud-Instituts antreten wird und auch die Professur für Sozialpsychologie an der Goethe-Universität übernimmt. Sie spricht über „Transgenerationale Weitergabe im Kontext von Adoleszenz und Migration“.

Diese Tagung führt die Tradition der Joseph Sandler Research Conferences weiter, die in den vergangenen acht Jahren jeweils am ersten März-Wochenende in Frankfurt stattfanden. Sandler und seine Frau hatten die Psychoanalyse in den 1990er Jahren stärker für den Dialog mit den anderen Wissenschaften geöffnet und deshalb diese einmal im Jahr ausgerichtete Konferenz ins Leben gerufen.

Informationen: Prof. Dr. Marianne Leuzinger-Bohleber, Sigmund-Freud-Institut, Tel. (069) 971204-149; leuzinger-bohleber@sigmund-freud-institut.de, stebahne@sigmund-freud-Institut.de; Programm unter: www.sigmund-freud-institut.de; Registration für die Tagung: tagung@sfi.de, Tel. (069) 971204-129

Sonstige

Feb 25 2016
14:21

Goethe-Universität bietet Sprachkurse für Flüchtlinge

120 Studierende als Starthelfer ins Deutsche

FRANKFURT.Wie kann man die vielen Flüchtlinge in die Gesellschaft integrieren? Das ist derzeit ein großes Thema. 120 Studierende der Goethe-Universität reden nicht nur darüber, sondern packen mit an: Seit Januar geben sie neben ihrem Studium ehrenamtlich Menschen, die in Frankfurt Zuflucht gefunden haben, Unterricht im Deutschen. Denn die Sprache ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine gelungene Integration. Das Projekt ist zunächst auf drei Monate ausgelegt, eine Verlängerung ist wahrscheinlich.

„Ich habe mir schon seit Längerem gedacht: So ein Projekt mit Flüchtlingen, das wäre cool“, erzählt Karolin Elleringmann. Auf die E-Mail der Uni-Leitung habe sie dann auch sofort reagiert. Inzwischen ist die 22-jährige Jura-Studentin eine von 120 Studierenden der Goethe-Universität, die an fünf verschiedenen Standorten in Frankfurt Flüchtlinge unterrichten. Als Sprecherin für den Campus Westend koordiniert sie darüber hinaus den Einsatz ihrer Kommilitonen.

„Die Goethe-Universität möchte sich der gesellschaftlichen Aufgabe stellen, die die große Zahl der Flüchtlinge mit sich bringt. Aber wir können nicht nur Räume zur Verfügung stellen; die Uni kann noch gezielter helfen, indem sie als Sprachvermittlerin auftritt“, sagt Vizepräsidentin Prof. Tanja Brühl, die sich das Projekt „Start ins Deutsche“ mit Dr. Kerstin Schulmeyer-Ahl, Leiterin der Abteilung Lehre und Qualitätssicherung, ausgedacht hat. Es ging eine E-Mail an alle Studierenden der Goethe-Universität – das Feedback war überwältigend: 1500 Studierende wollten mitmachen. Es waren bei weitem nicht nur Lehramtsstudierende. „Wir hätten das Projekt noch fünfmal größer machen können“, sagt Dr. Stephanie Dinkelaker, die die Koordination auf Seiten der Univerwaltung übernommen hat. Zunächst wurden 120 Studierende ausgewählt, zwölf Fachbereiche und verschiedene Semester sind vertreten. Etwa ein Drittel sind Lehramtsstudenten. Das auf drei Monate angelegte Pilotprojekt soll erst sorgfältig evaluiert werden, bevor es gegebenenfalls in eine zweite, größere Runde geht.

Alle Beteiligten engagieren sich ehrenamtlich – auch die Dozenten, die die Studierenden auf ihre wichtige Aufgabe vorbereitet haben. An zwei Tagen erhielten sie intensiven Unterricht in verschiedenen Modulen, nicht nur in Didaktik und Unterrichtsmethodik, auch die Themen Traumatisierung und Mehrsprachigkeit wurden angesprochen. „Wir hatten eine Art Crashkurs in Arabisch: Der Dozent sprach nur Arabisch mit uns. Das hat mir die Angst genommen, dass mich meine Schüler nicht verstehen könnten“, sagt Karolin Elleringmann. Sie habe erfahren, dass auch einsprachiger Unterricht funktionieren kann. Und sie könne jetzt ein paar Vokabeln in Arabisch, was im Kurs für viel Freude gesorgt habe.

Mitte Januar haben die Kurse dann begonnen. In Zweierteams gehen die Studierenden an die verschiedenen Standorte am Campus Bockenheim, am Campus Westend, im Gutleutviertel im Gallus und in Höchst. Das „Deputat“ beläuft sich auf zweimal zwei Stunden pro Woche. In einer Schule für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge unterstützen Studierende zudem Lehrer beim Unterrichten.

„Ich war erst schon etwas unsicher, ob mich die Schüler überhaupt akzeptieren würden“, erzählt Jura-Studentin Elleringmann. Doch schon beim ersten Mal habe sie gemerkt: Ihre Schüler seien „unglaublich offen, nett und freundlich. Einige sind jedes Mal eine halbe Stunde zu früh da, weil sie sich so sehr auf den Unterricht freuen.“ Die meisten in ihrer Gruppe könnten schon etwas Deutsch, das mache es leichter. In anderen Gruppen müssen manche Flüchtlinge erst noch die lateinischen Buchstaben lernen. Nach den Erfahrungen auf der Flucht frage die Studentin nicht, das habe sie in der Vorbereitung gelernt. Zu unabsehbar seien die Reaktionen. Um sie mit der neuen Aufgabe nicht alleinzulassen und Hilfestellungen bei schwierigen Situationen geben zu können, hat die Uni in Zusammenarbeit mit dem Sigmund-Freud-Institut Frankfurt eine Supervision organisiert, die alle zwei Wochen stattfindet. Zudem gibt es mehrere didaktische Sprechstunden. „Wir wollen die jungen Menschen nicht überfordern oder gar riskieren, dass sie selbst Schaden nehmen“, erklärt Stephanie Dinkelaker.

Überfordert fühlt sich Karolin Elleringmann bislang nicht, aber durchaus gefordert. Wenn es zum Beispiel darum geht, zu erklären, was „graue Haare“ auf Deutsch heißt. „Ich bin dann gebückt durch den Raum gelaufen, dann haben alle gleich gewusst, was ich meine“, lacht sie. Letztlich fühle sie sich durch ihr Engagement vor allem selbst bereichert: „Ich wollte so etwas schon immer gern machen, ehrenamtlich Menschen helfen. Ich kann ja nur Zeit spenden.“

Ermöglicht wurde das Pilotprojekt durch finanzielle Unterstützung von mainFirst und Spendengelder des Weihnachtskonzerts des Collegium Musicum der Goethe-Universität, die für Lernmaterialien verwendet wurden. Eine Evaluation der Schulung fand schon statt, demnächst wird es eine weitere Evaluation geben, die das gesamte Projekt in den Blick nimmt. Die weitere Finanzierung wird derzeit geplant.

Fotos zum Download unter: www.uni-frankfurt.de/60256619

Bildunterschrift: Schulung 1-3: An zwei Tagen wurden die studentischen Teilnehmer am Projekt „Start ins Deutsch“ im Rahmen einer Schulung auf ihre neue Aufgabe vorbereitet. Es gab Vorträge und Workshops. Im Bild Uni-Vizepräsidentin Tanja Brühl und Erwin Sturm vom Psychoanalytischen Institut Frankfurt e.V., der auch die Supervision mitgeplant hat. (Fotos: Lecher); Elleringmann 1-3: Jurastudentin Karolin Elleringmann engagiert sich ehrenamtlich als Deutschlehrerin für Flüchtlinge. (Fotos: Held)

Forschung

Feb 25 2016
12:34

Bei Heuschrecken wird die Wahrnehmung und Verarbeitung von akustischer Infomation schon im Ohr beeinflusst

Filter im Ohr sorgt für bessere Kommunikation

FRANKFURT.Gut zu hören ist für die meisten Tiere eine Frage des Überlebens. Damit Signale schnell und effizient registriert und bewertet werden können, filtert bereits das Ohr die relevanten Ereignisse heraus. Das fand ein Forscherteam der Goethe-Universität in Zusammenarbeit mit Forschern der Universität Cambridge (UK) und dem Max-Planck-Institut für Biophysik anhand einer Studie an Laubheuschrecken heraus, die in der aktuellen Ausgabe des Journal of Neuroscience veröffentlicht ist.

„Das Ohr von Heuschrecken ist zwar nicht nahe mit dem Säugetierohr verwandt, aber in seiner Arbeitsweise ist es verblüffend ähnlich“, so Dr. Manuela Nowotny vom Institut für Zellbiologie und Neurowissenschaft der Goethe-Universität. Seit Jahren erforscht ihre Arbeitsgruppe die Signalverarbeitung bei Laubheuschrecken, deren Ohren sich anatomisch einfach zugänglich in den Vorderbeinen befinden. Mit ihren nur 45 Sinneszellen sind sie ausserdem überschaubarer aufgebaut als das menschliche Ohr, das über 3600 Sinneszellen besitzt.

Die Ohren verarbeiten akustische Signale in zwei Schritten. Der erste besteht darin, Schallwellen in eine Bewegung des Hörorgans umzuwandeln. Bereits 2014 konnte die Arbeitsgruppe von Nowotny zeigen, dass die zum Gehirn weitergeleiteten Signale nicht alle Schallsignale in der Umgebung exakt abbilden. Vielmehr werden einige Frequenzbereiche im Lockgesang der Männchen, die für die Fortpflanzung der Tiere relevant sind, überbetont. Sie erzeugen im Ohr stärkere Schwingungen als andere Schallsignale. Insofern bewertet das Ohr Signale schon beim ersten Schritt der Wahrnehmung, was einer Filterung entspricht.

In der aktuellen Studie hat Dr. Jennifer Hummel zusammen mit dem Forscherteam den zweiten Schritt der Schallverarbeitung untersucht, bei der die mechanische Schwingung der Sinneszellen in ein elektrisches Nervensignal für das Gehirn übersetzt wird. Das geschieht, indem sich bewegungssensitive Ionenkanäle öffnen, so dass Ionen in die Sinneszelle einströmen können. Dies löst eine Signalkaskade aus, wodurch elektrische Potentiale für das Gehirn erzeugt werden. Bisher war jedoch nicht klar, wie die physikalischen Änderungen in dem Schallfeld genau im Ohr wahrgenommen und verarbeitet werden.

Nun konnte das Forscherteam nachweisen: nicht alle Bewegungen der Sinneszelle führen dazu, dass sich die Ionenkanäle öffnen. Vielmehr ist das richtige Timing entscheidend und - damit verbunden – die Richtung, in welcher die Sinneszellen ausgelenkt werden. Der Frequenzbereich, den eine einzelne Sinneszelle wahrnehmen kann, ist durch diesen zweiten biomechanischen Filter im Ohr zusätzlich eingeschränkt. „Ohren wandeln also nicht einfach alle Schallwellen in neuronale Aktivität um, sondern sie filtern die Informationen, die durch Schallwellen erzeugt werden, um präzisere neuronale Signale zu erhalten und damit eine bessere Kommunikation zu ermöglichen“, erklärt Manuela Nowotny.

Publikation: Jennifer Hummel, Stefan Schöneich, Manfred Kössl, Jan Scherberich, Berthold Hedwig, Simone Prinz, Manuela Nowotny: Gating of Acoustic Transducer Channels Is Shaped by Biomechanical Filter Processes, in: The Journal of Neuroscience, February 24, 2016 • 36(8):23 77–2382 • 2377. http://www.jneurosci.org/content/36/8.abstract.pdf .

Ein Bild zum Download finden Sie unter: www.uni-frankfurt.de/60251974

Bildtext: Laubheuschrecke. Bild: Markus Schäfer

Informationen: Dr. Manuela Nowotny, Institut für Zellbiologie und Neurowissenschaft, Campus Riedberg, Tel: (069) 798-42063, nowotny@bio.uni-frankfurt.de

Hochschulpolitische Themen

Feb 23 2016
15:28

Universitäre Selbstverpflichtung bringt deutliche Besserstellung

Bessere Arbeitsbedingungen und mehr Geld für Hilfskräfte

FRANKFURT. Eine universitäre Selbstverpflichtung bringt für die über 2.200 Hilfskräfte der Goethe-Universität eine deutliche Besserstellung. Damit erfüllt das Präsidium wesentliche Anliegen der Hilfskraftinitiative und die gesetzlichen Änderungen, die sich aus der Novellierung des Hessischen Hochschulgesetzes ergeben. Die Initiative hatte unter anderem bessere Arbeitsbedingungen und eine höhere Vergütung gefordert.

Ein wichtiges Element der Selbstverpflichtung ist die Dynamisierung der Bezüge von Hilfskräften. Ähnlich wie bei den Angestellten der Stiftungsuniversität werden deren Bezüge ab 2017 regelmäßig erhöht. Die Anhebung der Stundensätze orientiert sich an den prozentualen Steigerungen der Entgeltgruppen E10 bis 15. Bereits zum 1. Oktober 2015 waren die Stundensätze für alle Hilfskräfte der Goethe-Universität spürbar angehoben worden. Eine weitere Erhöhung war zum 1. Januar 2016 erfolgt.

Weitere Inhalte der Selbstverpflichtung:

  • Die Arbeitsbedingungen von Hilfskräften werden verbessert und regelmäßig überprüft.

  • Als Ansprechpartner bei Beschwerden oder für Verbesserungsvorschläge rund um die Arbeitsbedingungen von Hilfskräften werden eine Ombudsperson sowie eine Vertretung ernannt.

  • Eine Evaluierung der Neuregelungen soll nach drei Jahren erfolgen.

„Für die Goethe-Universität bedeuten diese Maßnahmen angesichts der schwierigen finanziellen Situation eine große Anstrengung“, sagte Universitätspräsidentin Prof. Birgitta Wolff. Die Neuregelung ist ein Signal, wie wichtig der Universität die Arbeit von Hilfskräften und ihre faire Entlohnung ist“, sagte Wolff.

Forderungen der Initiative und der Gewerkschaft nach einer weitergehenden Regelung wie zum Beispiel einen Tarifvertrag erteilte das Präsidium eine Absage, unter anderem auch deshalb, weil bei der Beschäftigung von wissenschaftlichen und studentischen Hilfskräften Flexibilität eine wichtige Rolle spielt. Zusätzlich würden zukünftige Kostensteigerungen zu einem unnötigen Abbau von Hilfskraftstellen führen. Zuvor hatte sich bereits der Wirtschafts- und Finanzausschuss des Hochschulrats der Goethe-Universität gegen den Abschluss eines Tarifvertrags für Hilfskräfte ausgesprochen.

Endgültig frei geworden war der Weg für eine universitäre Selbstverpflichtung jedoch erst, nachdem der Senat in seiner Januar-Sitzung hervorgehoben hatte, aus Sicht von Forschung und Lehre sei eine Aufnahme der studentischen und wissenschaftlichen Hilfskräfte in den Tarifvertrag derzeit nicht sinnvoll. Der Senat hatte betont, Verhandlungen über Tarifverträge seien Sache der Tarifpartner. Bei einer am 16. Februar anberaumten Verhandlungsrunde mit der Gewerkschaft und der Hilfskraftinitiative hatte das Präsidium daraufhin festgestellt, die Tarifverhandlungen nicht weiter fortsetzen zu wollen. 

Hochschulpolitische Themen

Feb 19 2016
15:34

AStA und Präsidium verständigen sich auf vertragliche Regelung zur Campus-Westend-Immobilie

Einigung zur Teil-Überlassung des ehemaligen Bauleitgebäudes

FRANKFURT. AStA und Präsidium der Goethe-Universität haben sich gestern (18.2.) nach intensiven Verhandlungen auf eine vertragliche Überlassung von Teilen des ehemaligen Bauleitgebäudes verständigt. Damit wird studentischen Initiativen ermöglicht, ihre Arbeit an der Goethe-Universität zu verbessern. Die Überlassung gilt für den Zeitraum bis zur Fertigstellung des Studierendenhauses, die Ende 2019, Anfang 2020 erwartet wird. Der übrige Teil des Gebäudes wird wie bisher vom Fachbereich „Katholische Theologie“ genutzt.

Die Einigung sieht zunächst vor, dass die Besetzung des eingeschossigen Gebäudes mit sofortiger Wirkung beendet wird. Danach soll das Haus bis zum 1. April 2016 mit einigen baulichen Veränderungen an den neuen Bedarf angepasst werden. Vorausgegangen war der Einigung die Forderung einer studentischen Gruppe nach mehr selbstverwalteten Räumen auf dem Campus Westend.

Universitätspräsidentin Prof. Birgitta Wolff begrüßte die Einigung: „Schön, dass wir eine für alle Seiten brauchbare Lösung gefunden haben. Es ist in der Tat misslich, dass das geplante Studierendenhaus auf dem Campus Westend noch nicht fertig ist. Dem allgemeinen Interesse auch an Orten für studentische Aktivitäten auf dem Westend-Campus trägt die heute gefundene Einigung Rechnung.“

AStA-Vorsitzender Valentin Fuchs äußerte sich ebenfalls positiv zu den neuen Freiräumen: „Es ist begrüßenswert, dass das Präsidium den Studierenden der Initiative „Random White House“ entgegengekommen ist. Das Problem der Raumknappheit an der Hochschule bleibt jedoch weiterhin bestehen und sollte in Zukunft weiter verbessert werden.“

Veranstaltungen

Feb 19 2016
15:24

Podiumsdiskussion des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ widmet sich am 25. Februar 2016 der Migrationspolitik aus zeitgeschichtlicher Perspektive

„Frankfurter Stadtgespräch“ mit Rita Süssmuth

FRANKFURT. Vor 15 Jahren war sie Vorsitzende einer Kommission, die einen Entwurf für ein neues Zuwanderungsgesetz erarbeitet hat. Das Vorhaben scheiterte am Widerstand ihrer eigenen Partei. Mittlerweile mehren sich die Stimmen, wonach die damals vorgelegten Grundsätze, für die sie nach wie vor eintritt, auch ein hilfreicher Baustein einer deutschen Migrationspolitik im europäischen Rahmen wäre. Rita Süssmuth, Migrationsexpertin, Mitglied der CDU und ehemalige Bundestagspräsidentin, ist zu Gast beim nächsten „Frankfurter Stadtgespräch“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ zum Thema

„Migration mit Missverständnissen – Die Deutschen und ihre Staatsbürgerschaft“
am: Donnerstag, dem 25. Februar 2016, um 19.00 Uhr
Ort: Historisches Museum, Fahrtor 2 (Römerberg), 60311 Frankfurt

Der Diskussionspartner Rita Süssmuths von Seiten des Clusters bei der jetzt 19. Auflage des Stadtgesprächs ist Andreas Fahrmeir, Professor für Neuere Geschichte an der Goethe-Universität, zu dessen Schwerpunkten die Geschichte der Migrationspolitik gehört. Bei der Podiumsdiskussion unter der Leitung von Rebecca Caroline Schmidt, Geschäftsführerin des ausrichtenden Forschungsverbundes, soll es vor allem um historische und grundlegende Entwicklungslinien der deutschen und europäischen Migrationspolitik gehen, die für das Verständnis und die Bewältigung der aktuellen Situation relevant sind. Denn einfach waren Entscheidungen über Einwanderung nie. Besonders in Deutschland konkurriert die Realität von Migration mit Zurückhaltung gegenüber der Regulierung und Legalisierung dauerhafter „ökonomischer“ Zuwanderung, was oft zu einer Präferenz für „Gastarbeit“ führte.

„Wir brauchen Zuwanderung, und wir brauchen ein Zuwanderungsgesetz“, betont Rita Süssmuth auch heute. Die geltenden Verordnungen reichten nicht aus. Das Ziel der von ihr geleiteten Kommission sei es gewesen, Antworten zu geben zu den komplexen Fragen und Problemen der Migration. Man habe sowohl auf humanitäre Belange als auch die des Arbeitsmarktes geachtet. Der Kommissions-Entwurf sah eine geordnete Zuwanderung nach begründeten Kriterien mit einem Quoten- und Punktesystem vor. Zumindest der Bereich der Arbeitsmigration, so Süssmuth, wäre heute geregelter. Im vergangenen Jahr veröffentlichte sie ihre Autobiographie „Das Gift des Politischen“, in der sie auch ihre migrationspolitischen Vorstellungen zur Sprache bringt.

Andreas Fahrmeir hat sich schon in seiner Dissertation mit Wanderungsbewegungen, Migrationsgesetzgebung und dem Verhältnis zwischen Staatsbürgern und denen, die es werden wollen, beschäftigt: „Citizens and Aliens. Foreigners and the Law in Britain and the German States 1789-1870“. Später folgte die Monographie „Citizenship: The Rise and Fall of a Modern Concept“. In seinen Forschungen fokussiert er immer wieder auf die Rolle von Migrations- und Einbürgerungspolitik für die Entstehung moderner Staaten. Hier habe sich Deutschland für weite Teile des 20. Jahrhunderts für eine restriktive Politik entschieden und die Zuerkennung der deutschen Staatsbürgerschaft lange als Privileg gesehen. Zumindest für Ausländer, die schon lange hier leben, müsse eine einfachere Einbürgerung nur konsequent sein. Die Reform des Staatsangehörigkeitsrechts aus dem Jahr 1999 hält er für weniger bahnbrechend als viele meinten; manches daran zeige immer noch Probleme Deutschlands mit Immigration.

Rita Süssmuth ging nach einer Karriere in der Wissenschaft als Professorin für Erziehungswissenschaften an den Universitäten Bochum und Dortmund und als Direktorin des Forschungsinstituts „Frau und Gesellschaft“ in Hannover in die Politik. Sie war von 1988 bis 1998 Präsidentin des Deutschen Bundestags und von 1985 bis 1988 Bundesministerin für Familie, Frauen, Jugend und Gesundheit. Als Expertin für Migration wurde Rita Süssmuth vom damaligen Bundesinnenminister Otto Schily zur Vorsitzenden der unabhängigen Kommission „Zuwanderung“  berufen. Von 2004 bis 2005 gehörte sie der UN-Weltkommission für Internationale Migration an. Sie ist heute Präsidentin des Konsortiums, das den deutschen Beitrag zum Aufbau der Türkisch-Deutschen Universität (TDU) in Istanbul koordiniert.

Andreas Fahrmeir ist seit 2006 Professor für Neuere Geschichte unter besonderer Berücksichtigung des 19. Jahrhunderts an der Goethe-Universität, an der er auch studierte, und Principal Investigator des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“. Davor war er Doktorand in Cambridge, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Historischen Institut in London, Unternehmensberater, Heisenberg-Stipendiat der DFG und Professor für europäische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts an der Universität zu Köln. Seine Forschungsschwerpunkte sind: Geschichte der Migrationspolitik, europäischer Eliten, Korruption und Korruptionsvorstellungen.

Der Exzellenzcluster kooperiert beim „Frankfurter Stadtgespräch“ mit dem Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main. Die interessierte Öffentlichkeit ist bei freiem Eintritt wieder herzlich willkommen.

Kontakt: Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“: Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin), Tel.: 069/798-31401, rebecca.schmidt@normativeorders.net; Bernd Frye (Pressereferent), Tel.: 069/798-31411, bernd.frye@normativeorders.net; www.normativeorders.net/de/

Veranstaltungen

Feb 18 2016
14:35

Beim MainMUN wird die Arbeitsweise der Vereinten Nationen simuliert. 18.-21. Februar, Campus Westend

Uni goes Uno - Studierende als Diplomaten

FRANKFURT/ZÜRICH. Zum zwölften Mal laden Frankfurter Studierende zu einer Simulation der Arbeitsweise der Vereinten Nationen ein. Knapp 250 Studierende und einige Oberstufenschüler sind der Einladung zum diesjährigen „Model United Nations Frankfurt/Main“ (MainMUN) gefolgt. Sie schlüpfen vom 18.-21. Februar in die Rolle von Diplomaten und arbeiten Resolutionen zu Themen wie Cybersecurity, Kindersoldaten, Bildung für Kinderflüchtlinge oder die Einbeziehung des privaten Sektors zur Erreichung der nachhaltigen Entwicklungsziele aus. Diese Themen werden in der Generalversammlung, dem Wirtschafts- und Sozialrat (UNESCO), dem Kinderhilfswerk (UNICEF) sowie dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen verhandelt. Medienvertreter sind herzlich eingeladen, sich vor Ort einen Eindruck vom MainMUN zu verschaffen und die Teilnehmer nach ihren Erfahrungen zu befragen.

Beim MainMUN stehen die Studierenden vor der Herausforderung, die Politik „ihres Landes“ möglichst authentisch zu vertreten und so Probleme auch aus einer anderen Perspektive wahrzunehmen. Dieser Perspektivwechsel ist ein Lernziel der Simulation. Weitere sind, dass die Studierenden verstehen, wie internationale Organisationen funktionieren, wie man auf Englisch Kompromisse aushandelt und wie man sich auf internationalem Parkett angemessen bewegt. Prof. Dr. Tanja Brühl, die das Projekt „Uni goes UNO“ an der Goethe-Universität initiiert hat, ist immer wieder beeindruckt von dem studentischen Engagement: „Von früh morgens bis zum späten Abend agieren die Teilnehmenden höchst professionell. Sie verhandeln auf Englisch und gehen mit diplomatischem Respekt miteinander um. So fühlt man sich ein klein wenig wie bei der echten UNO.“

Wie bereits in den vergangenen Jahren werden internationale Themen verhandelt, 43 Teilnehmer kommen aus dem Ausland: So sind wieder Studierende aus Frankreich, den Niederlanden, der Türkei und sogar aus Indonesien an den Frankfurter Campus gereist, um dort die Arbeit der Vereinten Nationen im Rahmen des MainMUNs zu simulieren. In diesem Jahr kooperiert MainMUN auch mit dem academic experience Worldwide e.V., und ermöglicht so einigen geflüchteten Studierenden die Teilnahme an der Simulation.

„Die Studierenden lernen in erster Linie die Kunst der Diplomatie, durch das Halten von Reden und das Führen von Debatten auf Kompromisse hinzuarbeiten und dabei nicht die eigene Meinung, sondern die Ziele und Vorstellungen eines Landes zu vertreten“, so Kaya Alice Detschlag, eine der beiden Generalsekretärinnen. Dass das nicht immer einfach ist, weiß auch Ann Katrin Korb, die zweite Generalsekretärin: „Das ist ein schmaler Grat, auf dem die Delegierten wandern müssen, aber eine einzigartige Gelegenheit, an den eigenen Soft Skills in der Praxis zu arbeiten.“

Dabei ist das Leben als Generalsekretärin auch bei einem MUN nicht nur glamourös, sondern es gilt auch immer wieder selbst bei der Organisation mit anzupacken: Da sind Fleiß und Disziplin gefragt. Aber auch ein starkes und tatkräftiges Team, das die beiden Studentinnen in den letzten Monaten geleitet haben und ohne das eine solche Aufgabe nicht zu bewältigen ist. Unterstützt werden sie von Sebastian Troch, der als Faculty Advisor die Studierenden für die Professur von Tanja Brühl begleitet und anleitet und während seines Studiums selbst beim MainMUN aktiv war. „Die Simulation vermittelt den Teilnehmern einen guten und praxisnahen Einblick in die UN. Das Team erwirbt zudem Erfahrungen im Projektmanagement - etwas nicht Unwesentliches, das häufig unterschätzt wird. Was das Team hier während des laufenden Studiums leistet, ist immer wieder beachtlich.“ 

Kontakt und weitere Informationen:
Sebastian Troch (Faculty Advisor des Projekts), Tel. 0176 / 813 883 99.
sebastian.troch@manatee-global.com
Prof. Dr. Tanja Brühl, bruehl@soz.uni-frankfurt.de
Website: www.mainmun.de; Facebook: www.facebook.com/mainmunfrankfurt; Twitter: https://twitter.com/MainMUN_FFM/

Veranstaltungen

Feb 18 2016
14:32

„Autonomie im Recht – geschlechtertheoretisch vermessen“: Internationale wissenschaftliche Tagung an der Goethe-Universität vom 03. bis 05. März

Gibt es eine „richtige Dosis“ für Freiheit?

FRANKFURT. Wie frei können sich Menschen in bestimmten Kontexten tatsächlich entscheiden? Was trägt das Recht zur Sicherung von Autonomie bei und welche Gefahren für Selbstbestimmung entstehen durch rechtliche Regelungen? Dieser Problematik widmet sich eine internationale und interdisziplinäre Tagung vom 03. bis 05. März auf dem Campus Westend der Goethe-Universität. Der Titel: „Autonomie im Recht – geschlechtertheoretisch vermessen“. Die Veranstaltung ist nicht öffentlich, Medienvertreter können sich jedoch vorab dazu anmelden.

Autonomie und Selbstbestimmung sind eine Voraussetzung von Freiheit und damit grundlegend in einem modernen konstitutionalisierten Rechtsstaat. Doch wie genau sind sie definiert? Wie sehr hängen sie ab von den Lebensumständen der Einzelnen, aber auch gerade von festgefügten äußeren Strukturen? Alle Teildisziplinen der Rechtswissenschaft müssen sich damit auseinandersetzen, wie viel individueller Freiraum sein kann, welche Grenzen privater Selbstbestimmung zu ziehen sind und wie Autonomie zu sichern wäre. Dies lässt sich – so die These der Tagung – geschlechtertheoretisch reformulieren. Die Tagung versucht die Bedeutung von Autonomie und Selbstbestimmung in Kontexten zu verstehen, die von struktureller Diskriminierung geprägt sind.

Rechtswissenschaftler und Rechtswissenschaftlerinnen sowie Forschende der Nachbardisziplinen Philosophie, Soziologie und Politikwissenschaften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz widmen sich (auch rechtlich regulierten) Problemen um Demokratie und Privatheit, Pornografie und Prostitution, Reproduktionsmedizin, Migration, Ehe bzw. Intimität, Wandel von sozialer Sicherung und Erwerbsarbeit. Unter welchen Voraussetzungen und Bedingungen können und müssen Entscheidungen von Menschen, die struktureller Benachteiligung ausgesetzt sind, als autonom vom Recht akzeptiert werden? Wie frei ist zum Beispiel eine Prostituierte, die sich in einem Abhängigkeitsverhältnis befindet? Oder auch das Beispiel Reproduktionsmedizin: Treffen Frauen, die sich unter großem gesellschaftlichen oder familiären Druck für einen belastenden Eingriff entscheiden, wirklich eine autonome Wahl?

Wann greift eine staatliche Schutzpflicht, um Menschen davor und auch vor sich selbst zu schützen? Welche Kriterien können dazu dienen, um legitimen, vielleicht sogar gebotenen staatlichen Schutz von unzulässigem Paternalismus abzugrenzen?  Um diese Fragen wird es bei der Tagung gehen.

Organisiert wird die Tagung von Prof. Dr. Ute Sacksofsky (Professur für Öffentliches Recht und Rechtsvergleichung, Goethe-Universität) und Prof. Dr. Susanne Baer (Richterin am Bundesverfassungsgericht). Sie findet statt in Kooperation mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung Normativer Ordnungen“.

Die Tagung ist nicht öffentlich, Journalisten können sich jedoch vorab zur Teilnahme anmelden.

Anmeldung nur für Medienvertreter bis 24. Februar unter hommel@jur.uni-frankfurt.de, Telefon +49(0)69 798 34285  |  Fax +49(0)69 798 34513

Forschung

Feb 16 2016
09:36

Children‘s World-Studie befragte erstmals in 16 Ländern Achtjährige zu ihrem Wohlbefinden.

Wie empfinden Kinder ihr Leben?

FRANKFURT/ZÜRICH. Mehr als 17.000 achtjährige Kinder in 16 Ländern auf vier Kontinenten wurden zu ihren Erfahrungen und Ansichten über ihr Leben befragt. Studien über diese Altersgruppe liegen bislang nicht vor. Der zweite Bericht der „Children's World“-Studie, der heute veröffentlicht wurde, zeigt wichtige Ergebnisse auf, die verwendet werden können, um das Leben von Kindern auf der ganzen Welt zu verbessern. Die in Zürich ansässige Jacobs Foundation hat die Forschungsarbeit, die diesem Bericht zugrunde liegt, finanziert und angekündigt, dass sie eine Fortsetzung der Studie unterstützt. Die erneute Erhebung bei acht bis zwölfjährigen Kindern wird  2017 beginnen und wird erneut eine größere Anzahl an Ländern umfassen.

Selten sind die Ansichten junger Kinder Forschungsgegenstand. Die „Children's World“-Studie hat diese Lücke geschlossen. Die Umfrage hat Kinder zu allen wichtigen Aspekten ihres Lebens, inklusive Familien- und Privatleben, Freundschaften, Geld und Besitz, Schulleben, Sozialraum, Zeiteinteilung, ihrem persönlichen Wohlbefinden, Blick auf Kinderrechte und ihre allgemeine Zufriedenheit, befragt. „Wir haben jetzt erstmals die Gelegenheit, Kinderleben so umfassend aus der Sicht der Sicht von Kindern selbst zu vergleichen“, sagt eine der Studienleiterinnen, Sabine Andresen, von der Goethe-Universität Frankfurt. „Kinder nehmen die Welt um sich herum genau wahr und wir können sehen, wer sich in welchen Bereichen beeinträchtigt fühlt.“


Die meisten achtjährigen Kinder der 16 untersuchten Länder waren zufrieden mit ihrem Leben und der Situation, allerdings gab eine Minderheit (rund 6% der Kinder) ein geringes Wohlbefinden in ihrem Leben an. Die Prozentzahl an Kindern mit geringem Wohlbefinden variierte von unter 3% in Kolumbien und Rumänien zu über 9% in Äthiopien, Südkorea und Großbritannien.

Simon Sommer, Forschungsleiter der Jacobs Foundation, sagte: „Dieses Projekt ist wegweisend. Der Bericht stellt, zum ersten Mal, die Perspektiven achtjähriger Kinder auf ihr Leben und das persönliche Wohlbefinden ins Zentrum. Die Jacobs Foundation wird weiterhin "Children´s Worlds" unterstützen, da wir überzeugt sind, dass die Studie wertvolle, einzigartige Informationen für alle liefert, die ein besonderes Verständnis und Interesse am Leben von Kindern und Jugendlichen haben und sich für die Verbesserung ihres Lebens und ihrer Chancen einsetzen.

Sicherheit
Die meisten der Befragten sagten, sie fühlen sich total sicher zu Hause, in der Schule und in ihrem näheren Sozialraum. Allerdings gaben 4% der Kinder an sich zu Hause nicht sicher zu fühlen, 4% der Befragten fühlten sich nicht sicher in der Schule und 9% der Kinder stimmten nicht überein sich sicher in ihrer Nachbarschaft und ihrem Sozialraum zu fühlen. Obwohl man auf den ersten Blick denken könnte, es handle sich um geringe Prozentzahlen, handelt es sich gleichwohl um eine große Gruppe der jüngsten Schulkinder, die ausgerechnet in ihrem Sicherheitsempfinden eingeschränkt sind.

Teilnahme am Schulunterricht- Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen
Die meisten Kinder (62%) gaben an, gerne in die Schule zu gehen. Das sind erheblich mehr als sich unter den Befragten der 10jährigen (52%) oder 12 jährigen (42%) Kinder befanden. Die Beliebtheit der Schule sinkt mit jedem Alter. Doch auch der Ländervergleich ist aufschlussreich: Am liebsten gehen Kinder in Algerien und Äthiopien zur Schule, während der Anteil der Kinder, die eher ungern zur Schule gehen, in Deutschland, Südkorea und England vergleichsweise hoch ist. In einigen Ländern, zu denen auch Israel und sechs weitere europäische Länder gehören, haben Mädchen eine positivere Einstellung zur Schule als Jungen

Mobbing und Gewalterfahrungen in der Schule
Viele Kinder gaben an in der Schule von Klassenkameraden ausgeschlossen (41%) oder durch andere Schüler Gewalt (gewalttätigen Handlungen) ausgesetzt worden zu sein (48%). Diese Erfahrung trat bei Kindern im Alter von acht Jahren häufiger auf, als bei den beiden älteren Teilnehmergruppen der Befragung. Die Rate an Kindern mit Gewalterfahrung war in Estland, in Großbritannien  und in Deutschland am höchsten und am niedrigsten in Südkorea. Gefühle der Ausgrenzung durch Klassenkameraden waren im UK und in Rumänien am höchsten und in Südkorea und Äthiopien besonders niedrig.

Wissen über Kinderrechte
Fast die Hälfte der Kinder (46%)gab an über die besonderen Rechte von Kindern informiert zu sein. Es waren weniger Kinder als in der befragten Gruppe der 10 bis 12 jährigen (58%). Kinder in Kolumbien waren am ehesten über die Kinderrechte informiert (73%). In der Türkei, Äthiopien, Rumänien und Norwegen gaben immerhin mehr als die Hälfte der achtjährigen Kinder an über ihre Rechte informiert zu sein. Professor Asher Ben-Arieh, Studienleiter und Co-Vorsitzender des ISCI (International Society of Child Indicators), kommentierte „ Es ist das erste Mal, dass wir von fast 20.000 achtjährigen Kindern aus 16 unterschiedlichen Ländern hören was sie tun, fühlen und wollen. Diese bemerkenswerte Leistung lehrt uns vor allem, dass Kinder selbst besser über ihr Leben Bescheid wissen als jeder andere und dass jeder Versuch der Verbesserung immer ihre Stimme miteinbeziehen und berücksichtigen sollte.“

Das „Children's World“-Projekt wird in folgenden Forschungen noch weitere Länder, wie Indonesien, Finnland und Italien miteinbeziehen. Die dritte Untersuchung wird im September 2017 mit ersten Erhebungen starten und 2019 neue Erkenntnisse publizieren.

The Children's World Study

„Children's World, the International Survey of Children's Well-Being (ISCWeB)“, ist eine weltweite Forschungsstudie über das Leben von Kindern und ihr subjektives Wohlbefinden. Das Projekt schließt eine wesentliche Lücke in international vergleichenden Studien bezüglich des kindlichen Blickwinkels auf ihr Leben und ihr persönliches Wohlbefinden. Die Studie zielt darauf ab, solide und repräsentative Daten über das Leben von Kindern, ihre täglichen Aktivitäten und die Wahrnehmung und Bewertung ihrer Leben zu sammeln. Das Ziel ist es, das Wohlbefinden der Kinder durch Sensibilisierung der Wahrnehmung unter den Kindern, ihren Eltern und ihres sozialen Umfelds, Entscheidungsträgern, Fachleuten und in der breiten Öffentlichkeit zu verbessern.

Der aktuelle Teil der Erhebung ist bisher mit über 56.000 Probanden in drei Altersgruppen (acht, zehn und zwölf Jahre alt) in 16 Ländern abgeschlossen - Algerien, Kolumbien, Estland, Äthiopien, Deutschland, Israel, Malta, Nepal, Norwegen, Polen, Rumänien, Südafrika, Südkorea, Spanien, der Türkei und Großbritannien.

Der vollständige Bericht, eine Zusammenfassung und Begleitmaterialien sind auf der Projekt-Website zu lesen und stehen zum Download zur Verfügung: www.isciweb.org     

Medienkontakt für die „Children's World“-Studie in Deutschland: Prof. Dr. Sabine Andresen, Goethe-Universität Frankfurt, S.Andresen@em.uni-frankfurt.de

Medienanfragen an die Jacobs Foundation Alexandra Güntzer, alexandra.guentzer@jacobsfoundation.org und Simon Sommer für allgemeine Forschungsfragen, Head of Research, Jacobs Foundation, Zürich, simon.sommer@jacobsfoundation.org

Veranstaltungen

Feb 16 2016
09:34

Bei der bundesweiten Aktion am 3. März macht das Schreibzentrum der Goethe-Universität zum 6. Mal mit

Wieder „Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“

FRANKFURT. An die Stifte, fertig, los heißt es am 3. März (Donnerstag). Dann fliegen die Finger über die Tasten, Kaffeeduft zieht durch die Bibliothek der Goethe-Universität, die Nacht wird lang. Zur 6. bundesweiten „Langen Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“ laden vom 3. auf den 4. März ab 20 Uhr das Schreibzentrum und das Bibliothekszentrum Geisteswissenschaften ein. Wie jedes Jahr legen am ersten Donnerstag im März bundesweit hunderte Studierende in zahlreichen Hochschulbibliotheken eine Nachtschicht ein.

„Viele Studierende nutzen die lange Nacht, um mit ihren Hausarbeiten ein gutes Stück weiterzukommen oder sogar fertig zu werden. Im letzten Jahr waren es bei uns in Frankfurt um die 150“, weiß Dr. Stephanie Dreyfürst, die Leiterin des Schreibzentrums, zu berichten.

Zur Unterstützung der Schreibmotivation gibt es Kurzworkshops zu Zeitmanagement, Argumentation und Schreibtisch-Yoga von 21 bis 24 Uhr. Außerdem leisten die Tutorinnen und Tutoren mit ihrer Schreibberatungen Hilfestellung. „Wenn man mit jemandem über seinen Text spricht, wird einem die eigene Argumentation oft viel klarer“, erklärt Kevin Bien, 24, Tutor des Schreibzentrums. „Außerdem kennen wir Schreibtutoren eine Menge Tricks, um aus Schreibblockaden rauszukommen, gute Fragestellungen zu entwickeln oder chaotische Texte zu strukturieren.“

Alle, die genauer wissen möchten, wie eine Schreibberatung abläuft, können sich außerdem ab dem 3.März mit dem neuen Erklärfilm des Schreibzentrums „Was ist Schreibberatung?“ informieren. Premiere hat der Film ab 22 Uhr im 3. Stock der Bibliothek Geisteswissenschaften im IG-Farben-Haus im Querbau Q1. Ab dem 4. März wird er außerdem von der Homepage des Schreibzentrums abrufbar sein.

Alle Studierenden und Promovierenden der Goethe-Universität können an der Schreibnacht teilnehmen. Ein Austausch mit anderen nächtlichen Schreibenden von Kiel bis München ist auf Twitter unter #lndah möglich. Anmelden sollten sich die Interessierten bis zum 2. März 18 Uhr unter schreibzentrum@dlist.uni-frankfurt.de mit Name, Studienfach und Anzahl der Semester.

Informationen: Dr. Stephanie Dreyfürst, Schreibzentrum, Goethe-Universität, Tel. (069) 798 32845; E-Mail: Dreyfuerst@lingua.uni-frankfurt.de

http://schreibzentrum.uni-frankfurt.de, https://schreibnacht.wordpress.com

Veranstaltungen

Feb 12 2016
15:07

Internationaler Workshop des Cornelia Goethe Centrums beschäftigt sich mit dem Thema, wie verschiedene Strömungen sich Positionen des Feminismus zu eigen machen

Wenn rechte Akteure feministische Ideale vereinnahmen

FRANKFURT. Konservative und rechte Akteure nutzen Forderungen zur Geschlechtergerechtigkeit immer wieder, um rassistische Diffamierungen zu legitimieren. Zudem vereinnahmen auch Neoliberale feministische Ideale und so befürchten Genderforscherinnen, dass die Gesellschaftskritik der aktuellen Frauenbewegung von dieser Strömung genutzt wird, um neue soziale Ungleichheiten zu legitimieren. Bei einem internationalen Workshop beschäftigen sich 40 Wissenschaftlerinnen aus zehn Ländern am 25. und 26. Februar (Donnerstag und Freitag) in Frankfurt mit verschiedenen Strömungen, die sich Positionen des Feminismus zu eigen machen. Konzeptioniert und organisiert wurde diese Tagung von Prof. Dr. Helma Lutz und Kristina Nottbohm vom Cornelia Goethe Centrum (CGC) der Goethe-Universität.

Der Workshop in englischer Sprache trägt den Titel „Appropriating Feminism? – Feminist Entanglements with Neoliberalism, Racism, International Politics and Military Interventions”.Am Donnerstag (25. Februar) um 18 Uhr findet ein öffentlicher Vortrag auf Campus Westend, PEG-Gebäude, R. 1.G191 statt: Prof. Dr. Anna Korteweg (University of Toronto) und Prof. Dr. Gökçe Yurdakul (Humboldt Universität) sprechen über “Appropriating Feminism? The Uses of Gender Equality in Headscarf Debates“

Anknüpfend an aktuelle Aktivitäten des Cornelia Goethe Centrums und des Schwerpunkts Frauen- und Geschlechterforschung in Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Goethe-Universität beschäftigt sich der Workshop mit diesem Thema, das gleichermaßen hohe theoretische wie auch gesellschaftspolitische Relevanz besitzt. So rechtfertigen Rechtsextreme und rechtspopulistische Parteien und Aktionsbündnissen, aber mittlerweile auch Teile der Mehrheitsgesellschaft ihre Forderungen nach einer restriktiveren Einwanderungs- und Abschottungspolitik mit dem vermeintlich notwendigen Schutz von Frauen (Stichwort Köln). Welche Diskursformationen lassen sich hier erkennen und unterscheiden? Wie wird etwa die Forderung nach einem Kopftuchverbot begründet?

Es geht bei dem Workshop auch um die folgenden Fragen: Wie werden feministische Anliegen in neoliberalen Diskursen vereinnahmt? Auch militärische Interventionen und die Sanktionspolitiken internationaler Organisationen werden mit der Durchsetzung von Frauenrechten legitimiert. Um welche Form von Vereinnahmungen geht es hier? Wie können unter diesen Bedingungen neue transnationale Bündnisse und Formen der Solidarität unter Frauen entstehen?

Informationen: Prof. Dr. Helma Lutz und Kristina Nottbohm, Cornelia Goethe Centrum, Tel. (069) 798 36609/36615, E-Mail: lutz@soz.uni-frankfurt.de und kristina.nottbohm@posteo.de

Programm und Abstract des öffentlichen Vortrags unter: www.cgc.uni-frankfurt.de/index.shtml

Forschung

Feb 11 2016
11:42

Soziologen der Goethe-Universität nehmen ältere Männer in der Kinderbetreuung unter die Lupe

Opa aus freien Stücken

FRANKFURT. In immer mehr Familien sind beide Eltern berufstätig. Doch wer kümmert sich um die Kinder, wenn die Kita geschlossen ist? Tagesmütter und Leihomas haben Konjunktur, doch ist dieses Feld auch für Männer attraktiv? Eine Vorstudie im Fachbereich Soziologie beschäftigt sich mit dem Phänomen „Leihopas“.

Männer, die einen Kinderwagen schiebend durch den Park gehen: Noch vor 40 Jahren wäre dieser Anblick in Deutschland durchaus ein Hingucker gewesen. Das hat sich grundlegend geändert, dank neuer Geschlechterrollen. Viele Männer bringen sich heute nicht nur als Väter anders ein, sondern auch in ihrer Rolle als Großväter. Doch was tun, wenn Enkel auf sich warten lassen? Für manch einen mag das Bedürfnis, ein Kind mit erziehen zu wollen, mit ihm zu spielen, sich mit ihm zu beschäftigen, wie es vorher nie möglich war, ein Grund sein, sich als „Leihopa“ in einer fremden Familie zu betätigen. Doch auch andere Gründe sind denkbar.

Licht in diesen bislang kaum erforschten Bereich bringen soll ein Forschungsprojekt unter der Leitung der Frankfurter Soziologieprofessorin Birgit Blättel-Mink und Alexandra Rau, Professorin für Soziale Arbeit an der Evangelischen Hochschule Darmstadt, das vom Hessischen Wissenschaftsministerium im Zuge der Genderforschung finanziert wird. Blättel-Mink ist auch Direktorin des Cornelia Goethe Centrum für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse (CGC) der Goethe-Universität. Diplomsoziologe Luigi Wenzl (29) führt das Projekt durch. Seine These: Das „Phänomen Leihopas“ könnte sich in Zukunft durchaus ausweiten.

Doch in welcher Größenordnung kommt dieses soziale Phänomen derzeit vor? Handelt es sich vor allem um Männer, die das Empfinden haben, ihre Kompetenzen bei den eigenen Kindern nicht ausreichend eingebracht zu haben? Oder geht es den Leihopas um die Möglichkeit, die Rente mit einem kleinen Zuverdienst aufzubessern? Für gleich drei große soziologische Debatten der Gegenwart könnte das Thema somit relevant sein: für die Debatte um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die erzieherischen Versorgungslücken in den Familien, für die Debatte um die (Re-)Aktivierung der „jungen Alten“ für den Dienst an der Gesellschaft, und schließlich für die Debatte um prekäre Arbeitsverhältnisse, die keine ausreichende Altersvorsorge ermöglichen.

Luigi Wenzl hat 28 Projekte recherchiert, die „ehrenamtliche“ Leih- oder Wahlgroßeltern mit Familien in Kontakt bringen. Im nächsten Schritt werden vertiefende Interviews mit den ermittelten Leihopas, und – zum Vergleich – , mit einigen Leihomas,  geführt. „Begünstigende Faktoren sind nach ersten Einschätzungen das Fehlen eigener Enkelkinder, ein emotionales Bindungsinteresse zu einem Kind, der Wunsch, sich durch den Kontakt zu Kindern jung zu halten,  und den Kindern damit zugleich die Erfahrung  zu ermöglichen, mit ‚Älteren‘ in Kontakt zu treten“, schließt Wenzl aus den ersten Befragungen. „Manche ältere Menschen haben auch das Gefühl, sie müssten der ‚modernen‘ Erziehung etwas entgegensetzen“, ergänzt Birgit Blättel-Mink – wobei die befragten „Leihopas“ ihre eigene Position ausschließlich als Freizeitgestalter, nicht als Erzieher hätten verstanden wissen wollen.

Von einander abweichende Auffassungen von den Aufgaben des Leihopas können freilich zu Schwierigkeiten und Spannungen führen. Wie Eltern und Leihopas ihre unterschiedlichen Ansichten und Bedürfnisse aushandeln, auch das soll die Studie beleuchten. Bei seinen ersten Interviews wurde Luigi Wenzl bereits klar: Oft kommen Männer erst durch ihre Partnerinnen zur Betreuung von fremden Kindern. Und manche schrecken dann doch davor zurück: In der Außenwahrnehmung habe es oft noch etwas Verdächtiges, wenn sich ältere Männer mit Kindern abgeben.

Informationen:
http://www.fb03.uni-frankfurt.de/soziologie/bblaettel-mink

Luigi Wenzl, email: lwenzl@em.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Feb 11 2016
11:40

Internationales Fachsymposium zum Thema Nachlass-Fundraising an der Goethe-Universität.

Medien-Einladung / Dürfen Vereine und Stiftungen um Erbschaften werben?

FRANKFURT. Am 18. und 19. Februar findet an der Goethe-Universität das Fundraising-Symposium 2016 zum Thema Nachlass-Fundraising statt. Diese Internationale Fachtagung dient dem Erfahrungsaustausch gemeinnütziger Organisationen, die seit Jahren Erbschaften und Vermächtnisse erhalten und diese für die Allgemeinheit einsetzen wollen. Die Tagung richtet sich an Vorstände, Geschäftsführer und Verantwortliche für Großspenden und Nachlässe in gemeinnützigen Organisationen, Bildungseinrichtungen und öffentlichen Körperschaften, wie Zoos und Kultureinrichtungen. Veranstalter ist die Fachzeitschrift "Fundraiser-Magazin " in Kooperation mit der Agentur für Nachlass-Fundraising und der Goethe Universität.

„Wir freuen uns, dass dieses internationale Symposium an der Goethe-Universität stattfindet. Unsere Universität hat das Fundraising in den letzten Jahren bereits systematisch aufgebaut. Auch im Nachlass-Fundraising haben wir erste Erfahrungen gesammelt, die wir gerne weiterentwickeln möchten. Deshalb sind wir sehr gespannt auf die fachliche Diskussion mit den Kolleginnen und Kollegen aus anderen Bildungseinrichtungen und Spendenorganisationen“, erklärt Andreas Eckel, Leiter Private Hochschulförderung der Goethe-Universität.

Laut einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge werden bis 2024 in Deutschland 3,1 Billionen Euro vererbt. Gleichzeitig wächst die Zahl der Kinderlosen und Alleinstehenden. Viele Menschen denken beim Testament deshalb auch an gemeinnützige Organisationen, denen sie meist über Jahrzehnte als Förderer treu verbunden waren. Die repräsentative GfK-Studie „Gemeinnütziges Vererben in Deutschland“ zeigt: Bereits jeder zehnte Deutsche über 60 Jahre würde mit seinem Erbe auch einen guten Zweck unterstützen; bei den Kinderlosen ist es sogar jeder dritte.

Das Fundraising-Symposium diskutiert diesen Trend mit internationalen Referenten aus Großbritannien und den Niederlanden sowie erfahrenen Praktikern aus Deutschland. Keynote Speaker am 19. Februar ist Richard Radcliffe. Der umtriebige Experte arbeitete schon auf drei Kontinenten für gemeinnützige Organisationen und überzeugte Menschen davon, über den Tod hinaus etwas für die Allgemeinheit und die gute Sache zu tun. Er wird internationale Trends und seine Erfahrungen mit Nachlass-Gebern vorstellen. Erfahrene Experten, wie Gerhard Wallmeyer von Greenpeace oder Lars Flottmann von UNICEF, werden mit den Teilnehmern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz diskutieren, ob und wie man für das "gute Erbe" werben darf, wie Nachlässe abgewickelt werden und welche ethischen Standards eingehalten werden müssen. Denn Testamente für gemeinnützige Organisationen haben nichts mit Erbschleicherei, sondern meist mit langen Beziehungen der Förderer zum Verein, Zoo oder der Stiftung und großem Vertrauen zu tun.

Medienvertreter sind herzlich eingeladen, am Fundraising-Symposium teilzunehmen und darüber zu berichten.

Akkreditierung: matthias.daberstiel@fundraising-symposium.de

Ansprechpartner
Matthias Daberstiel, matthias.daberstiel@fundraising-symposium.de; www.fundraising-symposium.de

Forschung

Feb 10 2016
13:04

Prof. Theo Dingermann erläutert im Perspektivengespräch Hintergründe und Konsequenzen einer aktuellen Epidemie

Das Zika-Virus ist nicht der eigentliche Feind

FRANKFURT. Das Zika-Virus ist seit fast 70 Jahren bekannt und wurde bislang als harmlos eingestuft. Eine Infektion geht meist spurlos an den Betroffenen vorüber und verursacht nur bei rund einem Fünftel von ihnen grippeähnliche Symptome, die nach wenigen Tagen abklingen. Wer eine Infektion überstanden hat, ist anschließend lebenslang gegen das Virus immunisiert. Warum ruft die Weltgesundheitsorganisation dann seinetwegen jetzt den globalen Gesundheitsnotstand aus? Und warum geht uns das alle an, wenngleich wir weit vom Ort der aktuellen Epidemie entfernt wohnen? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt des kommenden Perspektivengesprächs des House of Pharma & Healthcare mit Prof. Theo Dingermann, Seniorprofessor am Institut für Pharmazeutische Biologie der Goethe-Universität.

Das Zika-Virus wird von der ägyptischen Tigermücke übertragen. Lange blieb seine Ausbreitung auf Afrika und in geringem Maße auf Asien beschränkt, ohne dass gravierende Folgen beobachtet worden wären. Nun steht das Virus aber plötzlich im Verdacht, in Brasilien schwerste Schädel- und Gehirnfehlbildungen (Mikrozephalien) bei Tausenden von Neugeborenen hervorgerufen zu haben, deren Mütter sich während der Schwangerschaft infiziert hatten. Auch von ersten Todesfällen wird berichtet, die im Zusammenhang mit dem Auftreten neurologischer Schäden wie dem Guillain-Barré-Syndrom zu stehen scheinen.

Dass das Zika-Virus in Südamerika eine so explosionsartige Infektionswelle ausgelöst hat, liegt vor allem daran, dass die übertragende Stechmücke dort ganzjährig vorkommt und auf eine noch nicht immunisierte Bevölkerung trifft. Dieselbe Mücke überträgt beispielsweise auch das Gelb- und das Denguefieber. Der Klimawandel bringt die Gefahr mit sich, dass diese Mückenart in immer weiteren Teilen der Welt auch jenseits der Tropen und Subtropen heimisch wird. „Im Interesse der Weltgesundheit“, plädiert Prof. Dingermann, „sollten wir daher alles dafür tun, das Übel an der Wurzel zu packen und Maßnahmen in Brasilien und anderswo zu unterstützen, die die Verbreitung dieser Mücken effektiv zu stoppen versprechen.“

Das House of Pharma & Healthcare (http://www.houseofpharma.de) verfolgt das Ziel, den Pharma-Kompetenzcluster Hessen weiterzuentwickeln und die Innovationslücke in der Arzneimittelentwicklung zu schließen. Zu diesem Zweck fördert es die Zusammenarbeit zwischen allen Akteuren der Gesundheits- und Pharmabranche in Deutschland und bietet ihnen eine neutrale Diskussionsplattform. Es wird geleitet von Professor Manfred Schubert-Zsilavecz (Goethe-Universität) und Professor Jochen Maas (Sanofi).

House of Pharma & Healthcare: Perspektivengespräch
Wann? Mittwoch, 17. Februar 2016, 19:00 Uhr
Wo? House of Finance, Campus Westend, Goethe-Universität Frankfurt am Main
Wir bitten interessierte Pressevertreter um Anmeldung unter:
www.houseofpharma.de/zika

Informationen: Joachim Pietzsch, Pressestelle des House of Pharma & Healthcare e.V., Telefon: (069) 36007188, presse@houseofpharma.de

Sonstige

Feb 10 2016
12:59

Es ist unter Umständen vernünftig, der Anlage der eigenen Ersparnisse wenig Aufmerksamkeit zu schenken / Wem seine Zeit grundsätzlich zu schade dafür ist, sollte aber über einen Anlageberater nachdenken

Rationale Untätigkeit

FRANKFURT. Die Anlage der eigenen Ersparnisse ist ein Thema, das die meisten Menschen lieber verdrängen. Die Auswahl an Finanzprodukten und Investitionsmöglichkeiten wird immer bunter und komplexer, sodass viele den Aufwand scheuen, sich hier einzuarbeiten und regelmäßig auf dem Laufenden zu halten. Mehrere Studien der letzten Jahre haben gezeigt, dass bis zu drei Viertel aller Privatanleger einmal getroffene Anlageentscheidungen oft über Jahre hinweg nicht mehr verändern.

Warum verhalten sich die meisten Menschen so überraschend untätig, obwohl sie wissen, dass private Vorsorge unerlässlich ist, um im Alter ihren Lebensstandard zu halten? Dieser Frage ist Raimond Maurer, Professor für Investment, Portfoliomanagement und Alterssicherung an der Goethe-Universität Frankfurt, gemeinsam mit Hugh Hoikwang Kim (Universität Seoul) und Olivia Mitchell (Universität von Pennsylvania) nachgegangen. In einer Publikation, die in Kürze im Journal of Financial Economics erscheint, weisen sie nach, dass es je nach Alter und Lebenssituation sinnvoll sein kann, die eigene Zeit anderweitig zu verwenden.

So sollten jüngere Menschen, die ohnehin in der Regel nur wenige Ersparnisse haben, ihre Zeit lieber in die berufliche Karriere stecken. Auch im hohen Alter, wenn die Kompetenz, effiziente Entscheidungen zu treffen, nachlässt, kann es sinnvoll sein, das eigene Portfolio nicht mehr aktiv umzuverteilen. Diese Ergebnisse decken sich mit empirischen Befunden: Während Menschen im fortgeschrittenen Berufsleben sowie zu Beginn des Ruhestands am meisten Zeit in die Portfoliopflege stecken, kümmern sich Junge und Alte am wenigsten darum. Allerdings gibt es auch im mittleren Lebensalter, wo steigende Ersparnisse und geringerer Zeitaufwand für die Karriere eine intensivere Beschäftigung mit der Geldanlage sinnvoll erscheinen lassen, immer noch einen hohen Anteil an untätigen Anlegern.

Dieser Personenkreis, dem es wichtiger ist, seine Zeit anders zu verbringen, täte laut Maurer gut daran, sich eine professionelle Anlageberatung zu gönnen. Seinen Berechnungen zufolge könnte jeder einzelne so seine jährlichen Konsummöglichkeiten um gut ein Prozent steigern. „Gute Anlageberatung ermöglicht es Menschen jeden Alters, ihre Ersparnisse optimal zu verwalten und gleichzeitig ihre knappste Ressource – Zeit – für den Beruf, die Familie oder Freizeitaktivitäten zu sparen“, so der Wirtschaftswissenschaftler. Entsprechend könnte es sich als ökonomisch sinnvoll erweisen, Hürden, die insbesondere Menschen mit geringeren Ersparnissen davon abhalten, Berater zu konsultieren – beispielsweise zu hohe Mindestgebühren – abzubauen. Auch geeignete Standardprodukte für die Anspar- und Entnahmephase könnten helfen, so Maurer, die durchaus rationale Untätigkeit vieler Bürger in Finanzfragen nicht nur zu überwinden, sondern für eine weitere Verbreitung der kapitalgedeckten Altersvorsorge zu nutzen.

Veranstaltungen

Feb 9 2016
12:23

Internationale Tagung der Frankfurter Theaterwissenschaft aus Anlass des 20. Todestags des Dramatikers

Grenzen des Menschlichen in Heiner Müllers Werk

FRANKFURT. Die Grenzen des Menschlichen stehen im Zentrum einer internationalen Tagung, zu der die Theaterwissenschaft an der Goethe-Universität anlässlich des 20. Todestages des Dramatikers Heiner Müller am Freitag und Samstag (12. und 13. Februar) einlädt. Gefragt wird einerseits nach den Diskursen, Institutionen, Infrastrukturen und sozio-ökonomischen Netzwerken, die jede menschliche Aufführung begleiten, andererseits aber auch nach Dingen, Kreaturen und Chören im Theater. Literatur- und Theaterwissenschaftler aus Frankreich, Großbritannien, Finnland und Deutschland werden auf unterschiedlichen Gebieten der Herausforderung nachgehen, die das „A-Humane“ für die Konzeptionen des Bewusstseins, der Subjektivität und die Definition des Menschlichen darstellt.

Die Tagung findet im Rahmen der Friedrich Hölderlin-Gastprofessur für Allgemeine und Vergleichende Dramaturgie statt. Diese Gastprofessur hat derzeit der finnische Choreograph, Philosoph und Theaterwissenschaftler, Prof. Esa Kirkkopelto, inne, der die Tagung zusammen mit den Frankfurter Theaterwissenschaftlern Dr. Matthias Dreyer und Prof. Nikolaus Müller-Schöll ausrichtet. Die Gastprofessur wird vom DAAD aus Mitteln des deutschen Außenministeriums finanziert. Auf sie werden regelmäßig Theatertheoretiker mit Erfahrungen im Bereich der Theaterpraxis sowie Künstler aus allen Bereichen des Theaters mit Interesse und Kenntnissen auf dem Bereich der Theorie berufen. Bisherige Gastprofessoren waren der amerikanische Theaterwissenschaftler Markus Wessendorf (University of Hawai) sowie der israelische Theaterwissenschaftler Freddie Rokem (Universität Tel Aviv).

Auf der Erforschung der Arbeit des Dramatikers, Essayisten und Regisseurs Heiner Müller, der am 30. Dezember 1995 starb, liegt seit Langem ein Schwerpunkt der Frankfurter Theaterwissenschaft. Die Tagung stellt eine Hommage an Müllers lebenslanges Interesse an der a- oder in-humanen Grenze des Menschlichen dar: Es begegnen sich in seinen Arbeiten „Tiere, Engeln und Fabelwesen sowie nicht-menschlich zu nennende Darstellungsweisen: Chöre, aus Buchstaben gebildete Landschaften, Geister, Bilder…“

Die Tagung ist öffentlich und findet auf dem Campus Westend, Seminarhaus, Raum SH 5.104, statt.

Informationen: Prof. Dr. Nikolaus Müller-Schöll, Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Campus Westend, Tel. (069) 798-32065, Mueller-Schoell@tfm.uni-frankfurt.de; Prof. Esa Kirkkopelto: esa.kirkkopelto@uniarts.fi; Dr. Matthias Dreyer: dreyer@tfm.uni-frankfurt.de

Ausführliche Beschreibung zur Tagung unter: http://bit.ly/1SxLbl1, Tagungsprogramm unter: http://bit.ly/1QncJrP

Veranstaltungen

Feb 9 2016
10:52

Kooperationsprojekt „FRAME – FRAnkfurt MEntoring“ fördert Oberstufenschüler, indem sie von Studierenden lernen

Mit Rückenwind in das Mathematikabitur

FRANKFURT. Die Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) und die Goethe-Universität Frankfurt haben das Kooperationsprojekt „FRAME – FRAnkfurt MEntoring“ ins Leben gerufen, um Oberstufenschülerinnen und -schüler in Frankfurt und Umgebung bei der Abiturvorbereitung zu begleiten und zu unterstützen. Der Übergang an die Hochschule soll erleichtert werden, indem neben Fachwissen nachhaltige, eigenständige und erfolgreiche Lernstrategien vermittelt werden. Umgesetzt wird dies durch eine Lernwegbegleitung seitens geschulter Studierender der beiden Hochschulen.

Durch Präsenzkurse an den Schulen sollen die Oberstufenschüler besonders in Mathematik, aber auch in den Fächern Englisch und Deutsch unterstützt werden. Darüber hinaus werden Workshops zur Orientierung bei der Studienwahl und zur Studienvorbereitung angeboten. Schwerpunkt des Projektes ist die Förderung von Selbstlernkompetenzen. Zudem haben die studentischen Mentorinnen und Mentoren mit ihren eigenen Studienerfahrungen Vorbildcharakter.

Das Projekt ist zum Oktober 2015 gestartet. Nachdem zunächst die Studierenden ihre eigenen Schulungen absolviert haben, um als Lernwegbegleiter eingesetzt werden zu können, begann im Dezember an den Fachoberschulen und im Januar auch an den Gymnasien die aktive Arbeit mit den Schülern. Die schulischen Kooperationspartner der Goethe-Uni sind die Frankfurter Gymnasien Bettinaschule, Max-Beckmann-Schule und die Wöhlerschule. Die schulischen Kooperationspartner der Frankfurt UAS sind die August-Bebel-Schule in Offenbach und die Werner von Siemens-Schule in Frankfurt. Die Frankfurt UAS hat sich bewusst für die beiden Fachoberschulen mit technischer Ausrichtung entschieden, da rund die Hälfte der Studierenden der Hochschule ihre Hochschulzugangsberechtigung an einer Fachoberschule erworben hat.

Aus der Taufe gehoben wurde das Projekt von den Vizepräsidentinnen Prof. Dr. Tanja Brühl (Goethe-Uni) und Prof. Dr.-Ing. Kira Kastell (Frankfurt UAS), es ist das erste Kooperationsprojekt der beiden Frankfurter Hochschulen auf dieser Ebene und finanziert sich aus dem Studienstrukturprogramm des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst (HMWK).

Die Grundidee zum Projekt stammt aus dem Austausch der beiden Vizepräsidentinnen, die feststellten, dass Schüler bereits die Räumlichkeiten der Hochschulen nutzen, um für ihr (Fach-)Abitur zu lernen, es aber seitens der zwei Hochschulen noch kein konkretes Angebot an die breite Zielgruppe der Oberstufenschüler zur Vorbereitung auf deren Abschlussprüfung und den Übergang zur Hochschule gab.

„Wir stellen leider oft fest, dass die Mathematikkenntnisse eines größeren Teils unserer Studienanfängerinnen und -anfänger – insbesondere für die technischen und betriebswirtschaftlichen Studiengänge – nicht ausreichend sind. Mit dem Projekt wollen wir dafür sorgen, dass die Anfänger mit besseren Kenntnissen zu uns kommen, um so die Wahrscheinlichkeit eines Studienabbruchs zu verringern“, so Kira Kastell.

Einen solchen Zusammenhang zwischen fehlenden Mathematikkenntnissen und frühem Studienabbruch ist vom Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW GmbH) ebenfalls bestätigt worden. Für Absolventen von Fachoberschulen käme erschwerend hinzu, dass diese in der Oberstufe rund 200 Stunden Mathematikunterricht weniger erhalten haben als Gymnasiasten.

„Eine der Stärken beider Frankfurter Hochschulen ist die aktive Gestaltung des Überganges von der Schule in die Hochschule. An der Goethe-Universität haben wir mit dem erfolgreichen Projekt ‚Starker Start ins Studium‘ die Lehre in den Einstiegssemestern umfassend ergänzt und verbessert.  Als Universität mit großem Einzugsbereich im Frankfurter Raum sind wir natürlich daran interessiert hier mit den Frankfurter Schulen zu kooperieren. Das Projekt FRAME ist hierzu eine gelungene Ergänzung“, erklärt Tanja Brühl.

Beide Frankfurter Hochschulen beginnen mit diesem Projekt eine neue Phase der verstärkten Zusammenarbeit. Was der intensive Einsatz an den Schulen bringen wird, ermittelt das Projekt in einer begleitenden Studie, deren Ergebnisse zum Herbst vorliegen werden. Dann wird es um die Entscheidung gehen, ob das bisher erfolgreiche Pilotprojekt eine Neuauflage erfährt.

Informationen: Dr. Hartwig Bosse, Leiter Mathematikzentrum, Goethe-Universität, Tel.: (069)798-23882; E-Mail: bosse@math.uni-frankfurt.de

Marc-Oliver Maier, Frankfurt University of Applied Sciences, Abteilung Studierendenbetreuung, Tel. (069)1533-3172, E-Mail: frame@fra-uas.de

www.frankfurt-university.de/frame; www.starkerstart.uni-frankfurt.de/58038894/FRAME 

Einladung an die Medienvertreter: Auftaktveranstaltung des FRAME-Projektes

Termin: 2. März 2016, 17 bis 19 Uhr
Ort: Frankfurt University of Applied Sciences, Nibelungenplatz 1, Gebäude 4, 1. Stock, Raum 109

Medienvertreter sind herzlich eingeladen. Wenn Sie teilnehmen können, melden Sie sich bitte bei der Hochschulpressestelle der Frankfurt University of Applied Sciences unter pressestelle@fra-uas.de, auf Wunsch gibt es auch Parkmöglichkeiten.

Programm:
17.00: Begrüßung
17.20: Thematischer Input: Die Mathematik-Lücke zwischen Schule und Studium
17.40: FRAME: Vorstellung des Teilprojektes der Goethe-Universität
18.00: FRAME: Vorstellung des Teilprojektes der Frankfurt University of Applied Sciences
18.20: Erfahrungen der Lernwegbegleiter(innen) und eines Schuldirektors
18.40: Diskussion
19.00: Kulinarischer Ausklang und Raum für weiteren Austausch

Veranstaltungen

Feb 5 2016
15:48

Foto-Ausstellung an der Goethe-Universität zur Dreifach-Katastrophe in Japan.

„Living here in Fukushima“

FRANKFURT. Am 11. März jährt sich zum fünften Mal die Dreifach-Katastrophe im japanischen Fukushima. Nach dem starken Erdbeben und dem Tsunami hatte die Region auch noch mit einer atomaren Strahlung zu kämpfen. Die Foto-Ausstellung „Living here in Fukushima – 3.11. and after –“ zeigt Bilder, die direkt nach der Katastrophe und Jahre später in Fukushima aufgenommen wurden.

Foto-Ausstellung: „Living here in Fukushima – 3.11 and after -“
10. Februar-27. März, PEG-Gebäude, Campus Westend. Eröffnungsveranstaltung mit Saori Kawazoe von der Waseda University, Tokyo: 10. Februar, 17 Uhr. Anmeldung bitte unter muenscher@soz.uni-frankfurt.de

Die Ausstellung wurde gemeinsam vom Iwaki Meisei University Disaster Archive und dem „Protecting the Weak“-Forscherteam an der Goethe-Universität organisiert. 

Kontakt: Prof. Heike Holbig, Institut für Politikwissenschaft, Goethe-Universität, muenscher@soz.uni-frankfurt.de