​​​​​​Pressemitteilungen ​​​ – Februar 2017

Veranstaltungen

Feb 24 2017
15:50

Das Model United Nations ist mit 110 ausländischen Teilnehmenden die bislang internationalste Simulation an der Goethe-Universität

MainMUN – Studierende simulieren die UNO

FRANKFURT. Zum dreizehnten Mal laden Frankfurter Studierende zu einer Simulation der Arbeitsweise der Vereinten Nationen ein. Rund 340 Studierende und einige Oberstufen-Schülerinnen und -Schüler sind der Einladung an den Campus Westend der Goethe-Universität gefolgt. Sie schlüpfen in die Rolle von Diplomaten, Journalisten und Lobbyisten und arbeiten Resolutionen zu Themen wie der Stabilisierung von Failed States, Klimafinanzierung oder der Menschenrechtssituation von Flüchtlingen und staatenlosen Personen aus. Zum ersten Mal werden dabei dieses Jahr nicht nur sechs Organisationen und Komitees der Vereinten Nationen simuliert, sondern zusätzlich der Ministerrat der Europäischen Union sowie die Afrikanische Union. MainMUN findet vom 23. bis 26. Februar im Casinogebäude auf dem Campus Westend der Goethe-Universität statt.

Die Welt mit anderen Augen sehen
Während der viertägigen englischsprachigen Simulation stehen die Studierenden vor der Herausforderung, die Politik „ihres Landes“ möglichst authentisch zu vertreten und so Probleme auch aus einer anderen Perspektive wahrzunehmen. Dieser Perspektivwechsel ist eines der Lernziele der Simulation. Weitere sind, dass die Studierenden verstehen, wie internationale Organisationen funktionieren, wie man auf Englisch Kompromisse aushandelt und wie man sich auf internationalem Parkett angemessen bewegt. Zum ersten Mal seit Bestehen der MainMUN erhalten die Teilnehmenden dabei für Ihre Länder auch Budgets, um Maßnahmen, die sie im Rahmen Ihrer Verhandlungen vereinbaren, auch zu finanzieren. Außerdem können sie versuchen, die benötigten Finanzmittel von anderen Staaten zu organisieren.

Prof. Dr. Tanja Brühl, die das Projekt „Uni goes UNO“ an der Goethe-Universität initiiert hat, ist immer wieder beeindruckt von dem studentischen Engagement: „Von früh morgens bis zum späten Abend agieren die Teilnehmenden höchst professionell. Sie verhandeln auf Englisch und gehen mit diplomatischem Respekt miteinander um. So fühlt man sich ein klein wenig wie bei der echten UNO.“

Gelebte Internationalität
Wie bereits in den vergangenen Jahren sind auch in diesem Jahr nicht nur die Themen international, sondern kommen auch die Teilnehmenden: So sind diesmal Studierende aus 12 Ländern nach Frankfurt angereist. Dieses Jahr sind darunter Teilnehmende aus Kasachstan, Lettland und der USA, sowie Großbritannien und Frankreich, die bei MainMUN als Diplomaten auf Zeit das sichere Bewegen auf dem internationalen Parkett üben.

„Die Studierenden lernen in erster Linie Diplomatie: das bedeutet, durch das Halten von Reden und das Führen von Debatten auf Kompromisse hinzuarbeiten und dabei nicht seine eigene Meinung, sondern die Ziele und Vorstellungen eines Landes zu vertreten“, so Kaya Alice Detschlag, eine der drei Generalsekretäre, welche die Konferenz leiten. Dass das nicht immer einfach ist, weiß auch Ann Katrin Korb, die zweite Generalsekretärin: „Das ist ein schmaler Grat, auf dem die Delegierten wandern müssen, aber eine einzigartige Gelegenheit, an den eigenen Soft Skills in der Praxis zu arbeiten.“

„Für mich ist MainMUN auch das Sammeln von praktischer Erfahrung, Diplomatie hautnah sozusagen. Wenn es das MainMUN noch nicht gäbe, müssten wir es gerade in der heutigen Zeit erfinden“, fügt Sascha Lucas hinzu, der dritte im Bunde. Dabei ist das Leben als Generalsekretär auch bei einem MUN nicht nur glamourös, sondern es gilt auch immer wieder, selbst bei der Organisation mit anzupacken. Dabei sind Fleiß und Disziplin der Generalsekretäre gefragt, aber auch ein starkes und tatkräftiges Team, ohne das eine solche Aufgabe nicht zu bewältigen ist.

Unterstützt werden die Studenten dabei von Sebastian Troch, der als Faculty Advisor die Studierenden für die Professur von Tanja Brühl begleitet und als Student früher selbst beim MainMUN aktiv war. „Die Simulation gibt den Teilnehmern einen guten und praxisnahen Einblick in die UN und dem Team zudem gute Erfahrungen im Projektmanagement - etwas nicht Unwesentliches, das häufig unterschätzt wird. Was das Team hier während des laufenden Studiums leistet, ist immer wieder beachtlich“, so Sebastian Troch.

Medienvertreter sind herzlich eingeladen, sich vor Ort einen Eindruck von der Simulation zu verschaffen und in Kontakt mit den Teilnehmenden zu treten.

Kontakt: Sebastian Troch, Faculty Advisor des Projekts MainMUN, Tel. 0176 / 813 883 99; sebastian.troch@manatee-global.com; Prof. Dr. Tanja Brühl, bruehl@soz.uni-frankfurt.de

Website: www.mainmun.de
Facebook: www.facebook.com/mainmunfrankfurt
Twitter: https://twitter.com/MainMUN_FFM/

Veranstaltungen

Feb 22 2017
10:43

Fachkonferenz am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ / Öffentliche Keynote Lecture von Rahel Jaeggi am 3. März

Herrschaft und Widerstand im internationalen System

FRANKFURT. Unter dem Titel „International Dissidence: Rule and Resistance in a Globalized World“ widmen sich vom 2. bis zum 4. März mehr als 60 Forscherinnen und Forscher gemeinsam mit rund 100 angemeldeten Gästen dem Zusammenspiel von Herrschaft und Widerstand in einer globalisierten Welt. Bei der internationalen Konferenz an der Goethe-Universität soll es zum einen darum gehen, Widerstand und Herrschaft in ihrem dialektischen Zusammenspiel zu beleuchten. Zum anderen soll der grenzüberschreitende Charakter sowohl von Widerstandsbewegungen als auch von Herrschaft in den Blick genommen werden.

Während sich die Konferenz selbst an ein Fachpublikum wendet, ist die interessierte Öffentlichkeit bei der flankierenden Keynote Lecture herzlich willkommen. Vortragende ist Rahel Jaeggi, Professorin für Praktische Philosophie und Sozialphilosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Sie spricht am 3. März um 19.00 Uhr im Hörsaalzentrum auf dem Campus Westend (Raum HZ5, Vortrag in englischer Sprache) über: „Crisis and Conflict – Active and Passive Dimensions of Social Change“. Mit Bezug auf ihre aktuellen Forschungen wird Rahel Jaeggi auf die Rolle sozialer Akteure im Prozess gesellschaftlicher Transformationen eingehen. Dabei konzentriert sie sich insbesondere auf den Zusammenhang von Fortschritt, Krisen und sozialem Wandel.

Organisiert wird die gesamte Veranstaltung von der Forschungsgruppe „Internationale Dissidenz“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität. Die Leitung der Gruppe, die in verschiedenen Projekten die Organisations- und Artikulationsformen radikalen politischen Widerstands untersucht, haben die Clustermitglieder Nicole Deitelhoff, Professorin für Internationale Beziehungen und Theorien globaler Ordnung, und Christopher Daase, Professor für Internationale Organisationen. Nicole Deitelhoff leitet zudem das Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK). Christopher Daase ist stellvertretender HSFK-Leiter.

Die wachsende Aktualität von Widerstand in einer (und gegen eine) globalisierte Welt lässt sich bereits an den vielfältigen transnationalen Protest- und Widerstandsbewegungen der letzten Jahre ablesen – von Occupy Wall Street über rechtsorientierte Mobilisierung innerhalb Europas oder radikalen Dschihadismus bis hin zu Protesten gegen UN-Einsätze oder dem Austritt Indiens aus dem Atomwaffensperrvertrag. Widerstand ist weltweit ein allgegenwärtiger, gleichwohl widersprüchlicher Aspekt des sozialen und politischen Lebens. In vielfältigen Erscheinungsformen verfolgt er unterschiedliche Ziele. Aber auch Herrschaft tritt heute in vielen Formen auf: etwa als Macht des internationalen Finanzsystems, als „westlicher Imperialismus“, als Rechtfertigung von Gewalt, homogenisierender Globalismus oder asymmetrische globale Regelwerke.

Die dreitägige Konferenz umfasst 14 Panels. Die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gehören verschiedenen Disziplinen an – von der Soziologie über die Geschichte bis zur Politikwissenschaft und Anthropologie. Ziel der Konferenz ist auch die Überwindung einer fachlichen Fragmentierung des akademischen Diskurses und ein umfassenderer Blick auf das Verhältnis von Widerstand und Herrschaftssystemen. Zu den zentralen Themen gehört die prinzipielle Frage, wann Opposition zu Dissidenz wird, wann sich also Widerstand, der sich an die „Spielregeln“ hält, zu revolutionärem Widerstand wandelt, der zu unkonventionellen Mitteln greift.

Begleitet wird die Tagung von einer Podiumsdiskussion, die sich der Frage annimmt, welche Probleme sich aus der spezifischen politischen Rolle von Forschenden ergibt, wenn sie es mit Widerstandsbewegungen zu tun haben. Laufen sie beispielsweise Gefahr, ihre wissenschaftliche Distanz zu verlieren?

Die Konferenz „International Dissidence: Rule and Resistance in a Globalized World“ findet in englischer Sprache statt und ist fach- und presseöffentlich. Veranstaltungsort der Panels und der Podiumsdiskussion ist das Gebäude des Exzellenzcluster auf dem Frankfurter Campus Westend.

Informationen: Felix Anderl & Antonia Witt, Organisationsteam, Tel.: 069/798-31468, anderl@soz.uni-frankfurt.de; antonia.witt@normativeorders.net; Bernd Frye, Exzellenzcluster, Pressereferent, Tel.: 069/798-31411, bernd.frye@normativeorders.net, www.normativeorders.net

Programm: www.dissidenz.net/konferenz-2017/

Veranstaltungen

Feb 17 2017
11:02

Am 2. und 3. März findet an der Goethe-Universität wieder die „Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“ statt

Anpacken statt Aufschieben

FRANKFURT. Schluss mit dem ewigen Aufschieben: Bei der „Langen Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“ am 2. und 3. März können Studierende und Doktoranden an der Goethe-Universität ihre überfälligen Projekte anpacken oder sogar abschließen.

Schreiben ist nicht immer einfach – vor allem dann nicht, wenn man seine Gedanken wohlgeordnet bis zu einer bestimmten Frist zu Papier bringen muss. Um nicht von der nahenden Deadline überrollt zu werden, können Prokrastinierende, Fans vom Nicht-Alleine-Schreiben und eingefleischte Nachteulen an der alljährlichen „Langen Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“ teilnehmen. Diese findet

in der Nacht vom 02. auf den 03. März ab 20 Uhr bis zum Morgengrauen
im Bibliothekszentrum Geisteswissenschaften
auf dem Campus Westend der Goethe Universität

 statt. Das Schreibzentrum lädt gemeinsam mit dem Bibliothekszentrum Geisteswissenschaften Studierende aller Fachbereiche dazu ein, ihre Schreibprojekte ein großes Stück nach vorne zu bringen. „Gemeinsam schreiben macht einfach mehr Spaß“, erklärt Dr. Nadja Sennewald, die Leiterin des Schreibzentrums an der Goethe-Uni, warum das Interesse an der Veranstaltung von Jahr zu Jahr steigt. Im vorigen Jahr habe es 150 Teilnehmende gegeben.

Unterstützung erhalten die nächtlichen Schreibenden von den studentischen Peer-Tutorinnen und -Tutoren, die in der Nacht durchgehend individuelle Beratungen anbieten. Mit ihnen können Studierende Fragen zur richtigen Zitierweise, zum wissenschaftlichen Schreibstil oder zur Textstruktur klären. „Ein Gespräch kann da oft für den nötigen Anschub sorgen“, erläutert Stella Dietrich. Die 21-Jährige ist dieses Jahr zum ersten Mal als Schreibtutorin dabei. Für neue Schreibimpulse sorgen zudem einstündige Workshops zu Argumentation, Zeitmanagement und zum Schreiben auf Englisch. Um Mitternacht soll ein Workshop für Schreibtischyoga Energien mobilisieren für den Endspurt. Zur Stärkung der Schreibenden gibt es am Buffet Kaffee, Tee und kleine Snacks. Über den Fortschritt ihrer Texte können sich Schreibende bei Twitter über den Hashtag #lndah austauschen.

Die Lange Nacht geht auf eine Initiative der Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder von 2010 zurück. Die Goethe-Universität war schon ein Jahr später mit dabei. Inzwischen hat sich die Idee weltweit verbreitet: Auch in den USA und in Singapur nehmen Hochschulen teil. Offenbar ist Prokrastination ein internationales Phänomen.

Eingeladen zur Langen Nacht sind alle Studierenden und Promovierenden der Goethe-Universität. Wer Interesse hat, kann sich bis 1. März, 18 Uhr unter schreibzentrum@dlist.uni-frankfurt.de mit Angabe von Namen, Studienfach und Semesterzahl anmelden.

In der darauffolgenden „Schreibwoche“ von 6. bis 10. März können frisch motivierte Schreiber und Schreiberinnen in der Bibliothek weiterarbeiten und jeweils von 10 bis 17 Uhr Schreibberatung in Anspruch nehmen. Zusätzlich werden täglich von 10 bis 13 Uhr Workshops zum wissenschaftlichen Arbeiten angeboten. Eine Anmeldung hierfür ist nicht notwendig.

Einlass LNDAH: Mit vorheriger Anmeldung unter schreibzentrum@dlist.uni-frankfurt.de ab 20 Uhr im Bibliothekszentrum Geisteswissenschaften, 3. Obergeschoss (Q1) im IG-Farben Haus, Norbert-Wollheim-Platz 1, 60329 Frankfurt am Main

Anschließende Schreibwoche: Ohne Anmeldung vom 6. bis 10. März, jeweils von 10 bis 17 Uhr am selben Ort

Weitere Informationen: http://schreibzentrum.uni-frankfurt.de, schreibzentrum@dlist.uni-frankfurt.de, #lndah

Pressekontakt: Dr. Nadja Sennewald, Schreibzentrum, Telefon 069 79832845; Email: Sennewald@em-uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Feb 16 2017
11:18

Zu der internationalen Tagung an der Goethe-Universität werden mehr als 200 Teilnehmer erwartet

Erwachsenwerden in einer Welt mit Risiken

FRANKFURT. Erwachsenwerden in einer Welt mit Risiken ist für viele junge Menschen mit hohen Anforderungen verbunden. Zwar gibt es teils größere Freiräume und Optionen, aber auch viele Unwägbarkeiten. In etlichen Teilen der Welt sind die Lebensbedingungen noch dazu von Krisen oder gar traumatisierenden Verhältnissen geprägt. Aber auch unter weniger belasteten Voraussetzungen dauert es länger, bis junge Menschen ihren Platz im Leben gefunden haben. Die Adoleszenz, Phase zwischen Kindheit und Erwachsensein, reicht häufig bis weit ins dritte Lebensjahrzehnt. Diese Tendenz, doch auch der bei Erwachsenen zu beobachtende Trend, betont jugendlich aufzutreten, verändern das Verhältnis zwischen den Generationen.

Mit diesen und weiteren Themen beschäftigt sich die interdisziplinäre Tagung „Adoleszenz in einer Welt der Risiken“. Die „Joseph Sandler Psychoanalytic Research Conference“ findet vom 3. bis 5. März auf dem Campus Westend der Goethe-Universität statt, erwartet werden mehr als 200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie therapeutisch Tätige und Studierende. Ausgerichtet wird die internationale Konferenz vom Frankfurter Sigmund-Freud-Institut in Kooperation mit der International Psychoanalytic Association (IPA), der Goethe-Universität, dem interdisziplinären Forschungszentrum „Individual Development and Adaptive Education of Children at Risk“ (IDeA) sowie der Universität Kassel.

„Die wissenschaftlichen Herausforderungen liegen darin, Folgen gesellschaftlichen Wandels für psychische Entwicklungsprozesse der Adoleszenz differenziert herauszuarbeiten. Die psychoanalytisch orientierte Forschung bietet hierzu aufschlussreiche Zugänge und Befunde“, so Vera King, eine der Organisatorinnen der Tagung, Professorin für Soziologie und Sozialpsychologie an der Goethe-Universität, die seit Ende 2016 gemeinsam mit Prof. Patrick Meurs von der Universität Kassel und Prof. Heinz Weiß vom Robert-Bosch-Klinikum Stuttgart das Sigmund-Freud-Institut leitet. Vera King wird den Kongress am Freitag (3. März) um 15 Uhr mit einem Vortrag zur Generationendynamik der Adoleszenz eröffnen. 

Das Thema Adoleszenz muss aus verschiedenen Perspektive betrachtet werden, sind die Veranstalter überzeugt. Daher finden sich Beiträge aus Psychoanalyse, Entwicklungspsychologie, Sozial-, Kultur- und Erziehungswissenschaften, Ethnologie und Medizin mit Psychosomatik und Neurowissenschaft. „Dies entspricht der Tradition der Sandler Psychoanalytic Research Conferences, sich diszplinübergreifend auszutauschen“, so die Mitorganisatorin Prof. Marianne Leuzinger-Bohleber, die bis Herbst 2016 Direktorin am Sigmund-Freud-Institut war.

Einige Vortragsthemen und Referenten der Tagung: Prof. Mark Solms (Kapstadt/London) und Prof. John Clarkin (New York) diskutieren, welchen Beitrag die Psychoanalyse leistet, um den Relationen von Körper, Psyche und Geist auf die Spur zu kommen. Dr. Werner Bohleber, Psychoanalytiker aus Frankfurt, befasst sich mit der Psychoanalyse der Spätadoleszenz und des jungen Erwachsenenalters. Prof. Tilmann Habermas und Alice Graneist, Arbeitsbereich Psychoanalyse an der Goethe-Universität, werden erläutern, welche Bedingungen notwendig sind, um die Fähigkeit zur Emotionsregulierung zu entwickeln. Daran anschließend stellt der Schweizer Psychoanalytiker Prof. Dieter Bürgin (Basel) eine Fallstudie der Adoleszenten-Behandlung vor. Prof. Clara Raznoszczyk de Schejtman (Buenos Aires) zeigt die Folgen traumatischer Erfahrungen für adoleszente Entwicklungen in Argentinien auf. Dr. Christoph Schwarz (Marburg) erläutert die sozialen und politischen Entwicklungsbedingungen junger Menschen in Nordafrika anhand von Fallstudien aus Marokko.

Abschließend befasst sich der aus Belgien stammende Kinder- und Jugendanalytiker Prof. Patrick Meurs (Sigmund-Freud-Institut und Universität Kassel/Leuven) mit den hochaktuellen Fragen nach den Ursachen und Formen von Radikalisierungsprozessen bei Adoleszenten. „Islamistische Gruppierungen wenden sich zum Beispiel über das Internet an Jugendliche, die mit ihren spezifischen Unsicherheiten und eigenen Verstörungen, Nöten und Verletzungen besonders empfänglich sind für die Botschaften der Radikalen“, so Meurs.

Im Rahmen der Konferenz wird der Züricher Ethnologe und Psychoanalytiker, Privatdozent Dr. Mario Erdheim, einen öffentlichen Vortrag zum Thema „Adoleszenz, Entwicklungsrisiken und Zweizeitigkeit“ halten

am Freitag (3. März) um 20 Uhr
im IG-Farben-Nebengebäude, Campus Westend.

In seinem Vortrag wird es darum gehen, das anthropologische Konzept der „Zweizeitigkeit“ der menschlichen Entwicklung, das bisher eher oberflächlich behandelt worden ist, in seiner Relevanz für das Verständnis der Adoleszenzkrise herauszustellen. Mario Erdheim nimmt dabei auch Freuds Annahme auf, wonach es die „Verspätung der Pubertät“ sei, die den Menschen kulturfähig werden lasse, aber auch die Neigung zur Neurose mit hervorbringe. Erdheim untersucht insofern auch den Zusammenhang zwischen Kulturkrise und Adoleszenzkrise.

Die Tagung wird flankiert von der zeitgleich eröffneten Ausstellung „Like all but me“ am Sigmund-Freud-Institut, Myliusstraße 20, 60323 Frankfurt. Carolin Schüten, Kölner Fotografin und Künstlerin, zeigt eine Auswahl ihrer seit 2006 analog entstandenen Schwarz-weiß-Portraits von Jugendlichen aus der ganzen Welt. Die Bilder entstammen ihrem Fotobuch „Like All But Me“ (Ketteler-Verlag 2015), weitere Informationen unter www.schueten.de.

Wissenschaftliche Organisation und Information: Prof. Dr. Vera King, Fachbereich Gesellschaftswissenschaften, Institut für Soziologie, Campus Westend, und Sigmund-Freud-Institut (Sekretariat Annette Sibert: Tel.: (069) 971204-148, sibert@sigmund-freud-institut.de), Prof. Dr. Patrick Meurs (Universität Kassel und Sigmund-Freud-Institut) und Prof. Dr. Marianne Leuzinger-Bohleber (Vice-Chair for Europe, International Research Board der IPA).

Programm unter: www.sigmund-freud-institut.de

Forschung

Feb 16 2017
10:43

Mit DFG-Förderung entsteht an der UB Frankfurt in Kooperation mit dem Institut für Informatik und der SGN ein Fachinformationsdienst

Frankfurter Projektgruppe baut Services für die Biodiversitätsforschung auf

FRANKFURT. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat Ende Dezember einen Förderantrag der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg bewilligt, der gemeinsam mit der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und der AG Texttechnologie am Institut für Informatik der Goethe-Universität erarbeitet wurde. Damit stehen in den kommenden drei Jahren rund 1,4 Mio. Euro für den Aufbau eines Fachinformationsdienstes (FID) Biodiversitätsforschung bereit.

Die Erforschung der Biodiversität hat in den letzten Jahren einen großen Aufschwung genommen. Sie wird zunehmend zu einer von enormen Datenmengen getriebenen Forschungsrichtung. Für ihre weitere Entwicklung sind jedoch nicht nur neuere Fachliteratur oder neueste Forschungsdaten relevant, sondern gerade auch die ältere Literatur und die darin gespeicherten Daten und Erkenntnisse. Erst der Vergleich früherer und heutiger Zustände ermöglicht es beispielsweise, Veränderungen der Verbreitung von Organismen zu rekonstruieren; dies ist essenziell, um den Einfluss von Umweltveränderungen auf Biodiversität und Ökosystemleistungen verstehen zu können. So kommt gerade bei ökologischen Fragestellungen die Rolle der Bibliothek als essenzieller Wissensspeicher zum Tragen. Ihre Aufgabe ist jedoch nicht nur das Speichern, sondern auch das Erschließen und Bereitstellen von Wissen und Daten.

Die drei Antragsteller haben im Jahr 2016 unter Federführung der Universitätsbibliothek ein Konzept erstellt, wie historische und aktuelle Literatur zur Biodiversität in zeitgemäßen Formaten für die Forschung zur Verfügung gestellt werden kann. Begleitet wurde dies durch einen fruchtbaren Austausch mit der Fachcommunity.

Wesentlicher Schwerpunkt des FID ist ein Pilotvorhaben im Bereich Text-Mining. Automatisierte Verfahren erschließen und strukturieren dabei die Inhalte von Literatur. Damit wird eine Mobilisierung von Daten aus der Biodiversitätsliteratur erreicht; das heißt, die aufbereiteten Daten aus der Literatur sind zukünftig sowohl leichter auffindbar als auch besser in die Strukturen der Biodiversitätsinformatik integrierbar. Für dieses Ziel bringen alle drei Partner ihre Kompetenzen ein: Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung ist eine herausragende Akteurin der Biodiversitätsforschung und arbeitet in zahlreichen Kontexten an der Erhebung, Nutzbarmachung und Verknüpfung von Daten zur Biodiversität. Die AG Texttechnologie verfügt über umfassende Kompetenzen im Text-Mining und bewegt sich bei der Erstellung und Optimierung einschlägiger Techniken an der vordersten Front der Disziplin. Die Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg bringt als traditionsreiche Institution umfangreiche biologische Wissensressourcen ein.

Ein zweiter Schwerpunkt ist die Digitalisierung von Literatur des 20. Jahrhunderts. Im Gegensatz zu (noch) älterer Biodiversitätsliteratur ist gerade in diesem Segment bislang wegen urheberrechtlicher Probleme eine elektronische Verfügbarkeit oft nicht gegeben. Ziel des FID ist, durch entsprechende Verhandlungen gravierende Lücken zu schließen. Die Digitalisierung dient einerseits der Generierung des notwendigen Textkorpus für das Text-Mining; andererseits bildet sie die Basis für eine geplante Plattform für Open-Access-Zeitschriften, die als langfristiger Service für die Wissenschaft etabliert werden soll.

Außerdem trägt der FID durch gezielten Erwerb und überregionale Bereitstellung von Literatur dafür Sorge, dass auch die Spezialliteratur, die nur in Printform erscheint, für die Forschung erschlossen wird. Aus ihrem internationalen Schriftentausch stellt die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung weiterhin umfangreiche biologische Literatur für die Universitätsbibliothek zur Verfügung.

Die Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg baut neben dem FID Biodiversitätsforschung mit Förderung der DFG derzeit fünf weitere Fachinformationsdienste für die Wissenschaft auf: Afrikastudien, Jüdische Studien, Darstellende Kunst, Allgemeine und vergleichende Literaturwissenschaften und Linguistik.

Links:

Universitätsbibliothek Frankfurt: http://www.ub.uni-frankfurt.de/projekte/biofid.html

AG Texttechnologie am Institut für Informatik: https://hucompute.org/

Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (SGN): www.senckenberg.de

Informationen: Dr. Gerwin Kasperek, Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg. Tel. (069) 798-39365, E-Mail: g.kasperek@ub.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Feb 10 2017
13:56

Vorträge des Historikers Dominic Lieven zum Themenjahr des Historischen Kollegs „Imperien und ihr Ende“

Das Ende des russischen Zarenreichs

BAD HOMBURG/FRANKFURT. Imperien stellten bis zum 20. Jahrhundert den „historischen Normalfall“ dar; sie erhoben den Anspruch, ein Weltreich zu präsentieren. Imperien zeichnen sich durch bestimmte Charakteristika aus: eine Machtstruktur mit multiethnischer Bevölkerung und verschiedenen Religionen, eine einheitliche Außenpolitik, aber keine vereinheitlichte Rechtsordnung im Inneren. „Imperien und ihr Ende“ ist das Thema, dem sich das Historische Kolleg am Forschungskolleg Humanwissenschaften in diesem Jahr widmet. Dazu gehört auch eine öffentliche Vortragsreihe.

Der britische Osteuropa-Historiker Dominic Lieven widmet sich dem Ende des russischen Zarenreichs; er hält sowohl in Bad Homburg als auch an der Goethe-Universität einen Vortrag

am Donnerstag (16. Februar) um 19 Uhr im Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität, Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg
Thema: „The End of Imperial Russia: Comparisons and Contexts“

am Freitag (17. Februar), 10 Uhr auf dem Campus Westend der Goethe-Universität, Seminarhaus Raum 3.108
Thema: Russia and the Coming of the Great War: anything new to say?

Lieven setzt sich mit dem schwierigen Transformationsprozess Russlands von einem erfolgreichen vormodernen Imperium zu einem Gemeinwesen des 20. Jahrhunderts auseinander. Er ist Professor für Russische Geschichte an der London School of Economics and Political Science sowie Senior Research Fellow des Trinity College Cambridge. Lieven gilt als Experte für die Geschichte des Russischen Kaiserreichs sowie die vergleichende Geschichte von Imperien.

Das Spektrum der weiteren Veranstaltungen reicht von der Fortsetzung imperialer Strukturen des Inka-Reiches durch die spanischen Eroberer im 16. Jahrhundert bis zu den kolonialistischen Bestrebungen Italiens in Äthiopien im 19. und 20. Jahrhundert. Eine zusätzliche kleine Vortragsreihe in Kooperation mit der Verwaltung Staatlicher Schlösser und Gärten Hessen, die im Schloss Bad Homburg stattfinden wird, thematisiert nicht nur den Zusammenbruch von neuzeitlichen Imperien in verschiedenen Regionen, sondern beschäftigt sich auch mit der Suche nach neuen Ordnungen.

Weitere Themen und Termine im Überblick:

  • 18. Mai (Donnerstag), 19 Uhr, Schloss Bad Homburg: Jörn Leonhard (Professor für Neuere und Neueste Geschichte Westeuropas, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg) zu „Imperien auf Abruf? Zur Lage der Imperien in Europa im Kriegsjahr 1917“
  • 8. Juni (Donnerstag), 19 Uhr, Schloss Bad Homburg: Ulrike Freitag (Professorin für Islamwissenschaft, Freue Universität Berlin) mit „Der Zusammenbruch des Osmanischen Imperiums und seine Folgen“
  • 22. Juni (Donnerstag.), 19 Uhr, Schloss Bad Homburg: Joachim von Puttkamer (Professor für Osteuropäische Geschichte, Friedrich-Schiller-Universität Jena) mit „‘Möge Gott der Herr Rußland schützen.‘ Der Untergang des Zarenreiches in der Russischen Revolution“
  • 6. Juli (Donnerstag), 19 Uhr, Schloss Bad Homburg: Benedikt Stuchtey (Professor für Neuere Geschichte, Philipps-Universität Marburg) mit „Antiimperialismus und der Zusammenbruch der Imperien“
  • 13. Juli (Donnerstag), 19 Uhr, Schloss Bad Homburg: Christoph Cornelißen (Professor für Neueste Geschichte, Goethe-Universität mit „Der Zusammenbruch der Imperien in Europa und die Suche nach neuen Ordnungen“
  • 5. September (Dienstag), 19 Uhr, Forschungskolleg Humanwissenschaften: Gustavo Corni (Professor für Zeitgeschichte, Universität Trient) zu „Ein Kolonialreich als late comer: Italien in Äthiopien“
  • 11. bis 12.Dezember, Forschungskolleg Humanwissenschaften: Vortrag und Gespräche mit Jeremy Mumford (Assistant Professor of History, Brown University Providence/Rhode Island) und Parker VanValkenburgh (Assistant Professor of Anthropology, Brown University) über „End of Empires – and their Afterlives: The case of late prehestoric and early colonial Peru”
  • 13. Dezember (Mittwoch, 19 Uhr, Forschungskolleg Humanwissenschaften: Abschlussveranstaltung: Podiumsdiskussion mit Experten zum Thema Imperien und ihr Ende

Die Programmbeauftragten des Historischen Kollegs für das Themenjahr 2017 sind Christoph Cornelißen, Professor für Neueste Geschichte an der Goethe-Universität, und Thomas Duve, Direktor des Max-Planck-Instituts für europäische Rechtsgeschichte und Professor für vergleichende Rechtsgeschichte an der Goethe-Universität. Das Forschungskolleg Humanwissenschaften ist Institute for Advanced Studies der Goethe-Universität in Kooperation mit der Werner Reimers Stiftung. In Zusammenarbeit mit dem Historischen Seminar der Goethe-Universität hat das Forschungskolleg 2014 das Historische Kolleg ins Leben gerufen. Es dient renommierten Historikern aller Welt als geisteswissenschaftliches Laboratorium und ist lebendiger Ort öffentlicher Debatten. Wissenschaftlicher Koordinator des Programms ist Andreas Fahrmeir, Professor für Neuere Geschichte an der Goethe-Universität. Hauptförderin des Historischen Kollegs ist die Dagmar-Westberg-Stiftung.

Informationen: Ellinor Schweighöfer, Forschungskolleg Humanwissenschaften, Am Wingertsberg 4, Bad Homburg, Tel.: 06172-13977-14 oder -0, schweighoefer@forschungskolleg-humanwissenschaften.de; www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de. Um Anmeldung zu den Veranstaltungen im Forschungskolleg Humanwissenschaften wird gebeten: info@forschungskolleg-humanwissenschaften.de.Zu den Veranstaltungen im Schloss Bad Homburg ist keine Anmeldung erforderlich.

Veranstaltungen

Feb 10 2017
13:33

Der Judaist Christian Wiese veranstaltet in Jerusalem Tagung zum Lutherjahr

Jüdischer Blick auf die Reformation

FRANKFURT. Ein Novum in der Forschung zur Auswirkung der Reformation auf die jüdisch-christlichen Beziehungen: Am kommenden Sonntag beginnt in Jerusalem eine dreitägige Tagung mit dem Titel „500 Years of Reformation: Jews and Protestants – Judaism and Protestantism“. Mit-Organisator ist Professor Christian Wiese, Inhaber der Martin-Buber-Professur an der Goethe-Universität. Erstmals findet damit in Israel ein internationaler, interdisziplinärer wissenschaftlicher Austausch über das Verhältnis von Juden und Protestanten statt.

Luther hat zwei sehr unterschiedliche Schriften zum Judentum verfasst, die seither immer wieder als Grundlage des Verhältnisses zwischen Christen und Juden herhielten. Die erste stammt aus dem Jahr 1523, darin kritisierte er die spätmittelalterliche Judenfeindschaft und verlangte eine missionarische Zuwendung zum Judentum – dies ist zumindest in politischer, wenn auch nicht in theologischer Hinsicht, eine verhältnismäßig „positive“ Schrift. 20 Jahre später beschuldigte er die Juden in einer hasserfüllten Schrift eines hartnäckigen, verbrecherischen Starrsinns. Nun forderte er die evangelischen Fürsten zur systematischen Diskriminierung oder Vertreibung der jüdischen Bevölkerung auf, zur Verbrennung ihrer Synagogen, und erneuerte dazu die judenfeindlichen Stereotype, die er zu Beginn der Reformation noch verworfen hatte. Eine Schrift mit unheilvollen Folgen. So waren Luthers Worte in der Geschichte des modernen Antisemitismus, nicht zuletzt bei den Pogromen 1938 allgegenwärtig.

Dennoch sei der jüdische Blick auf Luther durchaus nicht nur negativ, sagt Prof. Christian Wiese, Inhaber der Martin-Buber-Professur am Fachbereich Evangelische Theologie der Goethe-Universität. „Im 19. und frühen 20. Jahrhundert gab es eine zum Teil sehr positive Lutherrezeption im Judentum“, sagt Wiese. Man habe den Reformator vielfach idealisierend als Vordenker von Aufklärung und Freiheitsdenken gedeutet und so der kirchlichen Judenfeindschaft widersprochen. In Zusammenhang mit dem Reformationsjubiläum in diesem Jahr befassten sich viele jüdische Gemeinden in Deutschland wieder verstärkt mit der Bedeutung Luthers und der Reformation für das Judentum und das jüdisch-christliche Gespräch der Gegenwart.

Die Tagung in Jerusalem, die in enger Zusammenarbeit mit dem dortigen Leo-Baeck-Institut, dem History Department der Hebrew University Jerusalem, der Tel Aviv University und der Evangelischen Kirche in Deutschland zustande kam, nimmt dieses Verhältnis nun wissenschaftlich in den Blick. Ziel und Alleinstellungsmerkmal dieser Tagung, die von jüdischen und nichtjüdischen Historikern und Theologen aus Israel, den USA, Deutschland, Kanada, Polen, England und Tschechien bestritten wird, ist es, die Beziehungsgeschichte von Reformation und Judentum sowie Protestantismus und Judentum umfassend zu untersuchen. Dabei soll diese Beziehungsgeschichte eben auch aus der Engführung der Diskussion um die so genannten „Judenschriften“ Luthers befreit werden. „Mit Blick auf den Facettenreichtum der jüdischen Erfahrungsgeschichte mit der Reformation und ihren Folgen gibt es noch sehr viel zu forschen“, sagt der Judaist und Theologe Christian Wiese.

Die bisherige Fachdiskussion, betont er, sei vor allem innerchristlich geführt worden, die starke Beteiligung jüdischer Historiker und Theologen auf dem internationalen Forum werde den Blick öffnen. Im Zentrum stehen weniger innertheologische Betrachtungen, sondern die Rekonstruktion der komplexen – negativen wie positiven – gemeinsamen Geschichte jüdisch-protestantischer Begegnung und Auseinandersetzung aus historischer Sicht. Als Keynote Speaker konnte Prof. Susannah Heschel (Dartmouth College) gewonnen werden, die sich auf dem Gebiet der Erforschung der jüdisch-christlichen Beziehungen der Moderne einen Namen gemacht hat.Sie spricht zum Thema „Is God a Virgin? Theological Benefits and Problems in the Protestant-Jewish Relationship“.

Die Konferenz, die von der Vereinigung von Freunden und Förderern der Goethe-Universität und von der Stiftung zur Förderung internationaler Beziehungen finanziell unterstützt wird, soll ein neues Kapitel in der Forschung aufschlagen: Prof. Wiese hofft, dass die Veranstaltung eine neue, kollaborative Geschichtsschreibung zum Verhältnis von Judentum und Reformation, Judentum und Protestantismus unter Einbeziehung der jüdischen Perspektive anstoßen und weitere deutsch-jüdische sowie deutsch-israelische Projekte nach sich ziehen wird. Im Sommersemester 2017 finden an der Goethe-Universität eine öffentliche Ringvorlesung zum Thema „Judentum und Protestantismus – historische und theologische Perspektiven“ und ein Symposium statt, als gemeinsames Projekt der Martin-Buber-Professur und des Leo-Baeck-Instituts. Hier wird es ein Wiedersehen mit einigen der Teilnehmer der Jerusalemer Konferenz geben.

Informationen: Prof. Dr. Christian Wiese, Martin-Buber-Professur für jüdische Religionsphilosophie, Fachbereich Evangelische Theologie, Campus Westend, E-Mail: C.Wiese@em.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Feb 10 2017
13:32

Podiumsdiskussion mit Impulsvorträgen zum Abschluss der Vortragsreihe im Rahmen der Stiftungsgastprofessur „Wissenschaft und Gesellschaft“

Die Zukunft des Menschen

FRANKFURT. Brauchen wir ein neues „evolutionäres Selbstverständnis“, um die Herausforderungen des Anthropozäns zu bewältigen? Welche Zukunft geben uns die evolutionären Rahmenbedingungen des Menschen vor, und sind wir uns dieser „Grenzen“ bewusst? Warum spielt der Evolutionsgedanke in den Geistes- und Kulturwissenschaften bislang eine eher untergeordnete Rolle? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigen sich renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei einer Podiumsdiskussion zum Abschluss der Vortragsreihe „Woher kommt der Mensch? Ein neuer Blick auf Homo sapiens

am 15. Februar (Mittwoch) um 19 Uhr, im Senckenberg Naturmuseum, Senckenberganlage 25.

Diskutieren werden: Prof. Volker Mosbrugger, (Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung), Privatdozentin Miriam N. Haidle (Heidelberger Akademie der Wissenschaften), Prof. Hans-Dieter Mutschler (Hochschule Ignatianum, Krakau), Prof. Annette Kehnel (Universität Mannheim). Zu Beginn der Diskussion halten die Wissenschaftler kurze Impulsvorträge. Moderiert wird das Gespräch von dem Wissenschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Joachim Müller-Jung.

Die interdisziplinäre Vortragsreihe wird von der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und der Goethe-Universität veranstaltet, durch die Stiftungsgastprofessur „Wissenschaft und Gesellschaft“ der Deutsche Bank AG finanziert. In der Reihe berichteten international renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler über die atemberaubenden Fortschritte, die sich in allen die Evolution des Menschen betreffenden Disziplinen abzeichnen. Evolution wird nicht länger nur als „Survival of the Fittest“ in Bezug auf körperliche Anpassung, Kraft und Geschicklichkeit angesehen. Vielmehr wirkt sich die Funktionslogik von Selektion und Anpassung auch auf Verhaltensweisen wie Kooperation und Altruismus aus. All diese Perspektiven tragen bei zu einem neuen, integralen evolutionären Selbstverständnis des Menschen – und seiner Welt.

Die Diskutanten:
Prof. Dr. Dr. h. c. Volker Mosbrugger, geb. 1953, studierte Biologie und Chemie in Freiburg und Montpellier, promovierte in Freiburg und habilitierte sich 1989 am Paläontologischen Institut der Universität Bonn. 1990 bis 2005 hatte er den Lehrstuhl für Paläontologie am Institut für Geowissenschaften der Universität Tübingen inne, mit diversen Leitungsfunktionen. Seit 2005 ist er Direktor des Senckenberg Forschungsinstituts und Naturmuseums in Frankfurt sowie Professor für Paläontologie und Historische Geologie an der Goethe-Universität Frankfurt. Seit 2009 ist er Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung.

Privatdozentin Dr. Miraim N. Haidle, geb. 1966, studierte Urgeschichte, Vor- und Frühgeschichte, Geologie, Anthropologie und Ethnologie in Tübingen und Basel. Sie betreut als wissenschaftliche Koordinatorin die Forschungsstelle „The Role of Culture in Early Expansions of Humans“ der Heidelberger Akademie der Wissenschaften am Senckenberg Forschungsinstitut in Frankfurt und an der Universität Tübingen. Ihr Arbeitsschwerpunkt ist die kulturelle und kognitive Evolution des Menschen in Wechselwirkung mit seiner Umwelt. In verschiedenen interdisziplinären Projekten knüpft sie urgeschichtliche Forschung an aktuelle Fragen zur Geistes- und Gesellschaftsentwicklung.

Prof. Dr. Hans-Dieter Mutschler, geb. 1946, studierte Theologie, Physik und Philosophie in München, Paris und Frankfurt. In Frankfurt promovierte und habilitierte er sich an der Goethe-Universität. Er ist Professor für Naturphilosophie an der philosophisch-pädagogischen Hochschule Ignatianum in Krakau, Dozent für Naturphilosophie an der philosophisch-theologischen Hochschule St. Georgen und Lehrbeauftragter für Philosophie der Biologie an der Universität Zürich. Seine Forschungsschwerpunkte sind Naturphilosophie und der Dialog Naturwissenschaft – Theologie.

Prof. Dr. Annette Kehnel, geb. 1963, studierte Geschichte und Biologie in Freiburg, Oxford und München. Sie wurde am Trinity College Dublin promoviert und habilitierte sich 2004 an der TU Dresden mit einer Arbeit über die Franziskaner auf den Britischen Inseln. Seit 2005 ist sie Professorin für Mittelalterliche Geschichte an der Universität Mannheim. Sie ist Mitglied im Kuratorium des Deutschen Historischen Instituts, London, und hielt verschiedene Fellowships u.a. in Paris, Oxford, Cambridge, Peking, Bogotá, Fribourg (Schweiz). Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen im Bereich der Politik-, Kultur- und Wirtschaftsgeschichte, die sie mit Forschungsansätzen aus der Historischen Anthropologie verbindet.

Informationen: Dr. Julia Krohmer, Stab Wissenschaftskoordination, Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, Tel. (069)7542-1837, E-Mail: jkrohmer@senckenberg.de, Programm in Internet: www.senckenberg.de/woherkommtdermensch

Veranstaltungen

Feb 9 2017
12:13

Internationales Symposium an der Goethe-Universität zur Entstehung einer Globalen Erziehungsindustrie (GEI)

Erziehung – weltweit Objekt privater Investitionen

FRANKFURT. Seit einiger Zeit lässt sich weltweit ein gesteigertes Interesse von Unternehmen, Stiftungen und anderen Investoren am Erziehungssektor erkennen. Im Schatten dieser Entwicklungen ebenso wie von übergreifenden globalen Trends wie Ökonomisierung, Kommodifizierung und Digitalisierung haben sich mittlerweile global agierende Player herausgebildet ebenso wie eine global agierende Erziehungsindustrie (GEI). Damit einher geht die Neuausrichtung des Bildungssektors als ein von privaten Unternehmen gemanagter Bereich.

Das internationale Symposium „Economization, Commodification, Digitalization: The Emergence of a Global Education Industry“ an der Goethe-Universität widmet sich diesen neuen Phänomenen und Entwicklungen und nimmt dabei in den Blick, wie weitgehend sich eine globale Bildungsindustrie bereits ausdehnen konnte, wie sie operiert, und welchen Einfluss sie auf die öffentliche Erziehung auf allen Stufen nimmt.

Internationales Symposium: “Economization, Commodification, Digitalization: The Emergence of a Global Education Industry”, 16./17. Februar 2017, Goethe-Universität, Campus Westend, Eisenhower Saal, Raum IG 1.314.

Das Symposium wird gemeinsam von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Goethe-Universität Frankfurt am Main, dem Teachers College der Columbia University New York, der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster sowie dem internationalen Netzwerk für Bildungspolitik NORRAG mit Sitz in Genf organisiert.

Einen besonderen thematischen Höhepunkt stellt die Keynote-Präsentation des  Soziologen und Professors für Erziehungswissenschaft am IOE University College London, Stephen J. Ball, dar. Am Beispiel der Michael and Susan Dell Foundation (MSDF), deren Stiftungsaktivitäten und Investitionen im Bildungssektor in Indien wird Stephan J. Ball das komplexe, zugleich noch recht unklare Zusammen- bzw. Wechselspiel von Philanthropie, Unterstützung, Beratung und Geschäftsinteressen ausleuchten. Einer genaueren sozialwissenschaftlichen Analyse unterzogen werden Prozesse, in denen sich pädagogisch-technologische Innovation (EdTech) im Klassenzimmer und Schulsystem mit Bildungsreformbewegungen verbinden, was schließlich neue profitable Geschäftsbereiche zu eröffnen vermag (16. Februar, 16.00 Uhr, Hörsaal 8, Hörsaalzentrum Campus Westend).

Das Symposium bietet die einmalige Gelegenheit, Entwicklungen, Probleme und Herausforderungen in diesem Kontext mit international renommierten Fachleuten in den Blick zu nehmen. Nähere Informationen hierzu auf der Homepage www.symposium-gei.eu.

Medienvertreter sind herzlich eingeladen, sich einen Eindruck von Themen und Diskussionen zu verschaffen und ins Gespräch mit der Wissenschaft zu kommen.

Kontakt: Professorin Dr. Isabell Diehm & Professorin Dr. Christiane Thompson, Institut für Allgemeine Erziehungswissenschaft, Fachbereich Erziehungswissenschaften, Goethe-Universität Frankfurt am Main. Tel. (069)  798 36250; E-Mail: i.diehm@em.uni-frankfurt.de; c.thompson@em.uni-frankfurt.de

Hochschulpolitische Themen

Feb 8 2017
11:10

Vorläufige Ergebnisse der Senatswahl liegen vor: Sitzverteilung bleibt gleich

Keine Veränderungen im Parlament der Goethe-Universität

FRANKFURT. Keine Überraschungen bei der Senatswahl 2016/17 an der Goethe-Universität: Die Sitzverteilung im Senat, zentrales Gremium der Universität und Vertretung aller Statusgruppen, entspricht laut vorläufigem Wahlergebnis der Senatswahl 2014/15. Aufgerufen zur Wahl waren Professorinnen und Professoren, Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Studierenden sowie die Administrativ-technischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Insgesamt ist in allen Statusgruppen ein leichter Rückgang bei der Wahlbeteiligung zu verzeichnen.

In der Wählergruppe I waren 574 Professoren wahlberechtigt, die Wahlbeteiligung lag bei 73,87 Prozent (2014/15: 75,04 %). Drei Sitze konnten jeweils die Listen UNIVERSITAS und RATIO gewinnen. LH, Liste Hochschulentwicklung kommt auf zwei Sitze, die Demokratische Liste auf einen Sitz.

In der Wählergruppe II der Wissenschaftlichen Mitarbeiter gaben von 3765 Wahlberechtigten 896 ihre Stimme ab. Dies entspricht einer Wahlbeteiligung von 23,8 Prozent (2014/15: 25,6%). Wie bisher sind die UNABHÄNGIGE Liste, GEW/verdi und die DEMOKRATISCHE INITIATIVE jeweils mit einem Sitz im Senat vertreten.

In der Wählergruppe III – Studierende waren 46.963 zur Wahl aufgerufen, 5216 gaben ihre Stimme ab. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von 11,11 Prozent (2014/15: 12,85 %). Jeweils mit einem Sitz im Senat vertreten sind wieder Bündnis 90/Die Grünen Hochschulgruppe, Jusos und attac für eine demokratische Uni sowie der Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS)/Liberale Hochschulgruppe (LHG).

Von den 2036 Wahlberechtigten der Wählergruppe IV – Administrativ-technische Mitarbeiterinen u. Mitarbeiter gaben 797 ihre Stimme ab (39,15 %, 2014/15: 38,2%). Die „Freie Liste“ und Senatsliste verdi sind wie bisher jeweils mit einem Sitz im Senat vertreten.

Der Senat, das „Parlament“ der Universität, ist das zentrale Gremium und Vertretung aller Statusgruppen. Ihm gehören neun Professoren, drei wissenschaftliche Mitarbeiter, drei Studierende und zwei administrativ-technische Mitarbeiter an. Die Mitglieder des Präsidiums gehören dem Senat mit beratender Stimme an. Der Präsident bzw. die Präsidentin hat den Vorsitz im Senat. Das Recht zur beratenden Teilnahme an den Sitzungen des Senats haben die Dekaninnen und Dekane, der Vorsitzende des Hochschulrats, die Vorsitzenden des AStA, der Vorsitzende des Stiftungskuratoriums, die Frauenbeauftragte, die Vorsitzende des Personalrats und die Vertreterin der Schwerbehinderten.

www.wahlamt.uni-frankfurt.de

Sonstige

Feb 7 2017
17:07

Werkstattgebäude am Campus Riedberg beherbergt nun interdisziplinäre Angebote

Zentrales Schülerlabor eröffnet

FRANKFURT. Heute hat die Goethe-Universität das neue zentraleSchülerlabor GoetheLab Zentrum im Werkstattgebäude am Campus Riedberg eröffnet. In den fünf eigens umgebauten Räumen können Schulklassen das wissenschaftliche Experimentieren aus nächster Nähe kennenlernen und über Zusammenhänge diskutieren.

„Die Goethe-Universität und ihre Partner beschreiten heute neue Wege, setzen eine Tradition auf neue Weise fort: Im zentralen Schülerlabor kann Wissenschaft künftig über Fächergrenzen hinweg vermittelt werden. So können wir schon früh Begeisterung für die Wissenschaft und für das dringend notwendige vernetzte Denken streuen.“ Mit diesen Worten eröffnete Vizepräsident Enrico Schleiff im Beisein von Vertretern von Schulen, Schulverwaltung und Kultusministerium, Förderern und Wissenschaftlern das neue GoetheLab Zentrum.

In den zuvor vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung genutzten Räumen wurden vier Fachräume für die Fächer Physik, Strahlenphysik, Biologie und Chemie sowie ein Seminarraum eingerichtet. Die Räumlichkeiten wurden gleich am Eröffnungstag von einer Klasse in Betrieb genommen: Zwölftklässler von der Schule am Ried in Enkheim versuchten, einen Kriminalfall mit Experimenten aus der Physik und der Chemie zu lösen. Da wurden Fliesen mit Hilfe von Luminol und Wasserstoffperoxid auf Blutspuren untersucht, Projektile mit einem selbst nachgebauten Mikroskop miteinander verglichen, Fußspuren berechnet. „Das Experimentieren hier macht viel Spaß“, sagt die 16-jährige Lili. Man habe ganz andere Möglichkeiten als in der Schule und könne erfahren, wie es an der Uni zugeht. Wie wichtig das ist, weiß Lilis Lehrer Florian Heidenreich noch aus der eigenen Schulzeit: Er war als Schüler selbst mit dem Leistungskurs Physik an der Goethe-Uni. Mit dem heutigen Angebot sei dies aber nicht vergleichbar gewesen. „Hier lernen die Schüler: Physik ist nicht nur theoretisch, sondern kommt eigentlich überall vor“, so der Physiklehrer.

Schülerlabore gibt es an der Goethe-Universität tatsächlich schon seit vielen Jahren. Doch hing das Angebot früher vom Engagement einzelner Professoren ab, wurde das Ganze vor dem Hintergrund der Bildungsstudien PISA und TIMSS wie an vielen anderen Universitäten vor rund zehn Jahren institutionalisiert. Schülerlabore in Disziplinen wie Physik, Chemie, Biologie und Neurowissenschaften entstanden, regelmäßig nehmen mehr als 8000 Schüler jährlich diese Angebote wahr, experimentieren unter fachlicher Anleitung und lernen dabei die Welt der Wissenschaften und verschiedene Institute kennen. Doch nicht nur die Schüler profitieren davon, wie Prof. Arnim Lühken, Leiter des GoetheLabs, bei der Eröffnung erklärte: „Hier haben die Studierenden der Lehramtsstudiengänge früh Kontakt zu denjenigen, mit denen sie später arbeiten werden.“ Der Erfolg der Labore werde auch evaluiert und fachdidaktisch erforscht, die jeweiligen Fachdidaktiken kümmern sich um die Weiterentwicklung der Aufgaben. „Es geht nicht darum, busseweise Schüler durch die Labore zu schleusen. Sondern wir haben ein Ziel: Motivation zu wecken und Fähigkeiten zu schulen“, so Prof. Lühken.

Die Labore an den Fachbereichen wird es größtenteils auch weiterhin geben. Die zentralen Räumlichkeiten sollen vor allem für interdisziplinäre Projekte genutzt werden. Das Konzept hierfür entstand 2014, es soll Natur-, Geistes- und Sozialwissenschaften miteinander vernetzen in Projekten, zum Beispiel zum Klimawandel oder zur Elektromobilität. Nun gibt es dafür auch die Räume.

Der Umbau der vier Räume in der Werkstattzentrale am Campus Riedberg wurde möglich durch die großzügige Spende eines ehemaligen Studenten der Informatik. Der mittlerweile 27-jährige Gönner Yi Shi, der in China ein erfolgreiches Internetunternehmen aufgebaut hat, wollte seiner Alma Mater etwas zurückgeben und spendete 300.000 Euro. Dr. Sönke Bästlein von der Vereinigung von Freunden und Förderern der Goethe-Universität lobte die philantropische Strategie des Spenders, jungen Menschen den Zugang zur Universität zu erleichtern. Yi Shis Lebensmotto „play hard, work harder“ passe ebenfalls gut ins Umfeld der Universität.

Die Grundlage für das GoetheLab wurde durch den Aufbau der Schülerlabore in den vergangenen Jahren geschaffen, der ohne Partner nicht machbar gewesen wäre. Die Goethe-Universität dankt herzlich allen Spendern und Sponsoren: Adolf Messer Stiftung, Frankfurter Förderverein für physikalische Grundlagenforschung e. V., Stiftung Flughafen Frankfurt/Main für die Region, Gemeinnützige Hertie-Stiftung, Goethe Schüler Labor Förderverein e. V., GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH, Vereinigung von Freunden und Förderern der Goethe-Universität, Stiftung Polytechnische Gesellschaft.

Bilder und Bildunterschriften zum Download unter: www.uni-frankfurt.de/65324888

Information: Dr. Edith Nitsche, Institut für Didaktik der Chemie, Fachbereich Biochemie, Chemie und Pharmazie, Campus Riedberg, Telefon 069 798-29588, E-Mail nitsche@chemie.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Feb 7 2017
11:40

Frankfurter Jura-Studenten verhandeln im „Moot Court“ im Landgericht eine echte Wirtschaftsstrafsache

Fast wie im richtigen Leben

FRANKFURT. Es geht um Immobilienbetrug: Beim zweiten Frankfurter Wirtschaftsstrafrechts-„Moot Court“ haben Jura-Studentinnen und -Studenten am 13. Februar Gelegenheit, einen Gerichtsprozess unter realen Bedingungen zu gestalten und zu erleben. Der Ausgang ist offen, die Öffentlichkeit willkommen.

Ein realer Fall, ein reales Gericht, reale Richter: Kein Wunder ist die Teilnahme an diesem Moot Court so begehrt, dass es eigens ein Bewerbungsverfahren für die Studierenden geben muss. Nach wochenlanger Vorbereitung stellt die Gerichtsverhandlung

am Montag, 13. Februar, ab 9 Uhr in Saal E II des Landgerichts Frankfurt Gerichtsstraße 2, 60313 Frankfurt am Main (Eingang über Konrad-Adenauer-Straße)

den Höhepunkt der Veranstaltung dar, die der Lehrstuhl Prof. Matthias Jahn zum zweiten Mal anbietet und die von der Wirtschaftsrechtlichen Vereinigung e.V. (WisteV) mitorganisiert und gefördert wird.

Neu bei der zweiten Auflage ist, dass auch eine simulierte Durchsuchungssituation in den Ablauf integriert wurde. Dem (späteren) Angeklagten wird zur Last gelegt, die Zwangsvollstreckung in einer Villa an der Kennedyallee durch falsche Erklärungen gegenüber öffentlichen Stellen verhindert zu haben. So habe er den Zugriff der Gläubiger verhindern und die hochpreisige Immobilie dem Eigentümer erhalten wollen. Da ist entschlossenes Handeln geboten.

Die Studierenden waren in zwei Gruppen aufgeteilt: Die eine Gruppe bereitete die Anklage vor, die andere fungierte als Verteidiger. Unterstützt wurden sie dabei von zwei erfahrenen Rechtsanwälten. Die „Staatsanwaltschaft“ musste nun selbständig eine so genannte „Mock Dawn Raid“ durchführen, um belastendes Material zu finden. Ein Seminarraum war zuvor entsprechend „präpariert“. Alles musste – wie im richtigen Leben – sehr schnell gehen. Schließlich der Delinquent wartet nicht, bis genügend Indizien gegen ihn vorliegen. Dabei galt es, die Regeln des Strafprozesses einzuhalten. Denn auf Fehler der Staatsanwaltschaft lauerte die Verteidigung geradezu. Es ging in den Auseinandersetzungen u.a. darum, inwieweit die Staatsanwaltschaft berechtigt ist, Verteidigerunterlagen, Kontoauszüge und Tagebücher zu beschlagnahmen. Das mussten die Studierenden während der Durchsuchung abwägen.

Die Anklageschrift wird nun vor einem Richter verhandelt, der dem 2. Senat des Bundesgerichtshofs angehört: Prof. Christoph Krehl, der zudem an der Goethe-Universität als Honorarprofessor lehrt, ist auch beim zweiten Mal mit dabei. Als Beisitzer treten auf: der bekannte Strafverteidiger Prof. Jürgen Taschke und Dr. Rudolf Kriszeleit, früher Staatsanwalt und hessischer Justizstaatssekretär.

Die Verhandlung findet zweimal in unterschiedlicher Besetzung auf Seite der Studierenden statt. Der Ausgang ist jeweils offen: Bei der Erstauflage kam es einmal zur Verurteilung, einmal zum Freispruch des Angeklagten. So lernen die Studierenden, dass vor Gericht außer juristischem Sachverstand auch Fähigkeiten wie strategisches Denken und Reaktionsvermögen gebraucht werden.

Informationen: Heike Brehler, Lehrstuhl Prof. Dr. Matthias Jahn, Fachbereich Rechtswissenschaft, Campus Westend, Telefon 069 798-34336, E-Mail: sekretariat-jahn@jura.uni-frankfurt.de

Forschung

Feb 7 2017
11:01

Ergebnisse ihrer Well-being-Studie zu den Großräumen Frankfurt und Stuttgart wollen IWAK-Wissenschaftler auf kommunaler Ebene diskutieren

Der regionale Blick: Lebensqualität im Vergleich

FRANKFURT. Inzwischen gibt es viele internationale Studien, die die Lebensqualität in einzelnen Staaten vergleichen. Doch Wohlstandsmessungen, die Unterschiede im regionalen Bereich unter die Lupe nehmen, sind eher selten. Jetzt hat das Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK) an der Goethe-Universität in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (GEWAK) eine Studie vorgelegt, die untersucht, wie sich das Well-being in den beiden Metropolregionen FrankfurtRheinMain und Stuttgart zwischen 2000 und 2011 verändert hat.

Ein wichtiges Ergebnis: Im Rhein-Main-Gebiet sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Städten und Kreisen wesentlich größer als rund um Stuttgart – und das hat sich auch in fast zehn Jahren nicht deutlich verändert. „Das lässt darauf schließen, dass die Lebensqualität innerhalbder Region Stuttgart erheblich geringeren Unterschieden unterliegt als in Rhein-Main“, so Prof. Alfons Schmid, der sowohl im Leitungsgremium des IWAK als der GEWAK ist (www.iwak-frankfurt.de/wp-content/uploads/2016/06/RegionalesWell-being.pdf). Und eine weitere Erkenntnis, die nicht so verblüffend erscheint:Das Einkommen hat die relativ größte Bedeutung, auch wenn weitere Well-being-Indikatoren einbezogen werden.

Für die Akteure in den beiden Regionen, ob in den Verwaltungen oder der Politik, birgt die Detailanalyse des umfangreichen Zahlenwerks eine Menge bisher noch unbekannter Indizien, wie die Lebensqualität in ihrem Umkreis einzuschätzen ist und wo es Handlungsbedarf gibt. In den kommenden Wochen und Monaten will Schmid auf der Grundlage der Einzeldaten mit Verantwortlichen in Städten und Kreise der Rhein-Main-Region Gespräche führen und mit ihnen darüber diskutieren, wo Defizite erkennbar sind und wie diese gemildert werden können. Im Gepäck wird er die „Indikatorenauswahl zur Messung von regionalem Well-being“ und die konkreten Zahlen für die jeweilige Kommune haben. „Die konkrete Umsetzung unserer Studie in kommunalpolitische Handlungsoptionen liegt mir besonders am Herzen, die möchte ich anstoßen. Daraus kann sich durchaus ein langwieriger diskursiver Prozess entwickeln, der in den einzelnen Kreisen und Städten auf verschiedenen Ebenen geführt werden sollte“, so der Wirtschaftswissenschaftler Schmid, Mitbegründer des IWAK, das sich seit Jahrzehnten an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Politikberatung etabliert hat.

Es gibt eine Reihe von Begriffen, die als Maß für gesellschaftlichen Wohlstand, verwandt werden: Well-being oder Lebensqualität, Wohlfahrt oder Wohlbefinden. Gemeinsam ist all den wissenschaftlichen Ansätzen, die einen dieser Begriffe wählen, der Versuch, von einer rein ökonomischen Messung orientiert am Bruttoinlandsprodukt wegzukommen und Wohlstand ganzheitlich nach objektiven Lebensbedingungen zu betrachten. Genutzt werden ausschließlich offiziell zur Verfügung stehende Daten, die beispielsweise von den Statistischen Ämtern oder der Bundesanstalt für Arbeit kommen. Befragungen von Einzelpersonen gehören nicht zum Untersuchungsdesign dieser Studie.

Das Team um Schmid hat – vergleichbar mit nationalen Untersuchungen – drei Oberkategorien gewählt, um Well-being zu messen: materieller Wohlstand, Soziales/Teilhabe und Ökologie. „Nun haben wir die zehn Unterkategorien nicht gleich gewichtet“, sagt Schmid. Vielmehr nutzten die Wissenschaftler des IWAK in enger Kooperation mit Prof. Horst Entorf vom Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Goethe-Universität ein statistisch-ökometrisches Verfahren (Structural Equation Modelling), das die unterschiedliche Bedeutung der Kategorien berücksichtigt und in dieser Studie erstmalig auf kleinräumiger Ebene angewandt wurde. So hat u.a. das Einkommen einen Gewichtungsfaktor von 1, die Lebenserwartung von 0,9, der Anteil Harz-IV-Bezieher von minus 0,6, die Feinstaubbelastung von minus 0,3.

Innerhalb der Region Frankfurt sind die Unterschiede beim Well-being zwischen den einzelnen Städten und Kreisen wesentlich größer als im Stuttgarter Raum – und das hat sich auch in fast zehn Jahren nicht deutlich verändert. So betrug der Unterschied zwischen dem Kreis mit dem höchsten Gesamtindex und dem Kreis mit dem niedrigsten Index 2011 64 Punkte, in der Region Stuttgart lag er dagegen bei 24 Punkten. „Das lässt den Schluss zu, dass die Lebensverhältnisse in der Region Stuttgart deutlich ausgeglichener sind“, erklärt Schmid.

Beim Vergleich zwischen den beiden ausgewählten Regionen lag das objektive Well-being in Stuttgart durchgehend über dem in Frankfurt, wenn auch der Unterschied nicht sehr gravierend war. Die Entwicklungstrends in den zwei Regionen sind relativ ähnlich: Der Well-being-Index stieg in Frankfurt zwischen 2000 und 2011 von 31 auf 61, in Stuttgart von 39 auf 69. Bei den Einzelindikatoren bestehen teilweise geringe, teilweise größere Differenzen: So betrug das verfügbare Einkommen 2011 in der Region Frankfurt 21.099 Euro, in der Region Stuttgart 22.666 Euro, die Verschuldung pro Kopf betrug 2009 in Frankfurt 1.750 Euro, in Stuttgart 415 Euro, die Sekundarabschluss-II-Quote 2011 in der Region Frankfurt 35%, in Stuttgart 29%, der Anteil der Erholungsflächen 2011 in Frankfurt 41,5%, in Stuttgart 37,5%.

Informationen: Prof. Dr. Alfons Schmid, Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK), Tel. (069) 798-28229, E-Mail: alfons.schmid@em.uni-frankfurt.de

Die Studie zum Herunterladen:
www.iwak-frankfurt.de/wp-content/uploads/2016/06/RegionalesWell-being.pdf

Hochschulpolitische Themen

Feb 6 2017
12:04

Hochschule erhält Förderung des Stiftungsfonds Deutsche Bank im Stifterverband

Unterstützung von Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund an der Goethe-Universität

FRANKFURT. Die Goethe-Universität war mit ihrem Antrag im Förderprogramm „Angekommen, integriert, qualifiziert!“ des Stiftungsfonds Deutsche Bank im Stifterverband zur Unterstützung von Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund an Hochschulen erfolgreich. Unter knapp 50 Bewerbern wurde die Goethe-Universität als eine von sieben Hochschulen ausgewählt und erhält insgesamt 50.000 € zur Umsetzung ihres Konzepts Service4 zur Förderung Studierender mit Fluchthintergrund im Studienverlauf. Von den Fördermitteln werden 32.000 € als Strukturfördermittel eingesetzt und 18.000 € werden zur Vergabe von zehn Jahresstipendien für Geflüchtete im Rahmen des Deutschlandstipendiums der Goethe-Universität verwendet. Diese Mittel werden aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (MBF) verdoppelt, so dass zehn Deutschlandstipendien in Höhe von monatlich 300 € an geflüchtete Studierende vergeben werden, damit sie monetäre und ideelle Unterstützung erhalten können.

„Wir freuen uns sehr, dass wir mit unserem Antrag im Förderprogramm ‚Angekommen, integriert, qualifiziert!‘ punkten konnten. Nun können wir noch viel gezielter Geflüchteten eine Perspektive im Studium und auch darüber hinaus bieten“, betont Tanja Brühl, Vizepräsidentin für Lehre an der Goethe-Universität. Die Universität hat in den letzten Jahren ein vielfältiges Beratungsangebot aufgebaut, das Studierende beim erfolgreichen Studienstart, dem weiteren Studienverlauf und dem Übergang ins Berufsleben unterstützt. Seit Sommer 2015 sind diese Angebote um Elemente für geflüchtete Studierende ausgebaut worden. Hier ist vor allem das „Academic Welcome Program“ zu nennen. Ziel der verschiedenen Maßnahmen ist es, die Integration von Studierenden mit Fluchthintergrund in das Hochschulsystem zu fördern.

Mit den Fördermitteln sollen Studierende mit Flucht- und Migrationsverlauf nun im Studienverlauf durch folgende Projekte unterstützt werden: (1) Aufbau einer Servicestelle „Studium & Flucht“ im International Office; (2) Ausbau des Bereichs Service Learning mit einem Hilfskräfte-Pool; (3) Aufbau von neuen Workshop-Angeboten im International Career Service; und (4) monetäre Unterstützung und ideelle Förderung durch Deutschlandstipendien für Geflüchtete.

Die neue Servicestelle „Studium & Flucht“ soll eine niederschwellige Anlauf- und Verweisstelle für Studierende mit Fluchterfahrung im Fachstudium bieten. Um einen erfolgreichen Studienverlauf zu ermöglichen, ist es wichtig, dass die Geflüchteten schon zu Beginn des Studiums wissen, welche Aufgaben und gegebenenfalls Schwierigkeiten im Verlauf eines Studiums auf sie zukommen können. Zur Optimierung von bestehenden Service Learning Angeboten sowie der Ausweitung des Angebotes in diesem Bereich soll ein „Hilfskräfte-Pool“ eingerichtet werden, um Lehrende, die Service Learning durchführen, zu unterstützen. Bevorzugt würden für diese Stellen Studierende mit Fluchterfahrung oder Migrationshintergrund angestellt, um eine Brücke zu den teilnehmenden Studierenden mit ähnlichen Erfahrungen zu bauen. Geflüchtete benötigen genau wie alle Studierenden – aber in noch höherem Maße – Unterstützung bei der Berufsorientierung, Bewerbung und Vorbereitung auf den Berufseinstieg. Deshalb sollen spezielle Angebote mit Hilfe dieser Förderung für die Zielgruppe geplant und realisiert werden.

Weitere Informationen: Dr. Stephanie Dinkelaker, Referentin für Studium und Lehre Präsidialbüro. Goethe-Universität Frankfurt, Tel. (069) 798-12344;dinkelaker@pvw.uni-frankfurt.de; www.stifterverband.org/angekommen-integriert-qualifiziert; www.uni-frankfurt.de/58025323/Academic-Welcome-Program

Veranstaltungen

Feb 3 2017
15:21

„Rundgang“ zeigt Arbeiten der Studierenden

Semesterausstellung im Institut für Kunstpädagogik

FRANKFURT. Für den „Rundgang“ öffnet das Institut für Kunstpädagogik an der Goethe-Universität wieder seine Tore: Am Mittwoch und Donnerstag, den 8. und 9. Februar, präsentieren die Studentinnen und Studenten des Instituts ihre Arbeiten aus dem vergangenen Semester. Dazu sind alle Interessierten herzlich eingeladen.

Die Ausstellung findet auf dem gesamten Gelände der alten Fabrik des Campus Bockenheim statt. Es werden Gemälde, (Raum-)Installationen, Fotografien, Videos und Zeichnungen aus den Bereichen Plastik, Neue Medien, Malerei und Grafik gezeigt. Die Ausstellung gewährt Einblicke in die Vielfalt der künstlerischen Ansätze und Arbeitsweisen sowie in die fachdidaktischen Bereiche des kunstpädagogischen Instituts.

Die Vernissage zur Ausstellung „Rundgang“ findet statt am Dienstag, den 7. Februar, um 19 Uhr in der Ausstellungshalle des Instituts für Kunstpädagogik, Sophienstr. 1–3. Die Ausstellung ist am Mittwoch und Donnerstag, den 8. und 9. Februar, von 13 bis 20 Uhr geöffnet. Finissage: Donnerstag, den 9. Februar, ab 20 Uhr in der Ausstellungshalle.

Kontakt: Harry Wolff, Institut für Kunstpädagogik, Goethe-Universität Frankfurt. Tel. (069)798-23947, H.Wolff@kunst.uni-frankfurt.de; www.uni-frankfurt.de/43890858/kunstpaed

Forschung

Feb 3 2017
14:21

Ziele: Tierversuche verringern und durch neue Verfahren ersetzen

Neue Professur für Tierschutz an der Goethe-Universität

FRANKFURT. Die Goethe-Universität hat eine neue Professur für 3R-Verfahren im Tierschutz eingerichtet. Ziel ist es, Methoden zu erforschen, die Tierversuche ersetzen oder deren Zahl zumindest verringern. Die Professur, die in den ersten fünf Jahren durch Landesmittel substanziell unterstützt wird, ist mit der Pharmazeutin Prof. Maike Windbergs besetzt worden.

Wissenschaftsminister Boris Rhein: „Die Landesregierung ist sich der schwierigen Abwägung zwischen den Erfordernissen in der Grundlagenforschung einerseits und den Anforderungen des Tierschutzes andererseits bewusst. Mit den neuen Professuren für 3R Tierschutz fördern wir gezielt die Erforschung von so genannten 3-R-Verfahren zur Erforschung von Vermeidungs-, und Verringerungsmethoden für Tierversuche,  Neben der Professur an der Goethe-Universität Frankfurt unterstützt die Landesregierung im gleichen Zeitraum eine weitere Professur an der der Justus-Liebig-Universität Gießen. Insgesamt investiert die Landesregierung in die Co-Finanzierung der beiden Professuren für
3 R Tierschutz rund zwei Millionen Euro.“

„Durch noch prädikativere In-Vitro-Modelle und effektivere Translation können unsere Wissenschaftler/innen die vorklinische Phase bei der Arzneimittelentwicklung signifikant verkürzen. Dadurch vermindert sich der Bedarf an Labortieren“, so Universitätspräsidentin Prof. Birgitta Wolff.

Die medizinische Forschung wird vermutlich nie vollständig auf Tierversuche verzichten können. Aber es ist möglich, umfangreiche Vorstudien an Tieren durch Laborversuche in Reagenzglas und Petrischale (in-vitro-Modelle) oder durch Computersimulationen (in-silico-Modelle) zu ersetzen. Wenn das nicht möglich ist, kann man das Leiden von Tieren zumindest quantitativ und qualitativ verringern. Diese Strategie wird als „3-R-Strategie“ bezeichnet: Reduction – Refinement – Replacement.

Die „Professur für Pharmazeutische Technologie mit dem Forschungsschwerpunkt 3R-Verfahren“, so die offizielle Bezeichnung, ist hervorgegangen aus einer erfolgreichen Bewerbung der Goethe-Universität bei einer Ausschreibung der hessischen Landesregierung. Diese hatte die hessischen Hochschulen 2014 aufgefordert, Konzepte für Tierschutz-Professuren vorzulegen. Die Wahl fiel auf die Goethe-Universität und die Justus-Liebig-Universität Gießen. Beide Konzepte ergänzen sich. Ein Teil der Frankfurter Professur wird aus Mitteln des Johanna-Quandt-Jubiläumsfonds finanziert.

Der Schwerpunkt von Prof. Maike Windbergs wird auf Replacement-Strategien liegen. Sie versucht, natürliche Zellverbände durch dreidimensionale Zellkulturen realitätsnah nachzuahmen, um daran neu entwickelte Wirkstoffe zu testen. Ihre Professur ist am Fachbereich Biochemie, Chemie und Pharmazie der Goethe-Universität angesiedelt und erlaubt damit eine enge Zusammenarbeit mit der Grundlagenforschung.

Maike Windbergs, geboren 1980 in Düsseldorf, studierte Pharmazie an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Nach ihrer Approbation zur Apothekerin schloss sie ihre Doktorarbeit an den Universitäten in Düsseldorf, Helsinki und Enschede (NL) an. Von 2009 bis 2010 war sie Postdoktorandin an der School of Engineering and Applied Sciences der Harvard University (USA). Anschließend wurde sie Nachwuchsgruppenleiterin am Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland und der Universität des Saarlandes. Dort habilitierte sie sich im Dezember 2016.

Informationen: Prof. Maike Windbergs, Institut für Pharmazeutische Technologie, Campus Riedberg, Sekretariat: Hannelore Berger, Tel.: (069) 798 29681, berger@em.uni-frankfurt.de.

Sonstige

Feb 3 2017
11:58

Ein Fach mit wachsender gesellschaftlicher Relevanz: Porträt des Bachelor-Studienganges Ethnologie im neuen UniReport

Die Welt im Blick

FRANKFURT. Von einem ‚Orchideenfach‘ kann man angesichts von 1.700 Studierenden gewiss nicht (mehr) sprechen: Der Bachelor-Studiengang Ethnologie an der Goethe-Universität erfreut sich einer großen Beliebtheit. Und das hat offensichtlich in ganz erheblichem Maße mit seiner wachsenden gesellschaftlichen Relevanz zu tun: Das früher eher historisch ausgerichtete Fach hat sich aktuellen Fragen zugewandt. In einer globalisierten Welt, vor allem in pluralistischen Einwanderungsgesellschaften, wird zunehmend kulturelles Wissen benötigt, um „Reibungsverluste“ zu vermeiden, wie Prof. Susanne Schröter, geschäftsführende Direktorin des Instituts für Ethnologie, im aktuellen UniReport betont.

Für das forschende Lernen, das im Fach großgeschrieben wird, müssen die Studierenden heute nicht unbedingt mehr in exotische Länder reisen: Denn interessantes Material für die Feldforschung finden sie mittlerweile auch in Frankfurter Schulen oder Flüchtlingsunterkünften. Auch das berufliche Anforderungsprofil verändert sich: Daher werden die Studierenden bereits im Bachelorstudiengang auf wichtige Kompetenzen wie beispielsweise Projektentwicklung und Projektmanagement vorbereitet.

Die weiteren Themen im aktuellen UniReport:

  • Verkümmert das selbständige Denken? Biologie-Didaktiker Hans Peter Klein übt im neuen UniReport Kritik am Kompetenzbegriff des Bildungssystems.
  • Hessens jüngster Studi: Fabian Vogel hat sein Studium der Informatik an der Goethe-Universität mit 15 begonnen.
  • Vom selbstgebauten PC zum Supercomputer: Der Informatiker Prof. Volker Lindenstruth machte sein Hobby zum Beruf.
  • „Adorno war mein Held“: Der renommierte Politikwissenschaftler Prof. Bassam Tibi über sein Frankfurter Studium bei Adorno, über Integration und über die Lage in seiner früheren Heimat Syrien. 
  • Das Phänomen Bob Dylan: Der Erziehungswissenschaftler Prof. Dieter Nittel unterzieht den frischgebackenen Nobelpreisträger einer „lernbiographischen Deutung“.
  • Die digitale Transformation aktiv gestalten: Ein neuer berufsbegleitender MBA an der Goethe Business School vermittelt Kompetenzen für die Herausforderungen des digitalen Zeitalters.
  • RiedbergTV: Ein studentisches Projekt bildet Fächer und Leben auf dem naturwissenschaftlichen Campus Riedberg ab.

Der UniReport 1/2017 steht zum kostenlosen Download bereit unter
www.uni-frankfurt.de/65279188 (pdf).

Veranstaltungen

Feb 3 2017
10:51

Vortrag von Prof. Melanie Wald-Fuhrmann im Rahmen der Stiftungsgastprofessur „Wissenschaft und Gesellschaft“

„Ständchen, Schlaflied oder Kriegsgeschrei? –Theorien zum Ursprung der Musik"

FRANKFURT. Warum gibt es Musik? Und was ist Musik eigentlich? Schon in den Mythen und Legenden vieler Völker weltweit wurden diese Fragen aufgegriffen und auf oft erstaunlich ähnliche Weise beantwortet. „Ständchen, Schlaflied oder Kriegsgeschrei? Theorien zum Ursprung der Musik und ihrer Funktion für den Menschen“ – das ist der Titel eines Vortrag, den Prof. Dr. Melanie Wald-Fuhrmann vom Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik, Frankfurt, hält

am 8. Februar (Mittwoch) um 19.30 Uhr, im Hörsaal, Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum, Georg-Voigt-Straße 14.

Der Vortrag findet statt im Rahmen der interdisziplinären Vortragsreihe „Woher kommt der Mensch? Ein neuer Blick auf Homo sapiens“. Sie wird veranstaltet von der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und der Goethe-Universität und durch die Stiftungsgastprofessur „Wissenschaft und Gesellschaft“ der Deutsche Bank AG finanziert. Die Moderation an diesem Abend übernimmt Prof. Dr. Andreas Mulch, stellvertretender Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung.

Zur Erklärung vom Ursprung und Wesen der Musik gehört immer auch eine Bestimmung ihrer Funktionen. Die Funktionen, die am intensivsten als möglicher Ursprung der Musik diskutiert werden, sollen im Vortrag zur Sprache kommen. Dabei gilt es, Argumente und Erkenntnisse aus so verschiedenen Disziplinen wie Evolutionstheorie, Biologie, Sprachwissenschaft und Psychologie zusammenzutragen und gegeneinander abzuwägen.

Melanie Wald-Fuhrmann, geb. 1979, studierte Musikwissenschaft und Gräzistik in Rostock, Marburg, Salzburg und an der Freien Universität Berlin und wurde am Musikwissenschaftlichen Institut der Universität Zürich promoviert. Ihre Dissertation wurde 2009 mit dem Max-Weber-Preis der Bayerischen Akademie der Wissenschaften ausgezeichnet. 2009 erfolgte ihre Habilitation zum Thema „Melancholie in der Instrumentalmusik um 1800“. Melanie Wald-Fuhrmann war 2010/11 Professorin für Musikwissenschaft an der Musikhochschule Lübeck und lehrte dann an der Humboldt-Universität zu Berlin als Professorin für Musiksoziologie und historische Anthropologie der Musik. Seit 2013 leitet sie die Musik-Abteilung am neu gegründeten Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik in Frankfurt.

In der Vortragsreihe berichteten international renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler über die atemberaubenden Fortschritte, die sich in allen die Evolution des Menschen betreffenden Disziplinen abzeichnen. Das ermöglicht ganz neue Antworten auf die große Frage nach dem, was uns ausmacht. Evolution wird nicht länger nur als „Survival of the Fittest“ in Bezug auf körperliche Anpassung, Kraft und Geschicklichkeit angesehen. Vielmehr wirkt sich die Funktionslogik von Selektion und Anpassung auch auf Verhaltensweisen wie Kooperation und Altruismus aus. All diese Perspektiven tragen bei zu einem neuen, integralen evolutionären Selbstverständnis des Menschen – und seiner Welt.

Weiterer Termin:

15. Februar 2017, Senckenberg-Naturmuseum, Senckenberganlage 25, 19 Uhr
Podiumsdiskussion mit Impulsvorträgen
„Ein neuer Blick auf Homo sapiens – die Zukunft des Menschen“
Moderation: Joachim Müller-Jung, Frankfurter Allgemeine Zeitung
Gesprächspartner:
Prof. Dr. Dr. h. c. Volker Mosbrugger, Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, Frankfurt
PD Dr. Miriam N. Haidle, Heidelberger Akademie der Wissenschaften
Prof. Dr. Hans-Dieter Mutschler, Hochschule Ignatianum, Krakau
Prof. Dr. Annette Kehnel, Universität Mannheim

Die abschließende Podiumsdiskussion beginnt bereits um 19 Uhr und findet im Senckenberg Museum statt.

Informationen: Dr. Julia Krohmer, Stab Wissenschaftskoordination, Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, Tel. (069)7542-1837, E-Mail: jkrohmer@senckenberg.de, Programm in Internet: www.senckenberg.de/woherkommtdermensch

Forschung

Feb 3 2017
09:50

Zellen verändern Größe und Füllung der Vesikel für Botenstoffe

Molekulare „Gangschaltung“ für Nervensignale

FRANKFURT. Nervenzellen kommunizieren über Botenstoffe, die in kleinen Bläschen (Vesikeln) portionsweise verpackt sind. Sie schütten dazu den Inhalt dieser Vesikel in den synaptischen Spalt aus, der sie vom Nachbarn trennt. Jetzt haben Forscher der Goethe Universität beim Fadenwurm entdeckt, dass die Vesikel auch unterschiedlich gefüllt sein können. Gesteuert wird die Füllmenge über den Signalstoff cAMP.

Wird ein Neuron elektrisch angeregt, verschmelzen die Vesikel mit der Zellmembran. So gelangen die Botenstoffe aus dem Inneren des Neurons in den synaptischen Spalt. Je nach Stärke des Signals kann die Nervenzelle mehr oder weniger Vesikel pro Zeit ausschütten. Das ist einem molekularen Gaspedal des Neurons vergleichbar.

„Was wir jetzt entdeckt haben, entspricht dagegen einer Gangschaltung: So wie man bei gleichem Gas in einem höheren Gang eine höhere Geschwindigkeit erreichen kann, löst die Nervenzelle eine stärkere neuronale Aktivität aus, indem sie die Vesikel bei gleichbleibender Anzahl mit mehr Botenstoffen füllt“, erklärt Prof. Alexander Gottschalk vom Buchmann Institut für molekulare Lebenswissenschaften der Goethe Universität.

Wie die Forschergruppe in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Current Biology“ berichtet, führt der intrazelluläre Signalstoff cyclo-AMP (cAMP) innerhalb der Nervenzellen zur Aktivierung der Neurotransmission. Sie fanden dies heraus, indem sie den Signalstoff  durch optogenetische Methoden in den Motorneuronen des Fadenwurms Caenorhabditis elegans vermehrt erzeugten. Dazu schleusten sie ein lichtaktiviertes Enzym, das cAMP bilden kann, spezifisch in die für Bewegung zuständigen Motorneurone des Wurms ein. Wurden die Tiere mit Licht einer bestimmten Frequenz bestrahlt, entstand mehr cAMP und die Fadenwürmer bewegten sich schneller.

Durch Elektrophysiologie konnten die Forscher nachweisen, dass cAMP die Verschmelzung von synaptischen Vesikeln mit der Membran der Nervenzelle anregt. Gleichzeitig nahm aber auch die Füllung der synaptischen Vesikel mit dem Transmitter Acetylcholin zu. Dies war mit einer elektronenmikroskopisch messbaren Vergrößerung der Vesikel verbunden. Die akute „Extrafüllung“ der Vesikel innerhalb weniger Sekunden wird durch weitere Botenstoffe, sogenannte Neuropeptide ausgelöst. Die optogenetisch stimulierten Neuronen schütten sie aus, um einen Gang höher zu schalten.

Die Forscher vermuten, dass dieser neue Mechanismus zur Kontrolle von Neurotransmission über Neuropeptide nicht nur im Bewegungsnervensystem von Fadenwürmern vorkommt, sondern auch bei Wirbeltieren oder sogar beim Menschen. Denn Neuropeptide werden auch in den Motorneuronen höherer Tiere gefunden - ihre Funktion ist bislang jedoch nur ungenügend bis gar nicht verstanden. Die Arbeitsgruppe von Alexander Gottschalk will nun untersuchen, ob der Mechanismus auch in Wirbeltieren wie Zebrafischen zum Tragen kommt.

Publikation: Wagner Steuer Costa, Szi-chieh Yu, Jana F. Liewald, Alexander Gottschalk: Fast cAMP Modulation of Neurotransmission via Neuropeptide Signals and Vesicle Loading, in: Current Biology, 2. Februar 2017, online; http://dx.doi.org/10.1016/j.cub.2016.12.055).

Ein Bild zum Download finden Sie unter: www.uni-frankfurt.de/65276319

Bildtext: Dünnschnitt durch die Synapse eines Motorneurons des Fadenwurms Caenorhabditis elegans. Die synaptischen Vesikel (grün, rot) sind von der neuronalen Hüllmembran (orange) umgeben. Rote Vesikel sind fusionsfähig. Die blau markierten Vesikel enthalten Neuropeptide, mit denen die Zelle die Füllung der roten und grünen Vesikel kontrolliert. Copyright: Szi-chieh Yu und Wagner Steuer Costa, Goethe Universität.

Informationen: Prof. Alexander Gottschalk, Molekulare Zellbiologie und neuronale Biochemie, Buchmann Institut für Molekulare Lebenswissenschaften (BMLS), Campus Riedberg, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-42518; a.gottschalk@em.uni-frankfurt.de.

Sonstige

Feb 2 2017
11:18

Goethe-Universität kooperiert mit dem Weltverband Deutscher Auslandsschulen (WDA)

Auslandserfahrung für Lehramtsstudierende

Lehramtsstudierenden Praxisphasen im Ausland zu ermöglichen: Das ist Inhalt und Ziel der neuen Kooperation zwischen der Johann Wolfgang Goethe-Universität (GU) und dem Weltverband Deutscher Auslandsschulen (WDA). Die Zusammenarbeit ermöglicht jährlich zahlreichen Lehramtsstudierenden der Goethe-Universität Schulpraktische Studien an einer der 140 anerkannten Deutschen Auslandsschulen weltweit zu absolvieren. Die Studierenden verbringen dabei mehrere Monate im Ausland.

Die Vorteile eines Schulpraktikums im Ausland beschränken sich nach Ansicht von Prof. Dr. Daniela Elsner, Direktorin für Internationalisierung der Akademie für Bildungsforschung und Lehrerbildung (ABL), nicht nur auf die Verbesserung von Sprachkompetenzen, sondern auch auf den Erwerb interkultureller Kompetenzen, welche vor dem Hintergrund zunehmend heterogener Lehr- und Lernkontexte von besonderer Bedeutung sind. „Lehrkräfte, die internationale Schulerfahrung bereits während ihres Studiums sammeln und diese reflektieren konnten, werden besser darauf vorbereitet sein, ihre Schülerinnen und Schüler auf die Chancen und möglichen Unsicherheiten einer globalisierten Gesellschaft vorzubereiten. Darüber hinaus können Lehrkräfte ihre eigenen Mobilitätserfahrungen in ihren Unterrichtsalltag einfließen lassen. Gemeinsam mit dem WDA wollen wir nun dieses Thema angehen und unseren Studierenden hervorragende Praktikumsplätze bieten“, betont Prof. Daniela Elsner.

WDA-Geschäftsführer Thilo Klingebiel sieht in der Kooperation zwischen der Goethe-Universität (ABL) und demWDA einen dreifachen Gewinn – für die Studierenden, für die Deutschen Auslandsschulen und nicht zuletzt für das deutsche Bildungssystem. „Lehramtsstudierende können frühzeitig internationale und interkulturelle Erfahrung sammeln, die sie in ihre künftige Arbeit als Lehrerin oder Lehrer einbringen können. Die Deutschen Auslandsschulen leisten somit einen Beitrag zur Lehrerausbildung. Zugleich können sie ihre Attraktivität als Arbeitgeber für Lehrkräfte aus Deutschland unter Beweis stellen."

Um die Internationalisierung der Lehrerbildung zu stärken und Lehramtsstudierende gezielt dabei zu unterstützen, ein Schulpraktikum, Praxissemester, Language Assistenz Programm oder eine Schulassistenz im Ausland zu absolvieren, hat die ABL erst kürzlich den Arbeitsbereich „International Teacher Education“ eingerichtet.

Über die ABL

Die Akademie für Bildungsforschung und Lehrerbildung (ABL) ist die zentrale interdisziplinäre Einrichtung der Lehrerbildung an der Goethe-Universität. Davon ausgehend, dass hervorragend ausgebildete Lehrkräfte die tragenden Säulen des Bildungssystems darstellen, hat die ABL es sich zur  Aufgabe gemacht, Lehrangebote wissenschaftlich fundiert und konsequent theoriebasiert an den Erfordernissen der späteren beruflichen Tätigkeit auszurichten. Zugleich sollen fachdidaktische und bildungswissenschaftliche Forschungsperspektiven eng miteinander verzahnt sowie Forschung und Lehre gemeinsam mit außeruniversitären Partnern in ein sich gegenseitig befruchtendes Verhältnis gerückt werden. Darüber wird der Internationalisierung der Lehrerbildung eine immer größere Bedeutung zugeschrieben und dies u.a. mit dem Ausbau der Praxisphasen im Ausland dokumentiert.

Über den Weltverband Deutscher Auslandsschulen (WDA)

Der im Jahr 2003 gegründete Weltverband Deutscher Auslandsschulen vertritt die freien, gemeinnützigen Schulträger der Deutschen Auslandsschulen und fasst ihre Einzelstimmen zu einer starken Stimme zusammen. Der Verband unterstützt seine Mitglieder bei ihren Aufgaben und fördert ihre Projekte mit gezielten Dienstleistungen. Der WDA vertritt die gemeinsamen Interessen gegenüber der Politik und den fördernden Stellen. Er ist Ansprechpartner der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik und gestaltet diese zugleich aktiv mit. Der Weltverband hat 131 Mitglieder, davon 112 anerkannte Deutsche Auslandsschulen; rund 88 Prozent der Schüler Deutscher Auslandsschulen insgesamt besuchen WDA-Mitgliedsschulen.

Kontakt: Andreas Hänssig, International Teacher Education, Goethe-Universität Frankfurt. Tel. (069) 798-23677; E-Mail: haenssig@em.uni-frankfurt.de

Weltverband Deutscher Auslandsschulen
Albrecht Wolfmeyer – Referent für Marketing und Kommunikation. Tel. (030) 280 449 21, E-Mail: presse@auslandsschulnetz.de