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Jun 24 2019
12:41

Neue Ausgabe von „Forschung Frankfurt“ erschienen / Interview mit Nicole Deitelhoff: Konflikte als Triebkraft der Demokratie

Mehr Konflikt!

FRANKFURT. Protestveranstaltungen und Demonstrationen, Brexit und wirtschaftspolitische Drohgebärden – wir leben in einer konfliktträchtigen Zeit. An der Goethe-Universität befassen sich gleich mehrere Disziplinen mit dem Thema „Konflikt“. Wie vielschichtig dies geschieht, das zeigt die neueste Ausgabe des Wissenschaftsmagazins „Forschung Frankfurt“, die heute erschienen ist.

„Konflikt“ – dieser Begriff wird von vielen Menschen als negativ empfunden und gleichgesetzt mit Streit, Unfrieden, vielleicht sogar Gewalt. Dabei kann der Konflikt Ursprung für so vieles sein, zum Beispiel auch für Konsenslösungen und Innovationen. Auch die Frankfurter Politologin und Leiterin des Leibniz-Instituts Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung Prof. Nicole Deitelhoff, sieht viel positives Potenzial in Konflikten: Wie sie in einem Interview deutlich macht, das in der neuesten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins „Forschung Frankfurt“ der Goethe-Universität zu lesen ist, sind Konflikte ein notwendiger Bestandteil moderner demokratischer Gesellschaften.

„Erst im Konflikt beginnen wir, darüber nachzudenken, wie wir eigentlich zusammenleben wollen“ – sagt Deitelhoff im Interview. Die Politologin veranschaulicht im Gespräch eindrucksvoll, dass es heutzutage in punkto Streitkultur etliche Defizite gibt: Konflikte würden viel zu wenig ausgehalten und ausgetragen, gerade in der Politik. Alle übten sich in zivilisierter Gesprächsführung, Talkshows zeigten keine echten Debatten, und schon die Kleinen im Kindergarten lernten, wie man Konflikte vermeidet – so die Politologin. Dabei sei der Konflikt die Integrationskraft moderner Gesellschaften: „Im Streit, in der Auseinandersetzung über Unterschiede und im Ausbuchstabieren politischer Werte und Prinzipien, die ein Miteinander über diese Differenzen hinweg erlauben, konstituieren wir Zusammenhalt“, so Deitelhoff.

Und was ist mit all den Aggressionen im Internet? Hier müsse man genau hinsehen, findet Deitelhoff. Denn auch Echokammern hätten ursprünglich ihre Daseinsberechtigung – geben sie doch Menschen die Gelegenheit zur Artikulation ihrer Interessen, die sich dies auf einer größeren Bühne nicht trauten. Was Deitelhoff außerdem zu sagen hat – etwa über die Ziele und Aufgaben des gerade entstehenden Instituts für gesellschaftlichen Zusammenhalt, das sie von Frankfurt aus leiten wird –, das lesen Sie in der neuesten Ausgabe von Forschung Frankfurt. Und darüber hinaus viele weitere spannende Beiträge zu (Forschungs)fragen rund um das Schwerpunktthema „Konflikt – Zwischen Eskalation und Schlichtung“.

Die aktuelle Ausgabe von „Forschung Frankfurt“ (2/2018) kann von Journalisten kostenlos bestellt werden bei: ott@pvw.uni-frankfurt.de. Im Web: www.forschung-frankfurt.uni-frankfurt.de.

Informationen: Prof. Dr. Nicole Deitelhoff, Professur für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Internationale Beziehungen und Theorien globaler Ordnungen; Institut für Politikwissenschaft; Campus Westend, Telefon 069/798-31444; E-Mail nicole.deitelhoff@normativeorders.net