Von Kalifornien an den Main

Herzforscher Dr. Nuno Guimarães Camboa gründet mit 1,25 Mio Euro eine Nachwuchsgruppe an der Goethe-Universität

Veröffentlicht am: Donnerstag, 20. September 2018, 13:37 Uhr (198)

FRANKFURT. Nach zehn Jahren an der renommierten University of California wechselt der Herzforscher Dr. Nuno Guimarães Camboa an die Goethe-Universität. Gelockt hat ihn das Nachwuchsprogramm des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK), zu dessen bundesweit 28 Standorten auch die Goethe-Universität gehört. Der gebürtige Portugiese erhält in den kommenden fünf Jahren 1,25 Millionen Euro zum Aufbau einer Nachwuchsgruppe, die Grundlagenforschung zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen betreibt.

Im Zentrum der Arbeiten von Dr. Nuno Guimarães Camboa steht ein Transkriptionsfaktor. Das ist ein Protein, mit dessen Hilfe der genetische Code der DNA kopiert, das heißt, in RNA „übersetzt“ wird. Aus seinen bisherigen Forschungsarbeiten an der University of California weiß der Nachwuchsforscher, dass ein bestimmter Transkriptionsfaktor, TBX18, ganz charakteristisch in drei Zelltypen auftritt: In glatten Muskelzellen, die in der Wand von Blutgefäßen vorkommen, in Schrittmacherzellen im Sinusknoten (der Struktur im Herzen, die den Rhythmus der Herzkontraktion bestimmt) und in aktivierten Bindegewebszellen in verletzten Herzen. Alle drei Zelltypen sind an gefährlichen Herz-Kreislauf-Erkrankungen beteiligt: An Aussackungen der Hauptschlagader (Aneurysmen der Aorta), an Herzrhythmusstörungen sowie an krankhafter Vermehrung von Bindegewebe im Herzen (kardialer Fibrose).

„Wir nehmen an, dass TBX18 die Funktionen dieser Zellen beeinflusst“, sagt Guimarães Camboa. „Deshalb könnte dieser Faktor eine Rolle bei bestimmten Herz-Kreislauf-Erkrankungen spielen.“ Mit seiner DZHK-Nachwuchsgruppe an der Goethe-Universität will er untersuchen, welche Gene durch den Transkriptionsfaktor reguliert werden. Außerdem plant der Biologe, TBX18 in den relevanten Zelltypen gezielt auszuschalten. Anschließend will er genau analysieren, was passiert, wenn diese Zellen nicht mehr funktionieren. „Wir wollen so die in bestimmten Herz-Kreislauf-Erkrankungen aktiven Signalnetzwerke besser verstehen und hoffen, damit ihre Früherkennung und Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verbessern“, erklärt Guimarães Camboa.

Der studierte Biologe hat an der University of California sowohl seine Doktorarbeit angefertigt als auch über vier Jahre als Post-Doktorand gearbeitet. Bislang hat er sich mit der Embryonalentwicklung des Herzens beschäftigt.

Mit den Nachwuchsgruppen will das DZHK talentierte und qualifizierte Nachwuchswissenschaftler aus dem In- und Ausland gewinnen und ihnen schon früh eine wissenschaftliche Selbstständigkeit ermöglichen. Neben der Leitung der Forschungsgruppe haben die Nachwuchswissenschaftler auch Lehrverpflichtungen, sodass sie sich für eine Berufung qualifizieren können.

Foto zum Download unter: www.uni-frankfurt.de/73850305

Foto: privat

Informationen: Dr. Nuno Guimarães Camboa, Institut für kardiovaskuläre Regeneration, Universitätsklinik Frankfurt, ncamboa@med.uni-frankfurt.de