Die Befreiung des Klangs

Prof. Dr. Marion Saxer vom Institut für Musikwissenschaft der Goethe-Universität Frankfurt referiert im Rahmen der Ausstellung „Freiraum der Kunst“ zur musikalischen Avantgarde

Veröffentlicht am: Dienstag, 20. März 2018, 11:49 Uhr (061)

FRANKFURT. In der Vorlesung werden musikalische künstlerische Positionen der 1960er Jahre vorgestellt, die – bei aller Unterschiedlichkeit – durch eine neue Emphase für klangliche Phänomene miteinander verbunden sind. Ganz gleich ob es um eine neue Auffassung der Klangfarbe, offene Formkonzepte, Multimedia-Events, repetitive oder meditative Musikformen, Wahrnehmungsexperimente, medienintegrative experimentelle Ansätze, Fluxus oder politisches Denken geht: Die künstlerischen Strategien und Denkmotive in Musik und bildender Kunst berühren sich in vielerlei Hinsicht und stellen teilweise die Beziehung zu anderen Künsten selbst her. Amerikanische und europäische Konzepte kommen gleichermaßen zur Sprache.

In jeder Vorlesung wird ein Werk oder eine Werkreihe aus den Jahren 1964–1968 im Zentrum stehen und aus der Perspektive einer speziellen thematischen Fragestellung kontextualisiert werden.

Drei Gäste bereichern das Bild mit musikalischen Live-Darbietungen: der Frankfurter Komponist Rolf Riehm, die Sopranistin Carola Schlüter und ein Überraschungsgast.

Änderungen vorbehalten. Eintritt frei.

Veranstaltungsort:
Museum Giersch der Goethe-Universität
Schaumainkai 83, 60596 Frankfurt am Main

Do, 12.4.2018, 18 Uhr c.t.
Offene Form. Rolf Riehm im Gespräch über die Anfänge seines Komponierens in den 1960er Jahren
Rolf Riehm, Ungebräuchliches für Oboe solo (1964) in der Live-Interpretation von Christian Hommel 

Do, 19.4.2018, 18 Uhr c.t.
Klang als Klang. Morton Feldmans neuer Umgang mit der instrumentalen Farbe und die Beziehung zur Bildenden Kunst
Piano Piece (to Philip Guston), De Kooning für Horn Schlagzeug, Klavier (auch Celesta), Violine und Violoncello (1963) 

Do, 26.4.2018, 18 Uhr c.t.
Multimedia. Amerikanische und Europäische Ansätze, John Cage, Nam June Paik, Iannis Xenakis und andere
John Cage, HPSCD (1969), Iannis Xenakis, Polytope de Montreal (1967) 

Do, 3.5.2018, 18 Uhr c.t.
Politische Positionen. Vielfalt der künstlerischen Ansätze
Luigi Nono, La Fabricca Illuminata für Sopran und Tonband (1964), Live-Darbietung und Gespräch mit der Sopranistin Carola Schlüter 

Do, 17.5.2018, 18 Uhr c.t.
Repetitive Musik. Die Minimal-Musiker der ersten Stunde: Steve Reich, Terry Riley und La Monte Young
Steve Reich, It’s gonna rain for Tape (1965), Piano Phase (1967)

Do, 24.5.2018, 18 Uhr c.t.
Meditative Musik. Karlheinz Stockhausen, Intuitive Musik und andere
Karlheinz Stockhausen, Aus den Sieben Tagen für variable Besetzung (1968), Stimmung für sechs Vokalisten und sechs Mikrophone (1968) 

Do, 7.6.2018, 18 Uhr c.t.
Fluxus. Bemerkungen zu den „Event Scores“ des Fluxus 

Do, 21.6.2018, 18 Uhr c.t.
Aufbruch Orchester. Neue Möglichkeiten der Orchesterkomposition
B. A. Zimmermann, Photopsosis für Großes Orchester (1968), György Ligeti, Lontano für großes Orchester (1967) und Iannis Xenakis, Terretektorh für 88 Musiker im Publikum verteilt (1966)

Do, 28.6.2018, 18 Uhr c.t.
Experiment. Medienintegrative Kompositionen von John Cage, Alvin Lucier, Karlheinz Stockhausen und anderen
Alvin Lucier, Music for solo performer (1965), Karlheinz Stockhausen, Mikrophonie (1966) 

Do, 5.7.2018, 18 Uhr c.t.
Stimme/Ensemble. Neue Konfigurationen der Ensemblemusik bei Mauricio Kagel, György Ligeti, Helmut Lachenmann und anderen 

Do, 12.7.2018, 18 Uhr c.t.
Ausblick in die 1970er, Carte blanche, Überraschungsgast 

Kooperation mit dem Museum Giersch der Goethe-Universität in Begleitung der Ausstellung „Freiraum der Kunst – Die Studiogalerie der Goethe-Universität Frankfurt 1964–1968“ (18. März bis 8. Juli 2018)

Weitere Informationen zu Öffnungszeiten, Führungen, Vorträgen, Kinderprogramm und Sonderveranstaltungen unter http://www.museum-giersch.de/#/Presse. Förderer der Ausstellung: Stiftung Giersch, Familien-Schultz-Frentzel-Stiftung.

Informationen: Dipl. Kffr. Christine Karmann, Presse und Marketing Museum Giersch der Goethe-Universität, Tel: 069/138210121, E-Mail: presse@museum-giersch.de

Adresse: Museum Giersch der Goethe-Universität, Schaumainkai 83, 60596 Frankfurt am Main