21. Sozialerhebung: Ergebnisse der Goethe-Universität

Repräsentative Online-Befragung von Studierenden zu ihrer wirtschaftlichen und sozialen Lage

Veröffentlicht am: Mittwoch, 15. November 2017, 11:54 Uhr (242)

FRANKFURT. Nachdem bereits im Sommer 2017 das Gesamtergebnis der 21. Sozialerhebung bekannt gegeben worden ist, liegt nun die Einzelauswertung der Goethe-Universität vor. Der durchschnittliche Studierende dieser Hochschule ist 24,4 Jahre alt, nicht verheiratet und hat monatlich 1014 Euro zur Verfügung. Die meisten der Befragten studieren in Vollzeit und im Bereich Sprach- und Kulturwissenschaften. Sie investieren durchschnittlich 31 Stunden pro Woche in ihr Studium. 13 Stunden davon verbringen sie in Lehrveranstaltungen, 18 Stunden im Selbststudium. 67 Prozent der befragten Studierenden bewerten ihren Arbeitsaufwand als hoch bis sehr hoch, die übrigen 33 Prozent von mittel bis niedrig.

Die alle vier Jahre erscheinende Studie ermittelt die wirtschaftliche und soziale Lage der Studierenden in Deutschland. Sie wird im Rahmen einer Onlinebefragung einer zufällig gezogenen Stichprobe von Studierenden bundesweit vom Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) und dem Deutschen Studentenwerk (DSW) durchgeführt. Von der Goethe-Universität nahmen rund 1.055 Studierende teil (auswertbare Fälle), vor allem Studierende aus den ersten sechs Fachsemestern. Bundesweit machten rund 67.000 Studierende an 248 Hochschulen bei der Befragung mit (davon ~55.000 ausgewertet).

Die Spezifika des Hochschulstandortes spiegeln sich durchaus im Vergleich der Ergebnisse der Goethe-Uni mit der bundesweiten Auswertung wider, wie etwa hohe Mieten oder ein höherer Anteil an Migranten in der Stadt Frankfurt als anderswo. Somit leben knapp 40 Prozent der Befragten ausschließlich außerhalb Frankfurts, damit liegen die Studierenden der Goethe-Uni deutlich über dem bundesweiten Ergebnis in dieser Kategorie von knapp 30 Prozent. Mit 27 Prozent wohnen die meisten aller Befragten bei den Eltern. Bundesweit dagegen ist die Wohngemeinschaft die am häufigsten gewählte Wohnform. Im Vergleich zur Motivation für andere Wohnformen, wird die Wahl der Wohnform „bei den Eltern“ von den Frankfurter Studierenden seltener als eine bewusst gewählte Option angegeben. Mehr Prozentpunkte hat die Auswertung der Goethe-Uni im Vergleich zum bundesweiten Ergebnis auch ergeben, wenn es um den Migrationsstatus der Studierenden geht. 30 Prozent der Befragten an der Goethe-Universität haben einen Migrationshintergrund, bundesweit sind es 20 Prozent.

Die Goethe-Uni weist laut der Befragungsergebnisse ebenso mehr Studienfach- (25%; bundesweit: 21%) und Hochschulwechsler (22%; bundesweit: 17%) auf. Elf Prozent der Befragten geben an, das Studium nicht in Vollzeit zu absolvieren, das sind rund vier Prozent mehr als bundesweit an Universitäten. 25 Prozent geben an, gesundheitlich beeinträchtigt zu sein (bundesweit: 23%).

Die wichtigsten Finanzierungsquellen für die Studierenden der Goethe-Uni sind die Elternleistungen, sowie bundesweit auch. Zwölf Prozent der Befragten erhielten im Sommersemester 2016 BAföG. Damit sind es weniger als hessen- (15%) und bundesweit (18%). Hingegen sind mit 76 Prozent mehr Studierende der Goethe-Uni erwerbstätig als in der deutschlandweiten Auswertung ermittelt (69%).

Universitätspräsidentin Prof. Dr. Birgitta Wolff kommentierte die Zahlen mit den Worten: „Frankfurt ist als Studienstandort ziemlich attraktiv, jedoch auch teurer für Studierende als andere Orte. Das erklärt die vielen Nebenjobs und den überdurchschnittlichen Anteil an Studierenden, die bei ihren Eltern wohnen. Bezahlbarer Wohnraum bleibt eine Herausforderung in Frankfurt. Mit Deutschlandstipendien versuchen wir auch als Uni, Hunderte von Studierenden von finanziellem Druck zu entlasten. Jede Unterstützung ist willkommen.“

Neben der Auswertung der 21. Sozialerhebung von DZHW und DSW werden für die Goethe-Universität auch die Ergebnisse, der in diesem Wintersemester laufenden universitätseigenen Studierendenbefragung relevant für die Qualitätssicherung und Studiengangsentwicklung sein. Die Studie wird anders als die Sozialerhebung fächerspezifische Auswertungen erlauben, die insbesondere vor dem Hintergrund der verschiedenen Fachkulturen an der Goethe-Uni von Bedeutung sind. Die Studierendenbefragung umfasst darüber hinaus Themen, wie die Bewertungen von Studium und Lehre sowie Rückmeldungen zur Studien- und Prüfungsorganisation.

Randauszählung zur 21. Sozialerhebung für die Goethe-Universität als PDF-Download: www.uni-frankfurt.de/69214378

Informationen: Lena Opitz, Abteilung Lehre & Qualitätssicherung, Telefon: 069-798-12457, Opitz@pvw.uni-frankfurt.de