1822-Universitätspreis für exzellente Lehre

Ausgezeichnet wurden: Dr. Sophia Richter, Dr. Anne Seifert, Dr. Patricia Stošić, Prof. Jörg Oehlmann und Dr. Johannes Fleckenstein

Veröffentlicht am: Montag, 03. Juli 2017, 18:20 Uhr (153)

FRANKFURT. „Der 1822-Universitätspreis hat der Hochschullehre zu höherer Wertschätzung verholfen. Engagierte Lehrende bekommen heute wesentlich mehr Anerkennung als noch vor einigen Jahren – nicht nur von den Studierenden, sondern auch von ihren Kolleginnen und Kollegen“, resümiert die Präsidentin der Goethe-Universität, Prof. Dr. Birgitta Wolff, anlässlich der 16. Verleihung des Lehrpreises. „Durch Ihr Engagement gelingt Ihnen in vorbildlicher Weise der Brückenschlag zwischen Theorie und Praxis“, würdigt Robert Restani, Vorstandsvorsitzender der Frankfurter Sparkasse, die Preisträger. „Die Studierenden profitieren ungemein von Ihrem herausragenden Einsatz in der Lehre. Das fördern wir sehr gerne.“ Ausgezeichnet werden heute: Dr. Sophia Richter, Dr. Anne Seifert und Dr. Patricia Stošić(1. Preis), Prof. Dr. Jörg Oehlmann (2. Preis) sowie Dr. Johannes Fleckenstein (3. Preis).

Der „1822-Universitätspreis für exzellente Lehre“ wurde 2002 von der Goethe-Universität und der Stiftung der Frankfurter Sparkasse ins Leben gerufen, um das Bewusstsein für die Bedeutung innovativer Hochschullehre zu schärfen und das Engagement herausragender Lehrender sichtbar zu machen. Der Preis wird jährlich vergeben. Den ersten und dritten Preis fördert die Stiftung der Frankfurter Sparkasse mit insgesamt 20.000 Euro, der zweite Platz wird von der Goethe-Universität vergeben und ist mit 10.000 Euro dotiert. Das Vorschlagsrecht liegt exklusiv bei den Studierenden. Der Vergabekommission, der Studierende, Mitarbeitern und Professoren der Universität sowie ein Geschäftsführer der Stiftung der Frankfurter Sparkasse angehören, lagen in diesem Jahr 17 Nominierungen aus allen Fachkulturen vor.

Die Preisträgerinnen und Preisträger:

Dr. Sophia Richter, Dr. Anne Seifert, Dr. Patricia Stošić (1. Preis, 15.000 Euro)
Die drei Erziehungswissenschaftlerinnen bieten im Rahmen des Projekts „Bildungsteilhabe im Kontext von Flucht und Migration“ seit 2015 sogenannte Service-Learning-Seminare an, die forschendes Lernen, pädagogische Praxis und gesellschaftliches Engagement verbinden. In den Seminaren entwickeln, implementieren und evaluieren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer soziale Projekte für Schüler, etwa ein Mentoringprogramm, eine gemeinsame Theater-AG für Intensiv- und Regelschüler oder Projekttage zum Thema Zivilcourage. Das von den drei Lehrenden kooperativ entwickelte Lehrkonzept findet bei den Studierenden großen Anklang: „Dr. Anne Seifert, Dr. Sophia Richter und Dr. Patricia Stošić regen nachhaltige Reflexionsprozesse an“, führen sie in ihrer Nominierung aus. Die Verbindung von Theorie und Praxis biete Gelegenheit, „wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Erfahrungen miteinander in Beziehung zu setzen“, „einen Beitrag zur Integration geflüchteter und emigrierter Kinder und Jugendlicher in das deutsche Bildungssystem zu leisten“ und sich auf die Herausforderungen des späteren Berufsalltags vorzubereiten.

Dr. Sonja Richter ist seit 2008 als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Allgemeine Erziehungswissenschaften (Arbeitsbereich Empirische Bildungs- und Geschlechterforschung) tätig. 2014 wurde sie dort für ihre Arbeit „Pädagogische Strafen? Theoretische Debatten und schulischer Alltag. Eine Ethnographische Collage“ promoviert.

Dr. Anne Seifert wurde 2011 an der Universität Trier mit einer Arbeit zum Thema Service-Learning promoviert („Schüler stärken durch Service-Learning. Eine empirische Untersuchung zum Lehrerhandeln in Service-Learning Programmen mit Schülern aus benachteiligten Lebenslagen“). Seit 2012 lehrt und forscht sie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Allgemeine Erziehungswissenschaften (Arbeitsbereich Erziehung, Politik und Gesellschaft).

Dr. Patricia Stošić wurde 2013 am Institut für Allgemeine Erziehungswissenschaften für ihre Arbeit „‚Sichtbare‘ Erziehungswissenschaft? Die Medialisierung des Bildungsproblems der ‚Kinder mit Migrationshintergrund‘“ promoviert. Seit 2013 ist sie dort als Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Arbeitsbereich Erziehung, Politik und Gesellschaft beschäftigt. 

Prof. Dr. Jörg Oehlmann (2. Preis, 10.000 Euro)  
Der Ökotoxikologe wurde aufgrund seines forschungsnahen, innovativen Lehrangebots, seines „besonderen Engagements in der Betreuung der Studierenden“ und seiner Bemühungen um „eine strukturelle Verbesserung der Studiensituation“ von der Fachschaft Biowissenschaften für den 1822-Universitätspreis nominiert. Als Dozent lege er eine große Begeisterungsfähigkeit für sein Fach an den Tag, so die Studierenden: „Eine Vorlesung muss in allererster Hinsicht den Studierenden Spaß bereiten, findet Herr Oehlmann; dies gelingt ihm vor allem dadurch, dass er selbst mit Freude dabei ist – und das ist ansteckend.“ Oehlmann sei sehr am Werdegang seiner Studierenden interessiert und suche diese etwa durch die Vermittlung von Auslandsaufenthalten zu unterstützen. Um die Studierenden auf den Einstieg ins Arbeitsleben vorzubereiten, habe er das „Forum Umweltwissenschaften“ ins Leben gerufen, das Studierenden Gelegenheit zum Austausch mit AbsolventInnen der Biowissenschaften bietet.

Prof. Dr. Jörg Oehlmann studierte Biologie und Deutsch und wurde 1994 in Münster promoviert. Von 1994 bis 2001 war er am Internationalen Hochschulinstitut Zittau tätig, wo er sich 1998 habilitierte. Seit 2001 forscht und lehrt Oehlmann im Bereich Aquatische Ökotoxikologie am Institut für Ökologie, Evolution und Diversität der Goethe-Universität. Zugleich ist er als Projektgruppenleiter am Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum (SBiK-F) tätig.

Dr. Johannes Fleckenstein (3. Preis, 5.000 Euro)
Der Sportmediziner ist als Modulbeauftragter für die Ausbildung angehender SportwissenschaftlerInnen im Fach Physiologie verantwortlich. Dass sich die Lehre in diesem Bereich dank curricularer Überarbeitungen und neuer, praxisnaher Lehr-/Lernformate in den vergangenen Jahren stetig verbessert habe, sei wesentlich Fleckensteins Engagement zu verdanken, konstatieren die Studierenden in ihrem Nominierungsschreiben. „Sein Konzept der forschungsorientierten Lehre“ motiviere zu „selbstdenkender Beteiligung“, fördere kontinuierliches Lernen und biete eine gute Vorbereitung auf die Anforderungen im sportmedizinischen Berufsalltag. Dank Fleckensteins Einwerbung von Fördergeldern können die Studierenden in diagnostischen Veranstaltungen auf ein „state-of-the-art-Lehrsystem“ zurückgreifen und eigenständig physiologische Experimente durchführen. Auch eine Summer School für Studierende habe er etabliert.

Dr. Johannes Fleckenstein studierte Medizin an der Universität Regenburg und wurde dort 2007 mit einer Arbeit im Bereich der molekularen Virologie promoviert. Nach Stationen unter anderem in München, Erlangen und Bern ist er seit 2014 am Fachbereich Psychologie und Sportwissenschaften der Goethe-Universität beschäftigt. Bereits 2009 wurde Fleckenstein mit dem Jochen-Gleditsch-Preis für innovative Lehrkonzepte in der Akupunktur ausgezeichnet.

Informationen: Dr. Kerstin Schulmeyer-Ahl, Tel.: (069) 798-12431, E-Mail: schulmeyer@pvw.uni-frankfurt.de; Nina Eger, Abteilung Lehre und Qualitätssicherung, Präsidialbereich, Campus Westend, Tel.: (069) 798-12455, E-Mail: eger@pvw.uni-frankfurt.de