Uni goes Uno - Studierende als Diplomaten

Beim MainMUN wird die Arbeitsweise der Vereinten Nationen simuliert. 18.-21. Februar, Campus Westend

Veröffentlicht am: Donnerstag, 18. Februar 2016, 14:35 Uhr (046)

FRANKFURT/ZÜRICH. Zum zwölften Mal laden Frankfurter Studierende zu einer Simulation der Arbeitsweise der Vereinten Nationen ein. Knapp 250 Studierende und einige Oberstufenschüler sind der Einladung zum diesjährigen „Model United Nations Frankfurt/Main“ (MainMUN) gefolgt. Sie schlüpfen vom 18.-21. Februar in die Rolle von Diplomaten und arbeiten Resolutionen zu Themen wie Cybersecurity, Kindersoldaten, Bildung für Kinderflüchtlinge oder die Einbeziehung des privaten Sektors zur Erreichung der nachhaltigen Entwicklungsziele aus. Diese Themen werden in der Generalversammlung, dem Wirtschafts- und Sozialrat (UNESCO), dem Kinderhilfswerk (UNICEF) sowie dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen verhandelt. Medienvertreter sind herzlich eingeladen, sich vor Ort einen Eindruck vom MainMUN zu verschaffen und die Teilnehmer nach ihren Erfahrungen zu befragen.

Beim MainMUN stehen die Studierenden vor der Herausforderung, die Politik „ihres Landes“ möglichst authentisch zu vertreten und so Probleme auch aus einer anderen Perspektive wahrzunehmen. Dieser Perspektivwechsel ist ein Lernziel der Simulation. Weitere sind, dass die Studierenden verstehen, wie internationale Organisationen funktionieren, wie man auf Englisch Kompromisse aushandelt und wie man sich auf internationalem Parkett angemessen bewegt. Prof. Dr. Tanja Brühl, die das Projekt „Uni goes UNO“ an der Goethe-Universität initiiert hat, ist immer wieder beeindruckt von dem studentischen Engagement: „Von früh morgens bis zum späten Abend agieren die Teilnehmenden höchst professionell. Sie verhandeln auf Englisch und gehen mit diplomatischem Respekt miteinander um. So fühlt man sich ein klein wenig wie bei der echten UNO.“

Wie bereits in den vergangenen Jahren werden internationale Themen verhandelt, 43 Teilnehmer kommen aus dem Ausland: So sind wieder Studierende aus Frankreich, den Niederlanden, der Türkei und sogar aus Indonesien an den Frankfurter Campus gereist, um dort die Arbeit der Vereinten Nationen im Rahmen des MainMUNs zu simulieren. In diesem Jahr kooperiert MainMUN auch mit dem academic experience Worldwide e.V., und ermöglicht so einigen geflüchteten Studierenden die Teilnahme an der Simulation.

„Die Studierenden lernen in erster Linie die Kunst der Diplomatie, durch das Halten von Reden und das Führen von Debatten auf Kompromisse hinzuarbeiten und dabei nicht die eigene Meinung, sondern die Ziele und Vorstellungen eines Landes zu vertreten“, so Kaya Alice Detschlag, eine der beiden Generalsekretärinnen. Dass das nicht immer einfach ist, weiß auch Ann Katrin Korb, die zweite Generalsekretärin: „Das ist ein schmaler Grat, auf dem die Delegierten wandern müssen, aber eine einzigartige Gelegenheit, an den eigenen Soft Skills in der Praxis zu arbeiten.“

Dabei ist das Leben als Generalsekretärin auch bei einem MUN nicht nur glamourös, sondern es gilt auch immer wieder selbst bei der Organisation mit anzupacken: Da sind Fleiß und Disziplin gefragt. Aber auch ein starkes und tatkräftiges Team, das die beiden Studentinnen in den letzten Monaten geleitet haben und ohne das eine solche Aufgabe nicht zu bewältigen ist. Unterstützt werden sie von Sebastian Troch, der als Faculty Advisor die Studierenden für die Professur von Tanja Brühl begleitet und anleitet und während seines Studiums selbst beim MainMUN aktiv war. „Die Simulation vermittelt den Teilnehmern einen guten und praxisnahen Einblick in die UN. Das Team erwirbt zudem Erfahrungen im Projektmanagement - etwas nicht Unwesentliches, das häufig unterschätzt wird. Was das Team hier während des laufenden Studiums leistet, ist immer wieder beachtlich.“ 

Kontakt und weitere Informationen:
Sebastian Troch (Faculty Advisor des Projekts), Tel. 0176 / 813 883 99.
sebastian.troch@manatee-global.com
Prof. Dr. Tanja Brühl, bruehl@soz.uni-frankfurt.de
Website: www.mainmun.de; Facebook: www.facebook.com/mainmunfrankfurt; Twitter: https://twitter.com/MainMUN_FFM/