Ehre für gute Lehre

1822-Universitätspreis geht in diesem Jahr an einen Mathematiker, einen Kunstpädagogen und eine Juristin

Veröffentlicht am: Dienstag, 07. Juli 2015, 10:08 Uhr (194)

FRANKFURT. Als Abschluss des Tags der Lehre wird am heutigen Montag der „1822-Universitätspreis für exzellente Lehre“ an der Goethe-Universität verliehen. Preisträger sind in diesem Jahr der Mathematiker Dr. Hartwig Bosse (1. Preis: 15.000 Euro), der Kunstpädagoge Prof. Dr. Georg Peez (2. Preis: 10.000 Euro) und die Juristin und Privatdozentin Dr. Friederike Wapler (3. Preis: 5.000 Euro). Die Auszeichnungen werden im Renate-von-Metzler-Saal im Casino-Gebäude verliehen.

Der von der Stiftung der Frankfurter Sparkasse und der Goethe-Universität ausgelobte „1822-Universitätspreis für exzellente Lehre“ wird seit 2002 jährlich vergeben; er ist einer der ältesten Lehrpreise Deutschlands. „Mit der Vergabe des 1822-Universitätspreises wollen wir auf die Bedeutung der Lehre aufmerksam machen, die sonst oft im Schatten der Forschung steht“, so Dr. Arne Weick, Vorstandsmitglied der Frankfurter Sparkasse. „Die jährlich steigende Zahl der Nominierungen für diese Auszeichnung zeigt, dass uns dies gelingt.“ Der Preis sei somit eine wertvolle Initiative, um die Lehre an der Universität zu fördern.

Von deren Mitwirkung zeigt sich Vizepräsidentin Prof. Dr. Tanja Brühl begeistert: „Es ist beeindruckend, mit welchem Engagement die Studentinnen und Studenten alljährlich für die von ihnen nominierten Professoren und Professorinnen und wissenschaftlichen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen eintreten und wie überzeugend sie für ihre Favoriten plädieren.“

In diesem Jahr lagen der Jury 25 Nominierungen aus nahezu allen Fachbereichen der Universität vor. Aus diesen wählte eine Kommission, bestehend aus Studierenden, Professoren und Mitarbeitern der Universität sowie eines Vertreters der Stiftung der Frankfurter Sparkasse, die Preisträger aus.

Dr. Hartwig Bosse (Fachbereich 12 – Informatik und Mathematik):

Hartwig Bosse ist seit 2007 am Institut für Mathematik an der Goethe-Universität beschäftigt. Seine Forschungsschwerpunkte sind: Polynomielle Optimierung, Semidefinite Programmierung, Diskrete Geometrie und Spieltheorie.

Hartwig Bosse ist Mitarbeiter im Programm „Starker Start ins Studium“. Das im Rahmen des Qualitätspakts Lehre geförderte Programm zielt auf eine systematische Stärkung der Studieneingangsphase, werden doch hier die Weichen für ein erfolgreiches und selbstbestimmtes Studium gestellt.

Der Studiendekan des Fachbereichs hebt in seiner Stellungnahme hervor, dass die Vermittlung mathematischen Grundlagenwissens und Denkens eine höchst anspruchsvolle Aufgabe sei. Die Auszeichnung für Hartwig Bosse stelle die angemessene Würdigung eines ungewöhnlichen Lehrtalentes dar. Studierende aus dem Fachbereich Informatik und Mathematik betonen: „Hartwig Bosse verbindet Motivation, Engagement, unnachahmliches pädagogisches Feingefühl und Wissen auf hohem Niveau mit einem Vortragsstil, der Studenten für die Naturwissenschaften fesselt […].“

Prof. Dr. Georg Peez (Fachbereich 09 – Sprach- und Kulturwissenschaften)

Georg Peez hat seit 2010 die Professur für Kunstpädagogik an der Goethe-Universität inne.  Seine Forschungsschwerpunkte sind: Qualitative empirische Forschung in der Kunstpädagogik, Evaluations- und Wirkungsforschung in kunst- und kulturpädagogischen Bereichen, Digitale Medien im Kunstunterricht und in der Kunstvermittlung, Dimensionen ästhetischen Verhaltens von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen und Kreativitätsforschung.

Georg Peez hat sich in seinen Veranstaltungen vom Frontalunterricht verabschiedet: Er setzt auf vielfältige Vermittlungsformate: Kurze inhaltliche Impulse, Gruppenarbeiten, Diskussionsrunden werden mit dem Einsatz verschiedener Medien gepaart. In Vorlesungen setzt Georg Peez ein Audience-Response-System ein, durch das sich Studierende interaktiv via Smartphone, Tablet oder Laptop beteiligen können. Seine Studierenden resümieren: „Mit großem Einsatz und viel Empathie sowie mit hochschuldidaktischer Erfahrung und Neugierde setzt Georg Peez seit vielen Jahren universitätsweit beachtete innovative Impulse in der Hochschullehre.“

PD Dr. Friederike Wapler

Friederike Wapler vertritt seit 2014 eine Entlastungsprofessur für Öffentliches Recht am Fachbereich Rechtswissenschaft. Ihre Forschungsschwerpunkte sind das Staats- und Verwaltungsrecht, das Sozialrecht und die Rechtsphilosophie. Sie befasst sich insbesondere mit dem Recht der Kindheit und Jugend, mit Fragen des Pluralismus und des Multikulturalismus sowie dem Verhältnis von individueller Freiheit und öffentlicher Sicherheit.

Die Veranstaltungen von Friederike Wapler sind interaktiv gestaltet: In angeleiteter Moderation bearbeiten die Studierenden die einzelnen gut aufeinander abgestimmten juristischen Themen. Ihre Studierenden loben: „Während man als Studierender eines Massenfaches oft das Gefühl hat, in der Menge unterzugehen, nimmt sich Frau Wapler die Zeit, jeden Studierenden individuell zu betreuen.“

Friederike Waplers großes Interesse an der juristischen Lehre kommt auch in ihrem Buch „Examen ohne Repetitor“ zum Ausdruck. Der bereits in dritter Auflage erschienene Band zeigt Studierenden, wie sie ihr Selbststudium sinnvoll strukturieren können, ohne kostenintensive Repetitorien in Anspruch nehmen zu müssen.

Neben den Ausgezeichneten wurden folgende Lehrenden nominiert:

Prof. Dr. Jan Landwehr (FB02), Dr. Peter Gostmann (FB03), Dr. Sören Baumgärtner (FB05), Prof. Dr. Karin Schermelleh-Engel (FB05), Prof. Dr. Sabine Windmann (FB05), Prof. Dr. Markus Wriedt (FB06), Dr. Zakharia Pourtskhvanidze (FB09), Prof. Dr. Gisela Welz (FB09), Dr. Anja Müller (FB10), Dr. Jackie Nordström (FB10), Dr. Matthias  Schulze-Bünte (FB10), Prof. Dr. Michael Waltenberger (FB10), Dr. Irene Marzolff (FB11), Prof. Dr. Matthias Ludwig (FB12), Prof. Dr. Christoph Reichenbach (FB12), Dr. Friederike Korneck (FB13), Dr. Christian Buchsbaum (FB14), Prof. Dr. Jochen Klein (FB14), Dr. Peter Thalau (FB15), Dr. Frank Bonzelius (FB16), Prof. Dr. med. Joachim Ehrlich (FB16), Prof. Dr. Johannes Schulze (FB16),

Informationen: Dr. Kerstin Schulmeyer-Ahl (Tel.: (069) 798-12431, schulmeyer@pvw.uni-frankfurt.de) und Nina Eger (Tel.: (069) 798-12455, eger@pvw.uni-frankfurt.de), Stabsstelle Lehre und Qualitätssicherung, Campus Westend.