Auf der Suche nach sinnvoller Arbeit

Forschungsprojekt untersucht individuelle Sichtweisen auf erfüllende Arbeit

Veröffentlicht am: Montag, 18. Mai 2015, 16:42 Uhr (134)

FRANKFURT. Wenn gegenwärtig Arbeit in Feuilletons oder Wirtschaftsmagazinen zum Thema wird, steht häufig die Suche nach einer sinnvollen Arbeit im Zentrum. So finden sich regelmäßig Berichte über Berufswechslerinnen und Berufswechsler, die ihren nine-to-five Job aufgegeben haben, um sich einer aus ihrer Sicht sinnvolleren Tätigkeit zuzuwenden. Weiterhin wird auf die Ansprüche der Generation Y eingegangen, die verstärkt nach dem Y („Why“), dem „Warum“ der Arbeit, fragt. In all diesen Beiträgen lässt sich ein einheitliches Verständnis davon, was unter einer sinnvollen Arbeit verstanden wird, nur schwerlich ausmachen: Ob Wünsche nach der Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder nach einer Tätigkeit, die auf das Gemeinwohl zielt; all solche Fragen werden im Kontext beruflicher Sinnsuche und der Suche nach sinnvoller Arbeit subsumiert.

Das Forschungsprojekt „Gesellschaftliche Vorstellungen sinnvoller Arbeit und individuelles Sinnerleben in der Arbeitswelt“, kurz: Sinnarbeit, greift daher die Frage auf, was Beschäftigte unter einer sinnvollen Arbeit verstehen, und wie sie selbst ihre Arbeit zu einer für sie bedeutsamen Arbeit machen. Neben Interviews, die mit Beschäftigten aus verschiedenen Berufsfeldern geführt werden, um individuelle Prozesse der Sinnzuschreibung verstehen zu können, soll über eine Online-Befragung ein Eindruck davon gewonnen werden, welche Ansprüche Beschäftigte aus ganz verschiedenen Bereichen der Arbeitswelt an Arbeit im Allgemeinen haben und wie sie ihre Arbeit erleben. Anders als in anderen Erhebungen geht es dabei weniger darum, allgemeine Einschätzungen der Arbeitszufriedenheit einzuholen. Es geht um die Bedeutungen, die der Arbeit zugeschrieben werden, um die Fragen, über die wir im Zusammenhang mit unserer Arbeit nachdenken und um die ganz eigenen Perspektiven, aus denen wir auf Arbeit schauen. Jeder hat eine eigene Vorstellung davon, was sie oder ihn an der Arbeit glücklich macht und auch davon, wie die Arbeitswelt gestaltet sein sollte. Diese individuellen Sichtweisen sollen mit dem Online-Fragebogen eingefangen werden.

Jeder, der bzw. die aktuell in einem Beschäftigungsverhältnis steht oder in der Vergangenheit erwerbstätig war, kann an der Studie teilnehmen. Im Fokus steht die individuelle Sicht auf die eigene Tätigkeit und die moderne Arbeitsgesellschaft. Die Teilnahme dauert etwa 15 Minuten.

Direkt zum Fragebogen: http://ww2.unipark.de/uc/sinnundarbeit oder über die Website des Projekts: www.sinn-arbeit.de.

Das Projekt „Sinnarbeit“ wird am Institut für Soziologie, dem Lehrstuhl für Arbeitssoziologie des Fachbereichs Gesellschaftswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt durchgeführt und für zwei Jahre von der DFG gefördert. Die Projektleitung haben Prof. Heather Hofmeister, PhD. und Dr. Friedericke Hardering inne. Dr. Mascha Will-Zocholl ist für die Durchführung der Online-Befragung verantwortlich.

Weitere Informationen: Dr. Mascha Will-Zocholl, Institut für Soziologie, Goethe-Universität Frankfurt; Tel. (069) 798-36511; m.will-zocholl@soz.uni-frankfurt.de