Bildromane und Poesie aus den Niederlanden

Lektorat Niederländisch der Goethe-Universität lädt zu Lesungen

Veröffentlicht am: Montag, 04. Mai 2015, 12:54 Uhr (114)

FRANKFURT. Es ist noch eine Weile hin bis zur Buchmesse 2016, deren Ehrengäste die Niederlande und Flandern sein werden. Einen Vorgeschmack auf die niederländischsprachige Literatur bietet schon jetzt das Lektorat Niederländisch der Goethe-Universität: An drei Abenden im Mai werden die Literaturgattungen Graphic Novel und Poesie erlebbar.

Im Mittelpunkt der ersten Veranstaltung, die am 7. Mai um 19 Uhr am Campus Westend stattfindet, stehen Judith Vanistendael aus Flandern und Typex (Pseudonym für Raymond Koot) aus Amsterdam, deren Werke deutlich machen, dass die Graphic Novel durchaus geeignet ist für ernste Themen. In ihrem Bildroman „Als David seine Stimme verlor“ erzählt Vanistendael von einer todbringenden Krebserkrankung. In ausdrucksstarken Aquarellbildern zeigt die belgische Künstlerin, wie die einzelnen Familienmitglieder und auch der Kranke selbst mit dem Schicksal umgehen. Die Künstlerbiographie „Rembrandt“ des Niederländers Typex holt den wohl berühmtesten niederländischen Maler Rembrandt van Rijn ins 21. Jahrhundert und zeigt den Künstler von seiner menschlichen Seite. Das Buch, das leider noch nicht in deutscher Sprache vorliegt, erntete viel positive Kritik. Die vollkommene Einheit von Erzähltem und bildlich anspruchsvoller Darstellung in den Graphic Novels dieser beiden renommierten Illustratoren verspricht einen spannenden Abend. Die Veranstaltung ist zweisprachig, Auszüge aus den Werken werden mit Beamer an die Wand projiziert.

Zum „Treffen der Nationaldichter“ kommt es am Donnerstag, 21. Mai: Charles Ducal aus Flandern und Anne Vegter aus den Niederlanden wurden in ihrem jeweiligen Heimatland zum „Dichter des Vaterlands“ gekürt. Diesen Titel gibt es in den Niederlanden seit dem Jahre 2000, in Belgien seit 2014. Die Geehrten haben die Aufgabe, zu wichtigen Ereignissen im Land Gedichte zu schreiben. Ducal und Vegter werden aus ihren „nationalen“ Gedichten auf Niederländisch und auf Deutsch vorlesen. Sie werden über ihr Amt und dessen Ausfüllung sowie über die Entstehungsgeschichte der nationalen Gedichte erzählen. Der Abend wird ebenfalls zweisprachig sein. Im Anschluss bietet die Generaldirektion der Regierung Flanderns in Berlin einen Empfang an.

Auch der Auftaktabend zum dreitägigen 8. Europäischen Poesiefestival Frankfurt am darauffolgenden Tag präsentiert zwei niederländischsprachige Poeten: Willem van Toorn (Niederlande) und Miriam Van hee (Belgien) werden ebenso wie Franco Buffoni (Italien) und Barbara Zeizinger (Deutschland) aus ihren Werken vortragen. Anschließend findet eine Diskussion statt zum Thema: „Europa heute. Wie die Dichter es empfinden“.

Graphic Novel: Lesung mit Judith Vanistendael und Typex, Donnerstag, 7. Mai 2015, 19 Uhr, PEG-Gebäude, Raum 1.G.135, Campus Westend

Treffen der Nationaldichter: Lesung mit Charles Ducal und Anne Vegter, Donnerstag, 21. Mai 2015, 19 Uhr, Raum 1.801, Casinogebäude, Campus Westend

Auftakt zum 8. Europäischen Poesiefestival: Lesung mit Willem van Toorn und Miram Van hee, Freitag, 22. Mai 2015, 19 Uhr, Raum 1.802,  Casinogebäude, Campus Westend

Bilder zum Download finden Sie unter: www.uni-frankfurt.de/55414632

Bildtexte:

1) Der Amsterdamer Illustrator Typex hat eine kongeniale Bildbiographie des Künstlers Rembrandt van Rijn geschaffen.

2) Eine beeindruckende Persönlichkeit: In seinem Bildroman „Oog & Blik“ hat Typex den Maler Rembrandt van Rijn ins 21. Jahrhundert geholt.