Virtuelle Ausstellung: Frankfurter Literaturwissenschaftler, 1914-1945

Eröffnungsfeier im PEG-Gebäude auf dem Campus Westend

Veröffentlicht am: Freitag, 09. Mai 2014, 16:14 Uhr (125)

FRANKFURT. Wer waren die Literaturwissenschaftler, die bei der Gründung 1914 an die Universität Frankfurt berufen wurden, die das akademische Leben der Stadt Frankfurt in der Weimarer Republik mitprägten, die nach 1933 in Frankfurt weiterhin Literaturwissenschaft betrieben oder die vertrieben wurden? Eine virtuelle Ausstellung von Studierenden der Goethe-Universität gibt darüber Auskunft; eröffnet wird sie am Mittwoch (14. Mai) um 19 Uhr im PEG-Gebäude (Raum 1.G 135) auf dem Campus Westend.

Das interdisziplinäre Lehrforschungsseminar am Fachbereich Neuere Philologien hat sich anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Universität mit deren eigener Geschichte und einigen herausragenden Köpfen beschäftigt. Die Studierenden rekonstruierten im Rahmen des Seminars einzelne Forscherbiografien z.B. mithilfe des Universitätsarchivs, der Bestände der Universitätsbibliothek oder digital zur Verfügung stehender Medien und erstellten insgesamt 20 detaillierte Porträts, in denen u.a. einzelne Aspekte der intellektuellen Biografien in kürzeren Essays beleuchtet werden. Die Ergebnisse präsentiert nun die virtuelle Ausstellung „Frankfurter Literaturwissenschaftler, 1914-1945“. Sie wurde von Studierenden der Romanistik, Germanistik und Anglistik, moderiert von Dr. Frank Estelmann und Privatdozent Dr. Bernd Zegowitz, in der Zeit zwischen April 2013 und Februar 2014 erarbeitet.

Die Ausstellung zeigt erstmals einen umfassenden Überblick über die Geschichte der Literaturwissenschaften in Frankfurt und macht dabei eine Reihe von wenig bekannten Querverbindungen sichtbar: So hatte beispielsweise die Literatursoziologie mit Leo Löwenthal einen ihrer entscheidenden Ursprünge an der Universität Frankfurt. Löwenthal ist eher bekannt als Mitarbeiter am Institut für Sozialforschung, doch er war gleichermaßen Literaturwissenschaftler und Soziologe, auch er musste 1933 in die USA emigrieren, wo er ab 1955 an der Universität in Berkeley als Soziologe forschte und lehrte. Die Ausstellung setzt sich zusammen aus detaillierten Porträts einzelner Wissenschaftler der Universität Frankfurt wie Löwenthal, Max Kommerell, der als Begründer der Komparatistik, der vergleichenden Literaturwissenschaften, gilt, Matthias Friedwagner, der institutionell die Grundlagen für eine moderne Romanistik an der Universität Frankfurt legte, oder Julius Petersen. Petersen startete seine Professoren-Karriere während des Ersten Weltkriegs unter schwierigsten Bedingungen, musste auch zum Fronteinsatz und wurde erst in den 1920er Jahren in Berlin zu einem der wichtigsten Germanisten seiner Zeit.

Das Lehrforschungsseminar wurde gefördert durch Mittel aus dem Programm „Starker Start ins Studium“, die Ausstellung aus den zentralen Mitteln für das Jubiläum.

Die virtuelle Ausstellung ist vom 19. Mai 2014 an zu sehen unter: http://use.uni-frankfurt.de/literaturwissenschaftler/

Informationen: PD Dr. Bernd Zegowitz, Institut für Deutsche Literatur und ihre Didaktik, Fachbereich Neuere Philologien, zegowitz@lingua.uni-frankfurt.de. Tel.: 069/798-32693