Revolutionär der Mathematik: Jean Baptiste Fourier

Ringvorlesung an der Goethe-Universität über den französischen Mathematiker. Auftakt: 29. April, 18 Uhr, Campus Bockenheim.

Veröffentlicht am: Freitag, 25. April 2014, 10:12 Uhr (105)

FRANKFURT. Ohne seine Mathematik keine Google-Abfrage, kein Handy und kein Smartphone: Jean Baptiste Joseph Fourier hat mit seinen Ideen die Mathematik revolutioniert. Vier Vorträge einer Ringvorlesung, die vom Verein zur Förderung der Mathematik an der Goethe-Universität veranstaltet wird, sind diesem außergewöhnlichen Mathematiker und Physiker gewidmet.

Im Jahr der französischen Revolution 1789 war Jean Baptiste Fourier 21 Jahre alt. Er war der neuen politischen Entwicklung sehr zugetan, ein Revolutionär. Aus Sicht des 21. Jahrhundert wäre es höchst bedauerlich gewesen, wenn er sich nicht vor der Bastille und damit der Guillotine hätte retten können. Seine wahre revolutionäre Idee war indessen nicht politisch, sondern mathematisch: Beliebige Kurven müssten sich eigentlich als Summen von harmonischen Schwingungen erzeugen lassen. Jean Baptiste Fourier löst mit dieser Idee nicht nur eine spannende Kontroverse unter den Mathematikern der Zeit der Aufklärung aus, sondern schafft die Grundlage für viele radikale Entwicklungen, die unser Leben heute bestimmen. Die Digitalisierung von Bild und Ton, das heutige Verständnis von Atomen, Elementarteilchen, Sonnen und Galaxien, lebensrettende Geräte wie Computertomographen wären ohne diese Erkenntnis nicht möglich.

Als Auftakt der Veranstaltungsreihe gibt der Vortrag von Dr. Berthold Ströter einen spannenden Einblick in die Ideengeschichte einer mathematischen Entdeckung sowie in die Biografie von Fourier. Der Vortrag wird die Faszination eines mathematischen Konstruktes für den Laien lebendig werden lassen, überraschende Einsichten präsentieren und den Blick der Zuhörer auf die Welt bereichern.

Die Termine:

29. April
Dr. Berthold Ströter: Jean Baptiste Joseph Fourier

20. Mai
Prof. Dr. Götz Kersting (Goethe-Universität): Die Mathematik des Klangs

17. Juni
Prof. Dr. Michael Langenbruch (Universität Oldenburg): Wie funktioniert ein Computertomograph?

15. Juli
Dr. Laura Spitler (Max-Planck-Institut für Radioastronomie): Die Radioklänge der Sterne

Die Vorträge finden jeweils um 18 Uhr im Hörsaal IV im Hörsaalgebäude auf dem Campus Bockenheim statt. Die Vorlesung richtet sich an alle Interessierten. Die Teilnahme ist kostenlos, um Anmeldung wird gebeten unter foerderv@math.uni-frankfurt.de

Weitere Informationen: www.mathe-uni-ffm.de/ringvorlesung