Angela Davis zurück an der Goethe-Universität: „How does change happen?“

Amerikanische Bürgerrechtlerin und Sozialwissenschaftlerin spricht zum Start der Gastprofessur für internationale Gender und Diversity Studies, die fortan ihren Namen trägt

Veröffentlicht am: Montag, 25. November 2013, 15:12 Uhr (282)

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

die amerikanische Bürgerrechtlerin Angela Davis kehrt für einige Tage an die Goethe-Universität zurück, wo sie auf Empfehlung ihres damaligen akademischen Lehrers Herbert Marcuse von 1965 bis 1967 Philosophie und Soziologie studierte. In der heißen Phase der Studentenrevolte arbeitete sie vor allem bei Adorno, Horkheimer, Habermas und Negt über Hegel und die Existenzialisten und griff die Marx‘sche These auf, nach der die Philosophen die Welt bisher immer nur interpretiert hätten, es jedoch darauf ankomme, sie zu verändern. Die Frankfurter Schule war auch für ihre weitere wissenschaftliche, aber auch politische Arbeit prägend.

Jetzt kommt Angela Davis auf Einladung des Cornelia Goethe Centrums für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse (CGC) und eröffnet die nach ihr benannte Gastprofessur für internationale Gender und Diversity Studies mit mehreren öffentlichen und uni-internen Vorträgen und Diskussionen. Die 69-jährige Sozialwissenschaftlerin ist emeritierte Professorin der University of California, Santa Cruz, und gilt als richtungsweisend für die weltweit geführte Race-Class-Gender-Debatte.

Zu einem Gespräch mit Angela Davis laden wir Sie herzlich ein 

am Dienstag (3. Dezember 2013) um 11 Uhr, PA-Gebäude (Präsidium und Administration), Erdgeschoss, Raum P22, Campus Westend, Grüneburgplatz 1.

Ihre Gesprächspartner sind

  • Prof. Angela Davis, University of California, Santa Cruz
  • Prof. Ulla Wischermann, geschäftsführende Direktorin des Cornelia Goethe Centrums für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse (CGC)
  • Barbara Ulreich, Vorsitzende des "Förderkreises des Cornelia Goethe Centrums der Universität Frankfurt e.V."

Über Ihre Teilnahme an dem Mediengespräch würden wir uns freuen. Bitte geben Sie uns bis zum Donnerstag (28. November) kurz Nachricht, ob wir mit Ihrem Kommen zum Mediengespräch rechnen können, E-Mail an jaspers@pvw.uni-frankfurt.de.

Mit freundlichen Grüßen
Ulrike Jaspers
Referentin für Wissenschaftskommunikation

Veranstaltungen mit Angela Davis vom 3. bis 11. Dezember 2013

3. Dezember (Dienstag)
Antrittsvorlesung: 18:15 bis 19:45 Uhr, Casino-Gebäude, Erdgeschoss, Festsaal
„Feminism & Abolition: Theories & Practices for the 21st Century“
Öffentlicher Vortrag mit anschließender Diskussion, noch wenige Tickets erhältlich
FRCPS Angela Davis Party: If I can't dance, it's not my revolution!
im Anschluss an die Antrittsvorlesung, DJane: Sushila Mesquita

6. Dezember (Freitag), 9. Dezember (Montag), 11. Dezember (Mittwoch)
Blockseminar (nur für Studierende nach Anmeldung): jeweils 14:15 – 17:45 Uhr
„Critical Theory and Feminist Dialogues”

7. Dezember (Samstag)
13. Cornelia Goethe Salon des Förderkreises des Cornelia Goethe Centrums: 18 bis 22 Uhr, Casino-Gebäude, Erdgeschoss, Festsaal
“Freedom is a Constant Struggle: Continuities and Closures”, Öffentlicher Vortrag, Angela Davis im Gespräch mit Prof. Helma Lutz (Cornelia Goethe Centrum); anschließend: Podiumsdiskussion mit vier Studierenden (Moderation: Prof. Margrit Brückner), noch wenige Tickets erhältlich

10. Dezember (Dienstag)
Die Kinothek Asta Nielsen zeigt…: „Free Angela And All Political Prisoners” (USA/FR 2012) (amerikanische Originalfassung): 20.30 Uhr CINEMA an der Hauptwache; im Anschluss: Angela Davis im Gespräch mit Prof. Dr. Margit Mayer, Sozial- und Politikwissenschaftlerin (Freie Universität Berlin), Resttickets evtl. am 10.12. an der Kinokasse erhältlich

Aktuelle Informationen und Anmeldung: http://www.cgc.uni-frankfurt.de/angeladavis

Hintergrund-Information zu Angela Davis und der Gastprofessur:

Angela Davis‘ Engagement gilt seit Anfang der 1960er Jahren den unterschiedlichen Formen politischer und gesellschaftlicher Repression; sie kämpft fortwährend für Bürgerrechte und soziale Gerechtigkeit. In die sozialwissenschaftliche Theoriebildung ist die Perspektive auf die sich überlagernden Formen der Ungleichheit auf Grund von „Geschlecht“, „Ethnizität“ und „Klasse“ als „Triple Oppression“ – oder aktuell bezeichnet – als „Intersektionalitätsansatz“ eingegangen. Zentral für Davis‘ Analyse des Zusammenwirkens dieser Kategorien sind u.a. ihre Monographien: „Women, Race & Class“ (1983), „Women, Culture & Politics“ (1990) sowie „Blue Legacies and Black Feminism“ (1999). Mehr als 20 Jahre lehrte Angela Davis an verschiedenen Universitäten in Kalifornien, zuletzt hatte sie von 1991 bis 2008 einen Lehrstuhl für African-American und Feminist Studies an der University of California, Santa Cruz (UCSC), inne. Davis gilt als Wegbereiterin aktueller, kritischer Diskurse innerhalb der Gender und Diversity Studies. Mit diesen Themen wird sich in den kommenden Jahren auch die Angela-Davis-Gastprofessur regelmäßig beschäftigen und so die internationale und interdisziplinäre Zusammenarbeit im Bereich Gender und Diversity verstärken.

Information: Stefan Fey, Cornelia Goethe Centrum für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse (CGC), mobil 0171 273 9354, fey@em.uni-frankfurt.de