Ausgegrenzt und unterschätzt?

Die Frankfurter Bürger-Universität diskutiert mit Betroffenen und Experten über das vernachlässigte Potenzial von Zuwandererkindern

Veröffentlicht am: Donnerstag, 21. November 2013, 13:49 Uhr (278)

FRANKFURT. „Bildung ohne Gerechtigkeit? Perspektiven einer unerschöpflichen Debatte“, so der Titel der Diskussionsreihe im Wintersemester 2013/14, die zusammen mit der Akademie für Bildungsforschung und Lehrerbildung (ABL) entwickelt wurde. In der Tradition einer von Frankfurter Bürgern geschaffenen Hochschule, stellt sich die Goethe-Universität erneut einer aktuellen Debatte. Unterstützt von hr-iNFO, dem Informationsradio des Hessischen Rundfunks, bildet die Reihe zugleich die Brücke ins Jubiläumsjahr der Goethe-Universität 2014. In der Frankfurter „Bürger-Uni“ diskutieren Wissenschaftler, Experten und Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern einzelne Aspekte der Auseinandersetzung um gute und schlechte Bildung. Am kommenden Montag richtet sich der Blick auf das Thema: Lernen mit Migrationshintergrund.

„Ausgegrenzt und unterschätzt? – Migranten im deutschen Bildungssystem“.Die ungleiche Verteilung von Bildung ist fast immer auch die Folge individueller Herkunft und sozialer Voraussetzungen. In diesem Zusammenhang beschäftigt sich die Bildungsdebatte besonders oft mit Menschen die einen Migrationshintergrund haben. Aufgrund häufig fehlender Sprach- und Schreibkompetenz fällt Schülern mit Zuwanderungsgeschichte konzentriertes und effizientes Lernen oft schwer. Sehr schnell fallen diese Schülerinnen und Schüler in ihren Leistungen zurück, individuelle Förderung ist nur selten möglich. Diese Verschwendung wertvoller geistiger Ressourcen hat oft sozialen Abstieg zur Folge. Der Erziehungswissenschaftler Prof. Frank-Olaf Radtke hat sich mit dieser besonderen Lern- und Lebenssituation wissenschaftlich auseinandergesetzt. Die Brüder Masoud und Mojtaba Sadinam berichten hingegen aus der Praxis: Sie kennen die Vorurteile und Schwierigkeiten mit denen die Kinder von Zuwanderern immer noch konfrontiert werden. Aus seinem Alltag berichten wird auch der Talentscout Suat Yilmaz. Er bereist im Auftrag der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen die Schulen des Ruhrgebiets auf der Suche nach begabten Arbeiterkindern, die er unterstützen kann: beim Abitur, bei der Studienwahl, beim schweren Wechsel auf die Hochschule.   

„Ausgegrenzt und unterschätzt? – Migranten im deutschen Bildungssystem“ mit: 

  • Prof. Frank-Olaf Radtke, Erziehungswissenschaftler
  • Masoud und Mojtaba Sadinam, Studenten der Goethe-Universität und Autoren von „Unerwünscht – Drei Brüder aus dem Iran erzählen ihre deutsche Geschichte“
  • Suat Yilmaz, Talentscout der Westfälischen Hochschule
  • und den Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern
  • Moderation: Riccardo Mastrocola von hr-iNFO

am: Montag, 25. November 2013, um 19.30 Uhr
Ort: Campus Westend, Casino Festsaal, Raum 823, Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt am Main

„Bildung ohne Gerechtigkeit? Perspektiven einer unerschöpflichen Debatte Diskussionsreihe mit Experten und Bürgern“

Weitere Veranstaltungen:

9. Dezember 2013
Verschult und überfrachtet? Bildung zwischen Theorie und Praxis
u.a. mit Tanja Brühl, Vize-Präsidentin der Goethe-Universität und Politologin, Prof. Birgit Blättel-Mink, Soziologin und Direktorin am IWAK, Prof. Sascha Spoun, Präsident der Leuphana Universität Lüneburg und Giorgio Nasseh, Asta-Sprecher Frankfurt

16. Dezember 2013
Dressiert und angepasst? Wege aus dem einseitigen Lernen
u.a. mit Prof. Gerhard Büttner, Leiter der Akademie für Bildungsforschung und Lehrerbildung, dem Lehrer und Erziehungsratgeber Michael Felten und der Reformpädagogin Enja Riegel.

13. Januar 2014
Exklusiv und effizient? Bildung als Ware
u.a. mit Claudia Bremer, Leiterin studium digitale, Andreas Koini, Direktor der Strothoff International School Dreieich, Prof. Sighard Neckel, Soziologe

27. Januar 2014
Abgehoben und überakademisiert? Wie viel Bildung verträgt der Mensch?
u.a. mit Götz Rehn, Gründer von Alnatura, Prof. Manfred Prenzel, Pisa-Studien-Experte, Dirk Roßmann, Gründer von Rossmann und Dr. Heiner Schnelling, Leiter der Universitätsbibliothek

Beginn jeweils um 19.30 Uhr, Eintritt frei.

Wichtige Hinweise: Veranstaltungsort ist ab dem 11. November immer der Campus Westend, Casino Festsaal, Raum 823, Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt am Main

Alle Veranstaltungen können per Livestream mitverfolgt werden und sind anschließend auch über unser Archiv abrufbar:  www.buerger.uni-frankfurt.de