„Viel hilft viel“ – auch beim Strafrecht?

Frankfurter Stadtgespräch am 3. Juli 2013 mit dem hessischen Justizminister Jörg-Uwe Hahn und dem Rechtsprofessor Klaus Günther

Veröffentlicht am: Montag, 24. Juni 2013, 12:14 Uhr (149)

FRANKFURT. Das Strafrecht legt fest, was als verbrecherisches Handeln gilt und welche Strafen oder Maßregeln laut Gesetz damit verbunden sind. Seine Aufgabe besteht vor allem darin, die grundlegenden Werte des Zusammenlebens zu schützen. Die Frage, ob und wann eine mögliche Erweiterung oder Verschärfung des Strafrechts als Mittel der Kriminalpolitik geeignet sein mag, steht im Mittelpunkt des nächsten Frankfurter Stadtgesprächs, veranstaltet vom Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität in Kooperation mit dem Frankfurter Kunstverein. Der hessische Justizminister Jörg-Uwe Hahn und der Rechtsprofessor Klaus Günther, Co-Sprecher des Clusters, diskutieren über das

Thema:         „Strafe muss sein!? – Was wir vom Strafrecht haben“
am:                Mittwoch, dem 3. Juli 2013, um 20.30 Uhr.
Ort:                Frankfurter Kunstverein, Steinernes Haus am Römerberg,
                       Markt 44, 60311 Frankfurt.

In den vergangenen Monaten und Jahren lässt sich eine Expansion des Strafrechts als Mittel zur Kriminalitätsbekämpfung beobachten. Das Strafrecht wird, so scheint es, als eine Art „Allheilmittel“ zur Hilfe gerufen, wenn es um die Bekämpfung sozialer Konflikte geht, gesellschaftliche Umbrüche in die richtigen Bahnen gelenkt werden sollen und selbst zur Bewältigung der Finanzkrise. Die Forderung nach härteren Strafen ist vor allem dann zu hören, wenn die Öffentlichkeit ein Verhalten in besonderem Maße geißelt: bei jugendlichen S-Bahn-Schlägern ebenso wie bei prominenten Steuerhinterziehern. Der „Warnschussarrest“ oder die Abschaffung der strafbefreienden Selbstanzeige werden hier als geeignete Mittel behauptet. Doch wie ist ihre Wirksamkeit einzuschätzen und was erwarten wir grundsätzlich vom Strafrecht – welche Rolle kann und soll es in der heutigen Gesellschaft übernehmen? Auch diese Fragen sollen bei dem prominent besetzten, mittlerweile 11. Frankfurter Stadtgespräch diskutiert werden.

Jörg-Uwe Hahn ist hessischer Minister der Justiz, für Integration und Europa sowie stellvertretender Ministerpräsident. Der FDP-Politiker ist in letzter Zeit vor allem auch als Befürworter des so genannten Warnschussarrests hervorgetreten. Dieser bis zu vier Wochen lange Jugendarrest kann mittlerweile neben einer zur Bewährung ausgesetzten Jugendstrafe verhängt werden.

Klaus Günther ist Co-Sprecher des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität und Professor für Rechtstheorie, Strafrecht und Strafprozessrecht am Fachbereich Rechtswissenschaft. Seine Forschungsschwerpunkte sind Strafrecht und Rechtsphilosophie.

Das Frankfurter Stadtgespräch über die Rolle des Strafrechts gehört in diesem Sommer zu den Programmpunkten der Vortrags- und Diskussionsreihe „Polizey“ des Frankfurter Kunstvereins in Kooperation mit dem Exzellenzcluster. Die Moderation der Podiumsdiskussion mit Justizminister Jörg-Uwe Hahn und Prof. Klaus Günther hat Rebecca Caroline Schmidt, Juristin und Geschäftsführerin des Clusters.

Informationen: Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin), Tel.: 069/798-31401, rebecca.schmidt@normativeorders.net; Bernd Frye (Pressereferent), Tel.: 069/798-31411, bernd.frye@normativeorders.net; www.normativeorders.net/de/veranstaltungen/frankfurter-stadtgespraech