Wenn Vorurteile zu Gewalttaten führen

Deutschlandweite Umfragen zum Thema: vorurteilsmotivierte Gewalt gegen Gruppen

Veröffentlicht am: Montag, 28. Januar 2013, 13:43 Uhr (025)

FRANKFURT. Das von der EU geförderte Forschungsprojekt „When Law and Hate Collide“ beschäftigt sich mit vorurteilsmotivierter Gewalt, sogenannten Hate Crimes. Ein Hate Crime bezeichnet jegliche Gewalttat, die sich gegen eine Person oder Eigentum wendet, aufgrund der wahrgenommenen Gruppenzugehörigkeit des Opfers. Die Motivation für die Gewalttat sind Vorurteile des Täters gegenüber dieser Gruppe. Die Gewalttat richtet sich somit nicht nur direkt gegen die Person, sondern gegen die Gruppe, als deren Stellvertreter die Person gesehen wird.

Das Forschungsteam besteht aus drei Partnern: die University of Central Lancashire, der University of Gothenburg und der Goethe Universität. Ziel des Projektes ist eine Empfehlung zur europaweiten Hate Crime Policy aus der juristischen, ethisch-philosophischen und psychologischen Perspektive zu geben, wobei die Universität Frankfurt den inhaltlichen Schwerpunkt auf letzteres setzt, insbesondere auf Fragen zu Präventionsmöglichkeiten sowie zu Opfer- und Täterperspektiven.

In diesem Rahmen haben Professor Michael Fingerle und Caroline Bonnes zwei deutschlandweite Umfragen zum Thema vorurteilsmotivierte Gewalt durchgeführt. Zum einen wurden Personen befragt, die innerhalb einer Organisation arbeiten, die sich gegen Diskriminierung und Gewalt einsetzten. Zum anderen wurden Personen, die unterschiedlichen „Gruppen“ angehören, die von vorurteilsmotivierter Gewalt betroffen sind oder betroffen sein könnten, zu ihrer Erfahrung mit Hate Crime und ihrer Meinung bezüglich eines Hate Crime Gesetzes in Deutschland befragt. Zu den Befragten gehörten u.a. Menschen mit Behinderung, mit unterschiedlicher sexueller Orientierung, mit Migrationshintergrund oder auch Angehöriger sogenannter Subkulturen, wie z.B. Gothics oder Punks.

Die Ergebnisse der Umfragen werden Ende Januar 2013 im Rahmen einer Projektabschlusskonferenz in Brüssel vorgestellt. Zu der Konferenz sind europaweit Experten aus Politik, Wissenschaft und Nichtregierungs-Organisationen eingeladen. Die Vorträge werden auf der Konferenz als Podcast aufgenommen und im Nachhinein der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Weitere Informationen
Projektwebsite: http://www.uclan.ac.uk/schools/lancashire_law_school/law_hate_collide.php; Hate Crime Umfrage: https://de.surveymonkey.com/s/HateCrimeSurvey