Was taugen Bilder als historische Quellen?

Vortrag von Prof. Peter Geimer im Forschungszentrum für Historische Geisteswissenschaften, anschließend Ausstellungseröffnung in der Studiengalerie 1.357

Veröffentlicht am: Dienstag, 04. Dezember 2012, 16:08 Uhr (290)

FRANKFURT. Die Vergangenheit kann man nicht beobachten. Man hat von ihr gehört oder gelesen, erinnert sich an sie. Oder man sieht Bilder und Modelle, die Historisches zeigen, es aber nicht in seiner gewesenen Integrität wiederherstellen können. „Deshalb beruht jede visuelle Rekonstruktion von Geschichte auf einer Verschränkung von Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit, Vergegenwärtigung und Entzug, Wissen und Imagination“, so Peter Geimer, Professor am Kunsthistorischen Institut der FU Berlin, der morgen (Mittwoch), um 18 Uhr im IG-Farben-Haus, Raum 411, Campus Westend, einen öffentlichen Vortrag hält.

Der Titel lautet „Die Farbe der Vergangenheit. Zur Kritik historischer Rekonstruktion“. Der Berliner Wissenschaftler kommt auf Einladung des Forschungszentrums für Historische Geisteswissenschaften der Goethe-Universität im Rahmen der Mittwochskonferenz. Geimer beschäftigt sich mit zwei zentralen Fragen: Wie entsteht unter den skizzierten Bedingungen so etwas wie bildliche Evidenz des Historischen? Sind Bilder Quellen? Antworten sucht er am Beispiel der schwierigen Unterscheidung von Dokumentar-und Spielfilm und unter Einbeziehung einiger geschichtstheoretischer Überlegungen von de Certeau, Veyne und Koselleck. Wie kann man einerseits dem „Vetorecht der Quellen“ Rechnung tragen und andererseits die Produktivität und Unvermeidbarkeit von Fiktion, Illusion und Einbildungskraft in den Blick nehmen? Dabei wird Geimer auch diskutieren, ob Bilder nur Suggestion, Propaganda oder Verschleierung der Wirklichkeit sind.

Im Anschluss an diesen Vortrag wird die Ausstellung „Dani Gal – Nacht und Nebel" in der Studiengalerie 1.357 eröffnet – auch dazu ist die interessierte Öffentlichkeit eingeladen. Sie findet statt in der Studiengalerie 1.357 im ersten Stock des IG-Farben-Hauses (Raum 1.357).

Informationen: Dr. Falk Müller, Forschungszentrum für Historische Geisteswissenschaften, Campus Westend, Tel: (069) 798-32411, falk.mueller@em.uni-frankfurt.de, www.fzhg.org