Bundesweit erster Schülercampus für Geistes- und Naturwissenschaften an der Goethe-Universität

80 Oberstufenschüler ab 1. Juli bei Workshops und Informationsveranstaltungen auf den Campi Westend und Riedberg

Veröffentlicht am: Mittwoch, 20. Juni 2012, 13:13 Uhr (138)

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Kolleginnen und Kollegen,

aus Anlass des bundesweit ersten Schülercampus für Geistes- und Naturwissenschaften laden wir herzlich zu einem Mediengespräch und einem gemeinsamen Lunch mit teilnehmenden Schülern, Wissenschaftlern und Initiatoren ein

am 4. Juli (Mittwoch) um 12:30 Uhr im Biozentrum auf dem Campus Riedberg, Bauteil N 101, Raum 1.14 (oberhalb der Mensa „Pi x Gaumen“)

Ihre Gesprächspartner sind neben Schülern aus dem geistes- und naturwissenschaftlichen Programm:

  • Prof. Dr. Arnim Lühken (Didaktik der Chemie)
  • Dr. Titus Stahl (Philosophie)
  • ·         Prof. Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz, Vizepräsident der Goethe-Universität
  • Dr. Kerstin Schulmeyer, Leiterin der Stabsstelle Lehre und Qualitätssicherung
  • Benjamin Gilde, Stabsstelle Lehre und Qualitätssicherung, verantwortlich für den Schülercampus

Bei Interesse können Sie anschließend oder zu einem anderen Zeitpunkt an einer der naturwissenschaftlichen Arbeitsgruppen und geisteswissenschaftlichen Workshops teilnehmen. Auch Fotos sind möglich.

Bitte kurze Rückmeldung bis Mittwoch, 27. Juni, ob Sie teilnehmen werden, an jaspers@pvw.uni-frankfurt.de.

Mit freundlichen Grüßen

Ulrike Jaspers

Referentin für Wissenschaftskommunikation, E-Mail: jaspers@pvw.uni-frankfurt.de, Tel. (069) 798-23266

Hintergrundinformationen zum Frankfurter Schülercampus

FRANKFURT. Zum ersten Mal veranstaltet eine deutsche Universität einen Schülercampus, der einen umfassenden Einblick in die Natur- und die Geisteswissenschaften gibt: Vom 1. bis 7. Juli werden 80 Oberstufenschüler aus dem gesamten Bundesgebiet eine Woche an der Goethe-Universität „Wissenschaft entdecken! Universität erleben!“ – so das Motto des ersten Frankfurter Schülercampus.

Knapp 300 Schüler haben sich für das attraktive Orientierungsprogramm beworben, das Einblicke in die Breite und Vielfalt der Geistes- und Naturwissenschaften geben und an wissenschaftliche Arbeits- und Forschungsmethoden heranführen soll. „Die Qualität der Bewerbungen war sehr überzeugend. Besonders erfreulich ist es für uns, dass das geisteswissenschaftliche Programm auf ebenso großes Interesse stieß wie das naturwissenschaftliche Angebot“, so Prof. Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz, Vizepräsident der Goethe-Universität und verantwortlich für die Lehre. Auch leistungsstarke Schüler haben oft keine klare Vorstellung von den konkreten Inhalten und Studienvoraussetzungen der verschiedenen Fächer und stolpern deshalb nicht selten zunächst in das falsche Studienfach. Die insgesamt 50 Schülerinnen und 30 Schülern, die für den Schülercampus ausgewählt wurden, sammeln durch das Programm wertvolle Erfahrungen, die sie für ihre eigene Studienorientierung nutzen sowie an ihre Mitschüler zu Hause weiter geben können.

Das geisteswissenschaftliche Angebot des Schülercampus besteht zum einen aus fachübergreifenden Seminaren und Exkursionen sowie Gesprächen zu beruflichen Perspektiven. Zum anderen erhalten die Teilnehmer in Workshops Einblick in spezifische Gegenstände und Methoden der einzelnen Fächer. Besonders gefragt war der Workshop des Philosophen Dr. Titus Stahl zum Thema „Gibt es moralische Wahrheiten?“ Darin befassen sich die Schüler mit den Versuchen der gegenwärtigen Philosophie, Gründe zu finden, die für oder gegen die Existenz moralischer Wahrheiten sprechen. Ein weiteres Beispiel: In einem literaturwissenschaftlichen Workshop lernen die Jugendlichen, angeleitet von Prof. Dr. Heinz Drügh, wie man wissenschaftlich mit der Lyrik der Romantik umgeht, und anschließend erörtern sie im Freien Deutschen Hochstift den Erkenntniswert von Handschriften für die Gedichtanalyse.

Das naturwissenschaftliche Programm bietet zunächst einen Überblick über das Fächerspektrum. Den Großteil der Woche verbringen die Schüler in einer fachspezifischen Arbeitsgruppe, in der sie einer wissenschaftlichen Fragestellung auf den Grund gehen. Dabei arbeiten sie in Laboren der Universität und gehen auf Exkursionen zu wissenschaftlichen Einrichtungen oder Messstationen. Die biowissenschaftliche Arbeitsgruppe etwa wird unter Anleitung von Prof. Dr. Paul Dierkes Testverfahren und Arbeitsweisen der Ökotoxikologie erproben und durch eigenes Experimentieren Erkenntnisse über Schadstoffe und deren Effekte auf biologische Systeme gewinnen. In der Arbeitsgruppe des Chemiedidaktikers Prof. Dr. Arnim Lühken lernen die Teilnehmer die chemische und biochemische Forschung der Goethe-Universität kennen. In verschiedenen Forschungsinstituten entdecken die Schüler anhand eigener Experimente den Grenzbereich zwischen Chemie und Biologie.

Für das einwöchige Programm inklusive Übernachtung und Verpflegung zahlen die Schüler einen Eigenbeitrag von 160 Euro. Die Reisekosten werden bis zu 100 Euro erstattet. Der Schülercampus wird gefördert durch das Programm „Wandel gestalten!“ des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft und der Heinz Nixdorf Stiftung sowie durch die Stiftung Polytechnische Gesellschaft, die FAZIT-Stiftung, die Vereinigung von Freunden und Förderern der Goethe-Universität und den Bundeswettbewerb Informatik. Auch im nächsten Jahr soll wieder ein Schülercampus veranstaltet werden, die Ausschreibung wird vermutlich im Februar 2013 starten.

Informationen: Benjamin Gilde, Stabsstelle Lehre und Qualitätssicherung, Campus Bockenheim, Tel.: (069) 798-22457, schuelercampus@uni-frankfurt.de; www.schuelercampus.uni-frankfurt.de