Wofür lohnt es sich zu sterben?

Podiumsdiskussion zum demokratischen Umgang mit internationalen Sicherheitsrisiken

Veröffentlicht am: Donnerstag, 09. Februar 2012, 13:30 Uhr (037)

 

FRANKFURT. Gefallene, Versehrte, Veteranen. Soldatenwitwen, Ehrenhaine - Krieg. Spätestens mit dem „Karfreitagsgefecht“ im April 2010, in dem mehrere Bundeswehrsoldaten in Afghanistan zu Tode kamen, sind diese Begriffe in das Vokabular deutscher Sicherheitsdebatten zurückgekehrt. Durch Fernsehbilder von angesprengten Tank- und Panzerfahrzeugen, im Gefecht stehenden Bundeswehrsoldaten sowie die Live-Übertragung von Militärbegräbnissen haben die Schattenseiten des Krieges auch das Bewusstsein der Heimatbevölkerung erreicht. Das öffentliche Drängen auf eine umfassende Erklärung von militärischen Einsätzen wuchs. Die zentrale Frage: Für welche nationalen und internationalen Werte kann und soll heute noch auf welche Weise Sicherheit gewährleistet werden? Darüber diskutieren  Experten aus Wissenschaft und Praxis in einer Podiumsdiskussion

am:        Samstag, dem 18. Februar 2012, um 18 Uhr;
Ort:        Campus Westend; IG-Farben Haus, Raum 411.
Thema:   „Wofür lohnt es sich zu sterben?“

Die Vorstellung, dass ein demokratisches Gemeinwesen wie die Bundesrepublik Frauen und Männer aus ihrer Mitte verpflichtet, an bewaffneten Konflikten teilzunehmen, um seine Werte, Ziele und Interessen zu beschützen, mag vielen als archaisch erscheinen. Doch die deklaratorische Verpflichtung auf die Werte Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit, bleibt für die Sicherheitspolitik des vereinigten Deutschland nicht folgenlos. Auch wenn die Verpflichtung, sich der Gefahr von Verwundung oder sogar Tod auszusetzen, nun primär auf Freiwilligkeit beruht, stellt sich dennoch die brisante Frage, wie demokratische Gemeinschaften den Prozess der Selbstverständigung organisieren, wenn sie tatsächlich auf diese Freiwilligkeit zurückgreifen wollen.

In der Podiumsdiskussion gilt es, insbesondere Antworten auf die Herausforderung zu finden, wie Willensbildungsprozesse demokratischer Gemeinschaften über ihre Sicherheit im Sinne von Teilhabemöglichkeiten sowie der Schonung individueller Freiheitsrechte organisiert werden können.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe Universität sowie des American Institute for Contemporary German Studies der Johns Hopkins Universität, Washington DC und findet mit freundlicher Unterstützung der FAZIT-Stiftung statt.

Informationen: Prof. Gunther Hellmann, Professur für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Außenbeziehungen Deutschlands und der Europäischen Union sowie Principle Investigator des Exzellenzclusters „Die Herausbildung Normativer Ordnungen“, Campus Bockenheim, Tel. Sekretariat (Frau Opaterny): (069) 798-22059;g.hellmann@soz.uni-frankfurt.de.