„Law and Terrorism“: Die Freiheit ist gefährdet

Öffentlicher Vortrag des Verfassungsrechtlers Owen Fiss von der Yale University am 4. Mai 2011 am Forschungskolleg Humanwissenschaften

Veröffentlicht am: Donnerstag, 21. April 2011, 00:00 Uhr ()

FRANKFURT / BAD HOMBURG. Mit Owen Fiss, Sterling Professor of Law an der Yale University, wird die englischsprachige Vortragsreihe „Reconfiguring American Politics“ am Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität fortgesetzt. Der US-Wissenschaftler gilt als führender Verfassungsrechtler der Vereinigten Staaten. Am Forschungskolleg spricht er im Rahmen des Schweickart-Fellowship-Programms der Herbert Quandt-Stiftung und des Stifterverbandes für die deutsche Wissenschaft. Prof. Fiss warnt vor einer Gefährdung zentraler Verfassungsprinzipien durch die Politik der US-Regierungen bei der Bekämpfung des Terrorismus. Auch die interessierte Öffentlichkeit – um Anmeldung wird gebeten – ist herzlich eingeladen zu seinem

Vortrag: „Law and Terrorism“
am: Mittwoch, dem 4. Mai 2011, um 18.00 Uhr
Ort: Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität, Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg vor der Höhe

Der Kampf gegen den Terrorismus nach dem 11. September 2001 hat entscheidende Auswirkungen auf die politische Kultur und das Recht der Vereinigten Staaten. In seinem Vortrag legt Owen Fiss den Fokus auf Entwicklungen, durch die er die Freiheit des Einzelnen bedroht sieht, auf welche die Amerikaner lange stolz gewesen seien. Fiss geht vor allem auf eine aktuelle Entscheidung des Supreme Court ein, wonach der Kongress auch weiterhin die politische Unterstützung terroristischer Organisationen kriminalisieren darf.

Nach Ansicht des US-amerikanischen Verfassungsrechtlers resultiert aus dieser Entscheidung die große Gefahr, dass demokratische Debatten in den Vereinigten Staaten unterdrückt werden. Gleichzeitig mache die Entscheidung deutlich, dass die Bedrohung der Freiheit in Zeiten des Terrorismus nicht nur in der Politik des Präsidenten Bush ihre Ursache habe, sondern auch in einer Fortführung durch Präsident Obama, der dabei von Institutionen wie dem Supreme Court unterstützt werde.

Die Einführung und Moderation des Vortragsabends übernimmt der Rechtswissenschaftler Prof. Spiros Simitis, Wissenschaftlicher Direktor des Forschungskollegs. Im Anschluss an die Ausführungen von Prof. Fiss wird der Politikwissenschaftler Prof. Harald Müller die Thesen kommentieren. Müller lehrt Internationale Beziehungen an der Goethe-Universität. Er ist gleichzeitig Leiter der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK).

Am Donnerstag (5.5.), dem Folgetag des Vortrags, bietet Owen Fiss um 11.00 Uhr ein öffentliches Seminar zur weiteren Diskussion und Vertiefung seiner Thesen an. Es findet ebenfalls im Forschungskolleg statt. Auch hierzu ist die Öffentlichkeit – nach vorheriger Anmeldung – herzlich willkommen.

Die Schweickart-Fellowships, die im Jahr 2009 mit Vorträgen und Seminaren zur internationalen Entwicklungszusammenarbeit am Forschungskolleg begonnen haben, sollen den transatlantischen wissenschaftlichen Austausch zwischen den USA und Deutschland ausbauen und intensivieren. Die Beiträge zum Thema „Reconfiguring American Politics“ ergänzen das Grundanliegen der Fellowships um einen wesentlichen inhaltlichen Blick auf die Vereinigten Staaten. Im vergangenen Semester war Bruce Ackerman, ebenfalls Rechtsprofessor an der Yale University, als Schweickart-Fellow in Bad Homburg zu Gast.

Anmeldung: Andreas Reichhardt, Tel: (06172) 13977-16, Fax: (06172) 13977-39, a.reichhardt@forschungskolleg-humanwissenschaften.de

Informationen: Prof. Spiros Simitis, Tel: 069/798-34240, simitis@jur.uni-frankfurt.de, Bernd Frye, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel: (06172) 13977-14, frye@forschungskolleg-humanwissenschaften.de