US-Experte: Das Weiße Haus lockt Extremisten an

Vortrag des Verfassungsrechtlers Bruce Ackerman von der Yale University am 22. November 2010 am Forschungskolleg Humanwissenschaften

Veröffentlicht am: Dienstag, 16. November 2010, 00:00 Uhr ()

FRANKFURT / BAD HOMBURG. Mit Bruce Ackerman, Sterling Professor of Law and Political Science an der Yale University, startet die neue, englischsprachige Vortragsreihe „Reconfiguring American Politics“ am Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität. Der US-Wissenschaftler ist Autor zahlreicher und viel beachteter Publikationen mit großem Einfluss auf die politische Philosophie, das Verfassungsrecht und die öffentliche Politik. Am Forschungskolleg spricht er im Rahmen des Schweickart-Fellowship-Programms der Herbert Quandt-Stiftung und des Stifterverbandes für die deutsche Wissenschaft sowie auf Einladung des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“. Prof. Ackerman plädiert für eine neue verfassungsrechtliche Debatte in den USA. Um Hintergründe und Lösungsansätze geht es in seinem

Vortrag: „The Decline and Fall of the American Republic“
am: Montag, dem 22. November 2010, um 18.00 Uhr
Ort: Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität, Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg vor der Höhe

Bruce Ackerman erläutert in Bad Homburg seine These, wonach sich die amerikanische Präsidentschaft über Jahrzehnte zu einer potenziellen Plattform für politischen Extremismus und Rechtlosigkeit gewandelt habe. Die Watergate-Affäre, die Iran-Contra-Affäre und der so genannte Kampf gegen den Terror seien dabei nur Symptome für tiefer liegende Unzulänglichkeiten. Man solle sich – so Ackerman - nicht täuschen lassen: Zwar stehe gerade Barack Obama für eine Politik der Mitte und der Internationalität. Diese Ausrichtung werde für die Präsidentschaften des 21. Jahrhunderts jedoch nicht selbstverständlich sein. Bruce Ackerman sieht vor allem in der gegenwärtigen Lage die Möglichkeit, neue Weichen zu stellen und den strukturellen Defiziten des Amtes entgegenzuwirken. Die Frage sei: Wird Amerika die Chance ergreifen und die notwendigen Reformen einleiten?

Die interessierte Öffentlichkeit ist zu dem Vortrag – um Anmeldung wird gebeten - herzlich willkommen. Die Einführung und Moderation übernimmt Prof. Rainer Forst, Mitglied des Direktoriums am Forschungskolleg und Co-Sprecher des Exzellenzclusters. Forst lehrt Politische Theorie und Philosophie an der Goethe-Universität. Im Anschluss an den Vortrag wird der Frankfurter Rechtswissenschaftler Prof. Spiros Simitis die Thesen seines amerikanischen Kollegen kommentieren. Simitis ist Wissenschaftlicher Direktor des Forschungskollegs. Von 2001 bis 2005 war er Vorsitzender des Nationalen Ethikrates, von 1975 bis 1991 Datenschutzbeauftragter des Landes Hessen. Simitis bekleidete zahlreiche internationale Ämter und ist nach wie vor auch als Berater für die EU-Kommission aktiv.

Die Schweickart-Fellowships, die im vergangenen Jahr mit Vorträgen und Seminaren zur internationalen Entwicklungszusammenarbeit am Forschungskolleg begonnen haben, sollen den transatlantischen wissenschaftlichen Austausch zwischen den USA und Deutschland ausbauen und intensivieren. Die Beiträge zum Thema „Reconfiguring American Politics“ ergänzen das Grundanliegen der Fellowships um einen wesentlichen inhaltlichen Blick auf die Vereinigten Staaten. Im nächsten Semester wird Owen Fiss, ebenfalls Rechtsprofessor an der Yale University, als Schweickart-Fellow in Bad Homburg zu Gast sein.

Anmeldung: Andreas Reichhardt, Tel: (06172) 13977-16, Fax: (06172) 13977-39, a.reichhardt@forschungskolleg-humanwissenschaften.de, www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de

Informationen: Prof. Rainer Forst, Exzellenzcluster „Normative Ordnungen“, Tel.: (069) 798 22046, forst@em.uni-frankfurt.de, www.normativeorders.net