​​​​​​​Pressemitteilungen ​​​ – Mai 2013

Veranstaltungen

Mai 8 2013
14:52

„Kantorowicz Lectures in Political Language“: Prof. Stephen Greenblatt spricht im Forschungszentrum für Historische Geisteswissenschaften

Die Wende zur Renaissance: Wie nicht tolerierbare Ideen überlebten

FRANKFURT. Die „Kantorowicz Lectures in Political Language“, die das Frankfurter Forschungszentrum für Historische Geisteswissenschaften in diesem Jahr mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen veranstaltet, werden mit einem öffentlichen Vortrag von Stephen Greenblatt, Professor of English and American Literature an der Harvard Universität, Cambridge, MA., fortgesetzt:

am:                Mittwoch, dem 15. Mai, um 18 Uhr,
Ort:                Casino, Raum 1.801, Campus Westend, Grüneburgplatz 1
Thema          Lucretius and the Toleration of Intolerable Ideas

Für alle, auch die tolerantesten Denker des Mittelalters und der Renaissance, hört die Toleranz beim Materialismus auf. Selbst für Autoren wie John Locke waren materialistische Ideen – das Leugnen Gottes, der Schöpfung und des Endgerichts – absolut nicht akzeptabel. Nur in sehr kleinen Enklaven und nur bemäntelt oder verkleidet wurden diese untolerierbaren Ideen geduldet; und nur deshalb wissen wir heute noch davon.

Stephen Greenblatt sucht nach den Überlebenswegen des nicht tolerierbaren Denkens und findet die Antwort insbesondere in der Kunst. Seit der Wiederentdeckung von Lukrez’ berühmtem Gedicht „Von der Natur der Dinge“ im Jahr 1417 scheint in vielen Kunstwerken – bei Botticelli, Spenser oder Montaigne – das Interesse am antiken materialistischen Denken auf. So entwickelte sich eine Parallelexistenz im Ästhetischen, die half, dieses Denken in die Moderne zu retten.

Greenblatt wurde für sein Buch „The Swerve. How the World Became Modern“ (deutsch: „Die Wende. Wie die Renaissance begann“) 2011 in der Sparte Nonfiction mit dem National Book Prize Award und 2012 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet. In diesem Buch führt er die Leser an diese Zeitenwende zwischen dem Ende des Mittelalters und dem Beginn der Renaissance. Er folgt den Spuren von Lukrez' antiken Text, der das Denken der Menschen radikal veränderte und die damalige Welt in ihren Grundfesten erschütterte. Denn der antike Text mit seinen unerhörten Gedanken über die Natur der Dinge eröffnet den Menschen des ausgehenden Mittelalters neue Horizonte, befeuert die beginnende Renaissance und bildet die Basis unserer modernen Weltsicht.

Informationen: Dr. Falk Müller, Forschungszentrum für Historische Geisteswissenschaften, Campus Westend, Tel: (069) 798-32411, falk.mueller@em.uni-frankfurt.de, www.fzhg.org; Prof. Bernhard Jussen, Historisches Seminar, Campus Westend, Tel.: 069/798-32427, E-Mail: jussen@em.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Mai 2 2013
11:15

Frankfurter Bürger-Universität schaut Vincent Klink in den Kochtopf

„Häuptling eigener Herd“

FRANKFURT. Vincent Klink gilt als Intellektueller unter Deutschlands Sterneköchen. Klink, 64, schreibt Bücher, vertreibt eine Küchenzeitschrift, macht die Kochsendung "ARD Buffet" - und serviert in seinem Stuttgarter Restaurant „Lebensmittel für Hirn und Wanst“.

Sein Werdegang ist Teil der vom Soziologen Prof. Tilman Allert erdachten Vortragsreihe: „Deutsche Biografien - Wie wir wurden, wer wir sind“. Die Hauptreihe der Frankfurter Bürger-Universität stellt an insgesamt sechs Abenden Lebensläufe berühmter Protagonisten deutscher Sozial- und Kulturgeschichte vor.

Stellvertretend für eine ganze Nation werden so auch die individuellen Voraussetzungen Vincent Klinks, als einer der wichtigsten kulinarischen Erzieher der Deutschen. Dabei erscheint der Koch als eine der zentralen Figuren der Kultivierung des deutschen Lebensstils.

Den Vortrag über Klink wird der Historiker und Leiter des Archivs der Goethe-Universität halten, Dr. Michael Maaser, der zudem auch Vorstandsmitglied der Deutschen Akademie für Kulinaristik ist. Die Akademie ist eine Gemeinschaft und ein Netzwerk aus Köchen, Gastronomen, Erzeugern und Wissenschaftlern, die sich regelmäßig über Ess- und Trinkkultur sowie Gastlichkeit austauschen. In diesem Zusammenhang konnte sich Maaser bereits intensiv mit dem kulinarischen Schaffen Klinks beschäftigen.

 „Häuptling eigener Herd“ – Vincent Klink

Referent: Dr. Michael Maaser

am: Montag, 6. Mai 2013, um 19.30 Uhr,
Ort: Zentralbibliothek der Stadtbücherei, Hasengasse 4, 60311 Frankfurt

Die Veranstaltung wird zusätzlich auch als Live-Stream angeboten und ist über www.buerger.uni-frankfurt.de abrufbar.

Weitere Vorträge:

27. Mai 2013
Melanie Mühl
Frank Elstner
Der Chronist des Samstagabends

10. Juni 2013
Prof. Tilman Allert
Alice Schwarzer
Kampf gegen die weibliche Ohnmacht

24. Juni 2013
Prof. Regine Prange
Gerhard Richter
„Meine Bilder sind klüger als ich“

8. Juli 2013
Stefan Lukschy
Loriot
„Sagen Sie jetzt bitte nichts“

Beginn jeweils um 19.30 Uhr/ Eintritt frei

Anfahrt: www.stadtbuecherei.frankfurt.de

Das komplette Programm der 9. Frankfurter Bürger-Uni:  www.buerger.uni-frankfurt.de