​​​​​​​Pressemitteilungen ​​​ – Juni 2015

Veranstaltungen

Jun 11 2015
12:02

Die Frankfurter Bürger-Universität stellt Kunst-Mäzen Peter Ludwig vor

Nur ja nicht für sich selbst sammeln!

FRANKFURT. Das Museum Ludwig in Köln ist den meisten in Deutschland bekannt, den wenigsten jedoch sein Namensgeber: Peter Ludwig.
Peter Ludwig stieg in den 1950er Jahren in die Schokoladenfirma Leonhard Monheim ein, baute diese in den 1970er und 1980er Jahren zu einem der führenden deutschen Unternehmen in dieser Branche aus. Heute heißt sie Ludwig Schokolade. Seine Leidenschaft aber war das Sammeln von Kunst. Er brachte die PopArt nach Deutschland, kaufte auf der documenta 4 1968 auf einen Schlag zehn Werke von Andy Warhol und Jasper Johns; Künstler, die heute weltberühmt sind. Seine Sammlung beschränkt sich jedoch nicht nur auf das 1976 gegründete Museum Ludwig in Köln. Schon zu Lebzeiten verteilte er seinen Sammlungsschatz weltweit, gründete oder beschenkte Institutionen und Museen, etwa in Sankt Petersburg, Budapest, Basel oder Cuba.

Was bringt einen Menschen  dazu, den größten Teil seines persönlichen Reichtums für Kunst auszugeben, die er dann in alle Welt verleiht und verschenkt? Mit dieser Frage beschäftigt sich der Vortrag des bekannten Kasseler Soziologen Prof. Heinz Bude und zeichnet die Geschichte des Mäzens als einer Figur unserer Kultur. Ludwigs Weg ist ein Beispiel einer Karriere nach 1945 und die Geschichte einer persönlichen Besessenheit, die immer den Glanz der Bilder suchte.

Die Veranstaltung ist Teil der vom Soziologen Prof. Tilman Allert konzipierten Vortragsreihe „Wie wir wurden, wer wir sind – Deutsche Biografien“. Die Hauptreihe der Frankfurter Bürger-Universität stellt an insgesamt sechs Abenden Lebensläufe berühmter Protagonisten deutscher Sozial- und Kulturgeschichte vor.

Sammeln für die Öffentlichkeit  – Peter Ludwig
Referent: Prof. Heinz Bude lehrt Makrosoziologie an der Universität Kassel

Zeit: Montag, 15. Juni 2015, um 19.30 Uhr
Ort: Zentralbibliothek der Stadtbücherei, Hasengasse 4, 60311 Frankfurt

Der Eintritt ist frei.

Das komplette Programm der Frankfurter Bürger-Uni: www.buerger.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Jun 10 2015
13:11

Der Berufsverband Deutscher Soziologinnen und Soziologen diskutiert an aktuellen Beispielen darüber, warum zu wirklichen Neuerungen mehr gehört als technischer Fortschritt

Echte Innovationen brauchen Beteiligung aller

FRANKFURT. Der Berufsverband Deutscher Soziologinnen und Soziologen trifft sich vom 12. bis 14. Juni zu seiner 18. Tagung für Angewandte Sozialwissenschaften auf dem Campus Westend der Goethe-Universität im IG-Farben-Haus. Das Thema der Tagung lautet „Soziale Innovation Verstehen“. Auf der Agenda steht u.a., was Innovationen in der Arbeitswelt, beispielsweise mit Industrie 4.0, für die Betroffenen bedeutet und wie sie sich mit anderen Akteuren in diese Innovationsprozesse einbringen können.

Es geht auch um Corporate Social Responsibility, z.B. bei der betrieblichen Gesundheitspolitik oder der Förderung nachhaltigen Konsums von Mitarbeitern. Ein anderes Feld der Innovation betrifft neue soziale Praktiken in der Politik, z.B. die Einbeziehung von Bürgern bei der Planung neuer Stadtteile oder kommunaler Verkehrskonzepte.

Bei der Tagung werden die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler über anwendungsorientierte Forschungsprojekte diskutieren, aber auch über Fragen der Grundlagenforschung. Mitveranstalter sind das Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK) der Goethe-Universität und Prof. Dr. Birgit Blättel-Mink vom Fachbereich Gesellschaftswissenschaften; die Soziologin ist auch Direktorin des IWAK.

Angesichts der wirtschaftspolitischen Krisen und der verbreiteten Einsicht, dass der Klimawandel vor allem durch gesellschaftsweite Verhaltensänderungen beeinflusst werden kann, setzen immer mehr große Institutionen wie EU, OECD oder die Bundesregierung auf soziale Innovation. Damit deutet sich ein Umdenken an: Unter Innovation werden nicht mehr ausschließlich technische Neuerung gesehen. Es setzt sich vielmehr das Verständnis durch, dass sich das Neue – auch wenn es aus der Wirtschaft kommt – immer als Veränderung von Gewohnheiten und Verhaltensweisen manifestiert und dass die Gesellschaft oder Teile von ihr dabei aktiv mitwirken.

Und so bringt Prof. Blättel-Mink den zentralen Begriff auf einen einfachen Nenner: „Soziale Innovation ist, wenn viele etwas anders machen und sich dieses auch durchsetzt.“ Und liefert gleich die wissenschaftliche Definition ihrer Kollegen Jürgen Howaldt und Michael Schwarz nach: „Eine soziale Innovation ist eine von bestimmten Akteuren bzw. Akteurskonstellationen ausgehende intentionale, zielgerichtete Neukonfiguration sozialer Praktiken in bestimmten Handlungsfeldern bzw. sozialen Kontexten, mit dem Ziel, Probleme oder Bedürfnisse besser zu lösen bzw. zu befriedigen, als dies auf der Grundlage etablierter Praktiken möglich ist.“

Informationen:
Prof. Dr. Birgit Blättel-Mink, Fachbereich Gesellschaftswissenschaften und Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK), Campus Westend, Tel: (069)-798-36660, B.Blaettel-Mink@soz.uni-frankfurt.de; Programm im Internet: http://bds-soz.de/BDS/PDF/TAS/2015/Programm_XVIII.TAS.pdf

Personalia/Preise

Jun 9 2015
15:10

Zum vierten Mal seit 2005 zertifiziert

Goethe-Universität bei Familienfreundlichkeit vorbildlich

FRANKFURT. Bereits seit vielen Jahren agiert die Goethe-Universität vorbildlich im Bereich Familien-Service. Nun ist sie zum vierten Mal seit 2005 durch die Berufundfamilie gGmbH als „familiengerechte Hochschule“ zertifiziert worden. Damit ist sie hessenweit eine der ersten Hochschulen, die über zehn Jahre hinweg alle vier Stufen des Audits, ein Untersuchungsverfahren im Qualitätsmanagement, durchlaufen hat. Hierdurch möchte die Goethe-Universität die Bedingungen für die Vereinbarkeit von Studium oder Beruf und Familie kontinuierlich und nachhaltig verbessern. Während des gerade abgeschlossenen Re-Auditierungsverfahrens wurden hierfür erneut konkrete Ziele und Maßnahmen vereinbart: Einerseits sollen die Studienbedingungen noch familienfreundlicher gestaltet werden, indem Studierende mit Kind beispielsweise bevorzugt Plätze in teilnahmebeschränkten Veranstaltungen erhalten. Ein Tandem-Programm soll zudem den Austausch zwischen studentischen Familien mit viel Erfahrung und denjenigen fördern, für die eine derartige Situation neu ist.

Andererseits sollen auch die Bedürfnisse der an der Goethe-Universität beschäftigten Eltern mehr berücksichtigt werden. „Führungskräfte in Wissenschaft und Verwaltung noch stärker für die Bedarfe ihrer Mitarbeitenden mit Familienaufgaben zu sensibilisieren, steht im Zentrum der neuen Vereinbarung“, sagt Anja Wolde, Leiterin des Gleichstellungsbüros. Vorgesetzte sollen beispielsweise vermehrt darauf achten, dass wichtige Meetings in der Zeit stattfinden, in der auch die Betreuungseinrichtungen geöffnet haben. Zudem sollen die Arbeitszeiten noch flexibler gestaltet werden können. Diese Ziele und weitere zu erreichen, bedeutet für die Goethe-Universität zugleich die Chancengleichheit für alle Hochschulmitglieder im Rahmen der Gleichstellungs- und Diversitätspolitik weiterhin zu verbessern. Dem insgesamt steigenden Beratungsbedarf von Eltern begegnet das Gleichstellungsbüro der Goethe-Universität bereits mit regelmäßigen Informationsveranstaltungen.

Das „audit familiengerechte hochschule“ ist ein Managementinstrument für Hochschulen, das 2001 entwickelt wurde. Ziel ist es, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Studierende und Beschäftigte zu verbessern. Die berufundfamilie gGmbH wurde 1998 von der gemeinnützigen Hertie-Stiftung gegründet.
Gesamte Zielvereinbarung als pdf-Download: http://www.uni-frankfurt.de/55785543/2015_03---Zielvereinbarungen_audit.pdf
Kontakt: Benjamin Kirst, Koordinator des Familien-Service Gleichstellungsbüros, Tel.: (069)798-18124, E-Mail: kirst@em.uni-frankfurt.de

Forschung

Jun 9 2015
10:09

Faltbare Bildschirme: Bor-haltige Nanographene sind vielversprechende Materialien für tragbare elektronische Geräte

Organische Elektronik: Goethe-Universität entwickelt neue Leuchtstoffe

FRANKFURT. Große Fortschritte auf dem Gebiet der organischen Elektronik revolutionieren gegenwärtig die bislang Silizium-dominierte Halbleitertechnologie. So erlauben inzwischen maßgeschneiderte organische Moleküle die Herstellung leichter, mechanisch flexibler und auf die jeweilige Anwendung optimal abgestimmter elektronischer Bauelemente. Chemiker der Goethe-Universität haben nun eine neue Klasse organischer Leuchtstoffe entwickelt, indem sie gezielt Bor-Atome in die Molekülstrukturen einschleusten. Die in der Fachzeitschrift „Angewandte Chemie“ beschriebenen Verbindungen zeigen eine intensive blaue Fluoreszenz und sind daher für den Einsatz in Organischen Leuchtdioden (OLEDs) interessant.
 
Als Graphit leitet Kohlenstoff den elektrischen Strom ähnlich einem Metall. Auch seine zweidimensionale Form, die Graphenschicht, besitzt äußerst attraktive optische und elektronische Eigenschaften. In Graphen, dessen Entdecker im Jahre 2010 mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet wurden, sind zahllose Benzolringe zu einer bienenwabenförmigen Struktur zusammengefügt. Ausschnitte aus dieser Struktur, sogenannte Nanographene oder Polycyclische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAHs), bilden die Basis der organischen Elektronik.

„Lange Zeit hat man sich weitgehend darauf konzentriert, die Eigenschaften von Nanographenen durch chemische Manipulation ihrer Ränder zu beeinflussen“, so Prof. Matthias Wagner vom Institut für Anorganische und Analytische Chemie der Goethe-Universität. „In den letzten Jahren versteht man es jedoch zunehmend, auch die innere Struktur zu verändern, indem man Fremdatome in das Kohlenstoffgerüst einbettet. Hier kommt dem Bor eine herausragende Bedeutung zu.“

Ein Vergleich der neuen Bor-haltigen Nanographene mit den analogen Bor-freien Kohlenwasserstoffen belegt, dass die Boratome zwei Schlüsseleigenschaften eines OLED-Farbstoffs entscheidend beeinflussen: die Fluoreszenzfarbe verschiebt sich in den besonders gefragten blauen Spektralbereich und die Fähigkeit zum Elektronentransport wird wesentlich verbessert. Bislang konnte man das volle Potential Bor-haltiger PAHs nur eingeschränkt nutzen, da die meisten Vertreter empfindlich gegenüber Luft und Feuchtigkeit sind. „Dieses Problem tritt bei unseren Farbstoffen nicht auf, was im Hinblick auf praktische Anwendungen wichtig ist“, erläutert Valentin Hertz, der die Verbindungen im Rahmen seiner Doktorarbeit synthetisiert hat.

Hertz und Wagner erwarten, dass Materialien wie die von ihnen entwickelten Graphenflocken insbesondere in tragbaren elektronischen Geräten einsetzbar sein werden: Als Foliendisplays für künftige Generationen von Smartphones und Tabletcomputern könnten selbst großflächige Bildschirme platzsparend eingerollt oder gefaltet werden, wenn die Geräte nicht im Gebrauch sind.

Publikation:
V. Hertz et al: Boron-Containing PAHs: Facile Synthesis of Stable, Redox-Active Luminophores, in: Angew. Chem. Int. Ed. 2015, DOI: 10.1002/anie.201502977;
http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/anie.201502977/abstract

Ein Bild zum Download finden Sie hier: www.muk.uni-frankfurt.de/55920178
Bildtext:
Neuentwickelte Bor-haltige Nanographene dienen als effiziente blaue Leuchtstoffe.

Informationen:
Prof. Matthias Wagner, Institut für Anorganische und Analytische Chemie, Campus Riedberg, Tel.: (069)-798-29156, Matthias.Wagner@chemie.uni-frankfurt.de


Sonstige

Jun 5 2015
10:32

BMBF fördert Verbundprojekt mit 2,4 Millionen Euro

Wasserressourcen der Nidda nachhaltiger nutzen

FRANKFURT. „NiddaMan“, ein regionales Verbundprojekt unter Federführung der Goethe-Universität, wird in den kommenden drei Jahren Strategien für ein nachhaltiges Wasserressourcenmanagement im Einzugsgebiet der Nidda entwickeln. NiddaMan ist Teil der BMBF-Fördermaßnahme „Regionales Wasserressourcen-Management für den nachhaltigen Gewässerschutz in Deutschland (ReWaM)“ im Förderschwerpunkt „Nachhaltiges Wassermanagement (NaWaM)“. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Vorhaben mit 2,4 Millionen Euro.

Wenn Ende 2015 die entsprechende Frist der EU-Wasserrahmenrichtlinie abläuft, werden 70 Prozent der Gewässerabschnitte in Deutschland nicht den geforderten guten bis sehr guten ökologischen Zustand erreicht haben. Das BMBF hat deshalb vor zwei Jahren Forschungsprojekte zur nachhaltigen Bewirtschaftung der regionalen Gewässer ausgeschrieben. NiddaMan gehört zu den 14 Anträgen, die jetzt aus ursprünglich 121 Projektskizzen zur Förderung ausgewählt wurden.

„Das Einzugsgebiet der Nidda ist in vielfacher Hinsicht repräsentativ für Fließgewässer in Mitteleuropa. Hier lassen sich exemplarisch Nutzungskonflikte untersuchen und modellhaft Lösungen entwickeln“, erklärt Prof. Jörg Oehlmann, Koordinator von NiddaMan und Leiter der Abteilung Aquatische Ökotoxikologie der Goethe-Universität.

Die von der Quelle im Vogelsberg bis zur Mündung in den Main etwa 100 Kilometer lange Nidda ist in ihrem Oberlauf noch in einem nahezu naturnahen Zustand. Die Wasserqualität ist gut, der Flusslauf naturbelassen und die Biodiversität entsprechend groß, das heißt, es gibt eine breite Vielfalt an Mikroorganismen, wirbellosen Tieren, Fischen, anderen Wirbeltieren und Vegetation am Ufer. Im Mittellauf treten zunehmend Konflikte zwischen Ökologie und landwirtschaftlicher Nutzung angrenzender Flächen auf. Im Unterlauf entstehen weitere Belastungen durch Wasserentnahmen in Siedlungen, Abläufe von Verkehrsflächen und versiegelten Bereichen, Industrie- und kommunale Abwässer und die Einleitung von solehaltigem Wasser durch Bäderbetriebe.

Das Ziel der elf Projektpartner von NiddaMan ist es, bisher verstreutes Wissen zu bündeln und Synergien zwischen Wissenschaft, Praxis und Öffentlichkeit zu nutzen. Deshalb sind über die rein wissenschaftlichen Untersuchungen zur Schadstoffbelastung und deren ökologischen Auswirkungen auch sozial-ökologische Studien geplant. Hier gilt es, das Wissen unterschiedlicher Akteure aus der Praxis einzubinden, Konfliktfelder der Wassernutzung zu identifizieren und Nutzer mit unterschiedlichen Interessen miteinander ins Gespräch zu bringen. Bewusst werden auch Bürger dazu eingeladen, durch ihre Beobachtungen einen aktiven Beitrag zur Forschung zu leisten. Die Beiträge können per App auf eine Internetplattform übermittelt werden.

Die gesammelten Erkenntnisse von NiddaMan sollen abschließend in ein Informations- und Managementsystem einfließen, das als Instrument für die wasserwirtschaftliche Praxis auch auf andere Regionen übertragbar sein sollte. Im Fokus stehen die Bereiche Gewässerüberwachung, effektive Planung wasserwirtschaftlicher Maßnahmen, Bildung und Qualifizierung von Fachpersonal, die Überwindung bisheriger Hemmnisse für ein effizientes Management der Wasserressourcen sowie Wissenstransfer in angrenzende Forschungssektoren.

Neben der Goethe-Universität Frankfurt (Koordination) sind die Universität Tübingen, das Karlsruher Institut für Technologie, die Technische Universität Darmstadt, das Institut für sozial-ökologische Forschung, Frankfurt, die Bundesanstalt für Gewässerkunde, Koblenz, das Ingenieurbüro Brandt Gerdes Sitzmann Wasserwirtschaft GmbH, Darmstadt sowie das Ingenieurbüro Unger Ingenieure, Darmstadt, als Partner am NiddaMan-Projekt beteiligt. Assoziierte Partner sind das Hessische Landesamt für Umwelt und Geologie, Wiesbaden, das Regierungspräsidium Darmstadt und der Wetteraukreis, Friedberg.

Informationen: Prof. Jörg Oehlmann, Abteilung für Aquatische Ökotoxikologie, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-42142, oehlmann@bio.uni-frankfurt.de.

Forschung

Jun 3 2015
19:00

Frankfurter Wissenschaftler entdecken neuen molekularen Mechanismus, der Schädliches beseitigt – Defekte können neurodegenerative Krankheiten auslösen

Kontrollinstanz in der Zelle

FRANKFURT. Qualitätskontrolle ist wichtig – das gilt nicht nur für die Produktion von Waren, sondern auch für alle Prozesse des Lebens. Während ein Industriekonzern im Zweifelsfall jedoch eine großangelegte Rückrufaktion starten kann, um langfristige Schäden zu verhindern, sind Mängel in der Qualitätskontrolle für Zellen oftmals fatal. Das zeigt sich insbesondere bei neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson oder der amyotrophen Lateralsklerose (ALS), bei denen grundlegende Mechanismen der zellulären Qualitätskontrolle versagen.

Frankfurter Forschern um Ivan Dikic, Professor für Biochemie an der Goethe-Universität, ist es jetzt gelungen, molekulare Details zu entschlüsseln, die ein neues Verständnis zweier neuronaler Krankheitsbilder ermöglichen. Im Mittelpunkt steht dabei die „Autophagie“ als entscheidendes Element der zellulären Qualitätskontrolle. Autophagie heißt wörtlich übersetzt „Selbstfressen“. Dahinter verbirgt sich ein ausgeklügeltes System, bei dem zelluläre Abfälle spezifisch erkannt, in Membranen verpackt und entsorgt werden. Typischerweise handelt es sich dabei um schadhafte oder überzählige Proteine oder Zellorganellen, aber auch eindringende Pathogene wie Bakterien oder Viren können über diesen Weg beseitigt werden.
Das Team von Prof. Ivan Dikic hat nun gemeinsam mit Kollegen aus Jena, Aachen und den Niederlanden  einen neuen Autophagie-Rezeptor identifiziert, das sogenannte FAM134B Protein. In der heutigen Online-Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift Nature berichten die Forscher, welche Rolle FAM134B bei der konstanten Erneuerung des endoplasmatischen Retikulums (ER), einem wichtigen Zellorganell, spielt. Es sorgt dafür, dass das ER abgebaut und entsorgungsgerecht verpackt wird, während andere Proteine den neuen Aufbau kontrollieren.

„Zu wenig FAM134B führt zu einer unkontrollierten Ausdehnung dieses Organells, was sehr schädlich für die Zelle ist“, erläutert Ivan Dikic. „Die Entdeckung von FAM134B als neuem Rezeptor ist per se schon ein Meilenstein. Richtig spannend wurde es jedoch, als wir die Verbindung zu einer seltenen neuronalen Erbkrankheit erkannten.“ Bei der hereditären sensorischen und autonomen Neuropathie vom Typ II (HSAN II) hatten die Partner aus der Humangenetik des Universitätsklinikums Jena, Privatdozent Ingo Kurth und Professor Christian Hübner, bereits 2009 nachgewiesen, dass mutiertes FAM134B das Absterben sensorischer Neuronen verursacht. Die genaue Funktion des FAM 134 B Proteins in der Nervenzelle blieb jedoch unklar.  HSAN II ist eine sehr seltene Erbkrankheit, bei der das Schmerz- und Temperaturempfinden und die Schweißbildung nicht richtig funktionieren. Betroffene Patienten verbrennen sich z.B. sehr leicht, weil sie die Hitze und die damit verbundenen Schmerzsignale nicht spüren können. Im Mausmodell ließ sich nun durch Mutation von FAM134B ein ähnliches Krankheitsbild erzeugen. „Das mutierte Protein kann nicht mehr als Rezeptor funktionieren. Mit unseren Studien sind wir den molekularen Ursachen dieser Erkrankung einen großen Schritt näher gekommen. Gleichzeitig zeigt sich hier, wie wichtig die Autophagie für die zelluläre Qualitätskontrolle ist und welche fatalen Folgen eine Fehlfunktion dieses Systems hat “, erläutert Dikic.

Seine Labore am Buchmann Institut für Molekulare Lebenswissenschaften (BMLS) und am Institut für Biochemie II (IBC II) waren erst kürzlich an einer weiteren bahnbrechenden Studie zu einer neurodegenerativen Erkrankung, der ALS, beteiligt. Typischerweise führt ALS durch den massiven Verlust motorischer Neuronen nach drei bis vier Jahren zum Tode. Obwohl ALS ebenfalls zu den seltenen Erkrankungen zählt, ist sie durch den Physiker und langjährigen Patienten Stephen Hawking sowie die Ice Bucket Challenge im vergangenen Jahr in der breiten Öffentlichkeit relativ bekannt.

Wie im Leitartikel der Mai-Ausgabe von Nature Neuroscience berichtet, ist es nun einem internationalen Team gelungen, die für ALS verantwortlichen Gene und Gendefekte besser zu verstehen. Die Wissenschaftler entdeckten, dass Mutationen in einem speziellen Enzym, der Tank-bindenden Kinase 1 (TBK1), in Familien mit ALS gehäuft auftreten. Das Dikic-Labor war insbesondere an der Aufklärung der Funktion von TBK1 beteiligt und konnte zeigen, dass die in Patienten gefundenen Mutationen die Interaktion von TBK1 mit dem Autophagie-Rezeptor Optineurin unterbrechen. Optineurin ist beispielweise an der Beseitigung verklumpter Proteine und der Abwehr bakterieller Infektionen beteiligt. Ko-autor Dr. Benjamin Richter kommentiert: „Für mich als Mediziner, der in der Grundlagenforschung arbeitet, ist faszinierend, wie wir hier durch eine gemeinsame, interdisziplinäre Anstrengung einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung der pathophysiologischen Ursachen einer neuronalen Erkrankung leisten konnten.“  „Beide Studien zeigen in beispielloser Weise, wie sich aus einzelnen Erkenntnissen übergreifende Konzepte ableiten lassen“, betont Ivan Dikic. Wenn die zelluläre Qualitätskontrolle in Neuronen langfristig versage, seien die Folgen für den Gesamtorganismus fatal. „Als zentraler Mechanismus der zellulären Qualitätskontrolle hat sich hier die Autophagie herauskristallisiert. Auf der molekularen Ebene sind jedoch vollkommen unterschiedliche Bereiche betroffen“, so Dikic.  

Ivan Dikic (49) forscht seit 2002 an der Goethe-Universität Frankfurt am Main, seit 2009 leitet er das Institut für Biochemie II am Universitätsklinikum und war als erster Wissenschaftlicher Direktor entscheidend am Aufbau des Buchmann Instituts für Molekulare Lebenswissenschaften auf dem Campus Riedberg beteiligt. Der gebürtige Kroate hat Medizin in Zagreb studiert, gefolgt von einer naturwissenschaftlichen Promotion an der Universität von New York und dem Aufbau seiner ersten eigenständigen Forschungsgruppe am Ludwig Institut für Krebsforschung in Uppsala (Schweden). Er erhielt 2013 mit dem Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) den renommiertesten deutschen Wissenschaftspreis. Darüber hinaus wurde er mit zahlreichen weiteren Auszeichnungen geehrt, unter anderem dem Ernst Jung-Preis für Medizin (2013), dem William C. Rose Award der Amerikanischen Fachgesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie (2013) und dem Deutschen Krebspreis (2010). Er ist Mitglied der Fachgesellschaften Leopoldina und EMBO,  hat 2010 einen Advanced Investigator Grant des Europäischen Forschungsrates (ERC) eingeworben und ist Sprecher des LOEWE-Schwerpunktes Ubiquitin-Netzwerke, in dessen Rahmen Teile der nun publizierten Arbeiten angefertigt wurden.

Bild zum Download finden Sie unter: www.uni-frankfurt.de/55863443

Publikationen:

A. Khaminets et al.: Regulation of endoplasmic reticulum turnover by selective autophagy. Nature, doi: 10.1038/nature14498, Advance Online Publication (AOP): http://www.nature.com/nature,

A. Freischmidt et al.: Haploinsufficiency of TBK1 causes familial ALS and fronto-temporal dementia Natur Neuroscience, Nature Neuroscience
18,
631–636
(2015),
doi:10.1038/nn.4000, http://www.nature.com/neuro/journal/v18/n5/full/nn.4000.html

Kontakt: Prof. Ivan Dikic, Goethe-Universität Frankfurt, Telefon 069 6301 5964,
Email: dikic@biochem2.uni-frankfurt.de

Sonstige

Jun 3 2015
16:19

Spektrum reicht von Antibiotikaresistenzen bis zum Dialog mit Afrika

G7-Treffen: Wissenschaftler der Goethe-Universität und ihre Erwartungen

FRANKFURT. Am 7. und 8. Juni blickt die Welt nach Schloss Elmau – zum Gipfel der großen Sieben, dem informellen Gremium, das sich vom Wirtschaftstreffen zum Forum für weltpolitische Fragen entwickelt hat. Auf dem Programm der Regierungschefs aus den US, Kanada, Japan, Großbritannien, Frankreich, Italien und Deutschland stehen neben den aktuellen Krisenherden, der Sicherheits- und Entwicklungspolitik auch Themen wie der Meeresumweltschutz, Antibiotika-Resistenzen, die Stärkung von Frauen bei Selbständigkeit und beruflicher Bildung sowie der Dialog mit Afrika. Was erwarten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Goethe-Universität von diesem Gipfel, wo setzt ihre Kritik an?

Direkt im Anschluss an den G7-Gipfel findet am 8. und 9. Juni in Berlin die Tagung „200 Jahre Konferenzdiplomatie: Vom Weiner Kongress zu G7“ statt, die der Frankfurter Politikwissenschaftler Prof. Dr. Christopher Daase von der Goethe-Universität maßgeblich organisiert hat. Dort treffen sich Wissenschaftler und Praktiker aus Politik und Diplomatie. Ziel ist es, mögliche Lehren sowohl aus der Geschichte des Wiener Kongresses als auch den Erfahrungen der G6-, G7- und G8-Treffen für die Bewältigung gegenwärtiger Herausforderungen von Außen- und Sicherheitspolitik in einer multipolaren Welt zu diskutieren.

Im Folgenden einige Statements der Frankfurter Expertinnen und Experten:

Wasserressourcen, Prof. Dr. Petra Döll, Hydrologin

(E-Mail: p.doell@em.uni-frankfurt.de, Tel. (069) 798 40219 oder (069)26010309 )

 „Wer die Wasserressourcen der Erde schützen will, muss auch das Klima schützen und die Treibhausgas-Emissionen minimieren. Mit hoher wissenschaftlicher Plausibilität führt der Klimawandel in vielen schon heute unter Wasserknappheit leidenden Gebieten zu einer Verringerung der Wasserressourcen, und intensiverer Starkregen gefährdet die Trinkwasserqualität nicht nur in Entwicklungsländern. Um die Ernährung weltweit zu sichern, ohne die Wasserressourcen zu gefährden, ist es sinnvoll, die Effizienz der Wassernutzung im Ackerbau zu steigern. Ein effizienter Wassereinsatz für die Ernährung bedeutet aber auch, den Konsum von Fleisch in den Industrieländern zu reduzieren, da die Produktion von Fleisch wasserintensiver ist als die von pflanzlicher Nahrung. Daher hoffe ich, dass die G7-Staaten Klimaschutzmaßnahmen verabreden, die die Erreichung des 2-Grad-Ziels tatsächlich ermöglichen, und dass sie ihre weltweite Führungsrolle bei der Erreichung eines nachhaltigen Lebensstils diskutieren.“

Frauenförderung, Prof. Dr. Helma Lutz, Genderforscherin

(E-Mail: lutz@soz.uni-frankfurt.de, Tel. (069) 798 36615

„Die Bundesregierung will auf dem Gipfel eine Agenda zur Stärkung von Frauen bei Selbständigkeit und beruflicher Bildung verabschieden; diese orientiert sich an den von der Organisation UN WOMEN 2010 lancierten Maßnahmen zur Etablierung von gleichstellungsfreundlichen und geschlechtergerechten Maßstäben für Unternehmen und Gesellschaft. Als Genderforscherin sollte ich ein solches Programm nachdrücklich begrüßen – warum nur beschleicht mich das Gefühl, dass es hier einmal mehr um Lippenbekenntnisse geht? Die internationale Konvention zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau (CEDAW) wurde 1979 verabschiedet. Obwohl die Zahl der Frauen, die einen Bildungsabschluss erlangt haben, sprunghaft gestiegen ist, arbeitet  die Mehrheit immer noch auf segregierten Arbeitsmärkten im Niedriglohnsektor, wird für gleiche Arbeit schlechter bezahlt (Gender-Pay Gap) und trägt die Hauptlast der Reproduktionsarbeit. Wo bleibt die Skandalisierung dieser Fakten? Warum steht weiterhin die Frage nach der Umverteilung bzw. Gleichverteilung von Reproduktions -, Sorge- und Betreuungsarbeit zwischen den Geschlechtern nicht auf der Agenda? In Elmau, so steht zu befürchten, bleibt es beim ‚business as usual‘.“

Antibiotikaresistenzen, Prof. Hans-Reinhard Brodt

(Sekretariat Anna Musella, E-Mail: Anna-Maria.Musella@kgu.de, Tel.: (069) 6301 – 5452)

Der Schwerpunkt Infektiologie am Universitätsklinikum Frankfurt begrüßt die Bemühungen der Bundesregierung, die Erforschung von Antibiotikaresistenzen und wenig bekannten, zumeist tropischen Infektionskrankheiten weiter voranzutreiben – in der Hoffnung, daß auch an deutschen Universitäten das Fach Infektiologie zukünftig keine Rarität bleibt und die Ausbildung qualifizierter Infektiologen/innen wie auch von Tropenmediziner/innen dort ebenso wie die Impfstoff- und Antiinfektiva-Forschung neue Priorität genießen.

Weitgehend kostenneutrale Vorschläge des Schwerpunktes Infektiologie der Universitätsklinik Frankfurt: 

  • jeder Einsatz von Antiinfektiva in der Tiermast bzw. in der Veterinärmedizin wird mit einer Steuer belegt, über die verlässlich und aktuell diese Verwendung dokumentiert und reglementiert werden kann
  • alle Verordnungen hoch wirksamer Antiinfektiva in Klinik und Praxis werden an speziell zu erwerbende Fähigkeiten, Aus- und Weiterbildungen der Ärzte gebunden
  • Krankenhäuser,  große Praxen und mikrobiologische Institute werden verpflichtet, Umfang, Art, Anzahl und Ergebnisse der vorgenommenen Resistenztestungen zeitnah, z.B. halbjährlich zu veröffentlichen und zu vergleichen
  • an allen Universitäten wird das Fach Infektionskrankheiten (Infektiologie) zur Lehre und Forschung  eingerichtet.

Internationale Ordnungspolitik, Prof. Dr. Christopher Daase, Politikwissenschaftler, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“

(E-Mail: daase@normativeorders.net, Kontaktaufnahme nur per Mail möglich)

„Die G7 hat sich als eine zunächst wirtschaftspolitisch orientierte Diskussionsrunde zwischen sechs Staatschefs (G6) zu einer Gruppe von sieben westlichen Staaten entwickelt (G7), die in regelmäßigen Abständen zentrale Fragen internationaler Ordnungspolitik erörtert, zeitweise sogar mit Russland (G8). Dabei ist es der G7 gelungen, nicht nur auf neue sicherheitspolitische Herausforderungen (wie z.B. den internationalen Terrorismus) zu reagieren, sondern sich auch an Machtverschiebungen im internationalen System anzupassen und diesen Wandel mitzugestalten. Im Grunde ist die Geschichte der G6/7/8 eine Geschichte informellen Wandels, der sowohl durch die Erweiterung ihrer Mitgliederzahl als auch die Versuche gekennzeichnet ist, auf die wachsenden Ansprüche aufstrebender Mächte mit Dialog-Angeboten einzugehen. Nicht zuletzt wegen der Reform-Blockade in der UNO hat sich die G7 als zentrale, relativ informelle Institution der Weltpolitik etabliert, von der zwar keine handfesten Entscheidungen zu erwarten sind, aber doch Hinweise darauf, wie die führenden Mächte des Westens die aktuellen Krisen der Weltpolitik lösen wollen."

Entwicklungspolitik, Prof. Dr. Uta Ruppert, Politikwissenschaftlerin

(E-Mail: ruppert@soz.uni-frankfurt.de, Tel. (069) 798 36648 oder mobil 0177 8665649)

„Entwicklungspolitik findet heute mehr denn je in einer multipolaren, transnationalen Welt statt, in der die G7 nur noch eines von mehreren Machtzentren darstellt. Neue Süd-Süd-Partnerschaften und auch einzelne Akteure wie China, Indien und Brasilien gewinnen in letzter Zeit enorm an Bedeutung. Als Entwicklungs- und Afrikaforscherin untersuche ich solche Entwicklungen – und zwar im Zusammenhang des vom Bundesforschungsministerium finanzierten Verbundprogrammes AFRASO (‚Afrikas Asiatische Optionen‘). Unsere bisherigen Ergebnisse belegen, dass politische Forderungen an die G7, wie sie von Nichtregierungsorganisationen wie Misereor erhoben werden, in die richtige Richtung weisen: Der Selbstanspruch der G7, in unserer globalisierten, transnationalisierten Welt eine besondere ‚Wertegemeinschaft‘ zu repräsentieren, erfordert vor dem Hintergrund anhaltender weltweiter Ungerechtigkeit vor allem klare Gerechtigkeitsziele zu definieren und konkrete politische Maßnahmen zu deren Umsetzung zu vereinbaren. Die G7 sind Hauptprofiteure der Globalisierung und gleichermaßen Hauptverursacher der Weltprobleme, die sie in Elmau zu lösen suchen. Bedrohungen des Weltklimas, inhumane Arbeitsbedingungen entlang der Produktions- und Lieferketten sämtlicher Handelsgüter, Fluchtkatastrophen oder Ernährungskrisen, gerade auch in Afrika, sind untrennbar mit der transnationalen kapitalistischen Lebens- und Arbeitsweise verbunden. Ich erwarte deutliche politische und finanzielle Antworten auf die großen Probleme der Weltentwicklung von dem G7-Gipfel.

Dialog mit Afrika, Prof. Dr. Jürgen Runge, Geowissenschaftler und Direktor des Zentrum für interdisziplinäre Afrikaforschung (ZIAF)

(E-Mail: jrunge@em.uni-frankfurt.de, Tel. (069) 798 40160 oder mobil 0172-944-5377)

„Das ZIAF, Kommunikations- und Kompetenzplattform für den gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Austausch über Afrika an der Goethe-Universität, hofft, dass die G7 afrikanische Staaten bei ihren Reformbestrebungen unterstützt und Grundlagen für Frieden und Sicherheit, Wachstum und nachhaltige Entwicklung gestärkt werden. Es wäre wünschenswert, dass der Dialog zu und mit Afrika einen Beitrag dazu leisten könnte, ein differenzierteres Bild von Afrika in der Welt zu vermitteln. Das ZIAF, das sich als ‚Think Tank‘ versteht und eng mit Institutionen der Entwicklungszusammenarbeit und privatwirtschaftlichen Unternehmen in afrikanischen Ländern zusammenarbeitet,  würde es sehr begrüßen, wenn es mit der deutsche G7-Präsidentschaft gelänge, nachhaltige Synergien durch Expertenwissen und Regionalkompetenz zu etablieren. Der von G7 avisierte Dialog mit afrikanischen Partnern muss auf Augenhöhe stattfinden. Nur wenn alle Akteure gleichberechtigt partizipieren, sind die Ziele einer effizienten Entwicklungs- und Ressourcenpolitik und einer nachhaltigen Umweltpolitik erreichbar.“

Dialog mit Afrika, Prof. Dr. Frank Schulze-Engler, Co-Sprecher des BMBF-Verbundprojekts „Afrikas Asiatische Optionen“ (AFRASO)

(E-Mail: schulze-engler@nelk.uni-frankfurt.de, Tel. (069) 798-32354 oder (069) 798-32352 (Sekretariat)

„In einer zunehmend globalisierten und multipolaren Welt haben G7-Gipfel zwangsläufig etwas Anachronistisches: Sie ragen aus dem 20. Jahrhundert in unsere Zeit, aber man darf bezweifeln, dass sie wirklich geeignet sind, die Probleme des 21. Jahrhunderts zu lösen. Afrika ist heute in vielfältige Interaktionen nicht nur mit Europa und Nordamerika, sondern auch mit China, Indien, Brasilien und zahlreichen weiteren Ländern Asiens und Lateinamerikas eingebunden – Interaktionen, denen das Frankfurter Großforschungsprojekt ‚Afrikas Asiatische Optionen‘ (AFRASO) im ökonomischen und politischen, aber auch im sozialen und kulturellen Bereich nachspürt. Wer einen effektiven Beitrag zur Bewältigung der Zukunftsprobleme Afrikas leisten möchte, wird gut daran tun, mehr als nur sieben Länder des Globalen Nordens an einen Tisch zu bringen.“

Proteste gegen G7-Gipfel, Prof. Dr. Nicole Deitelhoff, Politikwissenschaftlerin, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“

(E-Mail: nicole.deitelhoff@normativeorders.net, Kontaktaufnahme nur per Mail möglich) 

„Aller Voraussicht nach wird auch das G7-Treffen in Schloss Elmau massive zivilgesellschaftliche Proteste anziehen. Nach Jahren der Konfrontation auf solchen Gipfeln erscheinen diese wie eine gut einstudierte Choreographie. Die Ordnungskräfte rufen zu friedlichen Protesten auf, definieren Sicherheitszonen und -korridore und die Protestierenden beklagen die allgegenwärtige Repression und punkten mit phantasievollen Protestzügen und aufwändigen Formationen. Fast könnte man das Ganze für eine große Inszenierung halten, ein farbenfrohes, routiniertes Spektakel ohne große politische Substanz. Eine solche Einschätzung greift aber zu kurz, denn jenseits aller Professionalisierung und Inszenierung ist der Protest im Kern Ausdruck politischen Widerstands. Letztlich geht es nach wie vor um handfeste politische Auseinandersetzungen: Mit welchem Recht dürfen die G7 globale Regeln setzen? Wer definiert globale Probleme, wer die Lösungsoptionen, wer darf teilhaben an der Regelsetzung, und – nicht zuletzt – gibt es politische Alternativen zum gegenwärtigen kapitalistischen System? Wer solchen Protesten, wie dies jüngst immer öfter in Politik und Medien geschieht, die politischen Kompetenz abspricht (Stichwort TTIP), trägt letztlich mit dazu bei, dass sich die Protestierenden weiter von den politischen Institutionen entfremden.“

Veranstaltungen

Jun 3 2015
11:55

Vortrag aus Anlass des 50-jährigen Todestages des Philosophen Martin Buber (1878-1965)

Der Sozialphilosoph Michael Walzer aus Princeton zu Gast an der Goethe-Universität

FRANKFURT. Der renommierte US-amerikanische Sozialphilosoph und politische Theoretiker Prof. Dr. Michael Walzer (Princeton) hält am Donnerstag (11. Juni) die Martin-Buber-Vorlesung zur jüdischen Geistesgeschichte und Philosophie. Veranstaltet wird der öffentliche Vortrag zum Thema „States and Communities“ von der Martin-Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie in Kooperation mit dem Graduiertenkolleg „Theologie als Wissenschaft“ und dem Forschungszentrum Historische Geisteswissenschaften. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr im Festsaal des Casinos, Campus Westend.

Die Martin-Buber-Professur wurde 1989 mit dem Ziel gegründet, an das Wirken des berühmten Philosophen an der Frankfurter Universität zu erinnern. Bei der jährlichen Martin-Buber-Vorlesung präsentieren herausragende internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler neueste Forschungsergebnisse zur jüdischen Geistes- und Kulturgeschichte, zur jüdischen Religionsphilosophie sowie zu den Beziehungen des Judentums zu Christentum und Islam. Mit Michael Walzer konnte dieses Jahr einer der wichtigsten zeitgenössischen politischen Theoretiker gewonnen werden, der sich immer wieder auch zu jüdischen Themen geäußert hat, u. a. als Herausgeber einer mehrbändigen Anthologie zum Thema „The Jewish Political Tradition“(2000/2003). In seinem Vortrag in englischer Sprache wird er sich mit Fragen der politischen Theorie (Liberalismus, Demokratie, Gerechtigkeit, Zivilgesellschaft) auseinandersetzen. Walzer ist emeritierter Professor am Institute for Advanced Studies an der Princeton University.

Ausgangspunkt des Vortrags sind sozialphilosophische Überlegungen, die Martin Buber 1950 in seinem Werk „Pfade in Utopia. Über Gemeinschaft und deren Verwirklichung“ angestellt hat. Sie stehen in Zusammenhang mit Bubers Hoffnung, die genossenschaftlichen Siedlungen der Juden in Palästina, später im Staat Israel, könnten zum Beginn eines freiheitlichen Sozialismus werden, wie ihn Gustav Landauers in seinen sozialutopischen Ideen entworfen hatte. Das „dialogische Prinzip“ sollte neben dem privaten Leben auch die Gesellschaft gestalten und solidarische, dezentrale, basisdemokratische Gemeinschaften schaffen, in denen sich die Einzelnen nicht nur benutzen, sondern als Menschen anerkennen. Entschieden wandte sich Buber deshalb gegen staatliche Bevormundung und Ausbeutung.

Im Anschluss an Bubers Denken wird Walzers Vortrag zentrale Fragen seiner eigenen politischen Philosophie diskutieren, wie er sie u.a. in seinem Buch „Sphären der Gerechtigkeit“ (1983) dargelegt hat: insbesondere eine kommunitaristisch motivierte Kritik an den Konzepten des liberalen Staates, die vielfach zu einer Entsolidarisierung der Gesellschaft führen und denen es den Wert der Gemeinschaft entgegenzusetzen gilt. In diesem Zusammenhang werden zentrale gesellschaftspolitische Fragen angesprochen, einschließlich jener nach dem Zusammenleben kulturell unterschiedlicher Gemeinschaften in einer pluralistischen Gesellschaft.

Walzer ist in den vergangenen Jahrzehnten vor allem durch Bücher wie „Just and Unjust Wars“ (1977), „On Toleration“(1997), „Arguing About War“ (2004) oder „In God’s Shadow: Politics in the Hebrew Bible“ (2014) hervorgetreten. Er schreibt regelmäßig für Zeitschriften wie „The New Republic, Dissent“ oder „The New Yorker“. Soeben erschien sein neues Buch „The Paradox of Liberation: Secular Revolutions and Religious Counterrevolutions.”

Am 13. Juni 2015 jährt sich zum fünfzigsten Mal Bubers Todestag, dessen Biografie eng mit seinem Wohnort Heppenheim, wo er von 1916 bis 1938 lebte, und mit der Universität Frankfurt verbunden ist, an der er von 1924 bis 1933 wirkte. In diese Zeit fallen auch seine Arbeiten an seinem berühmten dialogphilosophischen Werk „Ich und Du“, sein Engagement am Freien Jüdischen Lehrhaus und die Anfänge der Übersetzung der Hebräischen Bibel, die er gemeinsam mit Franz Rosenzweig voranbrachte. Während der Nazi-Zeit versuchte Buber die verfolgte jüdische Gemeinschaft durch intensive Bildungsarbeit zu stärken – was der deutsch-jüdische Pädagoge und Religionsphilosoph Ernst Simon „Aufbau im Untergang“ nannte. 1938 sah Buber sich gezwungen, Deutschland zu verlassen, und lebte bis zu seinem Tode 1965 in Jerusalem.

Informationen: Prof. Dr. Christian Wiese, Martin Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie, Fachbereich Evangelische Theologie, Campus Westend, Tel: (069)-798-33313, C.Wiese@em.uni-frankfurt.de; http://www.evtheol.uni-frankfurt.de/buber/Veranstaltungen/index.html

Forschung

Jun 3 2015
10:27

Rechner wurde von Wissenschaftlern des FIAS und der Goethe-Universität konstruiert

Hohe internationale Auszeichnung für Darmstädter „Green Cube“

FRANKFURT/DARMSTADT. Das energie- und kostensparende Großrechenzentrum „Green Cube“ des Darmstädter GSI-Helmholtzzentrums für Schwerionenforschung hat eine hohe internationale Auszeichnung als innovatives Rechenzentrum erhalten. Am Dienstagabend nahmen der langjährige wissenschaftsliche GSI-Geschäftsführer Prof. Horst Stöcker und der Generalplaner Christian Krauthammel vom Frankfurter Planungsbüro TTSP HWP Seidel in Monte Carlo den Hauptpreis des renommierten „Datacloud Enterprise Datacentre Award“ entgegen. Mit diesem Preis wurde beim  Europäischen Kongress für Rechenzentren und Cloud-Computing „Datacloud 2015“ eine herausragende technische Entwicklung ausgezeichnet, die erhebliche Vorteile für die Nutzer eines Rechenzentrums bringt.

„Green Cube“ ist das neue Rechenzentrum für das künftige internationale Beschleunigerzentrum „FAIR“, das in unmittelbarer Nachbarschaft des GSI-Helmholtzzentrums entsteht. Im Endausbau wird „Green Cube“ mit einer Kühlleistung von zwölf Megawatt eines der größten wissenschaftlichen Rechenzentren der Welt sein. In einer ersten Ausbaustufe wird es im Herbst dieses Jahres in Betrieb gehen.

„Green Cube“ wird nach dem von Prof. Lindenstruth am Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS) und an der Goethe-Universität Frankfurt entwickelten „Frankfurter Konzept“ erbaut. Dieses ermöglicht durch ein neuartiges Kühlkonzept erhebliche Kosteneinsparungen, sowohl beim Bau als auch beim Betrieb. Die Investitionskosten im Endausbau werden weniger als 16 Millionen Euro betragen. Das „Green Cube“- Rechenzentrum wird nach seiner Fertigstellung auch den energieeffizientesten Supercomputer der Welt beherbergen, den ebenfalls von Prof. Lindenstruth entwickelten Höchstleistungsrechner L-CSC, der derzeit auf Platz eins der weltweiten Rangliste der energiesparendsten Supercomputer „Green500“ steht.

Schlüssel für die hohe Energie- und Kosteneffizienz von „Green Cube“ ist ein spezielles Kühlsystem, bei dem die entstehende Wärme bereits in den Türen der Rechnerschränke durch Wasserkühlung abgeführt wird. Dadurch wird die zur Kühlung benötigte Energie auf ein Zehntel im Vergleich zu herkömmlichen Supercomputern reduziert. Außerdem braucht das Rechenzentrum keine aufwändige Kühlung der Raumluft, die Rechnerschränke können sogar wie in einem Hochregallager dicht an dicht gestapelt werden, was wiederum die Investitionskosten reduziert. Das Rechenzentrum „Green Cube“ wird weniger als zehn Prozent der elektrischen Leistung für die Berechnungen noch zusätzlich für die Kühlung und den gesamten übrigen Betrieb benötigen (Techniker nennen dies PUE<1,1).

Der Datacloud-Award, mit dem „Green Cube“ jetzt ausgezeichnet wurde, wurde bereits zum achten Mal für herausragende Leistungen bei der Entwicklung von Rechenzentren und Cloud-Computing – der Nutzung von Großrechnern per Internet –  bei der Datacloud-Konferenz verliehen. Insgesamt gibt es Hauptgewinner in zehn Kategorien sowie einen Sonderpreis der Jury.

Das Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS) ist eine überdisziplinäre Forschungsinstitution zur theoretischen Erforschung von komplexen Strukturen in der Natur, die von der Goethe-Universität Frankfurt gegründet wurde und von öffentlichen Geldgebern, Stiftungen und Privatpersonen finanziert wird. Im Mittelpunkt der Arbeiten stehen neben der Informatik Grundlagenforschung in Biowissenschaften, Hirnforschung, Chemie und Physik.

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. Sie besitzt als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. 1914 als erste Stiftungsuniversität Deutschlands gegründet, ist sie mit über 45.000 Studierenden die drittgrößte Universität Deutschlands. Höchste Ansprüche in Forschung und Lehre lassen die Goethe-Universität einen vorderen Platz in der deutschen Forschungslandschaft einnehmen.

Das GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH in Darmstadt betreibt eine der weltweit führenden Teilchenbeschleunigeranlagen für die Forschung. Etwa 1.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind bei GSI beschäftigt. Dazu kommen jährlich rund 1.000 Forscher aus Universitäten und anderen Forschungslaboren weltweit, um die Anlage für Experimente zu nutzen. GSI ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, der größten deutschen Wissenschaftsorganisation.

Weitere Informationen: Pressestelle FIAS, Reiner Korbmann, c/o Science&Media, E-Mail: reiner.korbmann@scienceundmedia.de, Tel: 089-642 17 50

Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS), Ruth-Moufang-Str. 1, 60438 Frankfurt am Main, Tel. 069-798 44100, Fax. 069-798 44109, E-Mail v.lindenstruth@gsi.de, Web: fias.uni-frankfurt.de

Quellen im Internet:
www.datacloudcongress.com/awards
fias.uni-frankfurt.de/de
www.gsi.de
www.uni-frankfurt.de
www.green500.org

Veranstaltungen

Jun 3 2015
10:16

„The Last of Mrs. Cheyney“ ist eine unterhaltsame Gaunerkomödie. Premiere am 3. Juli. Campus Westend

Chaincourt Theatre mit neuem Stück

FRANKFURT. Nach seiner Premiere im September 1925 hatte die britische Gaunerkomödie von Frederick Lonsdale eine sehr erfolgreiche Spielzeit und wurde bis 1951 drei Mal verfilmt. Im Sommersemester bringt die Chaincourt Theatre Company (Institut für England- und Amerikastudien) das Stück über Eigennutz, Anstand und Herz am Campus Westend fünf Mal zur Aufführung.

The Last of Mrs. Cheyney” spielt in den Kreisen der High Society in Europa. Völlig unbemerkt schleichen sich Mrs. Cheyney und ihre Gefährtin Charlotte ein, um sich an der wohlhabenden, nichts ahnenden Oberschicht zu bereichern. Doch Anstand und Herz entpuppen sich als Hindernis, mit dem keiner der beiden gerechnet hatte:

Wie es der Zufall will, mag ich diese Menschen schrecklich gern, und folglich, finde ich es, zumindest im Moment, äußerst geschmacklos, Mrs. Ebleys Diamanten mein Eigen zu machen!“

(“I happen to like all these people very much; and in consequence, at the moment I am finding it rather distasteful to take Mrs. Ebley’s diamonds from her!”)

Chaincourt Theatre präsentiert: „The Last of Mrs. Cheney“ von Frederick Lonsdale

Goethe-Universität, Westend Campus, IG-Farben-Nebengebäude, Raum 1.741.
Premiere am 3. Juli 2015; weitere Aufführungen am 4., 9., 10. und 11. Juli 2015; Vorstellungsbeginn ist um 19.30 Uhr.

Karten zu 10 €/5 € (ermäßigt) sind erhältlich an der Abendkasse, jeweils eine Stunde vor Vorstellungsbeginn oder  in „Zimmer 17“ (Raum 3.257, IG-Farben-Haus, Tel. 793 32550);  Montag u. Dienstag 10-14; Mittwoch 10-12; Donnerstag 10-14. 

Kontakt: James Fisk, Künstlerische Leitung (fisk@em.uni-frankfurt.de). www.chaincourt.org

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Jun 2 2015
14:39

Leipziger Schriftsteller („Als wir träumten“) spricht in seiner am 9. Juni beginnenden Vorlesungsreihe über sein literarisches Schaffen

Clemens Meyer übernimmt Frankfurter Poetikdozentur

FRANKFURT. In seinen Romanen verleiht er unter anderem jugendlichen Kleinkriminellen, Prostituierten und Zuhältern eine Stimme. In seinen Frankfurter Poetikvorlesungen wird der Leipziger Schriftsteller Clemens Meyer unter dem Titel „Der Untergang der Äkschn GmbH“ über Grundlagen und Bedingungen seines literarischen Schaffens sprechen. Damit reiht sich Meyer in eine lange Liste von prominenten Schriftstellern und Künstlern ein, die seit 1959 in Frankfurt über den schöpferischen Prozess gesprochen haben. Im vergangenen Wintersemester waren der Komponist Wolfgang Rihm und der Regisseur Dominik Graf zu Gast.

Der 1977 in Halle/Saale geborene und in Leipzig lebende Clemens Meyer wird die erfolgreiche Tradition der Frankfurter Poetikvorlesungen um ein eindrucksvolles Kapitel erweitern. Der Literat ist für seine Direktheit bei Vorlesungen und Interviews bekannt. Der gerade von Andreas Dresen verfilmte Debütroman „Als wir träumten“ erschien 2006 und wurde mit zahlreichen Preisen (u.a. Förderpreis zum Lessing-Preis) ausgezeichnet. An diesen Erfolg konnte Meyer mit „Die Nacht, die Lichter. Stories“ (2008) anknüpfen. Sein jüngster Roman „Im Stein“ erschien 2013 und wurde mit dem Bremer Literaturpreis 2014 ausgezeichnet. Begleitend zu den Vorlesungen ist im „Fenster zur Stadt“ eine Ausstellung  über Clemens Meyer zu sehen.

Clemens Meyer - Der Untergang der Äkschn GmbH. Frankfurter Poetikvorlesungen im Sommersemester 2015.
9., 16., 23. u. 30. Juni u. 7. Juli. Campus Westend, Hörsaalzentrum, Audimax (HZ1&2). Beginn jeweils um 18.00 Uhr c.t. Einlass ab 17.30 Uhr, Eintritt frei. Abschlusslesung im Literaturhaus Frankfurt am 8. Juli 2015 ab 19:30 Uhr. Begleitausstellung im „Fenster zur Stadt“/Restaurant Margarete, Braubachstr. 18-22, ab dem 10. Juni.

Interview mit Clemens Meyer im aktuellen UniReport: http://www.uni-frankfurt.de/55740034/unireport_3-15.pdf, (S. 21).

Weitere Informationen über die Frankfurter Poetikvorlesungen unter www.uni-frankfurt.de/45662348/aktuelle_dozentur

Veranstaltungen

Jun 1 2015
15:48

»Reimers Konferenzen Revisited« − Arbeitstagung im Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt am Main

Humanwissenschaften im 21. Jahrhundert

FRANKFURT/BAD HOMBURG/BERLIN/BONN. Wie beeinflussen die Regionalwissenschaften die systematischen Disziplinen? Welche Wirkung haben Methoden und Erkenntnisse etwa der Japanologie oder der Amerikanistik auf die Wirtschafts- oder die Geschichtswissenschaften − und vice versa? Wie wird die klassische Rechtswissenschaft im Zuge der Globalisierung durch immer deutlicher erkennbare Pluralisierung des Rechts, also die Konkurrenz, Kollision und Überlagerung verschiedener rechtlicher Ordnungen beeinflusst und wie wirkt sie selbst auf diese Prozesse?

Diese und andere Fragen zur Entwicklung und den Aufgaben der Humanwissenschaften heute sind das Thema der Tagung »Reimers Konferenzen Revisited« am 7. und 8. Juni 2015 im Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität in Bad Homburg. Das Direktorium des Forschungskollegs lädt ‒ gemeinsam mit dem Exzellenzcluster »Die Herausbildung normativer Ordnungen« der Goethe-Universität, dem Berliner Forum für Transregionale Studien und der Bonner Max Weber Stiftung – zu dieser Arbeitstagung ein.

Die beteiligten Partner greifen  mit dieser Veranstaltung erneut Themen  auf, die Gegenstand der »Werner Reimers Konferenzen« in den 1990er Jahren waren. Die Akteure von damals (Michael Werner, Klaus Günther, Mamadou Diawara, Shalini Randeria, Rudolf Stichweh, Gisela Trommsdorff) werden mit heutigen Fachvertreterinnen und Fachvertretern (Thomas Duve, Andreas Eckert, Friederike Pannewick, Balasz Trenscenyi u.a.) diskutieren, inwieweit sich die Forschungsfelder im Bereich der »Humanwissenschaften« in den vergangenen 20 Jahren verändert haben.

Von 1996 bis 2001 kam eine Gruppe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus unterschiedlichen Disziplinen und Generationen zu den »Werner Reimers Konferenzen« in der Bad Homburger Werner Reimers Stiftung zusammen.  Im Auftrag der großen wissenschaftsfördernden Institutionen der Bundesrepublik sollten sie im angehenden 21. Jahrhundert nach »innovativen Fragestellungen in der Wissenschaft«  suchen. Sie verfolgten das Ziel, die entscheidenden Merkmale und Entwicklungstendenzen der Gegenwart zu benennen und die entsprechenden neuen Forschungsfelder und -desiderate zu umreißen. Außerdem sollten sie aufzeigen, wie die Wissenschaften, insbesondere die Geistes- und Gesellschaftswissenschaften, organisiert sein müssen, um diese neuen, oftmals inter- und transdisziplinären Fragestellungen zu bearbeiten.

Als Ergebnis entstanden zwei Berichte, die in der Schriftenreihe »Suchprozesse für innovative Fragestellungen in der Wissenschaft« der Werner Reimers Stiftung veröffentlicht wurden. Ihre wissenschaftspolitischen Empfehlungen gingen in Stellungnahmen des Wissenschaftsrates zur Entwicklung der Geisteswissenschaften (2006), der Regionalstudien (2006) sowie der Rechtswissenschaft (2012) ein und werden auch im Rahmen der aktuellen Arbeitstagung erneut diskutiert:

1. Michael Lackner, Michael Werner: »Der ‚cultural turn‘ in den Humanwissenschaften. Area Studies im Auf- oder Abwind des Kulturalismus«, hg. vom Programmbeirat der Werner Reimers Konferenzen (1999) [http://www.perspectivia.net/content/publikationen/ads/wrk2/?searchterm=Reimers]

 2. Klaus Günther, Shalini Randeria: »Recht, Kultur und Gesellschaft im Prozeß  der Globalisierung«, hg. vom Programmbeirat der Werner Reimers Konferenzen (2001) [http://www.perspectivia.net/content/publikationen/ads/wrk4/?searchterm=Reimers]

Die verantwortliche Koordinatoren der Tagung sind der Historiker Martin Baumeister (Deutsches Historisches Institut Rom, Max Weber Stiftung), der Afrikawissenschaftler Andreas Eckert (Humboldt-Universität Berlin, Forum Transregionale Studien) und der Rechtsphilosoph Klaus Günther (Forschungskolleg Humanwissenschaften, Exzellenzcluster »Die Herausbildung normativer Ordnungen«). Die Ergebnisse der Veranstaltung werden in einem Bericht veröffentlicht.

Die Tagung ist presseöffentlich. Teilnahme nur nach vorheriger Anmeldung.

Kontakt und Information:

Klaus Günther
Direktorium
Forschungskolleg Humanwissenschaften,
k.guenther@jur.uni-frankfurt.de

Ingrid Rudolph
Geschäftsführung
Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität
Am Wingertsberg 4
61348 Bad Homburg

i.rudolph@forschungskolleg-humanwissenschaften.de

Tel.: +49 6172 13977-10

Sonstige

Jun 1 2015
14:30

Zehn Jahre FFM-Praxisprojekt

Übergänge begleiten

FRANKFURT. Rund 600 Kinder und Jugendliche kommen jedes Jahr als „Seiteneinsteiger“ an Frankfurter Schulen, darunter viele unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Die meisten von ihnen verfügen über keine oder nur geringe Deutschkenntnisse. Seit zehn Jahren unterstützen Lehramtsstudierende im FFM-Praxisprojekt der Goethe-Universität die Seiteneinsteiger beim Übergang in weiterführende Schulen und Arbeitswelt. Bislang wurden über 1.000 Kinder und Jugendliche gefördert.

Bildungschancen sind Lebenschancen – das weiß niemand besser als Rainer Götzelmann. Seit 2011 leitet er das Aufnahme- und Beratungszentrum für Seiteneinsteiger im Staatlichen Schulamt in Frankfurt (ABZ). Es vermittelt Kinder und Jugendliche, die neu in Frankfurt sind, an geeignete Schulen mit speziellen Förderungsmöglichkeiten und Hilfsangeboten. „Die jungen Migrantinnen und Migranten stehen vor großen Herausforderungen, wenn sie den Einstieg in das deutsche Bildungssystem finden wollen“, sagt Götzelmann. „Sie müssen sich nicht nur an ein fremdes Umfeld gewöhnen, sondern auch sprachliche Sicherheit gewinnen, um richtig anzukommen.“ Traumatische Erlebnisse von Kindern und Jugendlichen aus Kriegs- und Krisengebieten belasten den Schulalltag zusätzlich. „Besonders beim Übergang zu weiterführenden Schulen oder beim Einstieg in die Arbeitswelt ist eine intensive und individuelle Betreuung nötig“, betont Götzelmann.

Seit zehn Jahren im Einsatz für benachteiligte Schülerinnen und Schüler in Frankfurt

Weichen für erfolgreiche Bildungskarrieren und Integration stellt das FFM-Praxisprojekt der Goethe-Universität Frankfurt in Kooperation mit den Frankfurter Schulämtern. Seit 2005 bieten Lehramtsstudierende und Studierende der Erziehungswissenschaften pädagogische Begleitung und Förderung an bildungs- und berufsentscheidenden Schnittstellen. Im aktuellen Schuljahr sind rund fünfzig Studenten an sieben Frankfurter Schulen im Einsatz. Fünfzehn von ihnen unterstützen unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Die Crespo Foundation, die Peter Fuld Stiftung, die randstad stiftung und die Stiftung Citoyen fördern das Mentoring-Projekt in der aktuellen Projektphase seit 2014.

Alltagsbegleitung steht im Vordergrund

Zweimal pro Woche treffen sich Studierende und Schüler. Neben Nachhilfe in Deutsch oder Mathematik und der gezielten Vorbereitung auf Abschlussprüfungen steht die Alltagsbegleitung im Vordergrund. Die Studierenden sind Ansprechpartner bei persönlichen Problemen, beraten zu schulischen oder beruflichen Perspektiven und stehen bei der Bewältigung und Strukturierung des Alltags zur Seite. Das FFM-Praxisprojekt bietet zudem Raum für gemeinsame Freizeitaktivitäten: „Wenn wir gemeinsam Kekse backen und dabei Vokabeln lernen, hat das einen großen Effekt. Ich bin mir sicher, dass sie beim nächsten Mal immer noch wissen, was ein ‚Blech‘ oder ‚Backpulver‘ ist“, berichtet Ines Peters, Studentin der Erziehungswissenschaften. Seit dem Schuljahr 2014/2015 arbeitet sie mit Seiteneinsteigern an der Carlo-Mierendorff-Schule.

Orientierung und Halt für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge

Insbesondere für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge ist die emotionale Unterstützung wichtig. „Ihre innere Sicherheit ist auf der Flucht oft beschädigt oder verloren gegangen“, sagt Dr. Robert Bernhardt, pädagogischer Leiter des FFM-Praxisprojekts an der Goethe-Universität. „Oft wissen die Kinder nicht, wo sich ihre Eltern aufhalten. Sie haben Brüche hinter sich, die möglicherweise nicht mehr zusammenwachsen.“ Die Studierenden werden zu Bezugspersonen, die mit den Schülern über Zukunfts- oder Versagensängste sprechen, ihnen Halt und Orientierung geben, auch wenn sie nicht alle Probleme lösen können. „Schon Zuhören hilft“, berichtet Projektteilnehmerin Ines Peters.

Begegnung mit unterschiedlichen Lebenswelten
Für mindestens ein Schuljahr bringen sich die Studierenden in das FFM-Praxisprojekt ein. Unterstützung erhalten die angehenden Pädagogen in regelmäßigen Seminaren der Didaktischen Werkstatt an der Goethe-Universität. Die Begegnung mit unterschiedlichen Lebenswelten steht dabei im Fokus: „Wir wollen unsere Studierenden auf die interkulturellen Herausforderungen ihres künftigen Berufsalltags bestmöglich vorbereiten“, sagt Dr. Robert Bernhardt. „Interkulturelles Lernen sollte grundsätzlich ein Bestandteil der Lehrerausbildung in Deutschland werden.“

Alle Projektpartner des FFM-Praxisprojekts im Überblick

Aufnahme- und Beratungszentrum für Seiteneinsteiger (ABZ)

Das ABZ arbeitet für den großen Bereich der Integration von Schülerinnen und Schülern anderer Herkunftssprachen. Seine Kernaufgaben spiegeln sich bereits in seinem Namen wider: Kinder und Jugendliche aus anderen Ländern werden nach eingehender Beratung in unser Schulsystem aufgenommen und einer geeigneten Schule mit speziellen Förderungsmöglichkeiten und Hilfsangeboten zugewiesen. Das ABZ ist eine Einrichtung des Staatlichen Schulamts für die Stadt Frankfurt.

Didaktische Werkstatt / Goethe-Universität

Die Arbeitsstelle für Diversität und Unterrichtsentwicklung – Didaktische Werkstatt ist eine Einrichtung des Fachbereichs Erziehungswissenschaften in Kooperation mit dem Hessischen Kultusministerium. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, einen Beitrag zur Professionalisierung von Studierenden, Lehrkräften und Lehrkräften im Vorbereitungsdienst im Umgang mit Heterogenität zu leisten und versteht sich als ein Bindeglied zwischen den Phasen der Lehrerbildung.

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 gegründet mit rein privaten Mitteln von freiheitlich orientierten Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern fühlt sie sich als Bürgeruniversität bis heute dem Motto "Wissenschaft für die Gesellschaft" in Forschung und Lehre verpflichtet. Viele der Frauen und Männer der ersten Stunde waren jüdische Stifter. In den letzten 100 Jahren hat die Goethe-Universität Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Chemie, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geisteswissenschaften."

Crespo Foundation

Menschen stark machen! So lautet das Leitmotiv der Crespo Foundation. Sie sieht ihre Aufgabe darin, Menschen in den entscheidenden Phasen ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu fördern und sie dazu zu motivieren, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. So hilft sie Kindern bei der Entfaltung ihrer Potentiale und fördert Jugendliche und junge Erwachsene, die ein Ziel vor Augen haben und bereit sind, sich mutig und engagiert dafür einzusetzen.

Peter Fuld Stiftung

Unter ihrer Herkunft zu leiden, haben zahllose Kinder und Jugendliche in Deutschland. Migrationsbewegungen und Flüchtlingsströme bringen Kinder und Jugendliche in unser Land, die nur dann eine gerechte Chance in unserer Gesellschaft erhalten, wenn sie eine angemessene Ausbildung wahrnehmen können. Da meist die finanziellen Mittel hierzu fehlen und der Staat überfordert ist, versucht die Peter Fuld Stiftung insbesondere hier mit Stipendien und der Finanzierung von Förderunterricht zu helfen.

randstad stiftung

Die 2005 gegründete gemeinnützige randstad stiftung versteht sich als Wegbereiter und Wegbegleiter für die Akteure der Lern- und Arbeitswelt. Sie setzt sich in ihren Förderprojekten dafür ein, dass Menschen und Organisationen Veränderungen in der Lern- und Arbeitswelt erkennen, verstehen und nachhaltig in konstruktive Handlungen umsetzen können.

Stiftung Citoyen

Der Name der Stiftung steht für den aktiven Bürger. Ihr Anliegen ist es, Menschen zu ermutigen, aktiv und eigenverantwortlich am Gemeinwesen teilzunehmen und dieses mitzugestalten. Die Stiftung CITOYEN entwickelt neue Ideen und ruft eigene Projekte ins Leben. Sie fördert auch  Vorhaben und Ideen anderer Einrichtungen oder aktiver Gruppen. Sie greift Ideen auf, die Menschen zur Beteiligung an gemeinnützigen Aufgaben motivieren. Sie unterstützt solche Aktivitäten, die Hilfe zur Selbsthilfe geben.

Kontakt FFM-Praxisprojekt

Dr. Robert Bernhardt| Institut für Sonderpädagogik | Fachbereich Erziehungswissenschaften| Goethe-Universität Frankfurt | T 069/ 798-36364 | E-Mail: r.bernhardt@em.uni-frankfurt.de

Pressekontakt: Dr. Laila Nissen | T 0179/9531662 |E-Mail: laila.nissen@gmx.de, Abdruck honorarfrei mit der Bitte um Zusendung eines Beleges. 

Übergänge begleiten – Zehn Jahre FFM-Praxisprojekt // Fact-Sheet

Projektbeschreibung

In den Pädagogischen Praxisprojekten der Goethe-Universität fördern Studierende unterschiedliche Schülergruppen für mindestens ein Schuljahr. Das FFM-Praxisprojekt unterstützt Schülerinnen und Schüler beim Übergang zur weiterführenden Schule und zur Arbeitswelt. Auch die Alltagsbegleitung unbegleiteter Kinder und Jugendlicher aus Kriegs- und Krisengebieten ist Teil des Projekts. Das FFM-Praxisprojekt will insbesondere jungen Migrantinnen und Migranten das Ankommen in Deutschland erleichtern, steht darüber hinaus aber auch anderen sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen offen.

Weitere Informationen: https://www.uni-frankfurt.de/50294336/Fluechtlingsprojekt2

Projektstart: 2005

Anzahl der geförderten SchülerInnen seit 2005: 1.007

Teilnehmende Studierende seit 2005: 385

Teilnehmende Schulen seit 2005: 32

Aktuelles Fördervolumen: 210.000 € für die Jahre 2013-2016

Kooperations- und Förderpartner seit 2005:
(hervorgehoben sind die Partner, die aktuell am FFM-Praxisprojekt mitwirken)

Stadt Frankfurt am Main/Stadtschulamt, Staatliches Schulamt für die Stadt Frankfurt am Main, randstad stiftung, Peter Fuld Stiftung, Stiftung Citoyen, Crespo Foundation, Gemeinnützige Hertie Stiftung, Stiftung Mercator.

Kontaktadresse:

Dr. Robert Bernhardt
Pädagogischer Leiter der Praxisprojekte
Institut für Sonderpädagogik
Fachbereich Erziehungswissenschaften
Universität Frankfurt a.M.
Campus Westend
Theodor-W.-Adorno-Platz 6
60323 Frankfurt
PEG-Gebäude, Raum 4G.047

Tel.: 069/798-36364
E-Mail: R.Bernhardt@em.uni-frankfurt.de

 

Die 32 beteiligten Schulen von 2005 bis 2015:
(hervorgehoben sind die Schulen, die aktuell am FFM-Praxisprojekt mitwirken)

Grundschulen:

Hellerhofschule
Albrecht-Dürer-Schule
Riedhof Schule
Uhland Schule
Käthe-Kollwitz-Schule
Robert-Blum-Schule
Theobald-Ziegler-Schule
Liesel-Oestreicher-Schule
Ackermannschule
Münzenbergerschule
Freiligrathschule
Erich-Kästner-Schule
Fridtjof-Nansen-Schule
Henri-Dunant-Schule
Grund- und Hauptschulen:
Adolf-Reichwein-Schule
Hostato Schule
Ludwig Richter Schule

Haupt/Realschulen:
Falkschule
Michael-Ende-Schule
Sophienschule
Eduard-Spranger-Schule
Geschwister Scholl Schule

 

Gesamtschulen:
Paul-Hindemith-Schule
IGS West
Georg-August-Zinn-Schule
Carlo-Mierendorff-Schule
Heinrich-Kraft-Schule
Georg Büchner Schule

Förderschulen:
Bürgermeister-Grimm-Schule     
Charles-Hallgarten Schule

Berufliche Schulen:
Wilhelm Merton Schule
Philipp Holzmann Schule