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Okt 15 2020
10:21

GO-Bio-initial-Unterstützung für Nachwuchsforscher

Entwicklung neuartiger Impfstoffe: Gründerteam der Goethe-Universität erhält Förderung des Bundes

Mithilfe des Trägerstoffs Dodecin wollen zwei junge Chemiker der Goethe-Universität hoch wirksame Impfstoffe entwickeln. Für die Entwicklung ihrer Idee zu einem Produkt erhalten die Nachwuchswissenschaftler Fördergelder aus dem GO Bio initial Programm des Bundesforschungsministeriums.

FRANKFURT. Die Entwicklung von Impfstoffen gilt als eine der größten Errungenschaften moderner Medizin, auf der aktuell die größten Hoffnungen im weltweiten Kampf gegen die Covid-19-Pandemie ruhen – so wie einst bei der Bekämpfung von Polio, Pocken oder Masern. Krankheiten, die nur dank der Entwicklung wirksamer Impfstoffe heute keine signifikante Bedrohung mehr darstellen.

Dem Gründerteam aus der Goethe-Universität, Dr. Alexander Rittner und Florian Bourdeaux, ist es nun gelungen, Fördermittel des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) einzuwerben, um im Rahmen des GO-Bio initial Programms neuartige Impfstoffe für den Markt zu entwickeln. Im Fokus ihres Projekts EpiXII steht das Protein Dodecin, das als Antigen-Träger für Vakzine genutzt werden soll. Unterstützt wird das Gründerteam hierbei von der Wissenstransfergesellschaft der Goethe-Universität, Innovectis, sowie dem Gründungszentrum Unibator.

Klassische Vakzine basieren auf toten oder abgeschwächten (attenuierten) Pathogenen, die im Körper eine Immunantwort provozieren und damit vor späteren Infektionen mit dem echten Pathogen schützen. Neue Impfstofftypen, wie zum Beispiel die Peptid-Vakzine, verwenden nur noch einzelne Proteine oder gar Proteinfragmente eines Pathogens für die Impfung. Dadurch sind sie sehr sicher und können auch in ganz anderen Anwendungsbereichen genutzt werden, etwa in der Allergie- oder der Krebstherapie. Die entscheidende Frage ist jedoch, wie die Information über das Pathogen in den Körper des Geimpften gelangen kann und eine spezifische Immunantwort ausgelöst wird.

Hier setzen Rittner und Bourdeaux an: Sie wollen mit Dodecin als Antigen-Träger neue Impfstoffe entwickeln, die flächendeckend angewendet werden können. Hierbei soll die Kopplung der spezifischen Peptidsequenzen an das Trägerprotein Dodecin zu sehr hoher Immunogenität führen und dabei zusätzlich die Herstellungs- und Lagerkosten drastisch senken. Dodecin-Träger sollen als innovative Plattform für hochwirksame klinische Impfstoffe etabliert werden. Weitere Anwendungsgebiete finden sich in der Tierzucht, um dort eine nachhaltige und kostengünstige Alternative zum Einsatz von Antibiotika zu schaffen.

Nun geht das Gründerteam erste Schritte aus der Wissenschaft in die Welt der Unternehmer, um Dodecinimpfstoffe auf den Markt zu bringen. Im Unibator erhalten sie die Möglichkeit, an ihrem Businessmodell zu arbeiten und sich ein Netzwerk aus möglichen Kooperationspartnern und Investoren aufzubauen. Mit den bewilligten Fördermitteln werden die rechtlichen, wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Rahmenbedingungen für die Unternehmensgründung gestaltet, um die Technologie schnellstmöglich zur Verfügung zu stellen.


Publikation: Bourdeaux, F.; Kopp, Y.; Lautenschläger, J.; Gößner, I.; Besir, H.; Vabulas, R. M.; Grininger, M. Dodecin as Carrier Protein for Immunizations and Bioengineering Applications. Scientific Reports 2020, 10 (1), 13297

Weitere Informationen
Goethe-Universität Frankfurt
Dr. Alexander Rittner
rittner@chemie.uni-frankfurt.de

Florian Bourdeaux
bourdeaux@chemie.uni-frankfurt.de

Innovectis / Unibator
Dr. Kirstin Schilling
Stellvertretende Geschäftsführerin
kirstin.schilling@innovectis.de