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Jul 3 2019
12:10

​LOEWE-Schwerpunkt über alternative Wege der Streitbeilegung

Konflikte lösen ohne Gericht

FRANKFURT. Nicht nur vor Gericht lassen sich Konflikte lösen – ganz im Gegenteil. Der rechtswissenschaftliche LOEWE-Schwerpunkt „Außergerichtliche und gerichtliche Konfliktlösung“ hat untersucht, welche Alternativen es gibt. Dabei rückten auch ferne Länder und zurückliegende Kulturen in den Fokus. Über einige Teilprojekte lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins „Forschung Frankfurt“.

Die Gerichte sind überlastet, was liegt da näher, als nach außergerichtlichen Wegen der Konfliktlösung Ausschau zu halten? Doch diese Wege sind nicht so neu und modern, wie man meinen könnte. Das hat das Verbundprojekt »Außergerichtliche und gerichtliche Konfliktlösung« gezeigt. Wie Prof. Guido Pfeifer in seinem Überblicksbeitrag schreibt, sollte die von 2012 bis 2015 vom Land als LOEWE-Schwerpunkt geförderte Initiative strukturelles Wissen zur Konfliktlösung hervorbringen. „Blickt man über die Grenzen der kontinentaleuropäischen Moderne hinaus, zeigt sich, dass vermeintlich hybride Modelle der Konfliktlösung gar nicht so selten sind, sondern häufig sogar zur alltäglichen Rechtserfahrung zählen“, so Pfeifer. Der Forschungsverbund habe versuchte, einen Bogen zwischen Vergangenheit und Gegenwart und zwischen unterschiedlichen Kulturräumen zu schlagen.

Drei der insgesamt 18 Teilprojekte werden in „Forschung Frankfurt“ vorgestellt: In einem Interview erläutert Moritz Bälz, Professor für Japanisches Recht und seine kulturellen Grundlagen, die Rolle außergerichtlicher Konfliktbeilegung nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima. Die Rechtshistorikerin und Privatdozentin Dr. Dr. Nadine Grotkamp schreibt über außergerichtliche Streitbeilegung im hellenistischen Ägypten. Und Dr. Frank Schreiber, Richter am Landessozialgericht, widmet sich in seinem Beitrag der Rolle der Mediation an deutschen Gerichten.

Ziel des LOEWE-Schwerpunkts, so Pfeifer, sei nicht die „Weltformel der Konfliktlösung“ gewesen. Das gewonnene Wissen habe weitere Fragen aufgeworfen und zu weiteren Projekten geführt.

Die aktuelle Ausgabe von „Forschung Frankfurt“ (1/2019) kann von Journalisten kostenlos bestellt werden bei: ott@pvw.uni-frankfurt.de. Im Web: www.forschung-frankfurt.de.

Informationen: Prof. Dr. Guido Pfeifer, Antike Rechtsgeschichte, Europäische Privatrechtsgeschichte und Zivilrecht, Fachbereich Rechtswissenschaft, Uni-Campus Westend, Telefon +49(0)69 798-34328, E-Mail pfeifer@jur.uni-frankfurt.de