​​​​​​Pressemitteilungen ​​​ – Oktober 2019

 

Okt 14 2019
14:00

Vorträge von Rainer Forst und Klaus Günther, den Sprechern des Forschungsverbundes Normative Ordnungen, am 16. und 17. Oktober im Rahmen der B3 Biennale des bewegten Bildes auf der Frankfurter Buchmesse

Normative Orders auf der B3: Die Realitäten im Blick

FRANKFURT. In Zeiten von „Fake News“ und „alternativen Wahrheiten“ kommt der Suche nach der Realität vielleicht ein ganz besonderer Stellenwert zu. Doch was genau bedeutet eigentlich „real“? Und wäre ein Plural nicht angemessener? „Realities“ heißt denn auch das Leitthema der diesjährigen B3 Biennale des bewegten Bildes, womit der Veranstalter, die Hochschule für Gestaltung Offenbach (HfG), zudem Bereiche wie Virtual Reality und Artificial Intelligence stärker in den Fokus rücken will. Auch bei der jüngsten Auflage beteiligt sich der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität mit eigenen Beiträgen an dem Festival, das diesmal zu großen Teilen auf der Buchmesse und in Zusammenarbeit mit THE ARTS+ Future of Culture Festival stattfindet.

Von Platon und dessen Höhlengleichnis über Immanuel Kant bis zu zeitgenössischen Philosophen – die Frage, was Realität ist und wie sie beschrieben werden kann, begleitet das menschliche Streben nach Erkenntnis. Gleichzeitig dienen Wörter und Bilder (zunehmend auch bewegte) der Erschaffung immer neuer Realitäten. Durch den Einsatz digitaler Technologien – ein Stichwort ist Augmented Reality (AR) – kann man sich schon heute in künstlichen Welten bewegen, deren „Echtheit“ von der analogen Wirklichkeit kaum mehr zu unterscheiden ist. Für die aktuelle B3 widmen sich die beiden Sprecher des interdisziplinären Forschungsverbundes Normative Ordnungen, der eine enge Verbindung zu den Künsten und der ihr eigenen Erkenntniskraft pflegt, dem Spannungsfeld von Realität, Fiktion und falschem Bewusstsein.

„Ach! Über wirkliche Fiktionen und fiktionale Wirklichkeiten“ heißt der Vortrag am Mittwoch, 16. Oktober, um 17 Uhr von Klaus Günther, Professor für Rechtstheorie, Strafrecht und Strafprozessrecht an der Goethe-Universität. Oftmals werden – so Günther, zu dessen Schwerpunkten auch die Rechtsphilosophie gehört – die virtuellen Realitäten der Online-Welt als Beispiel dafür genannt, dass sich der Unterschied zwischen Wirklichkeit und Fiktion heute zu verwischen beginne. Doch haben wir es auch in der Offline-Welt vielfach mit Fiktionen zu tun, die auf eigentümliche Weise Teil unserer Wirklichkeit sind, und in der das, was wir für wirklich halten, mit Fiktionen durchsetzt ist. Vor allem ist die Kunst ein Ort, an dem mit dieser Unterscheidung auf irritierende Weise gespielt wird.

Am Donnerstag, 17. Oktober, um 15.30 spricht Rainer Forst, Professor für Politische Theorie und Philosophie an der Goethe-Universität. Sein Thema: „In der Höhle. Über Wirklichkeit und Macht“. Wer das Wesen sozialer Macht verstehen will, muss in die Höhle der ideologischen Verblendung hinabsteigen, so der Philosoph. Aber was genau sieht man da? Und wie geblendet sind die, die aus dem Licht der wahren Wirklichkeit dorthin gelangen? Auch diesen Fragen geht Forst in seinem Vortrag nach.

Die B3 ist einer der zentralen europäischen Hotspots für zeitgenössische Medienkunst, das bewegte Bild, für innovative Medienentwicklungen und den wissenschaftlichen Diskurs. Bewegtbild- und Medienschaffende aus der ganzen Welt werden vom 16. bis 20. Oktober 2019 ihre Projekte, Werke und Ansichten in Ausstellungen, Screenings, Konferenzen und weiteren Events vorstellen. Träger der B3 ist das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK).

Die Termine des Forschungsverbundes Normative Ordnungen im Überblick:

16. Oktober 2019, 17.00 Uhr
Prof. Klaus Günther:
Ach! Über wirkliche Fiktionen und fiktionale Wirklichkeiten
Frankfurter Buchmesse, Halle 4.0, Business Club
Ludwig -Erhard Anlage 1, 60327 Frankfurt am Main

17. Oktober 2019, 15.30 Uhr
Prof. Rainer Forst:
In der Höhle. Über Wirklichkeit und Macht
Frankfurter Buchmesse, Halle 4.1, Salon
Ludwig-Erhard Anlage 1, 60327 Frankfurt am Main

Der Eintritt ist jeweils kostenpflichtig.
Weitere Informationen zu Tickets und zur B3: www.b3biennale.de

Veranstalter:
Hochschule für Gestaltung Offenbach in strategischer Kooperation mit THE ARTS+ Future of Culture Festival, Parcourspartner: Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität

Informationen: Bernd Frye, Pressereferent Exzellenzcluster, 069/798-31411, bernd.frye@normativeorders.net; www.normativeorders.net, www.normativeorders.net/b3

 

Okt 10 2019
15:00

Studierende der Goethe-Universität erforschen in Praxisseminaren, wie die Stadtentwicklung in Frankfurt auf die Herausforderungen klimatischer und sozialer Veränderungen reagieren kann.

Klimawandel, Bevölkerungswachstum und Partizipation

FRANKFURT. Welche Maßnahmen kann man in Zeiten einer immer deutlicher werdenden Klimaerwärmung ergreifen, die der anderen großen Herausforderung, nämlich dem Bevölkerungswachstum, auch gerecht wird? Wie kann in strukturschwachen Stadtteilen die Bevölkerung an der Verbesserung von Wohnverhältnissen stärker beteiligt werden? Im neuen UniReport werden zwei Seminare aus der Geographie und der Soziologie vorgestellt, in denen Studierende konkrete Ideen für die Stadtentwicklung in Frankfurt und Umgebung entwickelt haben.

Der Geograph Dr. Rainer Dambeck hat in seinem Seminar „Klimawandel und Siedlungsentwicklung“ Studierende erforschen lassen, welche Maßnahmen das Stadtklima nachhaltig verbessert können. Zu den Ergebnissen der Projektgruppen gehörte unter anderem die Begrünung von Fassaden und Dachflächen, der Bau von Zisternen und eine flächenschonende Bauweise durch Häuser auf Stelzen.

Die Soziologin Dr. Sabine Flick hat ein Praxisseminar konzipiert, in dem die Studierenden die Lebensbedingungen im Frankfurter Stadtteil Riederwald untersuchten. Die Bewohner des als strukturschwach geltenden Stadtteil fungierten dabei als „Co-Forscher“; im Sinne einer partizipativen Sozialforschung ging es darum, die Menschen nicht zu Opfern zu machen, sondern in den Prozess mit einzubeziehen.

Die weiteren Themen im UniReport 5/Oktober 2019:

  • Der Gastlandauftritt Norwegens auf der Frankfurter Buchmesse 2019: Aktivitäten des Instituts für Skandinavistik.
  • Stimme der deutschen Jugendlichen: Zum zweiten Mal übernimmt ein Politikstudent der Goethe-Universität das Amt eines UN-Jugenddelegierten.
  • Pflanzen in der Schwerelosigkeit: Biowissenschaftler der Goethe-Universität nehmen mit zwei Experimenten an Parabelflügen teil.
  • Stumme Kulturboten in Übersee: Die Humboldt-Stipendiatin Prof. Julie Allen untersucht die Rolle des frühen europäischen Films in Australien und Neuseeland.
  • Seine beiden sprachlichen Standbeine in Afrika sind Zulu und Swahili: Porträt des Afrikanisten Prof. Axel Fleisch.
  • Chancen und Risiken von Künstlicher Intelligenz im Blick behalten: Fragen an den Rechtswissenschaftler Christoph Burchard zur Konferenz „Wie können wir Algorithmen vertrauen?“
  • Neuer Vorsitz des Bewertergremiums für Erfindungen der Goethe-Universität: Prof. Jürgen Bereiter-Hahn verabschiedet sich.
  • Kraftvolle Meisterwerke: „Georg Heck (1897–1982) – Retrospektive“ im Museum Giersch der Goethe-Universität
  • Neues wirtschaftswissenschaftliches Doppelmasterprogramm: Der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften pflegt eine intensive Kooperation mit der Université Paris-Dauphine-PSL.
  • Verbrechen, Wahnsinn und Ausgrenzung: Eine neue Reihe zur Literatur der Romantik möchte die Ambivalenz und Komplexität der Epoche zeigen; der Frankfurter Germanist und Mitherausgeber Roland Borgards freut sich vor allem auf schöne Bücher.
  • Rein ins Leben: Das Tandemprojekt »MILELE – miteinander lehren lernen« ermöglicht Lehramtsstudierenden und geflüchteten Lehrkräften praxisnahe Erfahrung an Schulen.
  • #MeToo in der griechischen Mythologie: Prof. Klaus Theweleit sprach auf der LOEWE-Konferenz 2019 „The Early History of War and Conflict“.
  • Kurzfristige Beratung bei persönlichen Problemen, Krisen und psychischen Erkrankungen: 50 Jahre Psychotherapeutische Beratungsstelle für Studierende.
  • Forum der Literaturbegeisterten: Die Zeitschrift „Johnny“ plant im fünften Jahr ihres Bestehens gerade die Jubiläumsausgabe, die dem Thema „Spuren“ gewidmet ist.
  • Wie stellt man Musiktheater in einem virtuellen Museum dar? Ein interdisziplinäres Seminar hat eine webbasierte Ausstellung zu Richard Strauss konzipiert.
  • Notwendige Namensänderung: Die Völkerkundliche Bibliothek heißt ab jetzt „Ethnologische Bibliothek Leo Frobenius“
  • Ein Netz für mehr Nachhaltigkeit: Neues Projekt soll Kräfte bündeln, um die Goethe-Uni zur grünen Hochschule zu machen.
  • Natur und Normativität: Rückblick auf ein Symposium der Johanna Quandt Young Academy in Brüssel.
  • Ehre für gute Lehre: Lukas Schulze-Vorberg, Ingo Feldhausen, Barbara Friebertshäuser und Detlef Krömker haben den 1822-Universitätspreis für exzellente Lehre erhalten.
  • „Wenn die Leute mich fragen, wo ich herkomme, sage ich: aus Mühlheim am Main“: Das Projekt „Start ins Deutsche“ dient dem interkulturellen Austausch

Der UniReport 5/2019 steht zum kostenlosen Download bereit unter http://www.unireport.info/aktuelle-ausgabe

 

Okt 10 2019
12:04

200 Jahre Arthur Schopenhauers „Die Welt als Wille und Vorstellung“ – Ausstellung in der Universitätsbibliothek Frankfurt

Selbst Denken

FRANKFURT. Vor 200 Jahren erschien das Hauptwerk des Frankfurter Philosophen Arthur Schopenhauer Die Welt als Wille und Vorstellung. Aus diesem Anlass präsentiert die Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg in Zusammenarbeit mit der Schopenhauer-Gesellschaft e. V. die erste Ausstellung in ihrem neuen Schopenhauer-Studio.

Im Zentrum steht das Hauptwerk selbst. Es enthält laut Schopenhauer einen einzigen Gedanken, der aber nicht anders als in vier umfangreichen Büchern mitgeteilt werden kann. Den Kern bildet der Wille als zielloser Lebensdrang. In jedem Buch wird eine andere Perspektive auf ihn eingenommen. Die sich daraus ergebenden mannigfaltigen Verzweigungen in Erkenntnistheorie, Naturphilosophie, Ästhetik und Ethik eröffnen einen organisch strukturierten Gedankenraum, der in der Ausstellung anschaulich und begehbar wird. Eingangs werden die Besucherinnen und Besucher durch die Genese der Lehre vom Willen und ihre erkenntnistheoretischen Voraussetzungen geleitet. In einer ‚Schreibwerkstatt' wird anhand der Manuskripte und Handexemplare Schopenhauers sowie durch Einbeziehung von Büchern aus seiner Privatbibliothek die Arbeitsweise des Philosophen erlebbar gemacht.

Arthur Schopenhauer zählt zu den bedeutendsten deutschsprachigen Philosophen. Mit seiner kritischen Einstellung zur Vernunft, der Aufwertung des Leiblichen, Irrationalen und Unbewussten und der Betonung der existentiellen Grundlage des Philosophierens nahm er Entwicklungen des 20. Jahrhunderts vorweg und gilt als Vorreiter der Moderne. Er wurde 1788 in Danzig geboren und lehrte ab 1820 als Privatdozent in Berlin, bevor er sich 1833 nach mehrfachem Ortswechsel endgültig in Frankfurt am Main niederließ. Hier verstarb er am 21. September 1860 in seiner Wohnung in der Schönen Aussicht 16. Er wurde auf dem Frankfurter Hauptfriedhof beigesetzt.

In der Universitätsbibliothek werden Schopenhauers Nachlass und rund 600 Bände seiner Privatbibliothek aufbewahrt. Das Schopenhauer-Archiv ist auch Basis für die Ausstellung. Der Nachlass Schopenhauers digital: http://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/schopenhauer 

Eröffnung der Ausstellung am Dienstag, 22. Oktober 2019, 18:00 Uhr.
Pressevertreter*innen bieten wir bereits ab 17:00 Uhr eine begleitete Vorbesichtigung an.

Ausstellungsdauer: 23. Oktober 2019 – 19. Januar 2020

Öffnungszeiten: Dienstag -Sonntag 13:00 – 18:00 Uhr; montags geschlossen Eintritt frei.
Öffnungszeiten während der Feiertage im Dezember/Januar finden Sie auf unserer Homepage https://www.ub.uni-frankfurt.de/, dort ebenfalls Informationen über das Begleitprogramm. 

Information: Jessica Zülch, Veranstaltungsmanagement, Universitätsbibliothek J. C. Senckenberg, Bockenheimer Landstraße 134-138, 60325 Frankfurt am Main, Tel: +49 (69) 798 39571, E-Mail: events@ub.uni-frankfurt.de

Kontakt für Pressefragen allgemein: Bernhard Wirth, Stabsstelle Ausbildung und Öffentlichkeitsarbeit der Bibliothek, Tel. +49 (69) 798 39223; Mail: pr-team@ub.uni-frankfurt.de

 

Okt 9 2019
13:58

Mathe mit der App: Das Team von Professor Matthias Ludwig präsentiert am europaweiten Erasmus Day Mathematikaufgaben in der Frankfurter Innenstadt. 

Mathtrails rund um Goetheplatz und Alte Oper

FRANKFURT. Am Samstag, den 12. Oktober 2019, ist ab 11:00 Uhr das MathCityMap-Team des Instituts für Didaktik der Mathematik und Informatik der Goethe-Universität im Außeneinsatz. Die Arbeitsgruppe MATIS I um Prof. Matthias Ludwig präsentiert im Rahmen des europaweiten Erasmus Days mitten in den Herbstferien das preisgekrönte Projekt MathCityMap und passende Mathtrails rund um den Goetheplatz und die Alte Oper.

Mathtrails sind Pfade, an denen entlang Mathematikaufgaben versteckt sind. Man wird die Innenstadt mit anderen Augen sehen: Wie schnell sind die Rolltreppen an der Hauptwache? Wie viel Wasser läuft aus dem Wasserspender in der Fressgasse? Wie oft werden die Briefkästen in der Biebergasse in einem Jahr geleert? Welche Steigung hat die schiefe Säule auf dem Goetheplatz und überhaupt: In welche Richtung schaut Goethe?

Dabei ist neuste Technologie im Einsatz. Eine an der Goethe-Universität entwickelte App leitet den Benutzer von Aufgabe zu Aufgabe, gibt Feedback zu den Lösungen und Hilfestellung, falls man mal nicht weiterkommt. Speziell für die Innenstadt wurden auch Trails für Familien mit kleinen und großen Kindern angelegt. Alles, was man braucht, ist ein GPS-fähiges Smartphone, einen Stift und Block. Einen Zollstock und ein Maßband kann sich an diesem Tag am Infostand des MathCityMap-Teams am Goetheplatz/Steinweg ausleihen. Die Mitarbeiter von MATIS I stehen am Samstag bis 15:00 Uhr mit Rat und Tat beiseite. Für besonders fleißige Aufgabenlöser gibt es eine Überraschung.

Mehr Infos unter www.mathcitymap.eu

 

Okt 9 2019
12:45

Goethe-Universität begrüßt neue Studierende. 

Start ins neue Semester

FRANKFURT. Über 8.000 Studierende werden am Donnerstag an der zentralen Erstsemesterveranstaltung der Goethe-Universität teilnehmen. Begrüßt werden die „Erstis“ auf der unistart-Messe im Hörsaalzentrum auch von Universitätspräsidentin Prof. Birgitta Wolff:

„Wir freuen uns über alle neuen Studierenden, die sich für ein Studium an der Goethe-Universität entschieden haben. Auf sie wartet eine aufregende Lebensphase, in der sie sich nicht nur berufliche Perspektiven erarbeiten, sondern auch unglaublich viele bereichernde Menschen kennen lernen und sich in unterschiedlichsten Initiativen engagieren können“, betont Wolff. Gerade die erste Phase des Studiums könne auch mal anstrengend sein, gelte es doch, einiges selbstständig zu organisieren. Doch stünden vielfältige Beratungs- und Unterstützungsangebote der Universität, des Studentenwerks und des AStA zur Verfügung.

Zum Wintersemester starten an der Goethe-Universität einige neue Studiengänge: Erstmals wird der B.A./B.Sc. Natur- und Lebenswissenschaften angeboten, der eine zweisemestrige Orientierungsphase mit einem sechssemestrigen Fachstudium kombiniert. Die Orientierung dient dazu, Studierende bei einer fundierten und nachhaltigen Wahl ihres Studienfaches zu unterstützen. Ebenfalls neu sind die Masterstudiengänge „Archäologie und Kulturgeschichte des Vorderen Orients“ und „Klassische Archäologie“. Der Masterstudiengang „Kinder- und Jugendbuchliteratur/Buchwissenschaft“ wird im Rahmen des Verbundes der drei Rhein-Main-Universitäten (RMU) angeboten.

Medienvertreter sind herzlich zur Semestereröffnung eingeladen.

Auf der Unistart-Messe mit ihrem Markt der Möglichkeiten können sich die neuen Studierenden über zahlreiche Angebote und Serviceleistungen der Goethe-Universität informieren: So präsentieren sich auf der Messe unter anderem das Studierenden-Service-Center (SSC), der Hochschulsport, das International Office und zahlreiche studentische Initiativen.

Programm der unistart-Messe, 10. Oktober 2019
13.00 bis 17.00 Uhr: Messe im Hörsaalzentrum, Campus Westend
Ab 13.00 Uhr: Verschiedene Vorträge und Präsentationen (u.a. Hochschulrechenzentrum, Deutschlandstipendium, Zentrale Studienberatung)
14.00 Uhr: Begrüßung durch die Präsidentin der Goethe-Universität, Prof. Birgitta Wolff, den Stadtrat der Stadt Frankfurt, Mike Josef, den AStA-Vorstand und Fachschaftsvertreterinnen und -vertreter der Standorte der Goethe-Universität.
Ab 21.00 Uhr: Große unistart-Party im Casino

Weitere Informationen unter http://www.uni-frankfurt.de/48430354/Programm

 

Okt 7 2019
11:30

Oswin-Köhler-Archiv an der Goethe-Universität veranstaltet Workshop und Konferenz mit Gästen aus Namibia 

Gemeinsam Forschen mit Angehörigen der Herkunftskultur

FRANKFURT. Zahlreich sind die Sammlungen über außereuropäische Kulturen und Sprachen, die in europäischen Archiven und Museen lagern. In postkolonialen Zeiten ist die Wissenschaft aufgefordert, neue Formen der Bearbeitung und Erschließung zu finden – unter Einbeziehung der lokalen Expertinnen und Experten. Diesem Thema widmet sich vom heutigen Montag an eine Konferenz des Oswin-Köhler-Archivs am Institut für Afrikanistik der Goethe-Universität.

Nur noch etwa 10.000 Sprecherinnen und Sprecher gibt es, die das Khwe beherrschen, eine der Klicksprachen des südlichen Afrika. Die Sprache ist durchaus lebendig, Kinder lernen sie von ihren Eltern. Für die Zukunft gesichert ist das Idiom, das vor allem in einem 30 Kilometer schmalen Streifen im äußersten Nordosten von Namibia gesprochen wird, jedoch nicht, denn es gibt bisher keinen muttersprachlichen Unterricht an der Schule.

Mehr als 30 Jahre lang – von 1959 bis 1992 – hat der Kölner Afrikanist Prof. Dr. Oswin Köhler Material zu Sprache und Kultur der Khwe gesammelt, darunter originalsprachige Texte, Fotos, Filme, Audiodateien, Objekte, Zeichnungen und getrocknete Pflanzen. Bereits in diesem Zeitraum waren die Khwe von zahlreichen Änderungen betroffen, auch das wurde von Köhler dokumentiert. Aus der Textsammlung sollte eine zwölfteilige Enzyklopädie entstehen, deren erste vier Teile Köhler selbst bearbeitet hat. Nun haben die beiden Wissenschaftlerinnen Gertrud Boden und Anne-Maria Fehn sich mit dieser Aufgabe beschäftigt – mit veränderter Aufgabenstellung: „In deutscher Sprache können die Khwe selbst damit nichts anfangen. Damit auch sie davon profitieren, wollen wir auch gleich eine englische Übersetzung herausbringen“, sagt Gertrud Boden. Und auch die übrigen Materialien sollen so aufgearbeitet werden, dass die Khwe darauf zugreifen können.

Schon für ihre Dissertation hat sich Gertrud Boden mit der Kultur der Khwe befasst – und war vor Ort immer wieder mit der Frage konfrontiert: „Wie können wir Zugang zu den Dingen bekommen, die Oswin Köhler von unserer Sprache und Kultur dokumentiert hat?“ Dies hat durchaus auch einen politischen Hintergrund. Derzeit werden die Khwe in Namibia nicht als selbständige kulturelle Gemeinschaft anerkannt, was ihnen bestimmte Selbstbestimmungsrechte garantieren würde. „Dabei ist es vollkommen klar, dass das Khwe eine eigene Sprache ist, verbunden mit einer eigenen Kultur“, sagt Gertrud Boden.

Indem die Khwe ihre eigene Perspektive in die Aufarbeitung der Sammlung einbringen, setzen sie sich nicht nur mit ihrer Kultur und Geschichte auseinander, sondern bringen auch die Forschung voran. Zwei Angehörige der Khwe sind eigens hierfür zu einem Workshop nach Frankfurt gekommen. Geplant ist u.a., eine kleine Sammlungspräsentation mit Objekten und Medien aus der Köhlerschen Sammlung zu konzipieren, die die Perspektive der beteiligten Khwe wiederspiegelt. Hierfür kooperiert Gertrud Boden mit Dr. Judith Blume, die seit 2018 als Sammlungskoordinatorin an der Goethe-Universität tätig ist und die den Workshop mitgestaltet.

Um die Herausforderungen und Chancen einer Zusammenarbeit mit Angehörigen der Herkunftskulturen geht es auch bei einer internationalen Konferenz, die vom 7. bis 9. Oktober an der Goethe-Universität stattfindet. Wissenschaftler aus der ganzen Welt kommen hier zusammen, um über ähnliche Projekte zu berichten, so dass die Teilnehmer und Teilnehmerinnen voneinander lernen können.

Gäste sind willkommen, der Tagungsbeitrag liegt bei 25 Euro bzw. 15 Euro für Studierende.

Der dreiwöchige Workshop wird vom Zentrum für interdisziplinäre Afrikastudien der Goethe-Universität und der Schweizer Ubuntu Stiftung finanziert, die Konferenz von der Thyssen Stiftung.

Bilder und Bildunterschriften zum Download finden Sie unter: http://www.uni-frankfurt.de/81926708

Informationen: Dr. Gertrud Boden, Oswin-Köhler-Archiv, Institut für Afrikanistik, Telefon 069 798-25133, E-Mail boden@em.uni-frankfurt.de; Tagungsprogramm und Abstracts der Vorträge im Internet: http://www.uni-frankfurt.de/78403151/

 

Okt 2 2019
13:35

Susanne Schröter, Professorin an der Goethe-Universität und Mitglied des Forschungsverbundes Normative Ordnungen, spricht am 16. Oktober im Historischen Museum über ihre jetzt erschienene Publikation.

Buchpräsentation zum politischen Islam

FRANKFURT. Die Mehrheit der Deutschen glaubt, der Islam gehöre nicht zu Deutschland. Sie verbinden diese Religion vor allem mit dem Terror im Namen eines unbarmherzigen Gottes, der Unterdrückung von Frauen und Minderheiten sowie einer Ablehnung westlicher Werte. Für solche Assoziationen gibt es nachvollziehbare Gründe, sie resultieren aus dem Erstarken des politischen Islam. Seine Erforschung gehört zu den Schwerpunkten von Susanne Schröter, Professorin für Ethnologie und Mitglied des Forschungsverbundes Normative Ordnungen an der Goethe-Universität. Die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich willkommen bei der Vorstellung ihres Buches

„Politischer Islam – Stresstest für Deutschland“
am Mittwoch, dem 16. Oktober 2019, um 18.30 Uhr
im Historischen Museum Frankfurt,
Saalhof 1, Römerberg, 60311 Frankfurt am Main.

Der Eintritt ist frei. Veranstaltet wird die Buchpräsentation vom Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität. Die Begrüßung übernimmt Rebecca Caroline Schmidt, Geschäftsführerin des geistes- und sozialwissenschaftlichen Forschungsverbundes. Moderiert wird die öffentliche Veranstaltung von Jürgen Kaube, Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Der politische Islam stellt eine Sonderform des Islam dar und sollte nicht als charakteristisch für diese Weltreligion insgesamt gesehen werden, die auch in Deutschland eine Vielzahl von Facetten besitzt. Gleichwohl übt gerade der politische Islam durch machtbewusstes und strategisch geschicktes Agieren seiner Funktionäre großen gesellschaftlichen Einfluss aus und dominiert zunehmend die staatliche Islampolitik sowie den öffentlichen Dialog. Vielen Menschen fehlt jedoch das Wissen über die Ursprünge und die Ausprägungen des politischen Islam, um Konfliktsituationen richtig einzuschätzen sowie angemessen argumentieren und handeln zu können. Das vorliegende Buch will diese Lücke mit einem fundierten und verständlichen Überblick schließen.

Susanne Schröter, ist Professorin für Ethnologie kolonialer und postkolonialer Ordnungen an der Goethe-Universität, Mitglied des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und Gründungsdirektorin des „Frankfurter Forschungszentrums Globaler Islam“ (FFGI) am Exzellenzcluster. Zu ihren Forschungsgebieten gehören Islamismus und Dschihadismus, progressiver und liberaler Islam sowie Frauenbewegungen in der islamischen Welt. Sie ist Mitglied der „Hessischen Integrationskonferenz“ und des „Hessischen Präventionsnetzwerk gegen Salafismus“. Zu ihren jüngsten Publikationen zählen: „Religiöse Rechtfertigungen des Dschihadismus“, in: Schellhöh, Jennifer u.a., Hg.: Großerzählungen des Extremen. Neue Rechte, Populismus, Islamismus, War on Terror (Bielefeld: Transcript 2018) und „Islamischer Fundamentalismus“, in: Zentralrat der Juden in Deutschland, Hg.: Jüdische Bildungslandschaften (Berlin: Hentrich & Hentrich 2018).

Informationen: Oliver Bertrand, Exzellenzcluster „Normative Orders“, FFGI-Forschungskoordination, Tel.: +49 69 798-33062, o.bertrand@em.uni-frankfurt.de, www.normativeorders.net/de/

Hinweis: Bereits am Montag, 14. Oktober, 19.00 Uhr, wird Prof. Susanne Schröter ihr Buch „Politischer Islam – Stresstest für Deutschland“ im Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität (Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg vor der Höhe) im Gespräch mit dem Journalisten Meinhard Schmidt-Degenhard vorstellen. Anmeldungen unter service@freiheit.org.

 

Okt 1 2019
13:39

Physiker der Goethe-Uni messen winzigen Effekt mit neuer super-COLTRIMS Apparatur/ Publikation in Nature Physics

Beyond Einstein: Rätsel um Photonen-Impuls gelöst

FRANKFURT. Den Nobelpreis erhielt Albert Einstein für die Erklärung des Photoeffekts: In seiner intuitivsten Form wird dabei ein einzelnes Atom mit Licht bestrahlt. Laut Einstein besteht das Licht aus Teilchen (Photonen), die ihre Energie nur gequantelt auf ein Elektron des Atoms übertragen. Reicht die Energie der Photonen aus, so schlagen sie das Elektron aus dem Atom heraus. Aber wohin geht dabei der Impuls der Photonen? Physiker der Goethe-Universität konnten diese Frage nun beantworten. Dafür entwickelten und bauten sie ein neues Spektrometer mit bisher unerreichter Auflösung.

Doktorand Alexander Hartung ist über den Bau der Apparatur zweimal Vater geworden. In dem drei Meter langen und 2,50 Meter hohen Gerät stecken ungefähr so viele Teile wie in einem Auto. In der Experimentierhalle der Physik auf dem Campus Riedberg ist es von einem blickdichten schwarzen Zelt umgeben, in dessen Innerem sich ein extrem leistungsfähiger Laser befindet. Seine Photonen treffen in der Apparatur auf einzelne Argon-Atome, denen sie jeweils ein Elektron entreißen. Der Impuls dieser Elektronen zum Zeitpunkt des Aufbrechens wird in einer langen Röhre der Apparatur mit extrem hoher Präzision gemessen.

Bei dem Gerät handelt es sich um eine Weiterentwicklung des in Frankfurt erfundenen und inzwischen weltweit verbreiteten COLTRIMS-Prinzips: Es besteht darin, einzelne Atome zu ionisieren oder Moleküle aufzubrechen und anschließend den Impuls der Bruchstücke exakt zu bestimmen. Allerdings ist der laut theoretischen Berechnungen erwartete Übertrag des Photonen-Impulses auf Elektronen so klein, dass er bisher nicht gemessen werden konnte. Deshalb hat Hartung das „super COLTRIMS“ gebaut.

Wenn viele Photonen aus einem gepulsten Laser auf ein Argon-Atom einprasseln, wird dieses ionisiert. Die Energie der Photonen wird dabei teilweise zum Aufbrechen des Atoms verbraucht. Die übrige Energie geht auf das freigesetzte Elektron über. Die Frage, bei welchem Reaktionspartner (Elektron und Atomkern) dabei der Impuls der Photonen bleibt, beschäftigt Physiker seit über 30 Jahren. „Die einfachste Idee wäre: Solange das Elektron gebunden ist, geht der Impuls auf das schwere Teilchen, also den Atomkern, über. Sobald es frei ist, geht der Photonen-Impuls auf das Elektron über“, erklärt Hartungs Doktorvater Prof. Reinhard Dörner vom Institut für Kernphysik. Das wäre etwa so, wie Wind, der seinen Impuls auf das Segel eines Boots überträgt. Solange das Segel fest ist, treibt der Windimpuls auch das Boot voran. In dem Moment, in dem die Leinen reißen, geht der ganze Windimpuls nur noch auf das Segel über.

Die Antwort, die Alexander Hartung in seinem Experiment gefunden hat, ist aber – wie man es von der Quantenmechanik kennt – noch überraschender: Das Elektron bekommt nicht nur den erwarteten Impuls, sondern auch noch ein Drittel des Photonenimpulses, der eigentlich auf den Atomkern hätte übergehen sollen. Das Segel des Boots „weiß“ also bereits vor dem Reißen der Seile von dem nahenden Unglück und klaut dem Boot etwas von dessen Impuls. Um das Ergebnis genauer zu erklären, greift Hartung auf das Bild des Lichts als elektromagnetische Welle zurück: „Wir wissen, dass die Elektronen eine schmale Energiebarriere durchtunneln. Dabei zieht sie das starke elektrische Feld des Laserlichts vom Atomkern weg, während das magnetische Feld den Elektronen diesen zusätzlichen Impuls überträgt.“

Für das Experiment verwendete Hartung eine geschickte Messanordnung: Um sicher zu gehen, dass der kleine Zusatzimpuls der Elektronen nicht versehentlich durch eine Asymmetrie in der Apparatur erzeugt wird, hat er den Laserpuls von zwei Seiten auf das Gas treffen lassen – mal nur von rechts oder links, und dann gleichzeitig, was die größte Herausforderung an die Messtechnik darstellte. Diese neue Art der Präzisionsmessung verspricht, die bisher unerforschte Rolle der magnetischen Komponente des Laserlichts in der Atomphysik tiefgreifend zu verstehen.

Bilder zum Download finden Sie unter: http://www.uni-frankfurt.de/82277680 

Bild 1: Foto des COLTRIMS-Reaktionsmikroskops, das Alexander Hartung im Rahmen seiner Doktorarbeit aufgebaut hat, in der Experimentierhalle des FB Physik. Copyright: Alexander Hartung

Bild 2: Technische Zeichnung des neu aufgebauten COLTRIMS-Reaktionsmikroskops. Die Zeichnung zeigt einen Schnitt durch den experimentellen Aufbau. Einzelne Gas-Atome, die im Bild durch das senkrechte Rohr von oben nach unten fliegen, werden von einem hochintensiven Laser ionisiert. Der Strahlengang des Lasers ist auf dem hinteren Tisch dargestellt. Die Impulse der Elektronen und Ionen, die in der Reaktion entstehen, werden durch das waagerecht gezeigte bronzefarbene Spektrometer in der Vakuumkammer sehr präzise vermessen. Dadurch kann die Auswirkung des winzig kleinen Impulses des ionisierenden Laserlichts auf die Elektronen genau untersucht werden. Copyright: Alexander Hartung

Publikation: A. Hartung, S. Eckart, S. Brennecke, J. Rist, D. Trabert, K. Fehre, M. Richter, H. Sann, S. Zeller, K. Henrichs, G. Kastirke, J. Hoehl, A. Kalinin, M. S. Schöffler, T. Jahnke, L. Ph. H. Schmidt, M. Lein, M. Kunitski, R. Dörner: Magnetic fields alter tunneling in strong-field ionization, in: Nature Physics, doi: 10.1038/s41567-019-0653-y. https://www.nature.com/articles/s41567-019-0653-y 

Informationen: Prof. Dr. Reinhard Dörner, Alexander Hartung, Institut für Kernphysik, Fachbereich Physik, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-47003 bzw. 47019; Email: doerner@atom.uni-frankfurt.de bzw. hartung@atom.uni-frankfurt.de.