​​​​​Pressemitteilungen ​ – November 2016

Forschung

Nov 30 2016
16:04

Forscher der Goethe-Uni untersuchen Fehlregulation im Gehirn

Schizophrenes Stimmenhören an Mäusen simuliert

FRANKFURT. Wenn das Klappern unserer Absätze nachts in der Unterführung hallt, mag das unheimlich klingen, aber wenigstens wissen wir, dass wir diese Geräusche selbst erzeugen. Die Gehirne von Menschen mit schizophrener Störung können hingegen nicht zwischen „eigenen“ und „fremden“ Geräuschen unterscheiden. Warum das so ist, können Neurophysiologen der Goethe-Universität jetzt an Mäusen untersuchen.

Forscher vermuten, dass ein gesundes Gehirn die Konsequenzen seines Verhaltens vorweg nimmt und die entsprechenden Hirnareale durch das Aussenden spezifischer Signale darauf vorbereitet. Das bezieht sich auf Gehirnareale, die von außen kommende Sinnesreize verarbeiten. Bei Schizophrenie-Patienten scheint die Übertragung dieses Signals gestört zu sein, was möglicherweise die Ursache für das charakteristische Stimmenhören und andere Wahnvorstellungen sein könnte.

Die Forschungsgruppe von Dr. Torfi Sigurdsson vom Institut für Neurophysiologie der Goethe-Universität wollte nun wissen, wie Störungen der Gehirnfunktion zu Defiziten in der sensorischen Selbstwahrnehmung führen. Dies wird üblicherweise an der Maus untersucht. Doch bislang war unklar, ob das Gehirn von Mäusen selbst erzeugte Reize ähnlich verarbeitet wie das menschliche Gehirn, und damit, ob man die Ergebnisse überhaupt später auf den Menschen übertragen kann.

Wie die Forscher in ihrer Studie in der aktuellen Ausgabe des „Journal of Neuroscience“ berichten, wird bei gesunden Mäusen, ebenso wie beim Menschen, die neuronale Antwort auf selbst erzeugte Reize gedämpft. Verglichen mit zufällig dargebotenen Reizen lösen selbst erzeugte Reize kleinere neuronale Antworten aus. Die Forscher untersuchten diesen Effekt in verschiedenen Bereichen des Gehirns und stellten fest, dass die Antworten auf selbst-generierte Reize in "höheren” Hirnarealen, die kognitive Funktionen unterstützen, stärker gedämpft werden.

„Im nächsten Schritt möchten wir herausfinden, inwieweit die Verarbeitung selbst-generierter Reize in Schizophrenie-Mausmodellen gestört ist", erklärt Torfi Sigurdsson. Gemeint sind Mäuse mit einer Genmutation, die beim Menschen mit einem erhöhten Risiko für Schizophrenie verbunden ist.

Publikation: Brian P. Rummell, Jan L. Klee, and Torfi Sigurdsson: Attenuation of Responses to Self-Generated Sounds in Auditory Cortical Neurons, in:  The Journal of Neuroscience, November 23, 2016 • 36(47):12010 –12026, DOI 10.1523/JNEUROSCI.1564-16.2016

Informationen: Dr. Torfi Sigurdsson, Institut für Neurophysiologie, Neuroscience Center, Campus Niederrad, Tel.: (069) 6301 84098, sigurdsson@em.uni-frankfurt.de.

Personalia/Preise

Nov 30 2016
16:03

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften wählt Marcus Willaschek zum Ordentlichen Mitglied

Frankfurter Philosophie-Professor ausgezeichnet

BERLIN/FRANKFURT. Marcus Willaschek, Professor für Philosophie der Neuzeit an der Goethe-Universität und international renommierter Kant-Experte, ist gemeinsam mit acht weiteren Forschern zum Ordentlichen Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) berufen worden. Damit zählt Willaschek zu einem Kreis von 180 ausgewählten Wissenschaftlern aus dem In- und Ausland, zu denen bereits vier weitere Frankfurter gehören: der Philosoph Rainer Forst, der Historiker Bernd Jussen, der Ethnologe Karl-Heinz Kohl sowie der Rechtshistoriker Michael Stolleis.

Die Akademie-Mitglieder sind unter anderem für die Betreuung von Langzeitvorhaben wie des Digitalen Wörterbuchs der deutschen Sprache oder der Leibniz-Ausgabe zuständig. Willaschek wird sich besonders in der Kant-Kommission der BBAW engagieren, deren stellvertretender Vorsitzender er seit 2012 ist. Die Kommission ist zuständig für die Herausgabe der Schriften Immanuel Kants in der sogenannten „Akademie-Ausgabe“, die seit 1900 erscheint. Die veröffentlichten Werke Kants, darunter die Kritik der reinen Vernunft, sollen bis zum Kant-Jubiläum 2024 komplett neu herausgegeben werden, da die jetzigen Ausgaben den aktuellen editorischen Standards nicht mehr genügen. Die BBAW ist übrigens Rechtsnachfolger der 1700 gegründeten Preußischen Akademie der Wissenschaften, deren Gründer Leibniz war und zu deren früheren Mitgliedern auch Kant gehörte. „Es ist für mich eine große Freunde und Ehre, einer wissenschaftlichen Gesellschaft anzugehören, die Kant zu ihren Mitgliedern zählte“.

Marcus Willaschek, Jahrgang 1962, forscht und lehrt seit 2003 an der Goethe-Universität und ist „Principal Investigator“ im Frankfurter Exzellenzcluster „Herausbildung normativer Ordnungen“. Seine wissenschaftliche Laufbahn begann in Münster. Dort hat er Philosophie, Biologie, Psychologie und Rechtswissenschaften studiert und wurde 1991 mit einer Arbeit über Handlungstheorie und Moralbegründung bei Kant promoviert. Nach einem Forschungsaufenthalt in Harvard (1992–1994) war er in Münster als Wissenschaftlicher Assistent tätig (1995–2001) und habilitierte sich 1999 mit einer Studie zum Problem des Realismus in der gegenwärtigen Erkenntnistheorie und Metaphysik. Es folgten Vertretungsprofessuren in Essen, Frankfurt am Main und Siegen. Forschungsaufenthalte führten ihn später nach Berkeley, San Diego und Tokio.

Marcus Willaschek deckt mit seinen Studien ein breites Feld ab, das von der Metaphysik über die Philosophie des Geistes bis zur philosophischen Methodologie reicht. Seine Forschungen konzentrieren sich vor allem auf die Philosophie Immanuel Kants, die aktuelle Erkenntnistheorie sowie Handlungstheorie und Rechtsphilosophie. Seit seiner Dissertation widmet er sich der Kantischen Philosophie in ihrer ganzen Breite. Er ist leitender Herausgeber des 2015 bei de Gruyter erschienenen dreibändigen Kant-Lexikons, das mit seinen knapp 2400 Artikeln von 221 internationalen Autoren in der Fachwelt als das lang ersehnte Standardwerk zur Kant-Forschung gefeiert wird. Wo es um die philosophische und wissenschaftliche Bedeutung der Kantischen Terminologie geht, stellt das Lexikon, an dem Willaschek mit drei weiteren Herausgebern 15 Jahre gearbeitet hat, alles Bisherige dadurch in den Schatten, dass es Kants Terminologie auf der Grundlage aktueller Text-Editionen und unter Berücksichtigung aktueller Kant-Forschung umfassend erschließt.

Seit vielen Jahren befasst sich Willaschek zudem immer wieder mit dem Begriff der Willensfreiheit und der Frage, nach welchen Kriterien zurechenbare von nicht-zurechenbaren Handlungen zu unterscheiden sind. Gestützt auch auf empirische Arbeiten entwickelt er dazu eine Theorie, die den genauen Zusammenhang zwischen Zurechenbarkeit und moralischer oder auch rechtlicher Verantwortung aufzeigt.

Zu den Aufgaben der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften gehört u.a., den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft zu fördern; außerdem nimmt sie Beratungsaufgaben zu gesellschaftlich aktuellen Themen (z.B. Gesundheitssystem) wahr. In der deutschen Akademien-Landschaft neuartig sind die interdisziplinären Arbeitsgruppen, in denen sich Akademiemitglieder, externe Fachkollegen und Nachwuchswissenschaftler mit Zukunftsfragen beschäftigen Gemeinsam mit der Leopoldina ist die Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften Trägerin der Jungen Akademie, einer in Deutschland einzigartigen Form, um herausragende Nachwuchswissenschaftler zu fördern. Darüber hinaus betreut die Akademie rund 30 eigene wissenschaftliche Akademievorhaben, zu denen traditionsreiche Wortbuchprojekte, Editionen, Dokumentationen und Biographien gehören.

Foto zum Download unter:www.uni-frankfurt.de/64230860

Informationen: Prof. Dr. Marcus Willaschek, Institut für Philosophie, Campus Westend, Tel.  069/798-32678, E-Mail: willaschek@em.uni-frankfurt.de

Informationen zur Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften: Gisela Lerch, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel. 030/20370-657; E-Mail: lerch@bbaw.de

Veranstaltungen

Nov 30 2016
16:00

15. Band in der Reihe „Gründer, Gönner und Gelehrte“ der Goethe-Universität erschienen

EINLADUNG ZUR BUCHPRÄSENTATION / Neue Biographie: Guido von Kaschnitz-Weinberg – Gelehrter zwischen Archäologie und Politik

Sehr geehrte Damen und Herren,

in der Biographienreihe der Goethe-Universität „Gründer, Gönner und Gelehrte“ ist jetzt der 15. Band erschienen. Der Archäologe Prof. Dr. Wulf Raeck und die Historikerin Dr. Claudia Becker porträtieren in diesem Band Guido von Kaschnitz-Weinberg (1890-1958), Europäer mit großer Leidenschaft für die Antike: Als Professor für Klassische Archäologie erlebte er sowohl die letzten Jahre des Zweiten Weltkriegs als auch den Wiederbeginn nach 1945 an der Goethe-Universität, gleichzeitig setzte er sich für den Wiedereröffnung des renommierten Deutschen Archäologischen Instituts in Rom eine, dessen Leitung er ab 1953 übernahm. Zum ersten Mal wird das Leben dieses international anerkannten Wissenschaftlers, der mit der Schriftstellerin Marie-Luise Kaschnitz (1901-1974) verheiratet war, in einer Monographie nachgezeichnet.

Die Buchvorstellung bietet die Chance zum Gespräch mit den beiden Autoren: Sie werden über ihre umfangreichen Recherchen berichten und Einblicke in das spannungs- und abwechslungsreiche Leben des Ehepaares ermöglichen, das nach 1945 auch die intellektuelle Szene in Frankfurt mitgeprägt hat. Wir laden Sie herzlich ein zur Buchpräsentation

am Freitag (9.Dezember), um 11.00 Uhr
im IG-Farben-Haus, Eisenhower Raum (IG 1.314), Campus Westend.

Am 9. Dezember erinnern die Archäologen übrigens alljährlich mit öffentlichen Vorträgen und Veranstaltungen an den Geburtstag Johann Joachim Winkelmanns, den die Klassische Archäologie als Gründungsvater ihrer Disziplin ansieht. In diesem Jahr hält Prof. Dr. Thomas Schattner (Madrid) an der Goethe-Universität einen Vortrag über „Munigua im Kontext der römischen Stadtanlagen auf der Iberischen Halbinsel“ (19 Uhr, Hörsaal 5, Hörsaalzentrum, Campus Westend). Die Wiedereröffnung des Deutschen Archäologischen Instituts in Rom fand 1953 übrigens ebenfalls am 9. Dezember statt.

In der im Frankfurter SocietätsVerlag publizierten Biographienreihe werden Persönlichkeiten der Gründerjahre der Universität vor und nach 1914 ebenso wie die Generation des Wiederaufbaus nach 1945, aber auch Vordenker und Akteure der bildungsbewegten 1960er und 1970er Jahre porträtiert. In ihren Lebensbildern spiegelt sich die wechselvolle deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert.

Bitte teilen Sie uns bis 6. Dezember (Dienstag) mit, ob wir mit Ihrer Teilnahme rechnen dürfen. Mails bitte an: jaspers@pvw.uni-frankfurt.de

Mit besten Grüßen
Ulrike Jaspers                                                         
Dr. Kerstin Schulmeyer-Ahl

Koordinatorinnen der Biographienreihe „Gründer, Gönner und Gelehrte“

Informationen: Dr. Kerstin Schulmeyer und Ulrike Jaspers, Projektleitung „Gründer, Gönner und Gelehrte“, Campus Westend, Tel. (069) 798-13066, E-Mail: schulmeyer@pvw.uni-frankfurt.de, jaspers@pvw.uni-frankfurt.de; Rezensionsexemplare über Dr. René Heinen, Societäts-Verlag, Tel. (069)-7501-4456, Fax: 069-7501-4511; E-Mail: rene.heinen@fs-medien.de

Veranstaltungen

Nov 29 2016
16:29

Am 5. Dezember diskutiert die Bürger-Universität im Rahmen ihrer „Tatort“-Reihe über die Veränderungen der polizeilichen Ermittlungstechniken

Kommissar Hightech

FRANKFURT.Während die Tatort-Kommissare früherer Tage vielmehr auf genialisches Gespür, genaues Beobachten und prägnante Analysen setzten, um ihre Fälle zu lösen, wird mittlerweile überwiegend die moderne Technik zum unverzichtbaren Helfer der Ermittler. Angefangen von der DNA, dem Molekül, das 1987 erstmals zur Aufklärung eines Mordes eingesetzt wurde, bis hin zur IT-Forensik, haben sich die Ermittlungstechniken im Laufe der Zeit stetig weiterentwickelt. Doch inwiefern verbessert sich die Aufklärungsquote tatsächlich durch die neuen Methoden? Hat die intuitive Herangehensweise eines Kommissars daneben noch Bedeutung?  

Diese und weitere Fragen stehen am Montag, 5. Dezember, im Mittelpunkt der Diskussion, zu der die Goethe-Universität gemeinsam mit dem Hessischen Landeskriminalamt interessierte Bürgerinnen und Bürger einlädt. Auf dem Podium sitzen mitRechtswissenschaftler Prof. Matthias Jahn von der Goethe-Universität, Gerichtsreporterin Heike Borufka, DNA-Analytiker Dr. Harald Schneider und IT-Forensiker Marc Reinhold Expertinnen und Experten aus dem Gerichtswesen und der polizeilichen Ermittlungsarbeit. Die Moderation übernimmt Petra Boberg von hr-iNFO.

Kommissar Hightech. Wie die moderne Forensik die Ermittlungsarbeit verändert.
Montag, 5. Dezember 2016, 19.30 Uhr
Zentralbibliothek der Stadtbücherei, Hasengasse 4, 60311 Frankfurt

Der Eintritt ist frei.

Kooperationspartner der Diskussionsreihe sind: Stadtbücherei Frankfurt und hr-iNFO.
 
Am 12. Dezember 2016 findet der letzte Abend der Diskussionsreihe „Tatort-Forschung“ zum Thema „Kriminalstatistiken klären auf. Wovor müssen wir wirklich Angst haben?“ statt.

Das Programmheft der Bürger-Universität im Web: www.buerger.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Nov 29 2016
16:26

11. eLearning-Netzwerktag zum Einsatz digitaler Medien in der Lehre

Digital ist besser?

FRANKFURT.Ist die Lehre in digitaler Form besser oder ist stattdessen die Präsenzlehre wertvoller? Der jährliche eLearning-Netzwerktag zum Einsatz digitaler Medien in der Lehre an der Goethe-Universität wird sich mit dieser wichtigen Frage beschäftigen. Wie darüber in den einzelnen Disziplinen und den Zentren im Rahmen des Programms „Starker Start“ nachgedacht und geforscht wird, welche Erfahrungen aber auch aus der Praxis gewonnen werden konnten, stellen Vertreterinnen und Vertreter der Fachbereiche und studentischer Initiativen in Vorträgen und Diskussionen vor.

11. eLearning-Netzwerktag
13.12.2016, 10.00-17.30 Uhr, Casino, Campus Westend.
Begrüßung: Prof. Dr. Tanja Brühl, Vizepräsidentin der Goethe-Universität

Ralph Müller-Eiselt hat mit seinem Buch „Die digitale Bildungsrevolution“ (zus. mit Jörg Dräger) im vergangenen Jahr kontroverse Diskussionen ausgelöst. In seiner Keynote „Die digitale Bildungsrevolution – Die Zukunft des Lernens zwischen Humboldt und Orwell“ wird er erläutern, wie sich diese in Worten und Fakten weiterentwickelt hat. Den Tag beschließt Prof. Dr. Rolf Schulmeister mit seiner Keynote „Indizien für die besondere Rolle der Präsenz im eLearning“ mit Hinweisen, dass die lernförderlichen Effekte von Präsenzlehre mitnichten durch digitale Lehre obsolet werden oder bisher ganz verstanden sind. Bei einem Abendimbiss bietet sich die Gelegenheit, die Eindrücke des Tages zu diskutieren.

Die Teilnahme am eLearning-Netzwerktag ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist jedoch erforderlich.

Informationen und Anmeldung: www.studiumdigitale.uni-frankfurt.de

 

Nov 29 2016
14:23

Ein neu entdeckter Ubiquitinierungs-Mechanismus erklärt pathogene Effekte von Bakterien. Er könnte auch an vielen anderen biologischen Prozessen beteiligt sein.

Lernen von Legionellen

FRANKFURT.Die Markierung mit dem kleinen Molekül Ubiquitin galt lange als „Todeskuss“, durch den nicht mehr benötigte Proteine in der Zelle entsorgt werden. Doch inzwischen weiß man, dass Ubiquitin noch viele weitere Aufgaben in der zellulären Signalverarbeitung erfüllt. Ein Forscherteam unter Leitung von Prof. Ivan Dikic, Direktor des Instituts für Biochemie II an der Goethe-Universität Frankfurt, hat nun einen neuartigen Mechanismus zur Ubiquitinierung aufgeklärt, mit dem Legionellen die Steuerung ihrer Wirtszellen übernehmen können.

Nach der bisher gängigen Lehrmeinung erfordert die Anheftung von Ubiquitin an andere Proteine die konzertierte Aktion von drei Enzymen. Im April dieses Jahres beschrieben amerikanische Forscher erstmals eine Form der Ubiquitinierung, an der nur ein einziges Enzym aus Legionellen beteiligt ist. Das Team von Ivan Dikic hat nun gemeinsam mit der Gruppe von Ivan Matic (Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns, Köln) den zugrundeliegenden molekularen Mechanismus aufgeklärt.

Verblüffend ist die bisher unbekannte Art der chemischen Verknüpfung von Ubiquitin mit Proteinen, die das Enzym aus den Legionellen herstellt. Für die Fachwelt ist das eine bahnbrechende Entdeckung. Dr. Sagar Bhogaraju, Wissenschaftler im Labor von Dikic, kommentiert: „Spannend ist nun vor allem die Frage, ob diese neuartige Ubiquitinierung auch unabhängig von bakteriellen Infektionen in menschlichen Zellen vorkommt und ob es ähnliche, bislang unentdeckte Enzyme beim Menschen gibt, die womöglich weitreichenden Einfluss auf zelluläre Prozesse haben.“

Bei der detaillierten Untersuchung des neuen Mechanismus wurden die Forscher erneut überrascht: Das Legionellen-Enzym katalysiert nicht nur die Ubiquitinierung zellulärer Proteine, es verändert außerdem alle weiteren vorhandenen Ubiquitin-Moleküle. Bei Infektionen mit Legionellen spielt diese modifizierte Form von Ubiquitin vermutlich eine wichtige Rolle, da sie das klassische Ubiquitin-System weitgehend hemmt.

Neben der „Abfallwirtschaft“ funktionieren dann auch weitere wichtige Prozesse in der Zelle nicht mehr, was für das Bakterium von entscheidendem Vorteil sein kann. So konnte das Team von Ivan Dikic zeigen, dass das modifizierte Ubiquitin die Entsorgung von Mitochondrien (Mitophagie) ebenso lahmlegt wie die Weiterleitung von Entzündungssignalen und den Abbau von Proteinen. Auf diese Weise könnten Legionellen fundamental in zelluläre Prozesse ihres Wirts eingreifen.

„Wir gehen davon aus, dass Legionellen nicht die einzigen Bakterien sind, die sich diesen Mechanismus zunutze machen. Hier könnten sich neue Strategien für die Entwicklung antibakterieller Agenzien ergeben, die komplementär zu konventionellen Antibiotika wirken und die zellulären Schäden durch bakterielle Enzyme begrenzen“, erklärt Dikic die medizinische Bedeutung der Entdeckung.

Ivan Dikic hat mit seiner Forschung am Institut für Biochemie II und am Buchmann Institut für Molekulare Lebenswissenschaften an der Goethe-Universität bereits in der Vergangenheit maßgeblich zu einem Paradigmenwechsel in der Ubiquitinforschung beigetragen. Er verfolgte schon früh die Hypothese, dass Ubiquitin-Signale von spezialisierten Bereichen in anderen Proteinen erkannt und übersetzt werden. Er konnte Ubiquitin-bindende Bereiche in über 200 Proteinen identifizieren und deren Rolle in normalen physiologischen Prozessen und bei der Entstehung von Erkrankungen wie Krebs, ALS und Parkinson belegen.

Publikation: Bhogaraju S, Kalayil S, Liu Y, Bonn F, Colby T, Matic I, Dikic I. Phosphoribosylation of ubiquitin promotes serine ubiquitination and impairs conventional ubiquitination. Cell. 2016 Dec;167(6). DOI10.1016/j.cell.2016.11.019

Bilder zum Download finden Sie unter:www.uni-frankfurt.de/64206818

Bildtext zur Grafik:Klein, aber entscheidend: Kristallstruktur von Ubiquitin (grün) und modifiziertem Ubiquitin (gelb). Modifiziertes Ubiquitin enthält eine zusätzliche Phosphoribosyl-Gruppe an der Aminosäure in Position 42. Die Überlagerung beider Bilder (Mitte) verdeutlicht den kleinen, aber entscheidenden Unterschied in der dreidimensionalen Struktur des Proteins. Grafik: Cell.

Informationen: Dr. Kerstin Koch, Institut für Biochemie II, Universitätsklinikum, Tel.: (069) 6301 84250, koch@biochem2.de

Veranstaltungen

Nov 28 2016
16:23

Goethe-Universität vergibt 600 Stipendien

Medieneinladung / Vergabefeier für Deutschlandstipendiaten

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

die Goethe-Universität ist eine der erfolgreichsten deutschen Hochschulen bei der Vergabe von Deutschlandstipendien an ihre Studierenden. Seit Beginn der Förderaktivitäten 2011 sind mehr als 2700 Studierende in den Genuss des mit 300 Euro monatlich dotierten Stipendiums gekommen.

Bei der feierlichen Stipendienvergabe

am Dienstag, 29. November 2016, 19 Uhr
im Festsaal des Casinos der Goethe-Universität, Campus Westend,
Nina-Rubinstein-Weg, 60323 Frankfurt

werden die Förderurkunden an die 600 neuen Stipendiaten überreicht.

Programm:

Begrüßung
Prof. Dr. Birgitta Wolff
Präsidentin der Goethe-Universität

Grußworte
Boris Rhein
Hessischer Minister für Wissenschaft und Kunst

Emmerich Müller
Förderer
Partner der B. Metzler seel. Sohn & Co. KGaA

„Freiräume, Motivation, Chancen – Was bewirkt das Deutschlandstipendium?“
Ehemalige Stipendiatinnen und Stipendiaten im Gespräch mit Vizepräsident Prof. Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz

„Feinklang“
„Tequila“ von Chuck Rio

Übergabe der Stipendienurkunden
in der Mensa, EG, und im Renate von Metzler Saal, 1. OG

Persönliches Kennenlernen von Förderern und Stipendiaten
Empfang im Foyer und in der Mensa

Wir laden Sie herzlich ein, an der Feier teilzunehmen. Es besteht auch die Möglichkeit, mit Stiftern und Stipendiaten ins Gespräch zu kommen. Um Anmeldung wird gebeten bei Helga Ott, ott@pvw.uni-frankfurt.de

Informationen: Lucia Lentes, Abteilung Private Hochschulförderung, Präsidialbereich, Campus Westend, Tel. (069) 798 - 12756, E-Mail: lentes@pvw.uni-frankfurt.de

Forschung

Nov 23 2016
16:59

Zwei Sonderforschungsbereiche der Goethe-Universität für weitere vier Jahre gesichert

Mehrere Millionen für Hirnforschung und Biochemie

FRANKFURT. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) verlängert zwei Sonderforschungsbereiche (SFB) zu medizinischen Themen an der Goethe-Universität um weitere vier Jahre. Der SFB „Molekulare und zelluläre Mechanismen der neuronalen Homöostase“ in Kooperation mit der Universitätsmedizin Mainz erhält insgesamt rund 12 Millionen Euro. Der SFB „Redox-Regulation“, der bereits in die dritte Förderperiode geht, wird mit rund 8 Millionen Euro gefördert.

In dem SFB zur „neuronale Homöostase“ geht es um molekulare und zelluläre Prozesse, die es dem Gehirn ermöglichen, bei seinen vielfältigen Funktionen im Gleichgewicht zu bleiben. Neue Erkenntnisse sollen dazu beitragen, Krankheitsprozesse im Gehirn zu verstehen und neue Therapien zu finden. Konkret untersuchen die am SFB beteiligten Forscher unterschiedliche Klassen von Molekülen, die z.B. für die Kontrolle von Zell-Zell-Interaktionen und Signalprozessen relevant sind.

Neue Sprecherin des SFBs ist Prof. Amparo Acker-Palmer, Leiterin des Instituts für Zellbiologie und Neurowissenschaften an der Goethe-Universität und Fellow am Gutenberg Forschungskolleg der Universität Mainz. Stellvertretender Sprecher ist Prof. Heiko Luhmann, Leiter des Instituts für Physiologie an der Universitätsmedizin Mainz.

Ab 1. Januar 2017 werden eine Reihe erfahrener Neurowissenschaftler der Rhein-Main-Region den SFB und damit auch Rhine-Main Neuroscience Network (rmn2) verstärken. Das Netzwerk ist ein Zusammenschluss der Goethe-Universität und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz mit außeruniversitären Einrichtungen der Rhein-Main-Region wie den beiden Frankfurter Max Planck-Instituten für Biophysik und Hirnforschung. Gemeinsam bilden sie eine Schwerpunktregion der Hirnforschung in Deutschland.

Der SFB „Redox-Regulation“ untersucht Stoffwechsel- und Verbrennungsvorgänge in der Zelle, bei denen zwischen den Reaktionspartnern Elektronen übertragen werden. Grundlage ist der Gedanke, dass Veränderungen des Sauerstoffgehalts und die Bildung reaktiver Moleküle des Sauerstoffs, Stickstoffs und Schwefelwasserstoffs bzw. deren vielfältige Reaktionsprodukte lebenswichtige Zellfunktionen steuern und prägen.

Schwerpunkt der dritten Förderperiode ist die Prägung biologischer Systeme. Dazu gehört beispielsweise Identifikation geeigneter (Bio)Marker, an denen man solche Prozesse erkennen kann. Schwerpunkt sind Themen der Grundlagenforschung. Sie betreffen die komplexen biologischen Signalkommunikationskaskaden von Redox-Vorgängen sowie deren Verbindungen zum Stoffwechsel und die Produktion von Proteinen. Es wird aber auch untersucht, welche Möglichkeiten sich daraus für die Therapie ergeben. Mit seinem thematischen Ansatz möchte der Sonderforschungsbereich auch langfristig einen interdisziplinären Beitrag für benachbarte Fachdisziplinen leisten, in denen Redox-Vorgänge eine Rolle spielen. Dazu gehören die Herz-Kreislaufforschung, die Krebsforschung und die Neurologie.

Das Sprecherteam des SFBs sind Prof. Bernhard Brüne, Direktor des Instituts für Biochemie 1 und Prof. Ralf Brandes vom Institut für Kardiovaskuläre Physiologie.

Kontakt SFB 1080: Prof. Dr. Amparo Acker-Palmer, Institut für Zellbiologie und Neurowissenschaften, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798 42563; Acker-Palmer@bio.uni-frankfurt.de.

Kontakt SFB 815: Prof. Dr. Bernhard Brüne, Institut für Biochemie I, Universitätsklinikum, Tel.: (069) 6301 7424, b.bruene@biochem.uni-frankfurt.de.

Forschung

Nov 23 2016
16:57

Im Dax und im MDax werden langfristige Vergütungen meist in bar und nicht in Aktien abgegolten, zeigt eine Studie von PwC und Goethe-Universität Frankfurt

Langfristvergütung bei deutschen Vorständen könnte nachhaltiger sein

FRANKFURT.Die Vorstands-Boni in Deutschland sind bisher nur unzureichend an den langfristigen Unternehmenserfolg geknüpft. Zu diesem Schluss kommt die neue Vergütungsstudie der Beratungsgesellschaft PwC in Kooperation mit der Frankfurter Goethe-Universität. Zwar handelt es sich bei rund 60 Prozent der Gesamtvergütungen für Dax- und MDax-Vorstände um leistungsabhängige Zahlungen – von denen wiederum mehr als die Hälfte langfristig ausgerichtet sind. Allerdings basieren die meisten dieser sogenannten „Long Term Incentives“ auf Cash- statt auf Aktienplänen. Das heißt: Mit der Auszahlung entkoppelt sich der Bonus automatisch von der Geschäftsentwicklung.

„Im internationalen Vergleich kann Deutschland damit als ein Sonderfall bezeichnet werden. Aus unserer Sicht wäre es zielführender, langfristige Boni in Form von Aktien des eigenen Unternehmens zuzuteilen – und die Vorstände durch entsprechende Klauseln anzuhalten, die Papiere auch tatsächlich über einen längeren Zeitraum zu halten, gegebenenfalls sogar über die Organtätigkeit hinaus. Dadurch würde sichergestellt, dass es im ureigenen Interesse der Vorstände ist, ihre Arbeit auch wirklich am nachhaltigen Erfolg des Unternehmens auszurichten“, so Remo Schmid, Mitautor der Studie und verantwortlicher Partner für Vergütungsfragen bei PwC in Deutschland.

CEOs verdienen fast doppelt so viel wie ihre Vorstandskollegen

Für die Studie analysierten PwC und die Goethe-Universität Frankfurt die Vergütungsstrukturen der Dax- und MDax-Unternehmen. Die Auswertungen zeigen, dass sich die Vorstandsvergütung 2015 im Vergleich zum Vorjahr unterschiedlich entwickelt hat: Im Median erhielt ein Dax-Konzernchef 5,6 Millionen Euro, ein Plus von gut 3 Prozent. Weitere Vorstandsmitglieder kamen auf 2,9 Millionen Euro, was ein Minus von 2 Prozent bedeutet. Im MDax verdienten die CEOs im Median 2,5 Millionen Euro, ihre Vorstandskollegen erhielten 1,3 Millionen Euro. Mit anderen Worten: Im „Blue Chip“-Barometer Dax werden die Topmanager mehr als doppelt so hoch bezahlt wie im Mittelstandsindex MDax. Und: Der durchschnittliche Konzernchef verdient im Schnitt knapp das Zweifache eines einfachen Vorstands.

Frauen sind noch stark unterrepräsentiert

Bemerkenswert langsam entwickelte sich der Auswertung zufolge der Anteil von Frauen in den Unternehmensspitzen. So waren gut 91 Prozent aller Vorstandsposten im Dax Ende 2015 noch immer von Männern besetzt – während es im MDax sogar rund 96 Prozent waren. Deutlich besser, aber noch immer nicht gut, sieht es in den Kontrollgremien aus: Im Dax waren 26 Prozent aller Aufsichtsratsmitglieder weiblich, im MDax 18 Prozent. „Bei vielen Unternehmen wäre ein diesbezüglicher Kulturwandel wünschenswert“, sagt Prof. Dr. Hans-Joachim Böcking, Mitautor der Studie und Professor an der Goethe-Universität Frankfurt. Immerhin: „Zumindest bei der Vorstands- und Aufsichtsratsgrundvergütung lassen sich weder im Dax noch im MDax geschlechterspezifische Unterschiede feststellen“, so Böcking.

Im Median erhielt ein Aufsichtsratsvorsitzender im Dax 2015 eine Gesamtvergütung von 311.000 Euro. Die Stellvertreter kamen auf 230.000 Euro, weitere Aufsichtsratsmitglieder auf 127.500 Euro. Deutlich niedriger lagen die Vergütungen im MDax. Hier ließen sich die Unternehmen ihren Chefaufseher im Median 183.500 Euro kosten, der Stellvertreter erhielt 121.500 Euro, die normalen Kontrolleure bekamen 75.000 Euro. Auffällig: Während die Grundvergütung bei den Aufsichtsräten im Schnitt bei rund zwölf Prozent der Dax- und MDax-Unternehmen angehoben wurde, ist die variable Vergütung weiterhin auf dem Rückzug: So gewährten 2014 noch vier von zehn Dax-Konzernen eine Form von variabler Bezahlung. 2015 waren es nur drei von zehn.

Link zum Interview mit Prof. Hans-Joachim Böcking und Remo Schmid: http://tinygu.de/3gcm

Pressekontakt: Sven Humann, PwC Presseabteilung, Tel.: (0211) 981 2188, E-Mail: sven.humann@de.pwc.com, www.pwc.de

Pressekontakt: Dr. Olaf Kaltenborn, Leiter PR & Kommunikation, Pressesprecher der Goethe-Universität, Tel.: 069/798-13035, E-Mail: kaltenborn@pvw.uni-frankfurt.de

Über PwC: PwC betrachtet es als seine Aufgabe, gesellschaftliches Vertrauen aufzubauen und wichtige Probleme zu lösen. Mehr als 223.468 Mitarbeiter in 157 Ländern tragen hierzu mit hochwertigen, branchenspezifischen Dienstleistungen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuer- und Unternehmensberatung bei. Die Bezeichnung PwC bezieht sich auf das PwC-Netzwerk und/oder eine oder mehrere der rechtlich selbstständigen Netzwerkgesellschaften. Weitere Details unter www.pwc.com/structure.

Über die Goethe-Universität: Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. Lebendig, urban und weltoffen besitzt sie als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. 1914 als erste Stiftungsuniversität Deutschlands von Frankfurter Bürgern gegründet, ist sie heute mit fast 47.000 Studierenden die drittgrößte Universität Deutschlands. In einem gemeinsamen Projekt haben die Professur für Betriebswirtschaftslehre, insb. Wirtschaftsprüfung und Corporate Governance, unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Hans-Joachim Böcking, und PwC die Vergütungsstudie 2016 erarbeitet.

Die Studie im Wortlaut: http://www.accounting.uni-frankfurt.de/de/professoren/professur-boecking/aktuelles.html

Veranstaltungen

Nov 22 2016
17:49

Hochkarätige Experten sprechen über Steuergerechtigkeit

Medieneinladung / Diskussionsveranstaltung zur Steuermoral

Sehr geehrte Damen und Herren,

das Hessische Ministerium der Finanzen und die Bürger-Universität der Goethe-Universität Frankfurt laden Sie am Montag der kommenden Woche zu einem Podiumsgespräch zum Thema „Steuermoral – zwischen Bürgertugend und totaler Kontrolle des Staates“, ein.

Nach einem Grußwort von Universitätspräsidentin Professorin Dr. Brigitta Wolff und einem Vortrag von Hessens Finanzstaatssekretärin Dr. Bernadette Weyland diskutieren gemeinsam mit der Staatssekretärin und Moderator Manfred Köhler (FAZ), Professor Dr. Bernhard Emunds (Philosophisch-Theologische Hochschule St. Georgen Frankfurt a. M.), Professor Dr. Michael Hommel (Goethe-Universität Frankfurt a. M.), Professor Dr. Philipp Lamprecht (Goethe-Universität Frankfurt a. M.) sowie Professor Dr. Christoph A. Schaltegger (Universität Luzern) grundsätzliche Fragen, die im Verhältnis zwischen dem Staat und seinen Bürgern, den Begriff der Steuermoral betreffen.

Die Veranstaltung findet statt am

Montag, den 28. November 2016, ab 19.00 Uhr,
im Präsidiumsgebäude der Goethe-Universität (Foyer),
Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen und Ihre Berichterstattung!

Mit freundlichen Grüßen

Ralph-Nicolas Pietzonka                                      
Pressesprecher Finanzministerium   

Dr. Olaf Kaltenborn
Pressesprecher Goethe-Universität      

Sonstige

Nov 21 2016
12:41

Zentrale Räume am Campus Riedberg – Übernahme des GSI-Schülerlabors

Schülerlabore der Goethe-Uni gründen das GoetheLab-Zentrum

FRANKFURT.Schülerlabore gibt es an der Goethe-Universität seit vielen Jahren – vor allem im Bereich der Naturwissenschaften. In verschiedenen Instituten und Abteilungen sind sie gut etabliert und als außerschulische Lernorte sehr nachgefragt. Nun gibt es außerdem noch ein zentrales Schülerlabor, in dem vor allem interdisziplinäre Projekte angeboten werden. Dass dieses GoetheLab-Zentrum durch Umbau einiger Laborräume im Werkstattgebäude am Campus Riedberg eingerichtet werden konnte, ist der großzügigen Spende eines ehemaligen Studenten der Goethe-Universität aus China zu verdanken. Der junge Unternehmer Yi Shi, Gründer und Unternehmer einer Holding, deren Kerngeschäft im Digitalen Marketing liegt, gründete eigens für diesen Zweck die Yi-Shi-Innovationsstiftung. Mittelfristig wird auch das von der Adolf Messer Stiftung geförderte bestehende Physiklabor ganz in die Werkstattzentrale umziehen.

Zwischen den Gebäuden der Physik und denen der Geowissenschaften liegt die Werkstattzentrale. Hier waren bis vor kurzem noch Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Hirnforschung untergebracht – provisorisch, bis sie in die eigenen Räume umziehen konnten. Die inzwischen frei gewordenen Räumlichkeiten sollen künftig die Anlaufstelle für Schulklassen werden. Doch bevor es soweit ist, sind einige Umbauten erforderlich. „Für die Nutzung durch Schulklassen gelten andere Sicherheitsvorschriften und Notwendigkeiten als für die rein wissenschaftliche- Nutzung der Räume“, erklärt Prof. Arnim Lühken, der das zentrale Schülerlabor derzeit kommissarisch leitet.

Ziel ist es, dass das neue zentrale Schülerlabor von unterschiedlichen Fachbereichen gemeinsam bespielt wird. Interdisziplinäre Angebote gab es bisher auch schon, aber immer wieder musste man nach geeigneten Räumlichkeiten Ausschau halten. Die Fachlabore sind meist versteckt und schwierig zu finden, zudem bringen die jungen Besucher oft Unruhe ins Haus, die den Forschungsbetrieb stören kann. Aus interdisziplinärer Perspektive soll den Schülern vermittelt werden, dass es unterschiedliche Sichtweisen auf ein und dasselbe Problem gibt. Derzeit gibt es zum Beispiel ein Modul zum Thema „Biomechanik – Wie bewegt sich der Mensch?“, bei dem Sportwissenschaftler, Biologen und Physiker kooperieren. Beim Thema „E-Mobilität – Autos an die Steckdose?“ nähern sich die Teilnehmer aus der Perspektive der Soziologie, der Chemie und der Physik. Weitere Module tragen den Titel „Wege ins Stadtgrün – Wohin geht’s?“ (Kunst, Geographie, Biologie), „Biotreibstoffe – Vom Feld in den Tank?“ (Geographie, Chemie, Biologie) oder „Datenmobilität und Crowdsourcing - (Geo)Informatik und Gesellschaft in fachübergreifender Perspektive“ (Geographie, Geoinformatik, Politik). Die Module können als Paket gebucht werden oder auch als einzelnes Angebot.

Die erste Disziplin, die in die Werkstattzentrale einzieht, ist die Strahlenphysik. Ein Glücksfall für die Schülerangebote der Goethe-Universität: Das GSI-Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt führt sein eigenes Schülerlabor nicht fort und hat das Laborinventar der Goethe-Universität überlassen. Dr. Axel Gruppe, der das Schülerlabor in Darmstadt seit 2003 mit aufgebaut und betrieben hat, setzte sich sehr für den Umzug nach Frankfurt ein. Gruppe, der am Riedberg-Gymnasium den Fachbereich Naturwissenschaften leitet, kommt ins Schwärmen, wenn er über die Möglichkeiten spricht, die das Labor für die Vermittlung atom- und kernphysikalischer Inhalte bereithält. Rund 20.000 Schüler hätten das Labor in den zehn Jahren seines Bestehens besucht – quer durch sämtliche Schularten. „Das ist ein wichtiges Angebot in einem Bereich, in dem die Schulen üblicherweise nicht gut ausgestattet sind“, so Gruppe. So gebe es z.B. kaum eine Schule, die ein Gerät zur hochauflösenden Gammaspektroskopie verfüge. Je nach Wissensstand können die Klassen zwischen einem „Experten-“ oder einem „Basic Labor“ wählen. Gruppe hat selbst an der Goethe-Universität studiert und wurde am hiesigen Institut für Kernphysik promoviert, die Doktorarbeit hatte er bei GSI erstellt. Gruppe freut sich, künftig wieder mehr an seiner Alma Mater sein zu können. Als die Schließung des Schülerlabors hätten viele Schulen bestürzt reagiert: „Bei vielen gehört das zum jährlichen Programm.“ Für sie gibt es gute Nachrichten. Sie müssen nur nach Frankfurt fahren statt nach Darmstadt.

Das großzügige Geschenk von 300.000 Euro, das Yi Shi seiner Alma Mater machte, kam genau zum richtigen Zeitpunkt: Damit konnte nicht nur der Umbau in Angriff genommen werden; das Geld soll auch dafür verwendet werden, eine halbe Stelle für die fachliche Betreuung des GoetheLab-Zentrums finanzieren zu können. Bislang liefen die Schülerlabore, die ohnehin auf Drittmittel angewiesen sind, vor allem durch viel Eigeninitiative der Institute und Abteilungen und durch den Einsatz studentischer Hilfskräfte.

Das Physiklabor, das später ebenfalls in die Werkstattzentrale umziehen soll, bietet etwa ein Dutzend verschiedene Themen für ganze Klassen an, bisher kommen jährlich etwa 1.500 Schüler. Und auch das Goethe-Schülerlabor Chemie und das BioLab bekommen hier künftig zusätzlichen Raum für Experimentierangebote. Denn die Nachfrage ist groß: Laut Armin Lühken, Prof. für Chemie-Didaktik, haben allein im ersten Halbjahr 2016 schon mehr als 1500 Schüler am Goethe-Schülerlabor Chemie teilgenommen.

Kontakt und Informationen: Prof. Dr. Arnim Lühken, Institut für Didaktik der Chemie, Telefon +49 (0)69 798 29446; E-Mail: luehken@chemie.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Nov 18 2016
12:39

Öffentliche Vortragsreihe des Interdisziplinären Zentrums für Ostasienstudien (IZO) der Goethe-Universität

Mobilitätsformen im globalen Ostasien

FRANKFURT.Das Frankfurter Interdisziplinäre Zentrum für Ostasienstudien (IZO) veranstaltet im Wintersemester eine Vortragsreihe zum Thema „Politics of Mobility in Global East Asia“. Der gleichnamige neue Forschungsschwerpunkt am Zentrum konnte nationale und internationale Experten gewinnen, zu den Themen „Mobility of Population and Memory“ an der Goethe-Universität zu referieren. Dabei geht es einerseits um die Mobilität von Menschen, aber auch von materiellen und immateriellen Objekten wie wirtschaftlichem Austausch und Ideentransfer. Die öffentliche Vortragsreihe in englischer Sprache beleuchtet Mobilität in unterschiedlichen regionalen Kontexten aus verschiedensten disziplinären Perspektiven – angefangen von Pflegemigration über die theoretische Verortung der Remigrationsforschung bis hin zur Rückführung von Migranten aus der Europäischen Union.

Zum Auftakt spricht Speranta Dumitru, assoziierte Professorin für Politikwissenschaft an der Université Paris Descartes & Centre de recherche sur les liens sociaux (Cerlis), Centre national de la recherche scientifique (CNRS), zum Thema „Care Drain, Filipina Migrants and the White Woman’s Burden”

am 23. November (Mittwoch) ab 12 Uhr c.t
im Juridicum, Raum 718, Campus Bockenheim, Goethe-Universität.

Obwohl 71 Prozent der philippinischen Migrantinnen in OECD-Ländern einen Hochschulabschluss haben, werden sie in Publikationen zu Gender und Migration meist als Hausangestellte dargestellt, ohne auf ihr Qualifikationsniveau einzugehen. Am Beispiel der philippinischen Hausangestellten wird die Politikwissenschaftlerin die Theorie des „Care Drain“ veranschaulichen, dabei geht es um den durch Abwanderung verursachten Schwund von Pflegekräften bzw. medizinischem Fachpersonal in den Herkunftsländern. Die Referentin geht davon aus, dass westeuropäische Frauen in der innerfamiliären Aufgabenverteilung weiterhin „Caregiver“ für Kinder und Alte sind. Und indem sie diese Arbeiten philippinischen Frauen überlassen, tragen diese Europäerinnen eine Mitverantwortung für den „Care Drain“, so die Auffassung von Speranta Dumitru. Sie untersucht anhand von Daten die Wanderungsbewegungen aus den Philippinen und problematisiert, inwiefern der „Care Drain“ eine Folge von eurozentrischen und stereotypisierenden Perspektiven ist.

Die weiteren Termine im Überblick:

12. Dezember, Campus Bockenheim, Juridicum, Raum 718, 12.15-13.45
Prof. Dr. Jean-Pierre Cassarino, Institut de Recherche sur le Maghreb Contemporain, Tunis
Return Migration: Critical Sociological and Political Challenges for the Scholarship

12. Dezember (Evening lecture), Campus Westend, Casino, Raum 1.802, 18.15-19.45
Prof. Dr. Jean-Pierre Cassarino, Institut de Recherche sur le Maghreb Contemporain, Tunis
The EU Readmission System Uncovered: A New Analytical Perspective

25. Januar 2017, Campus Bockenheim, Juridicum, Raum 718, 12.15-13.45 (geplant)
Prof. Dr. Astrid Erll, Abteilung Neue Englischsprachige Literaturen und Kulturen (NELK), Goethe-Universität Frankfurt
Travelling memory

Informationen: Ruth Achenbach, Interdisziplinäres Zentrum für Ostasienstudien, Campus Bockenheim, Tel.: (069) 798 -23284, E-Mail: achenbach@em.uni-frankfurt.de, das komplette Programm ab 30. November unter: http://www.uni-frankfurt.de/43866205/veranstaltungen

Sonstige

Nov 18 2016
12:38

Laut aktuellem Times Higher Education-Ranking zählt die Hochschule in Sachen „Employability“ zu den 50 besten der Welt und drei besten in Deutschland

Ranking: Goethe-Uni bietet hervorragende Karrierechancen

FRANKFURT.Die Goethe-Universität ist laut aktuellem Times Higher Education-Ranking mit Blick auf die Karrierechancen ihrer Absolventen („Employability“) weiterhin eine der 50 besten Universitäten der Welt und eine der drei besten in Deutschland. Insgesamt befinden sich neun deutsche Hochschulen unter den besten 100. Damit belegt Deutschland im Ländervergleich den dritten Platz hinter Großbritannien (11) und den USA (37). Im Rahmen dieser jährlich stattfindenden Untersuchung werden jeweils 2.500 Personalmanager internationaler Unternehmen aus 20 Ländern befragt. Die Manager erklärten, was sie sich von hervorragenden Absolventen versprechen und in welchen Universitäten sie international die aus ihrer Sicht fähigsten Absolventen vermuten.

Universitätspräsidentin Birgitta Wolff sagte: „Es freut uns sehr, dass die Absolventen der Goethe-Universität national wie international einen so guten Ruf genießen. Sie profitieren zum einen von der guten Ausbildung, zum anderen aber auch davon, dass in Frankfurt viele führende internationale Unternehmen vor Ort sind und unsere Absolventen einstellen.“

Veranstaltungen

Nov 18 2016
12:34

Nächster Vortrag in der Reihe „Woher kommt der Mensch?“ im Rahmen der Stiftungsgastprofessur „Wissenschaft und Gesellschaft“

Zur genetische Herkunft der Europäer

FRANKFURT.Haben Einwanderer aus dem Nahen Osten dafür gesorgt, das sich zu Beginn der europäischen Jungsteinzeit Wildbeuter-Gesellschaften zu frühen Ackerbauern entwickelten? Oder beschleunigten innovative Technologien sowie domestizierte Pflanzen und Tiere diesen Übergang? Um der genetischen Herkunft der frühen Europäer nachzugehen, wurde mittlerweile das Genom von knapp 300 prähistorische Individuen untersucht. Welche Schlüsse man daraus ziehen kann, darüber berichtet Dr. Wolfgang Haak vom Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte (Jena) in seinem Vortrag „Zur genetische Herkunft der Europäer: Migration und Anpassung in der Vorgeschichte“

am 23. November (Mittwoch) um 19.30 Uhr
im Hörsaal, Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum, Georg-Voigt-Straße 14-16

Der Vortrag findet statt im Rahmen der interdisziplinäre Vortragsreihe „Woher kommt der Mensch? Ein neuer Blick auf Homo sapiens“. Sie wird veranstaltet von der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und der Goethe-Universität und durch die Stiftungsgastprofessur „Wissenschaft und Gesellschaft“ der Deutsche Bank AG finanziert. Die Moderation an diesem Abend übernimmt Dr. Christine Hertler, Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung.

Heute lässt sich mit Hilfe genetischer Analysen prähistorischer Skelette rekonstruieren, inwieweit Kulturwechsel im archäologischen Befund rein kulturell zu verstehen sind oder ob auch Bevölkerungswechsel zugrunde liegen. An der Schnittstelle von Genetik, Archäologie, Anthropologie, Linguistik und Medizin analysiert Haak, der Anthropologie, Vor- und Frühgeschichte und Paläontologie an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz studierte, die genetischen Daten früherer menschlicher Populationen. Haak, der heute die Forschungsgruppe Molekulare Anthropologie am Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte leitet, forschte nach seiner Promotion in Mainz von 2006 bis 2015 am Australian Centre for Ancient DNA in Adelaide.

In der gesamten Vortragsreihe berichten international renommierte Wissenschaftler über die atemberaubenden Fortschritte, die sich in allen die Evolution des Menschen betreffenden Disziplinen abzeichnen. Das ermöglicht ganz neue Antworten auf die große Frage nach dem, was uns ausmacht. Evolution wird nicht länger nur als „Survival of the Fittest“ in Bezug auf körperliche Anpassung, Kraft und Geschicklichkeit angesehen werden. Vielmehr wirkt sich die Funktionslogik von Selektion und Anpassung auch auf Verhaltensweisen wie Kooperation und Altruismus aus. All diese Perspektiven tragen bei zu einem neuen, integralen evolutionären Selbstverständnis des Menschen – und seiner Welt.

Weitere Termine und Themen im Überblick:

14. Dezember 2016, Hörsaal des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrums, Georg-Voigt-Straße 14-16
Lob der Lüge. Zur Evolution von Intelligenz
Prof. Dr. Volker Sommer, University College London
Moderation: Prof. Dr. Friedemann Schrenk, Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, Frankfurt, und Goethe-Universität

18. Januar 2017, Hörsaal des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrums, Georg-Voigt-Straße 14-16
The Skin of Homo sapiens: the Evolution of our Interface with the World
Prof. Dr. Nina Jablonski, Pennsylvania State University, State College
Moderation: PD Dr. Ottmar Kullmer, Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, Frankfurt

25. Januar 2017, Hörsaal des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrums, Georg-Voigt-Straße 14-16
Jäger und Künstler: Warum der Neandertaler ausstarb und die Kunst entstand
Prof. Dr. Nicholas J. Conard, Eberhard Karls Universität Tübingen
Moderation: Prof. Dr. Dr. h. c. Volker Mosbrugger, Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, Frankfurt, und Goethe-Universität

8. Februar 2017, Hörsaal des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrums, Georg-Voigt-Straße 14-16
Ständchen, Schlaflied oder Kriegsgeschrei? Theorien zum Ursprung der Musik und ihrer Funktion für den Menschen
Prof. Dr. Melanie Wald-Fuhrmann, Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik, Frankfurt
Moderation: Prof. Dr. Dr. h. c. Volker Mosbrugger, Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, Frankfurt, und Goethe-Universität

15. Februar 2017, Senckenberg-Naturmuseum, Senckenbergallee 25, 19:00 Uhr
Podiumsdiskussion mit Impulsvorträgen
Ein neuer Blick auf Homo sapiens – die Zukunft des Menschen
Moderation: Joachim Müller-Jung, Frankfurter Allgemeine Zeitung
Gesprächspartner: Prof. Dr. Dr. h. c. Volker Mosbrugger, Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, Frankfurt; PD Dr. Miriam N. Haidle, Heidelberger Akademie der Wissenschaften; Prof. Dr. Hans-Dieter Mutschler, Hochschule Ignatianum, Krakau; Prof. Dr. Annette Kehnel, Universität Mannheim

Alle Vorträge beginnen um 19.30 Uhr, bis auf die abschließende Podiumsdiskussion, die um 19 Uhr startet. 

Informationen: Dr. Julia Krohmer, Stab Wissenschaftskoordination, Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, Tel. (069)7542-1837, E-Mail: jkrohmer@senckenberg.de, Programm in Internet: www.senckenberg.de/woherkommtdermensch

Veranstaltungen

FRANKFURT/BAD HOMBURG„Gehört der Islam zu Deutschland?“, fragt die Frankfurter Ethnologieprofessorin Susanne Schröter zu Beginn ihres neuen Buches „‘Gott näher als der eigenen Halsschlagader‘. Fromme Muslime in Deutschland“ (erschienen im Campus-Verlag 2016). Am Ende schreibt sie: „Für mich als Wissenschaftlerin lautet die Antwort eindeutig ‚ja‘.“ Dieses Fazit zieht sie, nachdem sie mehrere Jahre in einer deutschen Stadt das Leben gläubiger Muslime untersucht hat: durch teilnehmende Beobachtung in den Moscheegemeinden, durch Interviews und Gespräche mit einzelnen Gemeindemitgliedern und deren Familien sowie durch Hintergrundrecherchen über Debatten, Programme und Positionen, die in den Medien seit 2011 diskutiert wurden.

Zum Gespräch mit Susanne Schröter über ihre Untersuchung in muslimischen Gemeinden in Deutschland lädt das Forschungskolleg Humanwissenschaften sehr herzlich ein:

Dienstag, 22.11.2016, 19.00 Uhr. Forschungskolleg Humanwissenschaften (Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg vor der Höhe)

Eröffnet wird der Abend vom Direktor des Forschungskollegs Humanwissenschaften, Matthias Lutz-Bachmann. Lothar Bauerochse, Hörfunkredakteur der Kirchen- und Religionsredaktion im Hessischen Rundfunk, wird das Gespräch moderieren.

Die Veranstaltung bildet den Auftakt zur neuen Reihe „Das Forschungskolleg Humanwissenschaften stellt vor: …“  Das Kolleg möchte damit wissenschaftliche Bücher in der Öffentlichkeit bekannt machen und zur Diskussion stellen. Denn wissenschaftliche Bücher – besonders Monographien, die sich einem einzigen Gegenstand widmen – sind zumeist das Ergebnis jahrelangen Forschens, Reflektierens und Schreibens. Den Weg zu einer breiteren Leserschaft finden sie oft nur schwer. Daher wird das Kolleg in regelmäßigen Abständen Neuerscheinungen von Wissenschaftlern der Rhein-Main-Universitäten vorstellen und die Autorinnen und Autoren dazu einladen, über ihr Buch, dessen Hintergründe sowie die Fragen, die sie zu diesem Werk motivierten, zu sprechen. Die Gesprächsreihe wird von Matthias Lutz-Bachmann, dem Direktor des Forschungskollegs Humanwissenschaften, geleitet.

Anmeldung zum Gespräch mit Susanne Schröter: info@forschungskolleg-humanwissenschaften.de; Tel.: 06172-13977-0

Kontakt:  Iris Koban (Geschäftsführung), email: i.koban@forschungskolleg-humanwissenschaften.de, Tel.: 06172-13977-10
Beate Sutterlüty (Fellowprogramm und Wissenschaftskommunikation), Email: b.sutterluety@forschungskolleg-humanwissenschaften.de, Tel.: 06172 13977-15

Sonstige

Nov 16 2016
15:17

Neues Kunstwerk wird am Freitag, 18. November, in Anwesenheit der Künstler installiert.

Medieneinladung / „Hippocampus“: Spektakuläre Skulptur kommt auf den Campus Westend

FRANKFURT.Der Hippocampus ist eigentlich eine Struktur im Mittelhirn. Beim Kunstwerk soll sie an das das episodische Gedächtnis, die Reflektion der Vergangenheit und die Imagination zukünftiger Ereignisse erinnern. Die fünf Meter hohe Skulptur der Künstler Dolores Zinny und Juan Maidagan wird eine spiralförmig auseinandergezogene und abstrahierte Version der biologischen Hippocampus-Form.

Der Bronzeguss mit einer inwendigen Konstruktion aus Edelstahl wird am kommenden Freitag in Anwesenheit der Künstler auf dem Betonfundament mit grünen Glas-Einschlüssen befestigt. Medienvertreter sind herzlich eingeladen, dem ungewöhnlichen Kunst-Event beizuwohnen. Die Künstler stehen für Nachfragen zur Verfügung.

„Hippocampus“: Freitag, 18. November, 14.00 Uhr, zwischen IG-Farben-Haus und Casino (auf der Wiese neben dem Wasserbassin).

Weitere Informationen: Esref Yavuz, Leiter Abteilung Planen und Bauen, Bereich Immobilienmanagement, Goethe-Universität. Tel. 069/798-13871; E-Mail: yavuz@em.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Nov 16 2016
15:14

Am 21. November macht die Bürger-Universität den Realitätscheck mit der Krimireihe „Tatort“

Verdrängen Klischees die kriminalistische Wirklichkeit?

FRANKFURT.Derdurchschnittliche Tatortkommissar ist alleinstehend, sozial isoliert, arbeitssüchtig und eigenbrötlerisch. Er isst gerne Currywurst mit Pommes und hat einen Freundeskreis, der aus Kollegen und Kneipenwirt besteht. Bevor der Kommissar, meist mitten in der Nacht, am Tatort ankommt, hat die Spurensicherung schon die wichtigsten Informationen gesammelt. Sind all dies Klischees oder ist es die Wirklichkeit im Polizeialltag? Von welchen Stereotypen lebt die Tatortreihe? Was ist realitätsgetreu und was bleibt fiktional? Wie arbeiten reale Ermittler im Vergleich zu Tatortkommissaren?

Diese und weitere Fragen stehen am Montag, 21. November, im Mittelpunkt des Realitätschecks mit Deutschlands beliebtester Krimireihe zu dem die Goethe-Universität gemeinsam mit dem Hessischen Landeskriminalamt interessierte Bürgerinnen und Bürger einlädt.Expertinnen und Experten sowohl aus der realen Polizei- und Ermittlungsarbeit als auch aus dem Filmgenre diskutieren auf dem Podium: Rechtsmediziner Prof. Marcel A. Verhoff von der Goethe-Universität, Tatort-Regisseur Markus Imboden und Kriminalkommissarin und Krimiautorin Nikola Hahn. Die Moderation übernimmt Petra Boberg von hr-iNFO.

Der reale Tatort. Verdrängen Klischees die kriminalistische Wirklichkeit?
Montag, 21. November 2016, 19.30 Uhr
Zentralbibliothek der Stadtbücherei, Hasengasse 4, 60311 Frankfurt

Der Eintritt ist frei.

Kooperationspartner der Diskussionsreihe sind: Stadtbücherei Frankfurt und hr-iNFO.
 
Weitere Abende der Diskussionsreihe zum Thema „Tatort-Forschung“ sind:

5. Dezember 2016: Kommissar Hightech. Wie die moderne Forensik die Ermittlungsarbeit verändert?

12. Dezember 2016: Kriminalstatistiken klären auf. Wovor müssen wir wirklich Angst haben?

Das Programmheft der Bürger-Universität im Web: www.buerger.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Nov 15 2016
17:52

Letzte Führung in diesem Jahr. Campus Riedberg, 18. November

Wissenschaftsgarten: Unterstützung für Forschung und Lehre

FRANKFURT.Prof. Georg Zizka, Susanne Pietsch und Robert Anton laden alle Interessierten zur letzten Führung durch den Wissenschaftsgarten in diesem Jahr ein. Die Führung stellt Projekte aus Lehre und Forschung und die zugehörigen Pflanzen vor. Der Wissenschaftsgarten unterstützt die beiden Säulen der Universität beispielsweise durch die Kultur von hunderten von Mais-Pflanzen, die für ein Praktikum an einem bestimmten Tag zur Verfügung stehen müssen. Ein anderer Fall ist die Bereitstellung von Material bestimmter Arten für Praktika mit weit über 200 Studierenden. Für die Forschung werden Pflanzen unter genau definierten Bedingungen gehalten oder für ganz spezielle Untersuchungen kultiviert.

Was?             Lehre und Forschung im Wissenschaftsgarten

Wann?          18. November, 15.00 Uhr (geänderte Anfangszeit wegen früher Dunkelheit)

Wo?               Wissenschaftsgarten auf dem Campus Riedberg,

Max-von-Laue-Straße 13, 60438 Frankfurt,

Treffpunkt am Eingang

Anfahrt: www.uni-frankfurt.de/51838989/InformationenAnfahrt

Weitere Informationen: Susanne Pietsch, 069/79842116, s.pietsch@bio.uni-frankfurt.de

Forschung

Nov 14 2016
14:06

Erstmals fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) Nachwuchswissenschaftler in einem filmwissenschaftlichen Schwerpunkt

Neues Graduiertenkolleg an der Goethe-Universität: „Konfigurationen des Films“

FRANKFURT.An der Goethe-Universität wird im Laufe des nächsten Jahres das erste Graduiertenkolleg mit einem filmwissenschaftlichen Schwerpunkt entstehen. Dies gab die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) heute bekannt. In dem Kolleg mit dem Titel „Konfigurationen des Films" erforschen ab 2017 zwölf Doktoranden und Doktorandinnen und zwei Post-Doktoranden, wie sich die Filmkultur im Zeichen der fortschreitenden Digitalisierung auf verschiedenen Gebieten verändert.

Die Filmkultur der Gegenwart wird oft als „post-kinematografische Epoche“ charakterisiert. Dazu der Frankfurter Filmwissenschaftler Prof. Vinzenz Hediger, der auch Sprecher des DFG-Graduiertenkollegs sein wird: „Von der öffentlichen Vorführung im Kino hat sich der Film immer mehr entfernt. Und das ist besonders auf die Ausbreitung der digitalen Plattformen zurückzuführen; es entwickeln sich neue Formen, und diese filmischen Formen stiften neue Muster der Erfahrung.“ Der Film spielt inzwischen im Theater, in der bildenden Kunst und der Musik eine neue Rolle. Dazu Hediger: „Er diffundiert in andere Künste und weitere Lebensbereiche, dort dient er immer mehr als Stoff und Referenz. Diese zunehmende Präsenz filmischer Bilder und Formate in allen Lebensbereichen stellt auch eine wachsende gesellschaftliche Herausforderung dar.“

Das DFG-Graduiertenkolleg „Konfigurationen des Films“ will diese Herausforderung annehmen und in interdisziplinärer Perspektive die aktuellen Wandlungen des Films sowie sein Eindringen in die anderen Künste und weitere Lebensbereiche untersuchen. Dabei geht es sowohl um die historischen wie auch um die systematisch-vergleichenden Perspektive; außerdem sollen digitale Methoden der Filmanalyse und der Datengewinnung im Netz verwendet werden, mit denen zum Beispiel die Verbreitung neuer Formate des Films über Plattformen wie youtube oder Vimeo verfolgt werden können.

Das Graduiertenkolleg profitiert von der erfolgreichen Kooperation zwischen der Goethe-Universität und dem Deutschen Filminstitut, die gemeinsam den Masterstudiengang „Filmkultur: Archivierung, Programmierung, Präsentation“ anbieten, sowie von weiteren Verbindungen mit Kulturinstitutionen im Rhein-Main-Gebiet. Das Graduiertenkolleg baut überdies auf den für Frankfurt ebenfalls profilbildenden, interdisziplinären Masterstudiengang „Ästhetik“ auf, an dem alle an dem Graduiertenkolleg mitwirkenden Fächer sowie die Kunstgeschichte beteiligt sind.

Zwölf Doktorandinnen und Doktoranden sowie zwei Post-Docs, die sich im Rahmen des Graduiertenkollegs um ein DFG-Stipendium bewerben können, werden ab 2017 mit ihrer Forschung beginnen. Betreut und begleitet werden sie von 15 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern von sechs Hochschulen: der Goethe-Universität, der Hochschule für Gestaltung Offenbach, der Johannes Gutenberg Universität Mainz, der Universität Mannheim und der Philipps Universität Marburg. Beteiligt sind neben Filmwissenschaft und Medienwissenschaft auch die Theaterwissenschaft, die Philosophie, die Musikwissenschaft, die Literaturwissenschaft und die Soziologie. Das Kolleg hat eine internationale Ausrichtung und kooperiert insbesondere mit den Universitäten Yale (New Haven, USA) und Concordia (Montreal, Kanada). Die Fördersumme beträgt für die erste Förderphase von 2017 bis 2022 rund 3,3 Mio. Euro.

Zum Studienprogramm gehören Ringvorlesungen und Veranstaltungsreihen unter anderem im Rahmen der b3, Biennale des bewegten Bildes, und im Kino des Deutschen Filmmuseums, bei denen die Themen und Fragestellungen des Kollegs öffentlich diskutiert werden und die sich im Sinne der Bürgeruniversität auch an breiteres Publikum richten werden.

Informationen: Prof. Dr. Vinzenz Hediger, Institut für Theater, Film, Medien, Campus Westend, Telefon (069) 798-32079, E-Mail: hediger@tfm.uni-frankfurt.de

 

Veranstaltungen

Nov 14 2016
10:45

Frankfurter „Tag der Rechtspolitik“ 2016 zu 70 Jahren Hessische Landesverfassung

Die unbekannte Verfassung

FRANKFURT.Der Frankfurter „Tag der Rechtspolitik“ widmet sich in diesem Jahr der Hessischen Verfassung. Aus Anlass des 70-jährigen Bestehens soll am 23. November darüber diskutiert werden, welche Rolle die Verfassung heute noch spielt.

Nicht nur Liza Minnelli, Udo Lindenberg und Sylvester Stallone vollenden 2016 ihr 70. Jahr, sondern auch die Verfassung des Landes Hessen. Hessen feiert diesen Geburtstag mit mehr als 150 verschiedenen Programmpunkten auf vielfältige Weise. Sogar ein Maskottchen gibt es – der blaue Löwe ist auch auf dem Unicampus Westend zu sehen.

Im Kontrast zum umfangreichen Jubiläumsprogramm steht, dass der Text der Landesverfassung und ihre Bedeutung den Menschen in Hessen relativ unbekannt sind. Vordergründig scheint es selbstverständlich zu sein, dass Verfassungen für einen freiheitlichen, demokratischen Rechtsstaat von zentraler Bedeutung sind. Aber gilt das auch für Landesverfassungen? Selbst Studierende im Fachbereich Jura denken beim Stichwort „Verfassung“ vor allem an das Grundgesetz, allenfalls noch an die Diskussionen um eine europäische Verfassung. Spielt die Landesverfassung heutzutage überhaupt noch eine Rolle? Sind Landesverfassungen nicht bedeutungslos geworden angesichts von Europäisierung und Globalisierung?

Die hessische Verfassung ist die älteste noch in Kraft befindliche Landesverfassung. Sie wurde vor dem Grundgesetz erlassen, viele ihrer Vorschriften sind vom Grundgesetz überlagert worden. Die hessische Verfassung nennt noch die Todesstrafe und enthält viele Versprechungen für eine sozial gerechte Wirtschaftsordnung – Bereiche, für die das Land kaum mehr Kompetenzen hat. Immer wieder prüfen Enquete-Kommissionen des Landtages, ob sie grundlegend überarbeitet werden soll. Lohnt sich der Aufwand?

Der diesjährige Tag der Rechtspolitik stellt sich diesen Fragen. Dies werde „keine reine Jubelveranstaltung“, teilt das Dekanat des Fachbereichs Rechtswissenschaft mit. Der Fachbereich steht für eine kritische Tradition: Die bestehenden Verhältnisse müssen unvoreingenommen geprüft und hinterfragt werden. „Zu viel Verfassungsrecht?“ – diese Frage will der Frankfurter Verfassungsrechtler Prof. Stefan Kadelbach in seinem Vortrag beantworten. Privatdozent Dr. Felix Hanschmann befasst sich mit der Landeshoheit im Schulwesen und nimmt Anspruch und Wirklichkeit unter die Lupe. Dirk Schönstädt schließlich, Vizepräsident des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs, spricht über „Landesverfassungsrecht und verwaltungsrechtliche Praxis“. An der anschließenden Podiumsdiskussion beteiligen sich zudem Prof. Elke Gurlit, Sachverständige zur einschlägigen Enquete-Kommission des hessischen Landtages, und Thomas Metz, Staatssekretär im Hessischen Justizministerium. Die Moderation übernimmt Dekanin Prof. Ute Sacksofsky.

Der Frankfurter Tag der Rechtspolitik wird seit 1992 jährlich vom Fachbereich Rechtswissenschaft der Goethe-Universität in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Ministerium der Justiz veranstaltet.

„Wozu Landesverfassung?“

Öffentliche Diskussionsveranstaltung zum Frankfurter Tag der Rechtspolitik

23. November 2016, 10.00 bis 14.30 Uhr

Hörsaal 1 (Hörsaalgebäude, Campus Westend)

Details zum Ablauf: www.jura.uni-frankfurt.de/60709396/Tag-der-Rechtspolitik-2016