​​​​Pressemitteilungen ​ – März 2018

 

Mär 27 2018
15:27

Einsicht oder Erfahrung – was hilft, soziale Phobien zu überwinden?

Therapien gegen die Angst, peinlich zu wirken

FRANKFURT. Wirke ich inkompetent, während ich einen Vortrag halte? Was denkt mein Gegenüber, wenn ich erröte? Ist mein Verhalten peinlich? Soziale Ängste können so stark werden, dass sie Betroffene darin hindern, ein normales Leben zu führen. Am Zentrum für Psychotherapie der Goethe-Universität beginnt jetzt eine neue Studie, bei der zwei Therapieformen zur Behandlung sozialer Ängste miteinander verglichen werden. Die eine setzt auf Einsicht, die andere auf Lernen durch Erfahrung.

„Viele Betroffene nehmen keine professionelle Hilfe in Anspruch, weil sie sich für ihre Ängste schämen“, weiß Prof. Ulrich Stangier, Leiter des Zentrums für Psychotherapie der Goethe-Universität. „Oft werden die Ängste auch fälschlicherweise als unveränderbare Persönlichkeitseigenschaften oder persönliche Inkompetenz angesehen, so dass Betroffene keine Veränderung durch eine Therapie erwarten und sie deshalb gar nicht erst in Betracht ziehen.“

Dabei ist soziale Angst gut behandelbar. In einer Reihe von Studien hat sich die Wirksamkeit der Kognitiven Therapie wiederholt bewährt. Die Betroffenen lernen in der Therapie, ihre Verarbeitungsprozesse während sozialen Situationen zu verändern und dadurch Situationen anders wahrzunehmen.

„Wir wollen nun herausfinden, wie man das Selbstwertgefühl noch besser stärken kann“, berichtet die Psychologin Jihong Lin, die das neue Therapieprojekt organisiert. „Verschiedene Wege führen nach Rom. Nachgewiesen ist, dass man sowohl durch Einsicht als auch durch Erfahrung Ängste überwinden kann, im Idealfall durch beides. Wir wollen wissen, welcher Weg schneller zum Ziel führt. Außerdem wollen wir herausfinden, welche Betroffene eher von Erfahrungs- oder Einsichtslernen profitieren“.

Um die Wirksamkeit dieser beiden Prinzipien zu prüfen, wird am Zentrum für Psychotherapie in der Varrentrappstr. 40 eine drei- bis fünfmonatige Therapie für Erwachsene mit sozialer Phobie angeboten. In Vorgesprächen vor Ort und am Telefon wird die Möglichkeit der Teilnahme abgeklärt.

Informationen: Jihong Lin, Psychologin, Abteilung Klinische Psychologie und Psychotherapie, Fachbereich Psychologie und Sportwissenschaften, Campus Bockenheim, Tel.: (069) 798 25364, lin@psych.uni-frankfurt.de.

 

Mär 26 2018
18:26

Beteiligung des Exzellenzclusters „Normative Ordnungen“ am Begleitprogramm des Lichter Filmfests Frankfurt International

Filme und Forschung zum Thema „Chaos“

FRANKFURT. Auch in diesem Jahr kooperiert der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität mit dem Lichter Filmfest Frankfurt International. Das Festival, das nun zum elften Mal stattfindet, widmet sich vom 3. bis 8. April 2018 aus unterschiedlichen Perspektiven dem Thema „Chaos“. Zu sehen sind internationale Filme und die besten Produktionen aus dem Rhein-Main-Gebiet. Das Begleitprogramm greift Motive und Fragestellungen der Filme auf und erweitert den Fokus. Hier gehören Mitglieder des geistes- und sozialwissenschaftlichen Forschungsverbundes an drei Terminen zu den Beteiligten.

Die Eröffnungsveranstaltung des Begleitprogramms am 4. April um 19 Uhr trägt den Titel: „Die Unordnung der Dinge – Chaos als politisches Konzept“. Teilnehmer der Podiumsdiskussion in der Naxoshalle (Waldschmidtstraße 19) ist Martin Saar, Professor für Sozialphilosophie an der Goethe-Universität und Angehöriger des Exzellenzclusters. Weitere Mitwirkende sind Marion Tiedtke, stellvertretende Intendantin und Chefdramaturgin des Schauspiels Frankfurt, und Ralf Fücks, geschäftsführender Gesellschafter des Zentrums Liberale Moderne und zuvor langjähriger Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung. Unter der Moderation von Corinna Budras (Frankfurter Allgemeine Zeitung) soll etwa den Fragen nachgegangen werden, ob die Weltordnung angesichts antiliberaler Entwicklungen aus den Fugen gerät und inwiefern ein gewisses Chaos sogar auch Voraussetzung für produktive Veränderung sein kann.

Den programmatischen Titel „Zukunft Deutscher Film“ trägt ein Kongress zu den Perspektiven der deutschen Film- und Kinokultur am 5. und 6. April im Zoo-Gesellschaftshaus (Alfred-Brehm-Platz 16). Zu den Organisatoren zählt auch Vinzenz Hediger, Clustermitglied und Professor für Filmwissenschaft an der Goethe-Universität. Ebenfalls von der Frankfurter Universität kommt als Tagungsteilnehmer Rembert Hüser, Professor für Medienwissenschaft. Das prominent besetzte Panel (u.a. auch „Heimat“-Regisseur Edgar Reitz) will gemeinsam Vorschläge entwickeln für ein mutiges deutsches Kinoschaffen im digitalen Zeitalter: Wie kann das Kino als Ort belebt werden, wie kann Filmkunst einen größeren Platz in der Kulturlandschaft einnehmen?

„Let Chaos reign?“ An dieser Frage orientiert sich ein Abend mit Vorträgen und Gesprächen am 6. April ab 19 Uhr im Deutschen Filmmuseum in englischer und deutscher Sprache (Foyer, 1. Stock, Schaumainkai 41). „The End is Not the End. Post-apocalyptic Imaginaries in Contemporary Movies” nennt der dänische Filmexperte Jacob Lillemose seinen Vortrag, in dem er zeigt, dass kinematographische Katastrophen nie wirklich das Ende sind, sondern immer auch Anlass für die Rückkehr zu etwas bereits zuvor Existentem oder wiederum der Anfang von etwas völlig Neuem. Womöglich sind diese Befunde auch auf weitere Bereiche übertragbar, unter anderem darüber diskutiert Lillemose im Anschluss an seine Ausführungen mit Peer Illner, politischer Philosoph und Postdoktorand des Exzellenzclusters.

Im weiteren Verlauf des Abends spricht der Philosoph Marcus Döller, ebenfalls Exzellenzcluster, über das Thema: „Chaos in die Ordnung bringen“. Döller widmet sich den ästhetischen Vollzügen in künstlerischen Praktiken aus der spezifischen Sicht seiner Disziplin. Ästhetische Praktiken können in ihren Werken die gleichzeitige Darstellung von geordneter Form und chaotischer Urform ermöglichen. Aus rechtswissenschaftlicher Perspektive blickt schließlich (ebenfalls an diesem 6. April) der Cluster-Postdoktorand Matthias C. Kettemann auf „Das Chaos im Netz als Produktivkraft und Gefahrenquelle“. Kettemann analysiert das von ihm so genannte „Tohuwabohu 2.0“ und kommt zu dem Schluss, dass Chaos nicht gleichbedeutend mit Anarchie sei, wenn das Chaos im Internet als Produktivkraft erhalten bleibe und weltgesellschaftliche Grundwerte sowie Grundprinzipien des Internets gesichert wären.

Der Eintritt zu den Veranstaltungen des Begleitprogramms unter Mitwirkung des Clusters am 4. (Podiumsdiskussion) und 6. April (Gesprächs- und Vortragsabend) ist frei. Für die Teilnahme an dem Kongress „Zukunft Deutscher Film“ ist eine Akkreditierung erforderlich.

Informationen:
Lichter Filmfest: Philippe Crackau, Begleitprogramm, p.crackau@lichter-filmfest,de www.lichter-filmfest.de | Tobias Hüser, Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, t.hueser@lichter-filmfest.de,

Exzellenzcluster:
Bernd Frye, Pressereferent, Tel.: 069/798-31411, bernd.frye@normativeorders.net; www.normativeorders.net; http://www.normativeorders.net/de/veranstaltungen/lichter-filmfest

Alle Termine des Begleitprogramms: www.lichter-filmfest.de/programm

 

Mär 21 2018
10:53

Gemeinsames Projekt der Goethe-Universität und des DIPF zur Entwicklung neuer Lerntechnologien

Ein Impuls für die digitale Bildung aus Hessen

FRANKFURT. Wie können Hochschulen mit neuen Lerntechnologien weiterentwickelt werden? Antworten auf diese Frage sucht jetzt ein neues Projekt in Frankfurt am Main: Die Goethe-Universität und das Deutsche Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) erstellen gemeinsam ein Konzept, um die digitalen Möglichkeiten für das Lernen und Lehren an der Frankfurter Universität besser nutzen zu können. Die Entwicklung dieser „Roadmap“ erfolgt in einem mehrstufigen, wissenschaftlich fundierten Prozess. Von den Ergebnissen erhoffen sich die Projektpartner eine Signalwirkung für ganz Hessen – und darüber hinaus.

Projektleiter Professor Dr. Hendrik Drachsler beschreibt die Ausgangslage: „Im Bereich der digitalen Bildung ist Deutschland – von einigen Leuchtturmprojekten einmal abgesehen – nicht so stark aufgestellt wie einige andere europäische Länder.“ Estland, die Niederlande, Schweden und Großbritannien seien da weiter, erläutert der vom DIPF und der Goethe-Universität gemeinsam berufene Professor für Informatik mit dem Schwerpunkt Educational Technologies. „An den dortigen Schulen und Universitäten werden 3-D-Drucker, mobile Endgeräte, Augmented Reality und Datenvisualisierungen regelmäßig und zielführend eingesetzt, um das Lernen und Lehren nachhaltig zu unterstützen“, so Drachsler.

Das neue Projekt soll solche Möglichkeiten nun auch für die Goethe-Universität erschließen. In einem ersten Schritt entwickelt das Team des DIPF und der Universität sogenannte Personas. Dabei handelt es sich um fiktive Prototypen von künftigen Nutzerinnen und Nutzern von Lerntechnologien an der Universität. Sie dienen als Vorlage für Entwicklungsbedarfe. Anschließend wird eine Studie mit Expertinnen und Experten Erfolgskriterien erfassen, bewerten und systematisieren. Verschiedene Workshop-Formate dienen dann dazu, Grundzüge eines Gesamtkonzepts für die digitale Bildung an der Universität zu formulieren sowie schnell erreichbare Möglichkeiten und langfristige Herausforderungen zu identifizieren. In diese Ausarbeitung fließt auch Know-how aus der Bildungspolitik und der internationalen Fachwelt.

Den Abschluss bildet eine groß angelegte Konferenz, die für Mitte 2019 geplant ist. Sie dient dazu, die Ergebnisse zusammenzufassen und als Fahrplan bis zum Jahr 2025 festzuhalten. Dieser Roadmap-Bericht wird dann als Empfehlung dem Präsidium der Universität übergeben. „Langfristig zielt das Projekt darauf ab, das Land Hessen unter Leitung der Goethe-Universität zu einem Vorreiter in Sachen digitaler Bildung im 21. Jahrhundert zu machen“, blickt Professor Drachsler voraus.

Das Projekt trägt den Titel DELTA (Toward Digital Education with Modern Learning Technologies and Assessment Approaches). Es wird vom Johanna Quandt-Jubiläumsfonds mit insgesamt 183.000 Euro gefördert. An dem Vorhaben sind außer Professor Drachsler unter anderem Prof. Dr. Udo Kebschull (Fachbereich 12 der Universität: Informatik und Mathematik), Prof. Dr. Detlef Krömker (Fachbereich 12), Prof. Dr. Frank Goldhammer (DIPF und Fachbereich 05: Psychologie und Sportwissenschaften) und Prof. Dr. Holger Horz (Fachbereich 05) sowie Dr. Stephanie Dinkelaker und Dr. Jeannette Schmid, Referentinnen des Präsidialbüros der Universität, beteiligt. Bei Interesse an dem Projekt steht das Team für Rückfragen jederzeit zur Verfügung. DELTA ist ein gutes Beispiel für die fortschrittlichen wissenschaftlichen Arbeiten, die das DIPF und die Goethe-Universität seit vielen Jahren gemeinsam angehen.

Das DELTA-Projekt in der Übersicht: http://bit.ly/DELTA_Projekt

Kontakt
Projekt DELTA:
Prof. Dr. Hendrik Drachsler, (069) 24708-870, drachsler@dipf.de
Presse:
Philip Stirm, DIPF, (069) 24708-123, stirm@dipf.de, www.dipf.de

 

Mär 21 2018
10:38

Ein rasanter Meeresspiegelanstieg in der Jungsteinzeit verschleppte den Übergang zum Ackerbau in Südosteuropa

Als das Mittelmeer menschliche Siedlungen wegspülte

FRANKFURT. Vor rund 7.600 Jahren wurden das Entstehen bäuerlicher Siedlungen in Südosteuropa und damit der zivilisatorische Fortschritt plötzlich deutlich verzögert. Verantwortlich ist wahrscheinlich ein sprunghafter Meeresspiegelanstieg in der nördlichen Ägäis. Seine Spuren konnten Forscher des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrums, der Goethe-Universität und der University of Toronto jetzt in Kalkalgen nachweisen. Bereits achthundert Jahre zuvor war in der Region ein rasanter Meeresspiegelanstieg aufgetreten. Das Ereignis gibt einen Ausblick auf die ökonomischen und sozialen Konsequenzen eines künftigen klimawandelbedingten Meeresspiegelanstiegs, berichten die Forscher in „Scientific Reports“.

Ausgehend vom Vorderen Orient vollzog sich in der Jungsteinzeit einer der bedeutendsten zivilisatorischen Umbrüche der Menschheitsgeschichte: der Übergang von einer Kultur der Jäger und Sammler hin zum Ackerbau und sesshafter Lebensweise. Im Zuge dieser Neolithischen Revolution begann sich die bäuerliche Lebensweise auch nach Südosteuropa auszubreiten. Wie Ausgrabungen zeigen, entstanden jedoch vor 7.600 Jahren plötzlich deutlich weniger Siedlungen. Frankfurter Forscher haben jetzt eine der mutmaßlichen Ursachen gefunden.

Prof. Dr. Jens Herrle, Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum und Goethe-Universität: „Der Meeresspiegel muss in den an Südosteuropa angrenzenden Gebieten vor circa 7.600 Jahren sprunghaft angestiegen sein. In der nördlichen Ägais, dem Marmara-Meer und dem Schwarzen Meer stieg er um mehr als einen Meter. Ufergebiete und etwaige Siedlungsräume wurden damit überschwemmt.“

Die in der Studie dokumentierte große Überflutung an den Randgebieten des nordöstlichen Mittelmeeres vor 7.600 Jahren ist bereits der zweite Einbruch in der Neolithischen Revolution. Schon achthundert Jahre zuvor, vor circa 8.400 Jahren, war  sie durch einen Meeresspiegelanstieg und die darauffolgenden klimatischen Umbrüche gedrosselt worden. Durch den erneuten Anstieg wurde der Übergang zum Ackerbau wahrscheinlich noch weiter verzögert.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass ein schwankender Meeresspiegel  bereits in der Vergangenheit einen sehr starken Einfluss auf die Menschheitsgeschichte hatte“, sagt Herrle. „Aufgrund der globalen Klimaerwärmung wird damit gerechnet, dass der Meeresspiegel innerhalb der nächsten 100 Jahre um bis zu einen Meter ansteigt. Millionen von Menschen könnten damit aus küstennahen Regionen vertrieben werden, mit all den damit verbundenen sozialen und ökonomischen Konsequenzen.“

Grundlage der Studie ist ein Bohrkern aus dem Meeresboden der Nordägäis, anhand dessen ein Team um Herrle den Salzgehalt in diesem Teil des Mittelmeeres im Zeitraum vor 11.000 bis vor 5.000 Jahren rekonstruierte. Im Meeresboden konserviert sind die Kalkalgen Emiliania huxleyi. Die Betrachtung dieser winzigen Kalkalgen unter dem Rasterelektronenmikroskop erlaubt Rückschlüsse darauf, wie salzig das Oberflächenwasser der Ägäis zu ihrer Lebenszeit war.

„Ein schnelles Absinken des Salzgehalts, wie ihn die Kalkalgen vor 8.400 Jahren und erneut vor 7.600 Jahren belegen, kann nur dadurch erklärt werden, dass mehr salzarmes Oberflächenwasser als zuvor aus dem Schwarzen Meer in die nördliche Ägäis geflossen ist. Voraussetzung dafür wäre ein rapider globaler Meeresspiegelanstieg, der einen Anstieg des Oberflächenwasserabflusses in diese Richtung zur Folge gehabt hätte. Grund dafür könnte der Agassizsee in Nordamerika sein. Dieser prähistorische Schmelzwassersee war durch Eis eingeschlossen, bis ein Dammbruch gewaltige Wassermengen ins Meer abfließen und den Meeresspiegel weltweit steigen ließ“, erklärt Herrle abschließend.

Publikation: Herrle, J.O. et al (2018): Black Sea outflow reponse to Holocene meltwater events. Scientific Reports, doi: 10.1038/s41598-018-22453-z

Bild zum Download finden Sie unter: www.uni-frankfurt.de/70930599

Bildtext: Anhand der Kalkalge Emiliana huxleyi konnte der Salzgehalt der nördlichen Ägais von vor 11.000 bis vor 5.000 Jahren bestimmt werden. Copyright: Jörg Bollmann

Information: Prof. Dr. Jens Herrle, Paläontologie und Klimaforschung, Fachbereich Geowissenschaften und Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum, Tel.: (069) Tel.: (069) 798-40180, jens.herrle@em.uni-frankfurt.de.

 

Mär 20 2018
11:49

Prof. Dr. Marion Saxer vom Institut für Musikwissenschaft der Goethe-Universität Frankfurt referiert im Rahmen der Ausstellung „Freiraum der Kunst“ zur musikalischen Avantgarde

Die Befreiung des Klangs

FRANKFURT. In der Vorlesung werden musikalische künstlerische Positionen der 1960er Jahre vorgestellt, die – bei aller Unterschiedlichkeit – durch eine neue Emphase für klangliche Phänomene miteinander verbunden sind. Ganz gleich ob es um eine neue Auffassung der Klangfarbe, offene Formkonzepte, Multimedia-Events, repetitive oder meditative Musikformen, Wahrnehmungsexperimente, medienintegrative experimentelle Ansätze, Fluxus oder politisches Denken geht: Die künstlerischen Strategien und Denkmotive in Musik und bildender Kunst berühren sich in vielerlei Hinsicht und stellen teilweise die Beziehung zu anderen Künsten selbst her. Amerikanische und europäische Konzepte kommen gleichermaßen zur Sprache.

In jeder Vorlesung wird ein Werk oder eine Werkreihe aus den Jahren 1964–1968 im Zentrum stehen und aus der Perspektive einer speziellen thematischen Fragestellung kontextualisiert werden.

Drei Gäste bereichern das Bild mit musikalischen Live-Darbietungen: der Frankfurter Komponist Rolf Riehm, die Sopranistin Carola Schlüter und ein Überraschungsgast.

Änderungen vorbehalten. Eintritt frei.

Veranstaltungsort:
Museum Giersch der Goethe-Universität
Schaumainkai 83, 60596 Frankfurt am Main

Do, 12.4.2018, 18 Uhr c.t.
Offene Form. Rolf Riehm im Gespräch über die Anfänge seines Komponierens in den 1960er Jahren
Rolf Riehm, Ungebräuchliches für Oboe solo (1964) in der Live-Interpretation von Christian Hommel 

Do, 19.4.2018, 18 Uhr c.t.
Klang als Klang. Morton Feldmans neuer Umgang mit der instrumentalen Farbe und die Beziehung zur Bildenden Kunst
Piano Piece (to Philip Guston), De Kooning für Horn Schlagzeug, Klavier (auch Celesta), Violine und Violoncello (1963) 

Do, 26.4.2018, 18 Uhr c.t.
Multimedia. Amerikanische und Europäische Ansätze, John Cage, Nam June Paik, Iannis Xenakis und andere
John Cage, HPSCD (1969), Iannis Xenakis, Polytope de Montreal (1967) 

Do, 3.5.2018, 18 Uhr c.t.
Politische Positionen. Vielfalt der künstlerischen Ansätze
Luigi Nono, La Fabricca Illuminata für Sopran und Tonband (1964), Live-Darbietung und Gespräch mit der Sopranistin Carola Schlüter 

Do, 17.5.2018, 18 Uhr c.t.
Repetitive Musik. Die Minimal-Musiker der ersten Stunde: Steve Reich, Terry Riley und La Monte Young
Steve Reich, It’s gonna rain for Tape (1965), Piano Phase (1967)

Do, 24.5.2018, 18 Uhr c.t.
Meditative Musik. Karlheinz Stockhausen, Intuitive Musik und andere
Karlheinz Stockhausen, Aus den Sieben Tagen für variable Besetzung (1968), Stimmung für sechs Vokalisten und sechs Mikrophone (1968) 

Do, 7.6.2018, 18 Uhr c.t.
Fluxus. Bemerkungen zu den „Event Scores“ des Fluxus 

Do, 21.6.2018, 18 Uhr c.t.
Aufbruch Orchester. Neue Möglichkeiten der Orchesterkomposition
B. A. Zimmermann, Photopsosis für Großes Orchester (1968), György Ligeti, Lontano für großes Orchester (1967) und Iannis Xenakis, Terretektorh für 88 Musiker im Publikum verteilt (1966)

Do, 28.6.2018, 18 Uhr c.t.
Experiment. Medienintegrative Kompositionen von John Cage, Alvin Lucier, Karlheinz Stockhausen und anderen
Alvin Lucier, Music for solo performer (1965), Karlheinz Stockhausen, Mikrophonie (1966) 

Do, 5.7.2018, 18 Uhr c.t.
Stimme/Ensemble. Neue Konfigurationen der Ensemblemusik bei Mauricio Kagel, György Ligeti, Helmut Lachenmann und anderen 

Do, 12.7.2018, 18 Uhr c.t.
Ausblick in die 1970er, Carte blanche, Überraschungsgast 

Kooperation mit dem Museum Giersch der Goethe-Universität in Begleitung der Ausstellung „Freiraum der Kunst – Die Studiogalerie der Goethe-Universität Frankfurt 1964–1968“ (18. März bis 8. Juli 2018)

Weitere Informationen zu Öffnungszeiten, Führungen, Vorträgen, Kinderprogramm und Sonderveranstaltungen unter http://www.museum-giersch.de/#/Presse. Förderer der Ausstellung: Stiftung Giersch, Familien-Schultz-Frentzel-Stiftung.

Informationen: Dipl. Kffr. Christine Karmann, Presse und Marketing Museum Giersch der Goethe-Universität, Tel: 069/138210121, E-Mail: presse@museum-giersch.de

Adresse: Museum Giersch der Goethe-Universität, Schaumainkai 83, 60596 Frankfurt am Main

 

Mär 16 2018
15:42

Dr. Albrecht Fester übernimmt das Amt an Hessens größter Universität

Goethe-Universität hat neuen Kanzler

FRANKFURT. Die Goethe-Universität hat einen neuen Kanzler: Dr. Albrecht Fester (62) hat in dieser Woche seine Position als Verwaltungschef von Hessens größter und Deutschlands drittgrößter Universität angetreten. Nach dem Abschied des früheren Kanzlers Holger Gottschalk hatte der promovierte Chemiker das Amt bereits kommissarisch ausgeübt. In der Amtszeit seines Vorgängers war er zudem dessen Stellvertreter gewesen.

Der gebürtige Bad-Homburger ist mit einer Richterin verheiratet und Vater von zwei erwachsenen Söhnen. Nach dem Abschluss als Dipl. Ing. an der TU Darmstadt wechselte er als Wissenschaftler 1986 an die Goethe-Universität. Seit 2004 arbeitete er in verschiedenen Leitungsfunktionen in der Verwaltung.

Universitätspräsidentin Prof. Dr. Birgitta Wolff sagt: „Ich bin sehr froh, dass wir Albrecht Fester als Kanzler gewinnen konnten. Er kennt die Goethe-Universität sowohl durch seinen eigenen wissenschaftlichen Werdegang als auch als langjähriger Chef des Bereichs Immobilien und Baumanagement wie kaum ein anderer. Er verfügt über dezidierte Kenntnisse und Erfahrungen in der Personalführung, aber auch der Haushaltsaufstellung und des Finanzcontrollings und wird als zuverlässiger Gesprächspartner und Problemlöser in der gesamten Uni sehr geschätzt. Ich freue mich sehr auf die weitere, noch engere Zusammenarbeit.“

Dr. Albrecht Fester erklärt: „Ich freue mich sehr über den Vertrauensvorschuss, den diese Ernennung bedeutet. Ich werde mich mit voller Energie für die Belange unserer Universität einsetzen, um das in mich gesetzte Vertrauen  zu rechtfertigen. Die Goethe-Universität muss in den nächsten Jahren viele Herausforderungen bewältigen, sei es die Weiterführung unseres ambitionierten Bauprogramms an allen Standorten, Digitalisierung und Internationalisierung der Verwaltung sowie auch Themen der Personalentwicklung und Gewinnung, um nur einige Schwerpunkte zu nennen. Ich freue mich darauf, gemeinsam mit allen Beteiligten die Entwicklung der Goethe-Universität zu gestalten.“

Gemäß Hessischem Hochschulgesetz (§41, Abs.1) ist der Kanzler Mitglied des Universitätspräsidiums und „leitet die Hochschulverwaltung nach den Richtlinien des Präsidiums“. Der Kanzler ist Beauftragter für den Haushalt und nimmt nach Maßgabe der Beschlussfassung des Präsidiums die Haushalts-, Personal- und Rechtsangelegenheiten wahr.“ Zudem vertritt er die Dienststelle gegenüber dem Personalrat und ist darüber hinaus Beauftragter des Präsidiums in Tarifangelegenheiten und verantwortlich für das Liegenschafts- und Vermögensmanagement.

Ein Foto von Herrn Fester finden Sie zum Download unter: http://www.uni-frankfurt.de/70885722

 

Mär 16 2018
13:18

Vortragsreihe im Forschungskolleg Humanwissenschaften

Deutsch-italienische Wirtschaftsbeziehungen – Vorreiter Europas?

FRANKFURT/BAD HOMBURG. Schon in früheren Jahrhunderten gab es zwischen Deutschland und Italien enge Wirtschaftsbeziehungen. Eine neue Vortragsreihe im Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität in Bad Homburg beleuchtet diese Beziehungen, ihre Voraussetzungen und ihre Bedeutung.

Der Eröffnungsvortrag der Reihe „Deutsch-italienische Wirtschaftsbeziehungen in Neuzeit und Moderne“ mit dem Titel „Wirtschaftliche Umwälzungen: Deutschland und Italien in der Sattelzeit (1750-1870)“ von Wirtschaftshistoriker Prof. Werner Plumpe findet am

Donnerstag, 22. März, um 19 Uhr, im Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität, Am Wingertsberg 4, Bad Homburg,

statt.

Das Rhein-Main-Gebiet und die Lombardei haben eine Reihe transalpiner Laufbahnen hervorgebracht: so zum Beispiel die Brentanos, die aus dem lombardischen Adel stammten und sich im Zuge mehrerer Generationen im Frankfurter Wirtschaftsbürgertum etablierten. Die neue Vortragsreihe des Forschungskollegs Humanwissenschaften in Kooperation mit der Werner Reimers Stiftung und dem Deutsch-Italienischen Zentrum für Europäische Exzellenz Villa Vigoni wird ein Licht auf die Geschichte deutsch-italienischer Wirtschaftsbeziehungen werfen. Was kennzeichnete die transalpinen Beziehungen? Waren die Bedingungen dafür allgemein sehr günstig? Oder handelte es sich um Ausnahmeerscheinungen? Und waren die gut vernetzten Unternehmer möglicherweise Vorreiter für ein vereintes Europa?

Im Eröffnungsvortrag wird Werner Plumpe über die Epoche der „Sattelzeit“ sprechen, der Transformationsphase von Früher Neuzeit zu Moderne. Deutschland und Italien waren damals semantische nationale Räume, noch keine politischen Gebilde. Für die „Deutschen“ fungierte „Italien“ oftmals als Wunschbild oder Kontrastfolie. Vor diesem Hintergrund gibt Werner Plumpe einen Überblick über eine entscheidende Phase der deutschen und italienischen Wirtschaftsgeschichte. Er bettet die wirtschaftlichen Umwälzungen dieser Epoche in einen größeren Kontext ein, zeigt Besonderheiten auf.

Die Vortragsreihe wird von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main, der Frankfurter Stiftung für Deutsch-Italienische Studien, der Deutsch-Italienischen Vereinigung sowie der Rechtsanwaltskanzlei Dolce Lauda gefördert und steht unter der Schirmherrschaft des italienischen Generalkonsulats Frankfurt am Main.

Weitere Termine und Themen im Überblick:

Dienstag, 3. April, 19 Uhr
Die deutsch-lombardischen Handelsbeziehungen in der Langzeitperspektive 1400-1800
Dr. Magnus Ressel (Frankfurt am Main) 

Donnerstag, 17. Mai, 19 Uhr
Die Händlerfamilie der Brentanos in Frankfurt um 1800
Prof. Dr. Ralf Banken (Frankfurt am Main)

Dienstag, 29. Mai, 19 Uhr
Fremde Herkunft – deutsche Heimat. Die Brentanos und Italien
Prof. Dr. Wolfgang Bunzel (Frankfurt am Main) 

Dienstag, 26. Juni, 19 Uhr
Kaufmännische Netzwerke der Deutschen im Zeitalter Napoleons
Monika Poettinger (Mailand) 

Dienstag, 3. Juli, 19 Uhr
Weltgewandte Wirtschaftsbürger? Deutsch-italienische Netzwerke in Frankfurt am Main um 1850
Dr. Ellinor Schweighöfer (Bad Homburg) 

Donnerstag, 25. Oktober, 19 Uhr
Deutsches Mäzenatentum und der italienische Kunstmarkt
Prof. Gabriele Clemens (Saarbrücken) 

Dienstag, 30. Oktober
Heinrich Mylius (1769-1854). Ein Frankfurter Kaufmann in Mailand und sein musikkulturelles Netzwerk
Viola Usselmann M.A. (Loveno di Menaggio) 

Dienstag, 13. November
Johann Wolfgang von Goethes Konzept der Weltliteratur als eines „geistigen Handelsverkehrs“ vor dem Hintergrund seiner Beziehungen zu Heinrich Mylius und Alessandro Manzoni

Freitag, 30. November
Podiumsdiskussion: Gemeinsam in Europa. Deutsch-italienische Wirtschaftsbeziehungen
Teilnehmer: Gustavo Corni (Trient), Dr. Gabriele D’Ottavio (Trient), Dr. Grazia Prontera (Salzburg) 

Donnerstag, 28. Februar 2019
Buchpräsentation: Buchpräsentation: Heinrich Mylius (1769-1854) und die deutsch-italienischen Verbindungen im Zeitalter der Revolution. Die Lombardei und das nordalpine Europa im frühen 19. Jahrhundert

Anmeldung: info@forschungskolleg-humanwissenschaften.de

Informationen: http://www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de/index.php/projects/italien-deutschland

Kontakt: Dr. Ellinor Schweighöfer, Tel.: 06172-13977-14 oder -0, schweighoefer@forschungskolleg-humanwissenschaften.de; www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de.

 

Mär 16 2018
11:19

Leuchtende Marker zeigen Zahl der eingeschleusten Gene an

„AGameOfClones“ unterscheidet transgene Organismen

FRANKFURT. Transgene Organismen, also Tiere oder Pflanzen, in die ein fremdes Gen eingebracht wurde, sind leistungsstarke Werkzeuge, um biologische Prozesse zu analysieren oder menschliche Krankheiten nachzubilden. Bei vielen Individuen, die im Laufe einer Studie erzeugt werden, liegt das Transgen jedoch nur auf einem der beiden gepaarten Chromosomen, was deren experimentelle Verwendung einschränkt. Forscher der Goethe-Universität haben jetzt ein Konzept namens „AGameOfClones“ entwickelt, mit dem man auf einfache Weise unterscheiden kann, ob transgene Organismen das fremde Gen auf einem oder auf beiden Chromsomen tragen. Dies erleichtert die Zucht und kommt auch dem Tierschutz zugute.

Forscher nutzen häufig Modellorganismen wie Mäuse, Zebrafische und verschiedene Insektenarten, um biologische Prozesse zu verstehen – mit der Grundidee, dass Entdeckungen auch auf andere Arten übertragbar sind. Eine gängige Technik ist die Genmanipulation, bei der ein fremdes Gen, auch Transgen genannt, in eines der Chromosome des gewünschten Organismus eingeschleust wird. Viele Modellorganismen besitzen gepaarte Chromosomensätze – jeweils eines stammt von jedem Elternteil. In den Chromosomenpaaren sind die Gene in der gleichen Reihenfolge angeordnet, sie haben aber nicht notwendigerweise identische Versionen dieser Gene.

Neu geschaffene transgene Organismen tragen das Transgen jedoch nur auf einem der Chromosomen. Dies kann ein Problem für die Forscher sein, denn viele Experimente erfordern Individuen, die das fremde Gen auf beiden Seiten tragen. Leider können nur kostspielige und fehleranfällige Methoden zwischen diesen Individuen unterscheiden. Um diese Nachteile zu überwinden, entwickelte Frederic Strobl aus der Arbeitsgruppe von Prof. Ernst Stelzer am Buchmann Institut für Molekulare Lebenswissenschaften der Goethe-Universität ein genetisches Konzept namens „AGameOfClones“ und wendete es auf den Rotbraunen Reismehlkäfer Tribolium castaneum an.

In diesem Ansatz beinhaltet das fremde Gen zusätzlich Sequenzen für zwei Marker-Proteine mit unterschiedlichen Fluoreszenzfarben. Nach mehreren Generationen der Züchtung entstehen zwei Varianten des Transgens, die jeweils nur einen Marker behalten. Das bedeutet, dass in der folgenden Generation die Nachkommen, die beide Marker zeigen, die Nachkommen sein müssen, die das fremde Gen auf beiden Chromosomen tragen. Das „AGameOfClones“-Konzept hat mehrere wesentliche Vorteile: Individuen mit unterschiedlichen Markern lassen sich leicht identifizieren, das Verfahren ist kostengünstig und zuverlässig und kann auf nahezu alle Modellorganismen angewendet werden. Dies kommt besonders dem Tierschutz zugute, da für entsprechende Experimente nicht geeignete Individuen ausgeschlossen werden können, sobald die Marker nachweisbar werden.

Publikation (Open Access): Frederic Strobl, Anita Anderl, Ernst HK Stelzer: A universal vector concept for a direct genotyping of transgenic organisms and a systematic creation of homozygous lines.

DOI: https://doi.org/10.7554/eLife.31677

Bilder zum Download finden Sie unter: www.uni-frankfurt.de/70857515

Informationen: Prof. Dr. Ernst Stelzer und Frederic Strobl, Physikalische Biologie, Fachbereich Biowissenschaften, und Buchmann Institut für molekulare Lebenswissenschaften, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-42547, ernst.stelzer@physikalischebiologie.de, (069)798-42551, frederic.strobl@physikalischebiologie.de

 

Mär 12 2018
16:46

Wettbewerbe des Frankfurter Big Data Lab mit der Deutsche Bahn AG und Procter & Gamble (P&G)

Ideen für eine smarte Zukunft

FRANKFURT. Mit zwei Wettbewerben ruft das BIG DATA Lab an der Goethe-Universität in Zusammenarbeit mit der Deutsche Bahn AG und Procter & Gamble (P&G) Studierende dazu auf, Ideen für die Mobilität und Logistik von morgen zu entwickeln. Bei der „Data Challenge“ von P&G und dem BIG DATA LAB wird den Teilnehmenden die Aufgabe gestellt, den Marktauftritt des global tätigen Konsumgüterunternehmens im Raum Frankfurt zu optimieren und die Verbraucher noch besser anzusprechen. Beim DB Award „Smart Cities“ der Deutsche Bahn AG und dem BIG DATA LAB sollen Studierende Lösungen für die smarte Mobilität im urbanen Raum prototypisch entwerfen. Interessante Preise warten auf die Gewinner beider Wettbewerbe.

Angesprochen sind Bachelor, Master- und Promotionsstudierende der Goethe-Universität aus einer Vielzahl an Disziplinen (beispielsweise aus der Informatik, Mathematik, Wirtschaftswissenschaften, Marketing und Psychologie).

Genauere Informationen zur Teilnahme, zum begleitenden Seminar sowie zur Anmeldung unter www.bigdata.uni-frankfurt.de/web-business-data-challenges-ss-2018/

Die Deadline für die Anmeldung ist der 5. April 2018.

Zum Hintergrund der „Date Challenge“: Procter & Gamble (P&G) verfügt über eines der stärksten Markenportfolien weltweit und fokussiert sich bei der Transformation auf vier Kernbereiche: Straffung und Stärkung des Produktportfolios, Verbesserung von Produktivität und Kostenstrukturen, Aufbau einer nachhaltigen Basis für stärkeres Wachstum sowie Stärkung der Organisation und Unternehmenskultur. Vor diesem Hintergrund sollen die Teilnehmenden im Wettbewerb ihre Daten- und Technologie-Expertise einbringen, um in einem sich laufend wandelnden Umfeld innovativen Ideen und Algorithmen entwickeln, die die Verbraucher überzeugen. Im Fokus stehen zwei Fragen: Wie lassen sich historische Daten und selbstverbessernde Algorithmen nutzen, um die Nachfrage zukünftig besser vorherzusagen? Und welche Impulse lassen sich in der Einzelhandelslandschaft setzen, um die Konsumentennachfrage in Frankfurt besser bedienen zu können?

Die Teilnehmenden haben Zugriff auf anonymisierte historische Bestell- und Versanddaten, Lieferketten-Details sowie auf ausgewählte anomysierte Verbraucherdaten. Zudem sind Faktoren, die die Nachfrage beeinflussen können (z.B. die Wettervorhersage) zu berücksichtigen. Hinzu kommen aktuelle Daten zur Einzelhandelslandschaft sowie demografischen Merkmale des Stadtteils. Im Ergebnis soll die Verbesserung der Lieferkette und Transporteffizienz stehen sowie Ansätze, Offline- und Online-Shopping-Angebote weiterzuentwickeln, um den Anforderungen der Konsumenten gerecht zu werden.

Unter den Teams, die beide Themenaspekte der „Data Challenge“ erfolgreich meistern, werden drei Gewinner mit attraktiven Preisen ausgezeichnet: mehrtägige Reisen nach Genf und Köln, ein Sachpreis sowie jeweils Pokale.

Zum Hintergrund des DB Award „Smart Cities“: Die Gestaltung des zukünftigen städtischen Lebens wird neben anderen Faktoren wesentlich von der Gestaltung der Mobilität in den immer stärker verdichteten oder entleerten Räumen abhängen. Die Deutsche Bahn AG als einer der wenigen umfassenden Mobilitätsanbieter will dabei die aktuelle Entwicklung zu einer vernetzten, smarten und nachhaltigen Mobilität wesentlich mitgestalten. Aus diesem Grund kommt der Entwicklung und Einrichtung von digital vernetzten Möglichkeiten für die Bereitstellung von bequemen, bezahlbaren und gleichzeitig umweltfreundlichen Lösungen einer urbanen Mobilität und Logistik eine ganz entscheidende Bedeutung zu.

Folgende Fragen stehen beim DB Award „Smart Cities“ im Fokus:

  1. Wie wird die smarte integrierte Mobilität über unterschiedliche Verkehrsträger in der Zukunft aussehen können?
  2. Wie wird smarte Logistik durch Erweiterung von infrastrukturellen Angeboten neu definiert?
  3. Wie wird veränderte smarte Mobilität durch die Nutzung von Knoten und Umstiegspunkten und der Umgestaltung von Third Places möglich?
  4. Welche Konzeptionen für eine „mobility on demand“ oder den neuen Möglichkeiten des autonomen Fahrens können prototypisch schon heute veranschaulicht werden?

Attraktive Preise warten auf die Gewinner der Challenge: ein Wochenend-Trip nach Berlin, wertvolle Gutscheine sowie jeweils Pokale. 

 

Mär 12 2018
16:45

Informationen für Interessierte und Betroffene zu normaler und pathologischer Trauer und deren Behandlungsmöglichkeit im Rahmen einer bundesweiten Studie zur Therapie „Anhaltender Trauer“

Öffentlicher Vortrag: „Ab wann wird Trauer zur Krankheit?“

FRANKFURT. Trauer ist ein normaler Prozess, den alle Menschen eines Tages durchlaufen müssen. Dennoch gibt es einige, die besonders lange und intensiv unter dem Verlust leiden und dadurch anhaltend in ihrer Lebensführung beeinträchtigt sind. Studien gehen davon aus, dass etwa fünf Prozent der Trauernden eine sogenannte „Anhaltende Trauerstörung“ entwickeln. Diese ist oft mit einer intensiven Sehnsucht nach der verstorbenen Person sowie erheblichen Beschwerden verbunden, die nachhaltig den Alltag beeinträchtigen können. Patienten fällt es zudem oft schwer, den Tod der geliebten Person zu akzeptieren; Hinterbliebene beschäftigen sich exzessiv mit dem Verlust und der verstorbenen Person auch in der Form, dass sie sich Selbstvorwürfe machen oder gänzlich alles vermeiden, auch Orte, die sie an die verstorbene Person erinnern.

Im Rahmen eines Informationsabends, der am Donnerstag, den 15.03.2018, von 18.30 bis 20 Uhr in den Räumlichkeiten des Zentrums für Psychotherapie stattfindet (Raum 408, 4. Stock, Varrentrappstraße 40-42, 60486 Frankfurt), erhalten Interessierte und Betroffene die Möglichkeit, sich allgemein über das Thema Trauer zu informieren; erörtert wird, welche Risikofaktoren es gibt und wie eine mögliche Behandlung im Rahmen der oben beschriebenen Studie „PROGRID“ (die Abkürzung steht für „Prolonged Grief Disorder“, dem englischen Ausdruck für Anhaltende Trauerstörung) aussieht. Der Vortrag wird von der Studienkoordinatorin M.Sc. Octavia Harrison gehalten.

Bereits seit Juni 2017 bietet das Zentrum für Psychotherapie Betroffene zwei verschiedene Therapieprogramme zur Behandlung Anhaltender Trauer an. Bei beiden Therapieprogrammen handelt es sich um Einzeltherapien, die aus 20 wöchentlich stattfindenden Sitzungen bestehen. Die Kosten werden von den Krankenkassen übernommen. Die erste Behandlungsform konzentriert sich dabei insbesondere auf die Trauer selbst, während die zweite Behandlungsform insbesondere die durch Trauer verursachten Schwierigkeiten im Alltag näher betrachtet.

Die Studie, die nicht nur in Frankfurt, sondern auch an drei weiteren Standorten in Deutschland durchgeführt wird, wird von der renommierten Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert. Bisher konnten bereits einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der Studie aufgenommen werden und befinden sich momentan in laufenden Therapien.

„Die bisherige Resonanz der Studie ist sehr gut. Viele Patientinnen und Patienten waren bereits länger auf der Suche nach einem passenden therapeutischen Angebot und wir sind sehr froh, dass wir den Betroffenen im Rahmen unserer Studie ein solches Angebot so leicht anbieten können“, erklärt Privatdozentin Dr. Regina Steil, Leiterin der Studie in Frankfurt, Abteilung Klinische Psychologie und Psychotherapie an der Goethe-Universität. „Dennoch sind wir weiter auf der Suche nach Teilnehmerinnen und Teilnehmern“. Gesucht werden weiterhin Betroffene aus dem Rhein-Main-Gebiet, die zwischen 18 und 75 Jahren alt sind und aktuell keine weitere Psychotherapie in Anspruch nehmen.

Kontaktperson für weitere Informationen und ein Erstgespräch ist M.Sc. Octavia Harrison, Studienkoordinatorin am Lehrstuhl für Klinische Psychologie und Psychotherapie (harrison@psych.uni-frankfurt.de, 069 798 23973).

Für weitere Informationen und eine Anmeldung zum Vortrag wenden Sie sich bitte an M.Sc. Octavia Harrison, Zentrum für Psychotherapie der Goethe-Universität, Tel. (069) 798 23973; harrison@psych.uni-frankfurt.de; www.trauer-therapie.de

 

Mär 12 2018
16:43

Einladung zur öffentlichen Abschlussveranstaltung

Abschied von NiddaMan

FRANKFURT. Wie geht es den Flüssen in Deutschland? Welche Faktoren beeinflussen die Wasserqualität? Und wie kann man die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteuren verbessern? Das haben Wissenschaftler, Praktiker und Experten aus elf Institutionen unter Federführung der Goethe-Universität am Beispiel der Nidda untersucht. Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung in Rahmen des Förderschwerpunkts „Regionales Wasserressourcen-Management für den nachhaltigen Gewässerschutz in Deutschland“ finanziert. Nach drei Jahren ziehen die Beteiligten nun Bilanz im Rahmen einer öffentlichen Abschlussveranstaltung für NiddaMan

am 20. März 2018 von 10 bis 18 Uhr im Otto-Stern-Zentrum, Hörsaal 3, Campus Riedberg

In Vorträgen und Podiumsdiskussionen geht es um folgende Themen: Ökosystem- und Fischgesundheit, Spurenstoffe in Fließgewässern, Modellierung von Abflussvorgängen und Stoffeinträgen, technische Maßnahmen und Anpassungsstrategien, Nutzungskonflikte im Einzugsgebiet und Wissenstransfer in Praxis und Öffentlichkeit.

Die Veranstaltung richtet sich an Praktiker, Wissenschaftler, Interessenvertreter, Studierende, Entscheidungsträger im Bereich Wasserforschung sowie Bürgerinnen und Bürger. Die Teilnahme ist kostenlos.

Um Anmeldung wird gebeten unter (069) 798 42140 oder goldmann@bio.uni-frankfurt.de.

Information: Dr. Ulrike Schulte-Oehlmann, NiddaMan Projektkoordinatorin, Abteilung Aquatische Ökotoxikologie, Fachbereich 15, Campus Riedberg, Tel: (069)798-42147; schulte-oehlmann@bio.uni-frankfurt.de.

 

Mär 9 2018
10:29

Goethe-Universität bietet Schulungen für Psychotherapeuten an

Hilfe für traumatisierte Geflüchtete

FRANKFURT. Frankfurt Menschen, die vor Folter und Krieg flüchten, leiden häufig unter den Folgen traumatischer Ereignisse, die sie im Heimatland oder auf der Flucht erlebt haben. Schätzungen aus einem deutschen Aufnahmelager lassen vermuten, dass etwa ein Drittel der neu angekommenen Geflüchteten an einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) leidet.1 Diese psychische Störung geht mit wiederkehrenden sehr belastenden Erinnerungen, Alpträumen, Schlafstörungen und Konzentrationsstörungen einher. Sprachliche Barrieren und andere Hürden im neuen Land erschweren, dass Geflüchtete mit einer PTBS psychotherapeutische Behandlung erhalten.

Im Rahmen eines von der Aventis Foundation geförderten Projektes möchten Psychotherapeuten der Abteilung für Klinische Psychologie und Psychotherapie der Goethe-Universität dazu beitragen, die Versorgung Geflüchteter mit PTBS nachhaltig zu verbessern. In einem ersten Schritt werden zehn Psychotherapeuten in Frankfurt und Darmstadt darin geschult, in ihren Praxen Traumatherapien für geflüchtete Menschen durchzuführen. Sie erlernen eine weltweit sehr gut untersuchte Psychotherapie von Traumafolgestörungen. Die Betroffenen erhalten 12-16 Behandlungssitzungen. Es werden Doppelsitzungen angeboten, weil die meisten Therapien mit Hilfe eines Sprachmittlers durchgeführt werden müssen.

„Die Cognitive Processing Therapy ist durch ihre vergleichsweise kurze Dauer und hohe Wirksamkeit ein sehr geeignetes Verfahren“, erklärt Privatdozentin und Studienleiterin Regina Steil, die über langjährige Erfahrungen in der Behandlung traumatisierter Menschen verfügt. „Diese Therapie ist schonend: Sie kommt ohne eine lange Konfrontation mit den traumatischen Erinnerungen aus, die von den Patienten oft als sehr belastend erlebt wird.“, so Steil. In der Behandlung beschäftigen sich Therapeut und Patient gemeinsam mit  belastenden Überzeugungen, die die Betroffenen in der Folge der traumatischen Ereignisse entwickelt haben. Therapieforscherin und Psychotherapeutin Dr. Meike Müller-Engelmann gibt ein Beispiel: „Viele Betroffene denken: „Ich bin schuld an dem, was mir passiert ist. Ich hätte an diesem Tag nicht an diesem Ort sein dürfen, ich hätte wissen müssen, was passiert. Solche Selbstvorwürfe verhindern  langfristig, das Geschehene verarbeiten zu können.“ Therapeut und Patient stellen diese Überzeugungen gemeinsam auf den Prüfstand und  der Therapeut unterstützt den Patienten dabei, hilfreichere Einstellungen zu entwickeln.

„Eine große Herausforderung wird es sein, unsere westlich geprägte Psychotherapie an die Bedürfnisse der Geflüchteten anzupassen“, erklärt Prof. Dr. Ulrich Stangier, Lehrstuhlinhaber für Klinische Psychologie und Psychotherapie der Goethe-Universität. Stangier und sein Team arbeiten seit 2016 an Therapiekonzepten für geflüchtete Patienten. Bereits 120 Hilfesuchende sind in der Psychosozialen Beratungsstelle für Geflüchtete an der Goethe Universität unterstützt worden, unter anderem mit Gruppentherapien und Einzelberatung. „Therapien lassen sich nicht einfach eins zu eins für Geflüchtete übernehmen. Wichtig ist ein kultursensibles Vorgehen“, so Stangier. „Zum Beispiel müssen wir Therapeuten den Geflüchteten mehr Raum für Ihre Alltagssorgen geben, etwa bei einem ungeklärten Aufenthaltsstatus oder falls die Familie im Kriegsgebiet gefährdet ist.“ Auch der Einsatz geschulter Dolmetscher in Farsi oder Arabisch ist Teil des Projekts.

Nora Görg, die Koordinatorin des Projekts, berichtet von einem großen  Bedarf an Traumatherapien für Geflüchtete. „Wir haben schon jetzt Anfragen erhalten, noch vor dem offiziellen Start der Studie.“ Langfristig möchten die Frankfurter Forscher ein Netzwerk an Therapeuten im Rhein-Main-Gebiet aufbauen, die geflüchteten Menschen bei der Bewältigung einer PTBS helfen können.

Die Therapeutenschulungen und die Therapien sollen im April beginnen. Betroffene Geflüchtete aus dem Raum Frankfurt/Darmstadt sowie an einer Projektteilnahme interessierte Psychotherapeuten aus Darmstadt können sich bereits jetzt bei der Studienleitung melden:
Dipl.-Psych. Nora Görg, Tel.: 069-79823844, Goerg@psych.uni-frankfurt.de

 

Mär 9 2018
09:50

Mit dem geplanten Goethe-Hochleistungsrechner gehört Frankfurt zu den Top 20 Supercomputing-Standorten in Deutschland

Goethe-Universität wird Mitglied der Gauß-Allianz

FRANKFURT. Mit dem geplanten neuen Goethe-Hochleistungsrechner, der vom Wissenschaftsrat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit insgesamt 7,5 Millionen Euro gefördert wird, ist die Goethe-Universität in die angesehene Gauß-Allianz aufgenommen worden – als eines von insgesamt drei Hochleistungsrechenzentren in Hessen. Die Gauß-Allianz ist ein gemeinnütziger Verein zur Förderung von Supercomputing-Ressourcen der obersten Leistungsklassen in Deutschland.

Die Präsidentin der Goethe-Universität, Prof. Dr. Birgitta Wolff, sagte: „Glückwunsch für das Team um Volker Lindenstruth und Hans Jürgen Lüdde. Mit ihrem smarten und originellen Konstruktionsansatz von Großrechnern ist es ihnen gelungen, höchste Energieeffizienz und extreme Leistungsfähigkeit in einzigartiger Weise miteinander zu kombinieren. Der Erfolg wissenschaftlicher, aber auch anderer Großprojekte wird in Zukunft maßgeblich davon abhängen, ob ausreichende Rechnerkapazitäten vorhanden sind. Die Goethe-Universität und benachbarte Einrichtungen sind mit dem GOETHE-HRL sehr gut gerüstet.“  

Mit dem Höchstleistungsrechner GOETHE-HRL knüpft die Goethe-Universität an ihre außergewöhnliche Green IT-Erfolgsgeschichte an. Diese begann Ende 2010 mit dem LOEWE-CSC, der nun abgelöst werden soll. Das Team um Rechnerarchitekten Prof. Volker Lindenstruth und Prof. Hans Jürgen Lüdde hat das innovative Konstruktionsprinzip weiterentwickelt, das hohe Energieeinsparungen mit stark gestiegener Leistungsfähigkeit verbindet. Supercomputer dieser Bauart haben bereits mehrfach Spitzenpositionen in internationalen Rankings für Rechenleistung und Energieeffizienz erzielt. 2014 erreichte der Supercomputer L-CSC in der Rangliste Green500 Platz eins und war damit der Energiespar-Weltmeister unter den Superrechnern. Errichtet wird der Rechner im Rechenzentrum des LOEWE-CSC im Industriepark Höchst.

Ziel der Gauß-Allianz ist es, das "High Performance Computing" (HPC) als eigenständige strategische Forschungsaktivität zu fördern und die internationale Sichtbarkeit der deutschen Forschung auf diesem Gebiet zu verbessern. Derzeit gehören der Allianz 19 Forschungszentren und Universitäten an. In Hessen sind es jetzt Goethe-Universität, der Deutsche Wetterdienst (DWD) und die TU Darmstadt. Die Goethe-Universität vertritt das Green Computing in der Gauß-Allianz. Darunter zu verstehen sind höchst effiziente Rechenzentren, Hochleistungsrechner und Algorithmen, die durch ihren niedrigen Energieverbrauch die Umweltressourcen schonen. Schon jetzt werden die bestehenden Hochleistungsrechner an der Goethe-Universität CO2- neutral betrieben.

„Mit dem Ausbau der hoch innovativen Rechnerarchitektur demonstriert die Goethe-Universität ihre langfristige Unterstützung des energieeffizienten Hochleistungsrechnens, des Green-IT. Die neue Rechnerinfrastruktur eröffnet zudem neue Möglichkeiten für die Anwendung und in der datenintensiven Forschung“, so Prof. Volker Lindenstruth.

Information: Prof. Volker Lindenstruth, Frankfurt Institute for Advanced Studies, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-44101, voli@compeng.de

 

Mär 7 2018
15:08

Eine Ausstellung im Museum Giersch der Goethe-Universität vom 18. März 2018 bis 08. Juli 2018

Freiraum der Kunst – Die Studiogalerie der Goethe-Universität 1964–1968

FRANKFURT. Die vom Allgemeinen Studentenausschuss (AStA) betriebene Studiogalerie der Goethe-Universität Frankfurt präsentierte im Studentenhaus auf dem Campus Bockenheim von 1964 bis 1968 Ausstellungen und Veranstaltungen der nationalen und internationalen Avantgarde. Das Programm vermittelte die neuesten Tendenzen einer progressiven, experimentierfreudigen Kunst. Ausstellungen mit Malerei und Objekten der Licht-Kunst und Kinetischen Kunst, der Konkreten Kunst, des Neuen Realismus, der Op-Art, der Hard Edge- und Farbmalerei, aber auch Fluxus-Konzerte und Happenings verstanden sich als studentischer Beitrag zur Demokratisierung von Kunst und Gesellschaft.

Nach anfänglicher Aufbruchsstimmung, mittels Kunst die Gesellschaft verändern zu können, stellte die Studiogalerie im Zuge der Radikalisierung der Frankfurter Studentenschaft 1968 ihre Aktivitäten ein.

Die Ausstellung zeichnet die Geschichte der Studiogalerie nach. Als einer der Höhepunkte der studentischen Initiative gilt die Ausstellung „Serielle Formationen“ von 1967. Diese brachte erstmals Vertreter der amerikanischen Minimal Art wie Donald Judd, Frank Stella, Sol LeWitt mit Positionen der europäischen Avantgarde wie Jan Henderikse, Adolf Luther, Peter Roehr und Jan Schoonhoven zusammen. Dank der Kooperation mit der Daimler Art Collection kann auch diese legendäre Ausstellung in ihren Grundzügen vorgestellt werden.

Die Ausstellung zur Studiogalerie versteht sich als kunsthistorischer Beitrag des Museums zum Projekt „50 Jahre 68“ der Goethe-Universität, die mit zahlreichen Veranstaltungen an das epochale Jahr erinnert.

Pressekonferenz: Donnerstag, 15. März 2018, 11 Uhr

  • Dr. Manfred Großkinsky, Museumsleiter und Kurator der Ausstellung
  • Dipl. Kffr. Christine Karmann, Presse und Marketing

Ausstellungseröffnung: Sonntag, 18. März 2017, 11 Uhr

  • Prof. Dr. Birgitta Wolff, Präsidentin der Goethe-Universität
  • Dr. Manfred Großkinsky, Museumsleiter

Publikation: Der Katalog erscheint im Michael Imhof Verlag und kostet 29,- € im Museum.

Bilder zum Download unter: http://www.museum-giersch.de/#/Presse. (Passwort: museumgiersch2018)

Weitere Informationen zu Öffnungszeiten, Führungen, Vorträgen, einer öffentliche Vorlesung, Kinderprogramm und Sonderveranstaltungen unter http://www.museum-giersch.de/#/Presse. Förderer der Ausstellung: Stiftung Giersch, Familien-Schultz-Frentzel-Stiftung.

Informationen: Dipl. Kffr. Christine Karmann, Presse und Marketing Museum Giersch der Goethe-Universität, Tel: 069/138210121, E-Mail: presse@museum-giersch.de

Adresse: Museum Giersch der Goethe-Universität, Schaumainkai 83, 60596 Frankfurt am Main

 

Mär 6 2018
15:23

17 Hochschulen der Region FrankfurtRheinMain bündeln ihre Aktivitäten zur Förderung von Gründergeist und Unternehmertum

Startup-Angebote der Hochschulen deutschlandweit vorbildlich

FRANKFURT. Die Hochschulen der Wissensregion FrankfurtRheinMain rücken näher zusammen und bündeln in einem zentralen Internet-Portal ihre Kompetenzen bei der Unterstützung von Startup-Initiativen aus dem akademischen Umfeld. Ab sofort können sich gründungsinteressierte Studierende, Startups in den frühen Phasen des Aufbaus oder Startups auf Wachstumskurs informieren, an welcher Hochschule sie passende Angebote finden. Dazu zählen unter anderem Inkubatoren und Acceleratoren, Förderprogrammberatung, Kooperationsangebote mit externen Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft, Wettbewerbe und Gründerpreise. Im Besonderen stehen auch Angebote für eine interdisziplinäre und hochschulübergreifende Teambildung zur Verfügung. Eine Übersicht der einzelnen Ansprechpartner an den Hochschulen rundet das Spektrum ab.

Worum geht es: Startups benötigen für die Umsetzung ihrer innovativen Geschäftsmodelle sehr gute Rahmenbedingungen, um marktfähig zu werden und zu wachsen. Diese sind in der Region FrankfurtRheinMain zwar bereits gut, bieten jedoch noch deutliches Verbesserungspotenzial! So fällt es Startups vergleichsweise schwer, qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Auch bürokratische Hürden sind ein Hemmschuh, ebenso der Zugang zur Wachstumsfinanzierung. Auf der Habenseite der Region stehen dagegen die bereits gut ausgebauten Angebote für Startups der 17 Hochschulen, die nun erstmals zusammengeführt und veröffentlicht werden.

Ziel des Zusammenschlusses unter Federführung der Initiative Wissensregion: noch mehr Startups zum Erfolg zu führen und das regionale Startup-Ökosystem zu stärken. Dabei sollen nicht nur Talente aus der Region, sondern auch von außerhalb auf die umfangreichen Angebote der Hochschulen aufmerksam gemacht werden.

Auf Einladung von Prof. Dr. Birgitta Wolff, Präsidentin der Goethe-Universität Frankfurt, wird das Startup Hochschulnetz heute (6. März) auf der Plattform http://rhein-main-startups.com/hochschulnetz/ vorgestellt. Den Aufbau der Seite sowie die Aufbereitung und Veröffentlichung der Daten übernahm der Betreiber der Seite, Paul Herwarth von Bittenfeld, selbst Startup-Geschäftsführer und gleichzeitig Partner im Softwareunternehmen //SEIBERT/MEDIA GmbH aus Wiesbaden.

„Uns liegen Beschäftigung und hohe Lebensqualität in der Region sehr am Herzen und wir wissen, dass in einer Region mit guten Rahmenbedingungen neue zukunftsfähige Arbeitsplätze durch Startups geschaffen werden“, sagt Rouven Kötter, Erster Beigeordneter im Regionalverband FrankfurtRheinMain. Der Regionalverband ist neben der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main und der Wirtschaftsinitiative FrankfurtRheinMain einer der drei Partner, die das Startup Hochschulnetz ins Leben gerufen haben: „Der Regionalverband möchte sich mit seinem Willkommensportal besonders um die Anwerbung von qualifizierten Fachkräften kümmern und damit einen Beitrag für ein gut funktionierendes Startup Ökosystem leisten“, so Kötter weiter.

Detlev Osterloh, Geschäftsführer Innovation und Umwelt der IHK Frankfurt am Main, sieht den Schwerpunkt bei der Kontaktanbahnung von Startups mit etablierten Unternehmen. „Wir stehen heute in Zeiten der digitalen Transformation vor der Herausforderung, dass die Innovationskraft der Unternehmen mehr denn je von Agilität, der Schnelligkeit der Markterschließung und von disruptiven Geschäftsmodellen geprägt wird. Dinge, die für Startups selbstverständlich sind. Deshalb unterstützt die IHK Frankfurt am Main zusammen mit der Initiative Wissensregion ganz gezielt Kooperationen von Startups mit etablierten und erfahrenen Unternehmen zum Thema Digitalisierung von Produktions- und Organisationsprozessen. Von einer solchen Kooperation profitieren alle Beteiligten.“

„Wir engagieren uns in der Wirtschaftsinitiative FrankfurtRheinMain seit langem für eine Bündelung der Kompetenzen in der Region und unterstützen deshalb das Startup Hochschulnetz. Was nun fehlt, ist eine gemeinsame Vermarktung, um auch international als Startup-Region wahrgenommen zu werden“, betont Annegret Reinhardt-Lehmann, Geschäftsführerin der Wirtschaftsinitiative. „Wir möchten die Stärken des Startup Ökosystems FrankfurtRheinMain bekannter machen und eine regionale Standort-Initiative starten. Dazu laden wir alle wichtigen Stakeholder aus Wirtschaft und Wissenschaft herzlich ein.“

Stellvertretend für die 17 beteiligten Hochschulen weisen die Präsidentinnen der Goethe-Universität und der Provadis Hochschule sowie der Präsident der Frankfurt University of Applied Sciences auf die Besonderheiten des Startup Hochschulnetzes hin:

Prof. Dr. Frank E.P. Dievernich, Präsident der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS), legt besonderen Wert auf die fächerübergreifenden Ausbildungsangebote der Hochschulen in der Region. „Die Frankfurt UAS bietet bereits heute im Rahmen ihres »Interdisziplinären Studium Generale« an, das Thema »eigenes Startup« zu thematisieren. Das stellt einen tollen Rahmen dar, um ein Startup mit einem interdisziplinären Team zu gründen. Neue Anforderungen oder Problemsituationen werden gemeinsam im Team mit Studierenden anderer Fachbereiche gelöst. Eine Kooperation bei der Startup-Ausbildung mit anderen Hochschulen in der Region sehen wir als sehr erstrebenswert an, zumal das Thema Entrepreneurship eine wichtige Säule unserer Hochschule ist.“

Die Präsidentin der Goethe-Universität Frankfurt, Prof. Dr. Birgitta Wolff, betont die große Bedeutung von Hochschul-Inkubatoren für Startups. „Der Unibator der Goethe-Universität ist eine Brutstätte für Innovationen. Er fördert Studierende, Mitarbeiter und Alumni aller Fachbereiche bei der Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in daraus entstehenden Geschäftsideen für marktreife Produkte und Dienstleistungen. Inspirierend für junge Gründer wirkt dabei unser forschungsstarker Fachbereich Wirtschaftswissenschaften mit dem zusammen Startups wie Berries, Gapster, Corelike oder Whinker entstanden sind. Um diese optimal beim Wachsen zu unterstützen, bietet der Unibator einen tollen Service mit Beratung, Coaching und Fördermöglichkeiten sowie eine gute Infrastruktur mit günstigen Räumen.“

„Die Provadis Hochschule strebt mit ihren Startup-Aktivitäten im Cleantech-Bereich im Wesentlichen an, unternehmerischen Erfolg und Klimaschutz zusammenzubringen“, so Prof. Dr. Eva Schwinghammer, Präsidentin der Provadis Hochschule mit Sitz am Industriepark Höchst. „Seit 2015 haben wir insgesamt ca. 150 Startups im Cleantech-Bereich gefördert. Wir haben die Startups individuell gefördert, mit den Bedarfen der Industrie vernetzt und eine europäische Community mit unserem Partner Climate-KIC mit aufgebaut.“

Im nächsten Schritt wollen die Hochschulen ihre Kompetenzen aus verschiedenen Fachbereichen hochschulschulübergreifend zusammenführen und damit ihr Angebot interdisziplinärer und regional vernetzter gestalten.

Denn Startups werden zumeist mit interdisziplinären Teams gegründet und benötigen demzufolge auch interdisziplinäre Beratung. Hierbei kommt es auf eine enge regionale Vernetzung an. Die Hochschulen können dabei ihre speziellen fachspezifischen Angebote einbringen und sich somit gegenseitig ergänzen. Insbesondere geht es auch darum, sich mit anderen Startup-Initiativen zu vernetzen mit dem Ziel FrankfurtRheinMain zu einer führenden Startup-Region zu entwickeln.