​​​​​​Pressemitteilungen ​​​ – Dezember 2015

Sonstige

Dez 21 2015
16:04

Erneute Ehrung für „academic experience worldwide“ / Preis der Bundeszentrale für politische Bildung für Studierende der Goethe-Uni

Flüchtlingen auf Augenhöhe begegnen

FRANKFURT. Menschen, die vor Krieg und Verfolgung geflohen sind, gelten zunächst vor allem als hilfsbedürftig. Der Verein „academic experience Worldwide“ versucht, eine andere Perspektive ins Spiel zu bringen und den Blick auf die Ressourcen und die Menschlichkeit der Ankommenden zu lenken. Für den neuartigen Ansatz erhält der Verein den Preis „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ der Bundeszentrale für politische Bildung.

Für die Initiatorinnen Merle Becker und Melusine Reimers, die beide an der Goethe-Universität studiert haben bzw. noch studieren, ist es nicht die erste Ehrung: 2015 waren sie bereits mit dem Frankfurter Bürgerpreis ausgezeichnet worden. „Die Goethe-Universität gratuliert zu diesem neuerlich wichtigen Preis und ist stolz auf die Preisträgerinnen“, sagt Vizepräsidentin und Politologie-Professorin Tanja Brühl. Die Auszeichnung sei mehr als verdient: In unzähligen Arbeitsstunden hätten Merle Becker und Melusine Reimers dazu beigetragen, die Situation nicht nur für die Geflüchteten zu verbessern.

Die Initiative will gleich drei Problemlagen lösen: Flüchtlinge leiden unter mangelnder Integration und darunter, dass sie von der Gesellschaft nicht als Menschen wahrgenommen werden. Studierenden fehlt es oft an Orientierung in ihrer akademischen Ausbildung. Und die Wirtschaft sucht dringend nach qualifizierten Fachkräften. Das so genannte Tandem-Projekt, das sich Merle Becker und Melusine Reimers ausgedacht haben, soll Abhilfe schaffen, indem Studierende in Deutschland mit Akademikern aus z.B. Syrien jeweils Zweierteams bilden. So können beide Seiten auf Augenhöhe voneinander lernen – fachlich oder sprachlich-kulturell –, und am Ende steht im Idealfall der erfolgreiche Start ins Arbeitsleben. Weitere Angebote sind u.a. eine offene Sprechstunde für Asylsuchende, Diskussionsveranstaltungen und Coaching-Sessions. aeWorldwide betreibt zudem eigene Forschung und ist im Bereich Politikberatung und Public Affairs aktiv. Wichtig sei auch eine intensive Medienarbeit, so Merle Becker. „Wir wollen, dass die Geflüchteten wieder als Menschen wahrgenommen werden und ihre individuellen Geschichten gesehen werden“, sagt Becker, die gerade ihre Masterarbeit in Friedens- und Konfliktforschung schreibt. Deren Thema: Neokoloniale Narrative im Urteil des Hamburger Prozesses gegen somalische Piraten.

„academic experience Worldwide“, das ausschließlich ehrenamtlich getragen wird, hat sich rasch verbreitet: In Berlin, Gießen, Heidelberg, Köln/Düsseldorf, München und Pforzheim gibt es bereits Ableger oder werden gerade welche gegründet. Mit einem so großen Erfolg hatten die beiden jungen Frauen zu Beginn nicht gerechnet. „Wir stießen überall an Grenzen und auf taube Ohren“, erinnert sich Merle Becker. Inzwischen aber hat sich das Konzept bewährt und wurde anerkannt – und bereits vielfach kopiert. „Schade, dass so viele Menschen die gleichen Ziele haben, aber nicht kooperieren“, beschreibt sie ihre eigene „Entnaivisierung“. Doch die Erfolge überstrahlen alles: Wenn sich unter den Tandems echte Freundschaften bilden oder wenn Asylsuchende als Dozenten an einer Uni unterkommen etwa. Auch die Goethe-Universität habe aeWorldwide viel zu verdanken, sagt Vizepräsidentin Brühl: „Ohne aeWorldwide gäbe es das Academic Welcome Program sicher nicht in der heutigen Form. Der Ansatz, auf Augenhöhe miteinander zu arbeiten, entspricht auch dem Ansatz der Goethe-Uni“, so Tanja Brühl.

Der Wettbewerb „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ der Bundeszentrale für politische Bildung würdigt das Engagement von Einzelpersonen und Gruppen, die das Grundgesetz auf kreative Weise mit Leben füllen. Die offizielle Preisverleihung findet am 23. Mai 2016 in Berlin statt, an dem das Grundgesetz 67. Geburtstag feiert.

Bild zum Download: www.uni-frankfurt.de/59431335

Bildunterschrift: Jeder kann vom anderen etwas lernen: Begegnungen auf Augenhöhe stehen bei aeWorldwide im Fokus. Der Verein bekommt im Mai von der Bundeszentrale für politische Bildung den Preis „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ verliehen. (Foto: Annette Etges)

Forschung

Dez 21 2015
16:01

Forscher wollen von Pflanzen und Bakterien lernen, wie sie Solarzellen verbessern können

Photosynthese mit ultrakurzen Laserpulsen erforschen

FRANKFURT. Dass man die großen biochemischen Systeme, mit denen Pflanzen Photosynthese betreiben, heute versteht, ist maßgeblich der genauen Aufklärung ihrer Struktur zu verdanken. Die dafür wichtigsten experimentellen Methoden sind an der Goethe-Universität und den Frankfurter Max-Planck-Instituten vertreten. 1988 erhielt Prof. Hartmut Michel für die Aufklärung des photosynthetischen Reaktionszentrums von Purpurbakterien den Nobelpreis für Chemie. In der neuen Ausgabe des Forschungsmagazins „Forschung Frankfurt“ berichten Physiker und Biologen über aktuelle Forschung und mögliche Anwendungen für die Solartechnologie.

Die Evolution hat über viele Millionen Jahre das Konzept der Photosynthese optimiert und an verschiedene Organismen und deren spezifische Lebensbedingungen angepasst. Die auf dem Blattgrün Chlorophyll basierenden Systeme zeichnen sich durch eine herausragende Quantenausbeute von nahezu 100 Prozent aus. Bei den Retinal-basierten Systemen, die den lichtemfpindlichen Rezeptoren im Auge verwandt sind, ist die Ausbeute mit etwa 60 Prozent etwas geringer, dafür sind Retinale aber mit ihrem Bauprinzip universell einsetzbar. Der typische Wirkungsgrad einer kommerziellen Solarzelle auf Siliziumbasis beträgt dagegen nur circa 20 Prozent.

Licht trennt Ladungen

Alle künstlichen Photovoltaik- oder biologischen Photosynthese-Systeme wandeln Licht in elektrische Energie um: Ein absorbiertes Photon transportiert einen Ladungsträger (Elektron oder Proton) und trägt damit zum Aufbau eines elektrochemischen Potenzials über die Zellmembran bei. In der künstlichen Photovoltaik kann die entstehende Spannung direkt benutzt werden, um beispielsweise ein elektrisches Gerät zu betreiben, während sie bei biologischen Organismen zur Synthese energiereicher biochemischer Verbindungen genutzt wird. Die Echtzeitbeobachtung dieser ultraschnellen, lichtinduzierten Ladungstrennung und das daraus resultierende molekulare Verständnis der Photoreaktionen in natürlichen Systemen ist ein zentrales Forschungsthema der Arbeitsgruppe von Prof. Josef Wachtveitl.

Die eigentliche Umwandlung der Lichtenergie in elektrische Energie geschieht im Reaktionszentrum. Es ist meist von ausgedehnten Antennenkomplexen umgeben, die lichtempfindliche Farbstoffe (Chromophore) enthalten. Ihre Aufgabe ist es, Licht möglichst effektiv zu absorbieren und die elektronische Anregungsenergie schnell zum Reaktionszentrum weiterzuleiten, bevor sie in Form von Fluoreszenz oder als Wärme verloren geht. Tatsächlich geschehen die Energietransferschritte ultraschnell, und zwar in wenigen Pikosekunden (das entspricht der Dauer von wenigen Molekülschwingungen).

Die eigentliche Ladungstrennung geschieht in der Zellmembran in einem mehrstufigen Prozess. Dessen Einzelschritte sind in den letzten 30 Jahren durch verschiedene experimentelle Methoden aufgeklärt worden, wobei die von der Arbeitsgruppe Wachtveitl verwendete Anreg-Abtast-Spektroskopie mit ultrakurzen Lichtimpulsen im Zeitbereich weniger Femtosekunden (das entspricht dem Zeitbereich von Elektronenbewegungen im Atom) eine zentrale Stellung einnimmt.

Alternativen zur siliziumbasierten Solarzelle

Die kommerzielle Nutzung der Ladungstrennung nach Lichtabsorption wird derzeit durch die klassischen kristallinen Halbleitersolarzellen oder Dünnschichtsolarzellen dominiert. Parallel dazu werden vielversprechende neue Konzepte zur künstlichen Photosynthese erforscht, die auf der Kombination von nanokristallinen Materialien mit Farbstoffmolekülen basieren. Hier ist das vielleicht bekannteste Beispiel die Grätzelzelle. Diese photochemische Photovoltaikzelle besteht aus einem gesinterten, porösen Film aus Titandioxid, an dem Chromophore angelagert sind, und einem Elektrolyt. Nach Lichtabsorption wird ein Elektron vom angeregten Chromophor zur TiO2-Schicht transferiert, sodass sich ein elektrisches Potenzial zwischen den beiden Elektroden aufbaut. Der Elektrolyt gleicht die Ladung des ionisierten Chromophors wieder aus, womit der Stromkreis geschlossen ist.

Die Grätzelzelle orientiert sich an der Photosynthese. Aber obwohl der primäre Elektrontransfer sogar noch schneller ist als in der Natur, gilt es, den Wirkungsgrad und die Langzeitstabilität noch zu verbessern. „Basierend auf diesem Konzept können die Materialien variiert werden“, erklärt Prof. Josef Wachtveitl vom Institut für Physikalische Chemie der Goethe-Universität. Insbesondere ist es möglich, die Chromophore durch Halbleiternanopartikel zu ersetzen, die sehr stabil gegen Photodegradation sind. „In unserer Gruppe werden aktuell Quantenpunkte auf ihre Eignung für diesen Einsatz getestet“, fügt Wachtveitl hinzu.

Ebenfalls in der aktuellen Ausgabe von Forschung Frankfurt:

Prof. Claudia Büchel: Photosynthese zwischen Überfluss und Mangel. Wie Kieselalgen sich Lichtintensitäten anpassen.

Kieselalgen können auf hocheffiziente Weise Energie aus dem Sonnenlicht gewinnen. So überleben sie selbst lange Dunkelphasen im Meer. Doch wie schützen sie sich vor zu viel Strahlung, wenn Wind und Strömung sie in seichtes Wasser oder an die Oberfläche treiben? Dahinter steckt ein cleverer Regulations-Mechanismus.

Informationen: Prof. Josef Wachtveitl, Institut für Physikalische Chemie, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-29351; wveitl@theochem.uni-frankfurt.de.

Forschung Frankfurt im Web: www.forschung-frankfurt.uni-frankfurt.de/

Journalisten können Forschung Frankfurt kostenlos bestellen bei Helga Ott: ott@pvw.uni-frankfurt.de.

Sonstige

Dez 18 2015
11:18

Adolf Messer Stiftung unterstützt Finanzierung eines „Common Room“ auf dem Campus Riedberg mit 100.000 Euro

Weihnachtsgeschenk für Studierende

FRANKFURT. Jahrelang waren Studierende des Campus Riedberg auf der Suche nach einem Raum, in dem sie sich über Disziplingrenzen hinweg begegnen und miteinander ins Gespräch kommen können; ein Raum für Projektarbeit und neue Ideen. Jetzt ist diese Idee dank eines 100.000 € starken Engagements der Adolf Messer Stiftung Realität geworden.

Am gestrigen Donnerstagabend wurde die Adolf Messer Stiftung Lounge, wie der Raum im Riedberg-Biozentrum nun heißt, in Anwesenheit des Vorsitzenden des Stiftungsrates, Herrn Dr. von Harbou, des Ehrensenators Stefan Messer und der Präsidentin der Goethe-Universität sowie Studierenden der Naturwissenschaften feierlich eröffnet.

Universitätspräsidentin Prof. Birgitta Wolff sagte: „Das ist ein wunderbares Weihnachtsgeschenk für unsere Studierenden auf dem Riedberg, über das wir uns alle sehr freuen.“

Die Adolf Messer Stiftung unterstützt die Goethe-Universität seit vielen Jahren auf besonders großzügige Weise. Insgesamt hat die Adolf Messer Stiftung die Goethe-Universität seit 1994 mit mehr als 6 Mio. Euro gefördert. Ehrensenator Stefan Messer begründet die Motivation der Stiftung so: „Es ist ein gutes Gefühl, Bildung und Forschung zu fördern. Die Entwicklung der Goethe-Universität beeindruckt mich in den letzten Jahren sehr. Sie setzt unser Stiftungsmotto – Tradition bewahren, Zukunft fördern – in idealer Weise um. Denn wir möchten Innovationskraft, wissenschaftliche Neugier und Pioniergeist honorieren – Stärken, die auch ihren Namensgeber auszeichneten.“

Zu den Aktivitäten gehören seit 1994 die jährliche Verleihung des mit 25.000 Euro dotierten Adolf Messer-Stiftungspreises für zukunftsweisende Projekte der Grundlagenforschung in Naturwissenschaften und Medizin sowie die nachhaltige Förderung des Fachbereichs Medizin und des Goethe-Schülerlabors für Physik. Seit 2013 ist Stefan Messer Ehrensenator der Goethe-Universität, die höchste Auszeichnung, die die Universität an verdiente Stifter vergibt.

 

Sonstige

Dez 16 2015
11:53

Über die Rolle der Beleuchtung im Film – Beitrag in der soeben erschienenen Ausgabe von „Forschung Frankfurt“

Vom Spiel mit dem Licht im Lichtspiel

FRANKFURT. Viel hat sich nicht geändert seit den Kindertagen des Kinos – zumindest was die Grundregeln der Beleuchtung angeht: Schon als die Bilder laufen lernten, wussten die Macher, Licht als Stilmittel einzusetzen. Welche Wirkungen mit Hilfe der Beleuchtungstechnik bis heute erzeugt werden, ist zu lesen im Beitrag des Frankfurter Filmwissenschaftlers Prof. Dr. Vinzenz Hediger, der in der neuesten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins der Goethe-Universität „Forschung Frankfurt“ (2/2015) erschienen ist. Wissenschaftler verschiedener Disziplinen befassen sich darin mit dem Thema „Licht“.

Ein Spiel von Licht und Schatten, projiziert auf eine zweidimensionale Fläche, an deren Rändern die Welt nicht abbricht, sondern ins Unendliche weitergeht: So könnte man das Medium Film beschreiben, als Dramatisierung der Übergänge vom Licht zum Schatten. Zwar hat der Film die Realität zum Gegenstand, er bedient sich jedoch verschiedener Techniken, um gewünschte Wirkungen zu erzielen – allen voran der Beleuchtungstechnik. Wie er das tut, stellt Vinzenz Hediger auf erhellende Weise dar.

Ähnlich wie bei der Musik nimmt der Zuschauer auch die Wirkung nicht bewusst wahr. Schon seit den frühen Tagen des Films besteht die Standard-Konfiguration bei der Ausleuchtung aus drei Lichtquellen, um das Gesicht der Schauspieler entsprechend sicht- und wahrnehmbar zu machen: Die Hauptquelle, das „fill light“, strahlt von vorn und stellt eine Grundhelligkeit her, das „back light“ strahlt den Schauspieler von hinten an und erzeugt eine Art Lichtkranz. Je bedeutender die Rolle, desto intensiver strahlt dieses Licht. Von ähnlicher Bedeutung ist das „key light“, das einen Lichtglanz in die Pupille des Schauspielers setzt. Gut belegen lässt sich die unterschiedliche Beleuchtung von Haupt- und Nebendarstellung anhand des Filmklassikers „Casablanca‘“. Darüber hinaus herrschen in unterschiedlichen Filmgenres verschiedene Beleuchtungsstile vor: Eine hohe Grundhelligkeit und ein geringer Schattenwurf unterstreichen die heitere Grundstimmung von Komödien und Märchenfilmen, im Gegenzug verstärkt eine Beleuchtungstechnik, die auf dunkle Töne setzt und Plastizität durch Schatten erreicht, eine eher düstere Grundstimmung wie in Kriminalfilmen oder Tragödien.

Vinzenz Hediger (46) ist seit 2011 Professor für Filmwissenschaft an der Goethe-Universität. Er hat in Zürich Philosophie, Amerikanistik und Filmwissenschaft studiert und neben seinem Studium als Filmkritiker und Medienjournalist gearbeitet. Vor seiner Berufung nach Frankfurt hatte er den Krupp-Stiftungslehrstuhl für Theorie und Geschichte bilddokumentarischer Foren an der Ruhr-Universität Bochum inne. Zuletzt von ihm erschienen: „Essays zur Filmphilosophie“ (München: Fink; gemeinsam mit Lorenz Engell, Oliver Fahle und Christiane Voss).

Informationen: Prof. Dr. Vinzenz Hediger, Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaften, Goethe-Universität Frankfurt, Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-32079, E-Mail: hediger@tfm.uni-frankfurt.de

Mit der Bedeutung des Lichts im Theater beschäftigen sich zwei weitere Beiträge in „Forschung Frankfurt“ 2/2015:

* Bernd Zegowitz: „Die Strahlen der Sonne vertreiben die Nacht“ – Licht und Schatten im (Musik-)Theater der Vormoderne

* Mayte Zimmermann: Ist es das Licht, das gefangen hält? Vom übersehenen Theaterlicht

Die aktuelle Ausgabe von „Forschung Frankfurt“ können Journalisten kostenlos bestellen: ott@pvw.uni-frankfurt.de. Im Internet steht sie unter: www.forschung-frankfurt.uni-frankfurt.de.

 

Forschung

Dez 15 2015
12:57

Zentrale Organisationseinheit im Unternehmen verbessert den Erfolg / Externe Berater keine große Hilfe

Mehrheit aller Übernahmen scheitert

FRANKFURT. Die Mehrheit aller Unternehmensübernahmen und -fusionen scheitert. Dies erklärt Prof. Dr. Lars Schweizer in einem Interview im aktuellen Newsletter des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften der Goethe-Universität. Exakte Zahlen ließen sich zwar schwer ermitteln, es sei jedoch im Durchschnitt davon auszugehen, dass mindestens jede zweite Übernahme scheitere. Je nach Herangehensweise einer Messung zeigten sich sogar Misserfolgsquoten von bis zu 70 Prozent. Etwas besser würden kleinere Unternehmen abschneiden, bei denen die Transaktion in der Regel weniger komplex sei. Grenzüberschreitende Übernahmen seien dagegen grundsätzlich problematisch, was Schweizer auf die größere Distanz und die kulturellen Unterschiede zurückführt.

Schweizer hat in einer aktuellen Publikation untersucht, wie Unternehmen bei M&A-Aktivitäten („Mergers & Acquisitions“) erfolgreicher sein können. Danach zeigt sich, dass Unternehmen, in denen ein zentral aufgehängtes internes Team den Übernahmeprozess von Anfang bis Ende begleitet, erfolgreicher sind als solche, wo sich mehrere Abteilungen die Arbeit teilten. Letzteres sei jedoch noch recht weit verbreitet. „Oft entwickeln die einen die Strategie, die anderen nehmen die Bewertung vor, wieder andere kümmern sich um die Integration. Da gehen viele Informationen an den Schnittstellen verloren und zudem wird der nächste Schritt oft nicht mitgedacht“, so Schweizer.

Keine große Hilfe sind nach seinen Ergebnissen externe M&A-Berater. Diese könnten Übernahmeprozesse zwar durchaus managen, ihnen fehle aber in der Regel das interne Know-How, um die Transaktion langfristig erfolgreich umzusetzen. Meist seien die Berater in der Integrationsphase auch gar nicht mehr beteiligt. „Daher heißt es gerne, dass M&A in der Beratersprache für ‚Machen und Abhauen‘ steht, während es für das Unternehmen heißt: ‚Machen und Ausbaden‘.“

Link zum Interview: http://www.wiwi.uni-frankfurt.de/de/forschung/forschung-aktuell/details/article/machen-und-ausbaden.html

Informationen: Prof. Dr. Lars Schweizer, E-Mail: l.schweizer@em.uni-frankfurt.de, Tel: 069 798 34832

Sonstige

Dez 14 2015
11:10

PR-Magazin testet Kommunikationsabteilungen von 140 Unternehmen, Verbänden, Parteien und Hochschulen

Goethe-Uni mit „erstklassiger“ Kommunikationsleistung

FRANKFURT. Die Abteilung Marketing und Kommunikation der Goethe-Universität hat nach ihrer Nominierung zum Deutschen Preis für Hochschulkommunikation von ZEIT, HRK und Bosch-Stiftung im November 2015 einen weiteren Erfolg errungen: Das PR-Magazin hat im Dezember die Leistungsfähigkeit von Hochschulpressestellen getestet. Dabei ging es u.a. um Reaktionsschnelligkeit und Auskunftsqualität bei Medienanfragen. Die Goethe-Universität errang unter den zehn getesteten Abteilungen deutscher Hochschulen Platz 2 (186 von 200 möglichen Bewertungspunkten) und damit die bestmögliche Bewertung „erstklassig“.

Auch im Vergleich von insgesamt 140 Unternehmen, Verbänden, Parteien und Organisationen in Deutschland schneidet die Goethe-Universität mit Platz 8 sehr gut ab. Bewertet wurden dabei auch renommierte Unternehmen wie Apple, Samsung, SAP, Bugatti und Hugo Boss. Das Ranking des PR-Magazins ermöglicht erstmals einen Leistungsvergleich von Kommunikationsabteilungen über Branchengrenzen hinweg.

http://www.prmagazin.de/meinung-analyse/hintergrund/pressestellentest-gesamtranking.html

Forschung

Dez 14 2015
10:38

Über die Funktion der Inneren Uhr und die Zusammenhänge von Licht und seelischen Erkrankungen

Warnleuchte: Warum die Nutzung von Smartphone und Laptops am Abend für ADHS-Patienten riskant ist

FRANKFURT.Unsere biologische Uhr muss täglich neu gestellt werden, um den  inneren Rhythmus von ungefähr 24 Stunden mit dem Rhythmus der Außenwelt zu synchronisieren. Licht spielt in diesem komplexen Prozess eine besondere Rolle. Ist die Innere Uhr falsch getaktet, kann dies gravierende Folgen haben: Schlaf- und Konzentrationsstörungen, depressive Verstimmungen, aber auch Veränderungen des Immunsystems sowie vermehrter Konsum von Genussmitteln. Über die Funktion der Inneren Uhr berichtet in der soeben erschienenen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins der Goethe-Universität „Forschung Frankfurt“ der Neurobiologe Prof. Dr. Horst-Werner Korf, während sich die Psychiater Prof. Andreas Reif und Dr. Christine Reif-Leonhard in ihrem Beitrag mit den Zusammenhängen zwischen Licht und seelischen Erkrankungen beschäftigen.

Lichtreize, welche die Innere Uhr takten, werden in erster Linie von circadianen Photorezeptoren wahrgenommen, die den Sehfarbstoff Melanopsin enthalten und erst vor 20 Jahren entdeckt wurden. Während die klassischen Photorezeptoren der Netzhaut, die Stäbchen und Zapfen,   uns die Orientierung im Raum ermöglichen, dienen die circadianen Photorezeptoren der Orientierung in der Zeit. Sie liegen in der Tiefe der Netzhaut und vermitteln Informationen über die Umgebungshelligkeit an die Hauptuhr im Gehirn, die in den „bilateral angeordneten suprachiasmatischen Kernen“, kurz „SCN“, verortet ist. Hier tickt ein molekulares Uhrwerk: „Im Zentrum steht ein Ensemble von Uhrengenen, die in sogenannten transkriptional-translationalen Rückkopplungsschleifen interagieren. Ihre Proteinprodukte sind hemmende oder aktivierende Transkriptionsfaktoren, die Gene an- oder abschalten“, erläutert Korf, Direktor der Dr. Senckenbergischen Anatomie und des Chronomedizinschen Instituts. Inzwischen konnten mehr als 3000 Gene identifiziert werden, die unter Kontrolle dieses Uhrwerks stehen.

Besonders sensibel reagieren die circadianen Photorezeptoren übrigens auf das Licht im blauen Bereich des sichtbaren Spektrums. „Deshalb können Menschen, die spät am Abend vor Smartphone, Tablet oder Laptop sitzen, häufig schlecht schlafen“, ergänzt der Neurobiologe. Besonders nachteilige Folgen zeigt der Gebrauch dieser Geräte am Abend bei Menschen, die unter dem Aufmerksamkeits-Defizit-/Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) leiden. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass diese Patienten eine genetische Veranlagung zu einer leicht veränderten molekularen Uhr haben. „Wird diese dann noch zusätzlich durch Beleuchtungsmuster – wie das blaue Licht – desynchronisiert, führt dies über noch unbekannte Mechanismen zur Erkrankung,“ so Andreas Reif, Ärztlicher Direktor der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Uni-Klinikums. „Deshalb gilt: bei ADHS haben iPhone & Co nachts Pause!“

Licht ist gut für die Seele, dies ist die gängige Auffassung; doch ganz so einfach ist es nicht, wie schon das ADHS-Beispiel zeigt. Saisonale Stimmungsschwankungen werden häufig als „Winterdepression“ bezeichnet. Zwar lässt sich ein eindeutiges Nord-Süd-Gefälle erkennen: So leiden fast 10 Prozent der in Alaska Lebenden an dieser Depression, in Florida sind es dagegen nur 1,5 Prozent. Aber vielleicht hatten die Menschen, die im Norden leben, deshalb eine höhere Anfälligkeit, weil ihr genetisches Risiko für Stimmungserkrankungen in einer Region mit geringerer Sonnenscheindauer eher zur Ausprägung kommen kann. So haben der Dresdner Psychiater Prof. Michael Bauer und sein Team in diesem Jahr herausgefunden, dass auch weniger Sonnenscheindauer am Geburtsort zu einer früheren Ersterkrankung bei bipolar affektiven Störungen (früher „manisch-depressive Erkrankung“) führen kann. Weitere Untersuchungen, an denen auch das Team von Prof. Reif beteiligt war, belegen die These, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Ersterkrankungsalter bei bipolaren Störungen und der regionalen Sonneneinstrahlung gibt.

Die aufhellende Wirkung des Lichts zeigt bei saisonaler Depression gute Wirkung: Als „therapeutisches Licht“ wird eine helle Lichtquelle (10.000 Lux) circa 30 Minuten bei offenen Augen angewendet. „Auch bei nichtsaisonaler Depression zeigt die ‚Bright Light Therapy‘ eine gute Wirkung. Allerdings gibt es hier noch zu wenige Studien“, sagt die Psychiaterin und Neurologin Dr. Christine Reif-Leonhard. Unter Frankfurter Leitung startet im nächsten Jahr ein internationales Forschungskonsortium, um den therapeutischen Effekt von Licht bei ADHS weiter zu untersuchen.

Informationen: Prof. Dr. Horst-Werner Korf, Dr. Senckenbergischen Anatomie und Dr. Senckenbergisches Chronomedizinschen Institut, Fachbereich Medizin, Tel. 069/6301 6040, Korf@em.uni-frankfurt.de; Prof. Andreas Reif und Dr. Christine Reif-Leonhard, Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, Universitätsklinikum, Campus Niederrad, Tel. 069/6301-5222, andreas.reif@kgu.de, christine.reif-leonhard@kgu.de

Die aktuelle Ausgabe von „Forschung Frankfurt“, die sich mit ganz unterschiedlichen Facetten des Lichts beschäftigt, können Journalisten kostenlos bestellen: ott@pvw.uni-frankfurt.de. Im Internet steht sie unter: www.forschung-frankfurt.uni-frankfurt.de.

Hochschulpolitische Themen

Dez 11 2015
13:00

Goethe-Universität Frankfurt, TU Darmstadt und Johannes Gutenberg-Universität Mainz rücken noch enger zusammen.

RMU - Allianz der Rhein-Main-Universitäten

MAINZ/FRANKFURT/DARMSTADT. Die Präsidenten der Technischen Universität Darmstadt und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz sowie die Präsidentin der Goethe-Universität Frankfurt haben eine länderübergreifende Rahmenvereinbarung zur noch  intensiveren Zusammenarbeit unterzeichnet. In dieser strategischen Allianz mit rund 107.400 Studierenden, 1.440 Professuren und aktuell mehr als 70 Kooperationen werden die drei Rhein-Main-Universitäten ihre bereits bestehende Zusammenarbeit in Forschung, Lehre, wissenschaftlicher Weiterbildung und der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses weiter ausbauen und nachhaltig etablieren. Die Landesregierungen in Hessen und Rheinland-Pfalz unterstützen das Vorhaben.

Mit dem nun abgeschlossenen trilateralen Abkommen wollen die drei Rhein-Main-Universitäten ihre Stärken gezielt bündeln, die komplementären Profile gemeinsam weiterentwickeln und die Studienmöglichkeiten für ihre Studierenden erweitern. Als zentrale wissenschaftliche Akteure wollen sie die Entwicklung der Wissenschaftsregion Rhein-Main insgesamt befördern und deren internationale Sichtbarkeit und Attraktivität stärken. Das Rhein-Main-Gebiet positioniert sich mit den Rhein-Main-Universitäten als leistungsstarker Wissenschaftsstandort: Nach den Zahlen des jüngsten
Förderatlas der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gehören die drei Rhein-Main-Universitäten gemeinsam hinsichtlich ihrer Drittmitteleinwerbung in den zentralen Wissenschaftsbereichen sowie hinsichtlich der gesamten Drittmitteleinwerbung von über 450 Millionen Euro pro Jahr zu den fünf führenden Wissenschaftsregionen Deutschlands. Mit 31 ERC-Förderungen – den höchstdotierten Förderpreisen der EU – hat der Europäische Forschungsrat (ERC) von 2007 bis 2013 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Darmstadt, Frankfurt und Mainz ausgezeichnet.

Vier Exzellenzcluster, drei Exzellenzgraduiertenschulen und 27 Sonderforschungsbereiche der DFG belegen eindrucksvoll die Forschungsleistung der drei Universitäten. Hierbei spielt die enge Zusammenarbeit mit den 20 Forschungseinrichtungen der Max-Planck-Gesellschaft, der Helmholtz-Gemeinschaft, der Leibniz-Gemeinschaft, der Fraunhofer-Gesellschaft sowie der Akademien in der Rhein-Main-Region eine wichtige Rolle.

Dazu der hessische Wissenschaftsminister Boris Rhein: „Mit dieser Kooperation über Ländergrenzen hinweg heben wir eine wissenschaftspolitische Innovation aus der Taufe. Die angestrebte Zusammenarbeit in Lehre, Studium, Forschung, Administration sowie Strukturentwicklung halte ich für ausgesprochen gelungen und danke den drei Universitäten für ihre Initiative. Dank der neuen Kooperation geben wir der positiven Entwicklung der Wissenschaftsregion Rhein-Main einen weiteren Schub.“

Die rheinland-pfälzische Landesregierung begrüßt die Initiative der drei Universitäten ebenfalls ausdrücklich. „Die verstärkte Kooperation bietet hervorragende Chancen, einen noch leistungsfähigeren Bildungs-, Innovations- und Forschungsraum zu schaffen. Dadurch wird das Rhein-Main-Gebiet, das als wirtschaftliches Zentrum bereits zu den Global Playern zählt, national und international auch als Wissenschaftsregion noch stärker sichtbar und es kann leichter gelingen, noch mehr kluge Köpfe hierher zu holen und hier zu halten“, betont die rheinland-pfälzische Wissenschaftsministerin Vera Reiß.


Über 70 Projekte und fächerspezifische Verbünde

Bereits im Jahr 2004 wurde die erste Rahmenvereinbarung zwischen den Universitäten Frankfurt und Mainz unterschrieben; seither sind auch jeweils bilaterale Abkommen mit der TU Darmstadt abgeschlossen worden. Die drei Universitäten haben inzwischen in mehr als 70 Projekten und fächerspezifischen Verbünden reichlich Kooperationserfahrung gesammelt. Es gibt gemeinsam getragene Exzellenzcluster, Sonderforschungsbereiche, Studiengänge, Akademienprojekte und Graduiertenkollegs, die kooperierenden Fächer reichen von Politikwissenschaft bis Kernphysik und von Neurobiologie bis Informatik. Die bearbeiteten Themen kommen aus dem gesamten Spektrum der Disziplinen der Rhein-Main-Universitäten – von der Medizin über die Naturwissenschaften, Geistes- und Sozialwissenschaften bis zu den Ingenieurwissenschaften.

TU-Präsident Professor Hans Jürgen Prömel: „Hier schließen sich Partner zusammen, die sich bereits gut kennen und zueinander passen – international renommierte Forschungsuniversitäten in  der Region Rhein-Main, einander ergänzende Fächerspektren, erfolgreich entwickelte Kooperationen. Die neue Rahmenvereinbarung eröffnet viele neue Chancen, um für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie die Studierenden einen Zusatznutzen zu schaffen.“ TU-Präsident Prömel hebt auch weitere gemeinsame Chancen und Potenziale für zukunftsträchtige Forschungsfelder hervor: „Wir können als Rhein-Main-Universitäten die großen wissenschaftlichen Herausforderungen  gezielter angehen, indem wir unsere spezifischen Stärken etwa in der Medizin und den Ingenieurwissenschaften oder in der Informatik und den Geisteswissenschaften intelligent zusammenführen.“


Geografische Lage als Standortvorteil

In der geografischen Lage der Rhein-Main-Universitäten sieht der Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Univ.-Prof. Dr. Georg Krausch, einen entscheidenden Standortvorteil: „Die strategische Partnerschaft der drei Universitäten profitiert erheblich von der räumlichen Nähe der Universitätscampi und der außeruniversitären Forschungseinrichtungen sowie von der sehr gut ausgebauten Verkehrsinfrastruktur der Region Rhein-Main. Kurze
Wege von einer guten halben Stunde per Auto oder S-Bahn zwischen den jeweiligen Universitäten erleichtern den Austausch von Wissen inmitten einer der bedeutendsten deutschen Metropolregionen – und das über Ländergrenzen hinweg. Damit herrschen in der Rhein-Main-Region mindestens vergleichbare Standortbedingungen wie in manchen Großstädten, in denen mehrere Universitäten und außeruniversitäre Einrichtungen zwar in einer Stadt, aber oft in signifikanter räumlicher Entfernung zueinander angesiedelt sind.“


Die Präsidentin der Goethe-Universität, Prof. Birgitta Wolff, sagt: „Die drei Universitäten können viel voneinander lernen und unterm Strich gemeinsam mehr erreichen als jeweils einzeln. Wir haben aber nicht nur ein natürliches Interesse an einer noch engeren Kooperation untereinander, sondern laden auch potentielle Partner aus Wissenschaft und Gesellschaft zur projektbezogenen Zusammenarbeit ein. So lassen sich die Stärken unserer Allianz noch beträchtlich erweitern.“


Mit dem trilateralen Abkommen bekräftigen die Universitäten, dass sie im Rahmen von nationalen wie internationalen Förderprogrammen gemeinsame Forschungsprojekte und strategische Verbünde beantragen  werden. Für den wissenschaftlichen Nachwuchs wollen die Partneruniversitäten gemeinsame Bewerbungen um drittmittelgeförderte Graduiertenprogramme voranbringen und die Vernetzungsmöglichkeiten verbessern.

Von Vorteil ist die Rahmenvereinbarung auch für die Studierenden der drei Universitäten: Sie können die Infrastruktur – etwa die Bibliotheken – aller Universitäten nutzen; der Erwerb eines Teils der Studien- und Prüfungsleistungen an einer der anderen Universitäten soll leichter werden. Weitere gemeinsame Studiengänge der Rhein-Main-Universitäten sind geplant. Lehrende einer Universität haben die Möglichkeit, auch an einer weiteren Rhein-Main-Partneruniversität zu lehren und Prüfungen abzunehmen. Die Beschäftigten der Universitäten sollen die jeweiligen Weiterbildungsangebote verstärkt wechselseitig nutzen können.

Um die strategische Entwicklung der Partnerschaft zu befördern, haben die Präsidentin und die Präsidenten einen Initiativfonds aufgesetzt, mit dem sie neue Kooperationen gezielt anstoßen wollen. Zugleich ermuntern sie Fachbereiche und Einrichtungen ihrer Universitäten, weitere Felder der Zusammenarbeit  zu erschließen. 

 

Weitere Informationen:

 

Daten und Fakten: http://www.uni-mainz.de/downloads_presse/RMU_daten_fakten.jpg
Geografische Lage: http://www.uni-mainz.de/downloads_presse/RMU_geografische_lage.jpg

 

Ansprechpartner

Jörg Feuck, Leiter Corporate Communications. Technische Universität Darmstadt, Karolinenplatz 5,64289 Darmstadt. Telefon +49 (0)6151 16-20018; E-Mail: feuck@pvw.tu-darmstadt.de


Dr. Olaf Kaltenborn, Leiter Marketing und Kommunikation, Pressesprecher des Präsidiums. Goethe-Universität Frankfurt, Campus Westend, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main. Telefon +49 (0)69 798 13035; E-Mail: kaltenborn@pvw.uni-frankfurt.de


Petra Giegerich, Leiterin Kommunikation und Presse. Johannes Gutenberg-Universität Mainz, 55099 Mainz. Telefon +49 (0)6131 39-20047;
E-Mail: petra.giegerich@uni-mainz.de

Personalia/Preise

Dez 11 2015
10:18

Tandem-Projekt zum „Forschenden Lernen“ ausgezeichnet

Guter Unterricht ist, wenn Theorie und Praxis sich verbinden

FRANKFURT. Ein sicheres Rezept für guten Unterricht – das würden viele Lehrende in spe sich wünschen. Doch die Arbeit mit Schülern ist ein komplexes Geschehen, dessen Mechanismen derjenige besser versteht, der sich in wissenschaftlichen Theorien auskennt. Theorie und Praxis stärker miteinander zu verkoppeln, das hat sich ein gemeinsames Vorhaben der Goethe-Universität und der Universität Bremen zum Ziel gesetzt. Das „Tandem-Projekt“ der Fachdidaktik-Professorinnen Daniela Elsner (Frankfurt) und Sabine Doff (Bremen) sind vom Deutschen Stifterverband mit einem Tandem-Fellowship ausgezeichnet worden. Der Preis ist mit 30.000 Euro dotiert.

„Interuniversitäres Gesamtcurriculum ‚Forschendes Lernen‘ im Lehramt Englisch“ – so lautet der Titelt des Projekts der beiden Englisch-Didaktikerinnen, das sich in den nächsten drei Jahren mit der Frage beschäftigen soll, wie Forschendes Lernen künftig stärker in der Universität verankert werden kann. „Beim Forschenden Lernen geht es darum, dass die Studierenden in den Lehramtsfächern eine fragende Haltung entwickeln“, erklärt Daniela Elsner. Es gehe eben nicht darum, ein allgemeingültiges Unterrichtsrezept zu vermitteln. Künftige Lehrer müssten wissen, warum in bestimmten Situationen bestimmte Konzepte besser funktionieren und andere nicht. „Am besten begreift man Theorien, wenn man sie sich selbst erarbeitet hat“, ist Elsner überzeugt. Bislang seien Theorie und Praxis der Lehrerausbildung oft nicht ausreichend miteinander verkoppelt.

Daniela Elsners Studenten befassten sich zum Beispiel jüngst damit, wie man Eltern den Einsatz von Comics und Graphic Novels im Englischunterricht schmackhaft machen kann. „Die Argumente, die eher intuitiv geäußert wurden, haben die ‚Eltern‘ nicht überzeugt. Erst als die ‚Lehrer‘ evidenzbasierte Argumente aus der Forschung brachten, ergab sich ein Umdenken.“ In einem anderen Projekt lernen Studierende im realen bilingualen Unterricht, wie das aus der Theorie bekannte „Scaffolding“ – also die Unterstützung des Lernprozesses durch Hilfestellungen wie Umformulierungen oder Bilder – von Lehrern praktisch umgesetzt wird.

In das Tandem-Projekt mit Bremen sollen auch die Studierenden einbezogen werden: Es soll gemeinsame Projekte geben, ein Symposion im Mai, ein Onlinetutorial ist geplant. Letztlich sollen davon aber nicht nur die Englischdidaktiker profitieren: Das Curriculum, das Orientierung geben soll, an welcher Stelle im Studium das Forschende Lernen besonders wichtig ist, sollte auch für andere Fachbereiche fruchtbar werden. Dafür, so Elsner, sei man auch im Gespräch mit den Erziehungswissenschaften.    

Prof. Daniela Elsner (44) wechselte 2010 von der Universität Vechta an die Goethe-Universität. Sie leitet die Abteilung Didaktik und Sprachlehrforschung am Institut für England- und Amerikastudien. Zudem ist sie stellvertretende Direktorin in der ABL (Akademie für Bildungsforschung und Lehrerbildung der Goethe Universität). Schwerpunkt ihrer Forschung ist die Mehrsprachigkeitsdidaktik. Bereits 2014 erhielt Elsner für ihre innovative Lehre den Ars legendi-Preis von Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und Stifterverband. Ein Jahr lang war sie im Lehren-Projekt des Stifterverbandes involviert, das sich mit Qualitätsverbesserungen in der Lehre befasst. Hier hat sich die Kooperation mit Bremen bereits angebahnt.

Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft setzt sich für bessere Bildung, effiziente Wissenschaft und smarte Innovationen in Deutschland ein. Mitglied können sowohl Unternehmen, Stiftungen und Organisationen als auch Privatpersonen werden. Der Mitgliedsbeitrag für Unternehmen und Institutionen beträgt jährlich mindestens 1.000 Euro. Privatpersonen sind mit mindestens 200 Euro im Jahr dabei.

Sonstige

Dez 10 2015
11:40

Neue Ausgabe von „Forschung Frankfurt“ zum Jahr des Lichts erschienen

Viel sehen mit wenig Licht

FRANKFURT. Sternenlicht, Sonnenlicht, Laserlicht. Photosynthese, Biorhythmus, Winterblues. Lichtquellen und ihre Wirkung auf Lebewesen sind nahe liegende Assoziationen zum ausklingenden Jahr des Lichts. Doch der Blick in die Labore der Goethe-Universität zeigt: Forscher nutzen Licht inzwischen als filigranes Werkzeug, um Organismen bis auf die Ebene von Zellen und Molekülen zu erkunden. Die aktuelle Ausgabe des Wissenschaftsmagazins „Forschung Frankfurt“ beleuchtet einen inoffiziellen Forschungsschwerpunkt der Goethe-Universität.

Die Devise: „Viel hilft viel“ ist nicht immer richtig – in der modernen Lichtmikroskopie ist das Gegenteil der Fall. Denn biologische Proben reagieren auf zu viel Licht wie auf einen starken Sonnenbrand. Prof. Ernst Stelzer vom Buchmann Institut für Molekulare Lebenswissenschaften hat eine besonders schonende, scheibenweise Beleuchtung entwickelt, mit der man sogar Wurzeln und tierischen Embryonen in 3-D beim Wachsen zusehen kann: Die Lichtscheiben-Fluoreszenzmikroskopie (LSFM). Die Fachzeitschrift „Nature Methods“ wählte die LSFM zur Methode des Jahres 2014 und unterstrich damit ihr großes Potenzial für die moderne Zell- und Entwicklungsbiologie.

Eine Revolution in der zellbiologischen Forschung löste auch die hochauflösende Fluoreszenzmikroskopie aus, für die der Göttinger Physiker Stefan Hell zusammen mit Eric Betzig (Janelia), WE Moerner (Stanford) 2014 den Nobelpreis erhielt. Mit dieser Methode kann man die Beugungsgrenze des Lichts clever umgehen. Dazu heftet man fluoreszierende Farbstoffe an die Zielmoleküle – beispielsweise ein spezifisches Protein – und beleuchtet diese nacheinander. Das geschieht entweder nach einem stochhastischen Verfahren oder durch ein geeignetes Lichtmuster. Die Gruppe von Prof. Mike Heilemann vom Institut für Physikalische und Theoretische Chemie erzeugt damit Bilder, die dem Pointillismus in der Malerei ähneln.

Um das komplizierte Geschehen in der Zelle entschlüsseln zu können, nutzt die Gruppe von Prof. Alexander Heckel vom Institut für Organische Chemie und Chemische Biologie lichtaktivierbare Moleküle als „Schalter“. Ein Beispiel sind Moleküle, welche die Basenpaarung von DNA und RNA beeinflussen. In der Leiterstruktur der DNA manipulieren die Wissenschaftler beispielsweise gezielt eine Sprosse, so dass die DNA unbrauchbar wird. Das dort eingebaute Molekül ist aber lichtempfindlich und kann mit Licht einer bestimmten Wellenlänge abgespalten werden. So wird die biologische Funktion zu einem gewünschten Zeitpunkt wiederhergestellt. Damit lässt sich detailgenau untersuchen, welche Rolle ein bestimmter Genbereich für die Funktion eines Organismus besitzt. 

Weitere Themen:

  • Astronomie: Das Licht – Nachrichtendienst der Sterne
  • Atmosphärenforschung: Photonen spalten FCKW – aber nur langsam
  • Organische Leuchtdioden: Die Tapete als Heimkino?
  • Optogentik: Licht steuert Nervenzellen mit höchster Präzision
  • Photosynthese verstehen, Photovoltaik verbessern
  • Photosynthese: Wie Kieselalgen sich an schwankende Lichtintensitäten anpassen
  • Licht und Psyche: Über die komplexen Zusammenhänge zwischen Licht und seelischen Erkrankungen
  • „Finsteres Mittelalter“– Über die ungebrochene Wirkkraft eines rhetorischen Bildes
  • Im Schatten das Verlangen: Der Film als Kunst des Lichts
  • „Unter freiem Himmel“: Impressionismus und Tageslicht

Informationen: Dr. Anne Hardy und Ulrike Jaspers, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Abteilung Marketing und Kommunikation, Campus Westend, Tel.: (069) 798-12498, -13066; hardy@pvw.uni-frankfurt.de, jaspers@pvw.uni-frankfurt.de.

Forschung Frankfurt im Web: www.forschung-frankfurt.uni-frankfurt.de/

Journalisten können Forschung Frankfurt kostenlos bestellen bei Helga Ott: ott@pvw.uni-frankfurt.de.

Personalia/Preise

Dez 9 2015
15:23

Französische Ökonomin von der Harvard University wird im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften lehren.

Pascaline Dupas zur zehnten Raymond-Barre-Stiftungsgastprofessorin ernannt

FRANKFURT. Pascaline Dupas von der Stanford University ist vom Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Goethe-Universität zur zehnten Raymond-Barre-Stiftungsgastprofessorin ernannt worden. Dank der Förderung durch die Aventis Foundation kann der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften gemeinsam mit der Deutsch-Französischen Gesellschaft seit 2006 jährlich einen renommierten französischsprachigen Wirtschaftswissenschaftler zu Vorlesungen und Seminaren auf den Frankfurter Campus einladen. Studierende und Lehrende erhalten dabei die Möglichkeit, Einblicke in aktuelle, richtungsweisende Forschungsarbeiten zu erhalten und gleichzeitig ihre Kenntnisse in der französischen Fachsprache anzuwenden.

Pascaline Dupas hat an der Ecole Normale Supérieure – Ulm und an der Paris-Jourdan Science Économiques – DELTA studiert, wo sie im Jahre 2006 ihren PhD-Abschluss in Volkswirtschaftslehre erzielte. Nach Stationen am Dartmouth College und der University of California in Los Angeles ist sie seit 2011 Professorin der Stanford University. Unter anderem ist Pascaline Dupas Mitglied des National Bureau of Economic Research (NBER) und des Centre for Economic Policy Research (CEPR).

Die wissenschaftlichen Arbeiten von Pascaline Dupas umfassen vielfältige Themenstellungen im Bereich der Entwicklungsökonomie, wobei sie unter anderem die Rolle von Gesundheitssystemen, Governmentstrukturen, Bildungspolitik und individuellem Sparverhalten für die ökonomische Entwicklung analysiert. Die Arbeiten von Pascaline Dupas wurden in einer Reihe namhafter internationaler Zeitschriften wie American Economic Review, Journal of Public Economics, American Economic Journal, Econometrica, Journal of Development Economics, Journal of Econometrics publiziert. 2015 wurde sie von der Tageszeitung Le Monde zur besten jungen Ökonomin Frankreichs gewählt.

Pascaline Dupas wird vom 15. bis zum 17. Dezember 2015 in Frankfurt sein, um an einem Workshop zur Entwicklungsökonomie teilzunehmen und um mit Professorinnen und Professoren und Studierenden in Master und Doktorprogrammen der Goethe Universität in den Austausch zu treten. Unter anderem trägt sie hier auch zu ihren aktuellen Forschungsarbeiten mit einem Artikel über die Wirkung dezentral verteilter Subventionen auf die Armut in Mali vor.  

Weiterhin wird Pascaline Dupas zu einer zweiten Seminarrunde im Februar 2016 an der Goethe-Universität sein. Im Rahmen dieses Aufenthaltes wird sie ein Blockseminar mit dem Titel „Development Economics“ in englischer Sprache für die Studierenden des Fachbereichs anbieten, und einen Vortrag für die Bürgergesellschaft in Kooperation zwischen der deutsch-Französischen Gesellschaft und der Goethe-Universität halten.

Mit der Förderung des Projekts der Raymond-Barre-Stiftungsgastprofessur kann die Goethe-Universität in ihrer erfolgreichen Zusammenarbeit mit Sanofi und der Aventis Foundation bereits auf eine langjährige Tradition verweisen. Die Aventis Foundation dient als gemeinnützige Stiftung der Förderung von Kultur, gesellschaftlichen Projekten mit dem Schwerpunkt Gesundheitswesen sowie Wissenschaft, Forschung und Lehre. Sie wurde 1996 als Hoechst Foundation gegründet und ist mit einem Stiftungskapital von 50 Mio. Euro ausgestattet. Im Jahr 2000 wurde die Stiftung in Aventis Foundation umbenannt. Ihr Sitz ist Frankfurt am Main.

Seit der erfolgreichen Einrichtung der Raymond-Barre-Stiftungsprofessur im Jahre 2006 haben folgende namhafte französischsprachige Gastprofessoren den Fachbereich Wirtschaftswissenschaften besucht: Patrick Messerlin (Sciences Po), Etienne Wasmer (Sciences Po), Bruno Bias (Toulouse School of Economics), Olivier de La Grandville (Université de Genève), Roland Benabou (Princeton University), Thierry Verdier (EHESS, Paris), Patrick Rey (Toulouse School of Economics), Jean-Charles Rochet (Universität Zürich) und Emmanuelle Auriol (Ecole d´Economie de Toulouse).

 

Weitere Informationen:  Prof. Guido Friebel, PhD, gfriebel@wiwi.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Dez 9 2015
12:53

Am 14. Dezember diskutiert die Frankfurter Bürger-Universität, Ob Frankfurt seinem Integrationsanspruch gerecht wird.

Miteinander oder nebeneinander?

FRANKFURT.Frankfurt gilt als eine der internationalsten und auch multikulturellsten Städte Deutschlands: 717 000 Menschen aus 180 Nationen mit über 200 Sprach- und Kulturtraditionen leben hier. Der Ausländeranteil lag 2013 bei 27% (185.000 Personen), knapp 50% davon stammen aus dem EU-Ausland. 1989 entstand in der Mainmetropole das deutschlandweit erste „Amt für multikulturelle Angelegenheiten“, seit 2010 gibt es ein Integrations- und Diversitätskonzept. Ist damit die Integration in den letzten 26 Jahren besser gelungen als anderswo? Wird Frankfurt seinem hochgesteckten Integrationsanspruch wirklich gerecht? Oder leben die Menschen aus aller Welt auch in Frankfurt eher nebeneinander als miteinander?

Und die derzeitige Flüchtlingssituation wirft neue Fragen auf: Wie wird die Stadt jetzt und in den kommenden Jahren den ankommenden Flüchtlingen gerecht? Gibt es die nötigen personellen Ressourcen, welche Planungen gibt es, um diese Herausforderung zu bewältigen?

Am 14. Dezember stellt Dr. Nargess Eskandari-Grünberg, Dezernentin für Integration, in einem Impulsvortrag das Integrationskonzept der Stadt Frankfurt vor. Anschließend diskutiert sie zusammen mit Prof. Sabine Andresen (Professur für Sozialpädagogik und Familienforschung, Goethe-Universität) und Prof. Lena Inowlocki (Geschäftsführende Direktorin des Instituts für Migrationsstudien und interkulturelle Kommunikation). Die Moderation übernimmt Christoph Scheffer von hr-iNFO.

Veranstaltungsort:
Haus am Dom, Domplatz 3, 60311 Frankfurt am Main
Beginn jeweils 19:30 Uhr
Eintritt frei
Die Diskussionsreihe findet in Kooperation mit hr-iNFO statt.

Weitere Abende der Diskussionsreihe sind:
24. Januar 2016: Zu etabliert um cool zu sein? Frankfurt und seine Subkultur.
1. Februar 2016: Wofür engagiert sich Frankfurt? Private versus öffentliche Verantwortung.

Das Programmheft der Bürger-Universität Programm im Netz: http://www.buerger.uni-frankfurt.de
Bestellung von Programmheften bitte an Frau Marthe Lisson, E-Mail: m.lisson@vdv.uni-frankfurt.de

Sonstige

Dez 8 2015
10:45

Die Arbeit der pakistanischen Künstlerin Shahzia Sikander verbindet die Technik der indo-persischen Miniaturmalerei mit Verfahren der digitalen Filmanimation.

Videoarbeit „Last Post“ in der Studiengalerie 1.357

FRANKFURT. Die Studiengalerie 1.357 der Goethe-Universität zeigt vom 10. Dezember bis 12. Februar die Videoarbeit „The Last Post“ der pakistanischen Künstlerin Shahzia Sikander. Die Eröffnung findet am 9.12. (Mittwoch) um 20 Uhr im I.G. Farben-Haus, Raum 1.357, statt. „The Last Post“ verbindet die Technik der indo-persischen Miniaturmalerei mit Verfahren der digitalen Filmanimation. Die symmetrischen Bildkompositionen vom Anfang des Films, die an Schichtenräume von Bühnenarchitekturen erinnern, lösen sich im Verlauf des Films zunehmend auf. Motive, wie das eines französischen Horns oder eines chinesischen Buddhas, gleiten schließlich durch den Bildraum. Doch geht es nicht um Verschmelzung und Harmonie. Das wird spätestens deutlich, wenn die Figur eines Kaufmanns in einer Uniform der britischen East India Company in Stücke zerspringt oder sich im Hintergrund geballte Fäuste erheben.

Innerhalb des Hybrids von orientalischer Ästhetik und digitaler Bildtechnologie führt „The Last Post“ die Auflösung und Rekonstitution hegemonialer Macht und die daraus resultierende Gewalt in Prozessen der Dekolonisierung und in postkolonialen Gesellschaften vor. Die Musik der chinesisch-amerikanischen Komponistin Du Yun erweitert und vervielfältigt die Spannungen der kulturellen, ästhetischen und technischen Kombinatorik noch einmal.

Die 1969 in Lahore geborene und in New York lebende Shahzia Sikander, arbeitet in den Medien der Malerei, Installation und Animationsfilm. Wie in „The Last Post“ vermischt sie auch in anderen Arbeiten immer wieder traditionelle Formen mit gegenwärtigen Technologien. Sie gehört zu einer Generation pakistanischer Künstler, die die Miniaturmalerei wiederbelebt und radikal erneuert hat. Zugleich interessiert sie sich für elektronische Bildverfahren und musikalische Sound-Scapes.

In der Studiengruppe „Erinnerungskultur, Gedächtnispolitik und Bildgebrauch“ arbeiten Studierende und Lehrende verschiedener Disziplinen in enger Kooperation mit dem MMK Museum für moderne Kunst projektorientiert an der Erforschung des bildlichen Umgangs moderner Gesellschaften mit Geschichte. Die Studiengruppe stellt vier Mal im Jahr zeitgenössische Kunst in den Räumen des IG-Farben-Gebäudes aus.

Die Ausstellung im Raum 1.357, im ersten Stock des I.G. Farben-Hauses, ist vom 10. Dezember 2015 bis 12. Februar 2016 montags bis donnerstags zwischen 12 und 17 Uhr geöffnet (geschlossen vom 19.12. bis 10.01).

Informationen: Prof. Dr. Bernhard Jussen, Historisches Seminar, Campus Westend, Tel.: (069) 798 -32424, jussen@em.uni-frankfurt.de; PD Dr. Henning Engelke, Kunstgeschichtliches Institut, engelke@kunst.uni-frankfurt.de; Madeleine Hesse, studentische Mitarbeiterin der Studiengalerie 1.357, madeleine.hesse@stud.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Dez 8 2015
10:43

Weihnachtsvorlesung der Professoren Theo Dingermann und Dieter Steinhilber behandelt ein häufiges Leiden

Keith Richards und Osteoarthrose - wenn die Gelenke schmerzen

FRANKFURT. Die Pharmazeuten Prof. Theo Dingermann und Prof. Dieter Steinhilber laden auch in diesem Jahr alle Interessierten zu ihrer Weihnachtsvorlesung auf den Campus Riedberg ein. In ihrem Vortrag geht es um Keith Richards, den Lead-Gitarristen der Rolling Stones. Nach einer Serie von Vorträgen über Suchterkrankungen vom Pop-Ikonen widmen sich die beiden Pharmazeuten dieses Mal nicht der Heroin- und Kokainsucht des Rockmusikers, sondern einem weniger bekannten gesundheitlichen Problem: seinen schmerzenden Gelenken.

Einen biografischen Hinweis für den Gelenkverschleiß (Osteoarthrose) gab es im Jahr 2006, als Richards während einer Tournee-Pause auf den Fidschi-Inseln angeblich von einer Palme stürzte, später aber gestand, er sei auf einem Baumstumpf ausgerutscht.

Dingermann und Steinhilber werden die physiologischen Veränderungen für die Osteoarthrose erklären. Sie geben eine Übersicht über die Häufigkeit der Erkrankung in Deutschland, ihre Ursachen und Therapiemöglichkeiten. Die fachliche Information wechselt ab mit der abschnittsweisen Erzählung von Keith Richards Biografie und vielen Musikbeispielen, die der Weihnachstsvorlesung ihren besonderen Charakter verleihen.

Weihnachtsvorlesung von Prof. Theo Dingermann und Prof. Dieter Steinhilber:

„Keith Richards und Osteoarthrose - wenn die Gelenke schmerzen“.

Dienstag, 15. Dezember, 11 Uhr (c.t.), Biozentrum, Hörsaal B1, Campus Riedberg.

Informationen: Dr. Ilse Zündorf, Institut für Pharmazeutische Biologie Goethe-Universität Frankfurt a.M., Max-von-Laue-Str. 9, 60438 Frankfurt, Tel. (069) 79829648, zuendorf@em.uni-frankfurt.de.

Personalia/Preise

Dez 8 2015
10:41

Mäzenin zeichnet am Vorabend ihres 101. Geburtstages Theatergruppe der Goethe-Universität für anglophone dramatische Kunst aus.

Dagmar-Westberg-Preis 2015 geht an Chaincourt Theatre Company

FRANKFURT. Der mit 1.000 Euro dotierte Dagmar-Westberg-Preis geht in diesem Jahr an die Chaincourt Theatre Company, die am Institut für England- und Amerikastudien an der Goethe-Uni angesiedelt ist. Die Theatergruppe begeistert bereits seit 40 Jahren ein sowohl universitäres als auch außeruniversitäres Publikum mit englischsprachigen Aufführungen und hat sich einen festen Platz im Frankfurter Kulturleben erspielt. Mit dem Dagmar-Westberg-Preis wird seit 2010 herausragende geisteswissenschaftliche Großbritannien-Forschung an der Goethe-Universität ausgezeichnet. Über die Vergabe des Preises entscheidet ein wissenschaftlicher Beirat unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Julika Griem (Institut für England- und Amerikastudien, Goethe-Universität), dem auch Prof. Dr. Susanne Scholz (gleichfalls Institut für England- und Amerikastudien), Prof. Dr. Andreas Fahrmeir (Historisches Seminar, Goethe-Universität) und Prof. Dr. Christoph Heyl (Institut für Anglophone Studien, Universität Duisburg-Essen) angehören.

Den Preis überreichte die Stifterin Dagmar Westberg persönlich Vertretern der Chaincourt Theatre Company im Rahmen einer Feierstunde im Hessischen Hof. Die Theatergruppe, an der Studierende, Absolventen und Angestellte der Goethe-Universität mitwirken, verfolgt das Ziel, englischsprachige Kunst und Kultur dem Frankfurter Publikum nahezubringen und Studierenden die Möglichkeit zu bieten, ihre Englischkenntnisse zu verbessern. Leiter der Company ist der Lektor James Fisk. Im Januar hat die neueste Produktion Premiere: Gezeigt wird dann die Neuinterpretation des Stückes „The Millionairess“, das der berühmte irische Dramatiker George Bernard Shaw in den 30er Jahren veröffentlichte.

Dagmar Westberg ist eine bedeutende Stifterin, die schon seit vielen Jahren Wissenschaft an der Goethe-Universität fördert. Dazu zählt unter anderem die jährlich stattfindende Dagmar-Westberg-Vorlesung; seit 2012 werden international ausgewiesene Vertreter der Geistes- und Kulturwissenschaften zu Gastvorlesungen auf dem Campus Westend eingeladen. Mit dem Dagmar-Westberg-Preis möchte die Mäzenin ihre enge persönliche Beziehung zu Großbritannien zum Ausdruck bringen. Die Feierstunde im Hessischen Hof war Teil der Feierlichkeiten rund um den Geburtstag Dagmar Westbergs, die am 8. Dezember 101 Jahre alt wird.

Forschung

Dez 7 2015
13:09

Studie unter Leitung der Goethe-Universität zum Wirkstoff Flubendazol

Neue Hoffnung für Krebsbehandlung bei Kindern

FRANKFURT.Es gibt neue Hoffnung für Kinder mit Tumorerkrankungen neuralen Ursprungs: Ein internationales Team unter Führung von Forschern der Goethe-Universität Frankfurt und der Universität Kent (Großbritannien) haben möglicherweise eine neue Behandlungsmethode gefunden. Ihre Forschungsergebnisse haben sie in der Fachzeitschrift Scientific Reports veröffentlicht (http://www.nature.com/articles/srep08202).

Das Team um Professor Jindrich Cinatl (Frankfurter Institut für Medizinische Virologie) und Professor Martin Michaelis (School of Biosciences in Kent) hat herausgefunden, dass Flubendazol, ein Medikament gegen parasitäre Würmer, auch großes Potential zeigt für die Behandlung von Neuroblastoma, einer Krebserkrankung des peripheren Nervensystems, die bei Kindern vorkommt.

Untersuchungen von 461 Krebszelllinien ergaben, dass Neuroblastoma, der häufigste solide Tumor bei Kindern außerhalb des Gehirns und eine der Haupttodesursachen in der Kindheit, hochempfindlich auf Flubendazol reagierten.

Flubendazol  reduzierte ebenfalls die Viabilität von fünf primären Neuroblastoma-Proben (Patientenisolate) in Konzentrationen, die im Menschen erreichbar sind. Es hemmte die Gefäßbildung und das Wachstum von Neuroblastomen in einem Tumormodell in befruchteten Hühnereiern.

Erworbene Resistenzen gegenüber verschiedenen Krebsmedikamenten ist ein Hauptproblem bei der Therapie von fortgeschrittenen Neuroblastomen. In einer Sammlung von 140 Neuroblastomzelllinien mit erworbenen Resistenzen gegenüber verschiedenen Krebsmedikamenten fanden die Wissenschaftler 119 Zelllinien, die empfindlich auf Flubendazol in niedrigen Konzentrationen reagierten.

Professor Cinatl und sein Team schlossen daraus, dass Flubendazol eine realistische potenzielle Behandlungsoption für Neuroblastome darstellt. Darüber soll nun weiter geforscht werden.

Die Arbeit mit dem Titel “Identification of flubendazole as potential anti-neuroblastoma compound in a large cell line screen” wurde durchgeführt von Martin Michaelis, Professor für Molekulare Medizin, Mark Wass, Dozent für Bioinformatik (beide Universität Kent), Professor Jindrich Cinatl und neun Kollegen der Goethe-Universität sowie acht Kollegen von anderen Forschungseinrichtungen in Deutschland.

Informationen: Prof. Dr. Jindrich Cinatl, Institut für Medizinische Virologie, Goethe-Universität Frankfurt; cinatl@em.uni-frankfurt.de; +49 69 6301 6409; Dr. Florian Rothweiler; f.rothweiler@kinderkrebsstiftung-frankfurt.de; +49 69 6786 6572.

Veranstaltungen

Dez 7 2015
12:59

Vortrag des ehemaligen österreichischen Bundeskanzlers Dr. Wolfgang Schüssel am Forschungskolleg Humanwissenschaften

„Wie viele Probleme kann Europa gleichzeitig meistern?“

FRANKFURT.Flüchtlinge, Terrorismus, GREXIT, BREXIT und Rentenreformen ‒Europa steht vor Problemen, die zu meistern die Europäische Union, ihre Bürger, Politiker und Wirtschaftsexperten zu überfordern scheinen.  Der langjährige ehemalige Bundeskanzler und Außenminister Österreichs Dr. Wolfgang Schüssel wird im Rahmen eines öffentlichen Vortrags am Forschungskolleg Humanwissenschaften dazu Stellung beziehen und Lösungsmöglichkeiten aufzeigen: Wie können die Flüchtlingsströme sinnvoll reguliert werden, ohne das Recht auf Asyl für politisch Verfolgte zu beeinträchtigen?  Reichen polizeiliche Maßnahmen aus, um den Terrorismus zu bekämpfen oder bedarf es weiterer, gesellschaftspolitischer Ansätze? Wie können wir angesichts der demographischen Dynamik verhindern, der nächsten Generation mehr Schulden zu hinterlassen?

„Wie viele Probleme kann Europa gleichzeitig meistern?“
Vortrag im Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität. Donnerstag, 10.12.2015, 18.30 Uhr, Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg.

Die anschließende Diskussion wird vom Vizepräsidenten der Goethe-Universität,  Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz, moderiert.  Der österreichische Handelsdelegierte Michael Love lädt danach zu einem Umtrunk im Kolleggebäude ein.

Dr. Wolfgang Schüssel, geboren 1945, war von 2000 bis 2007 österreichischer Bundeskanzler und in dieser Funktion im ersten Halbjahr 2006 EU-Ratsvorsitzender. In den Jahren 1989 bis 2000 war er als Wirtschafts- und Außenminister maßgeblich am Beitritt Österreichs zur Europäischen Union beteiligt. In seine Zeit als Bundeskanzler fallen unter anderem die Einführung des Euro, die Pensionssicherungsreform, die Rückführung der Staatsschulden, die Privatisierung verstaatlichter Industrie sowie die Restitutionszahlungen an die Opfer des Nationalsozialismus. Von 1979 bis 2011 war Wolfgang Schüssel Abgeordneter im Nationalrat. Heute widmet er sich als Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Außenpolitik und die Vereinten Nationen (ÖGAVN) den österreichischen Außenbeziehungen, insbesondere der Europäischen Finanz- und Wirtschaftspolitik. Er ist Mitglied des Kuratoriums der Bertelsmann-Stiftung sowie des Aufsichtsrats des deutschen Energiekonzerns RWE AG. Er ist Präsident von United Europe e.V. und Vorsitzender des Kuratoriums der Konrad-Adenauer-Stiftung.

Der Vortrag gehört zu der Reihe EuropaDialoge/Dialogues d’Europe, die vom Forschungskolleg Humanwissenschaften und dem an der Goethe-Universität angesiedelten Deutsch-Französischen Institut der Geschichts- und Sozialwissenschaften – Institut Franco-Allemand de Sciences Historiques et Sociales gemeinsam veranstaltet und von Professor Matthias Lutz-Bachmann und Professor Pierre Monnet wissenschaftlich geleitet wird.  Ziel der Vortragsreihe ist es, Experten aus Wissenschaft, Kultur, Politik und Wirtschaft zu Europa-Themen zu Wort kommen zu lassen und die jeweiligen Positionen öffentlich zu diskutieren.

Um Anmeldung wird gebeten per Fax (06172-13977-39) oder per E-Mail an info@forschungskolleg-humanwissenschaften.de
Weitere Informationen unter www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de

Veranstaltungen

Dez 7 2015
10:29

Konferenz zu Film in der Arbeitswelt

Ästhetik und Industrie

FRANKFURT.Was geschieht, wenn sich die Filmkunst in den Dienst der Industrie stellt? Wie wird die Ästhetik der bewegten Bilder von Industrieunternehmen genutzt? Darum geht es bei einer internationalen Konferenz mit dem Titel „Films that work“ von 15. bis 18. Dezember, die das Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Goethe-Universität im Deutschen Filmmuseum und im Museum Angewandte Kunst ausrichtet.

Können Maschinen schön sein? Klar, können sie das: Vom Futurismus bis zum russischen Konstruktivismus hat die Avantgarde des 20. Jahrhunderts die Schönheit von Industrie und Technologie immer wieder als eines ihrer Schlüsselmotive inszeniert. Aber die Kunst kann auch selbst ein nützlicher Teil der Industrie-Maschine sein: Vor allem der Film spielt in der Industrie, aber auch in der Industriepolitik eine wesentliche Rolle. Am Beispiel herausgehobener Arbeiten aus Europa, den USA und Asien wird die Konferenz sich mit diesem Phänomen beschäftigen – davon ausgehend, dass wirtschaftliche Entwicklung Industrieorganisationen voraussetzt und dass Industrieorganisationen Kommunikation brauchen und Kommunikation Medien braucht. Wegen seiner emotionalen Wirkung nimmt der Film eine Sonderstellung im Instrumentarium der Firmenkommunikation ein. Die Tagung bringt Spezialisten aus Europa, den USA und Asien zusammen und verbindet Ansätze aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen, um einen Beitrag zu einem vertieften Verständnis der Verwendungen von Kunst in industriellen Organisationen und der Medienkultur industrialisierter und postindustrieller Gesellschaften zu leisten.

Die Konferenz ist offen für alle, gezeigt werden auch seltene Filme aus Archiven aus der ganzen Welt.

Ein Bild zum Download finden Sie unter: http://www.muk.uni-frankfurt.de/59218920?

Bildunterschrift: Szene aus dem Film „La via del petrolio“ (Italien 1967, Bernardo Bertolucci), der am Mittwochabend während der Tagung im Filmmuseum zu sehen ist. (c) ENI, 1967

Informationen: Prof. Dr. Vinzenz Hediger, Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaften, Goethe-Universität Frankfurt, Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-32079, E-Mail: hediger@tfm.uni-frankfurt.de

Programm und Anmeldung: http://www.films-that-work.de/

Veranstaltungen

Dez 3 2015
11:58

Seit 2011 8 Mio. Euro zusätzliche Förderung für Studierende der Goethe-Universität

Deutschlandstipendium ist ein Erfolgsmodell

FRANKFURT. Die Goethe-Universität kann im laufenden Wintersemester 520 neue Deutschlandstipendien vergeben und knüpft damit an das hohe Förder-Niveau der Vorjahre an. 340 Förderer spendeten in diesem Jahr insgesamt 937.000 Euro. Dank der besonderen Konstruktion des Deutschlandstipendiums verdoppelt sich dieser Betrag aus Bundesmitteln, so dass für Studierende der Goethe-Universität insgesamt 1,874 Mio. Euro zusätzlich im akademischen Jahr 2015/16 zur Verfügung stehen. Seit Einführung des Deutschlandstipendiums Ende 2011 wurden die Studierenden der Goethe-Universität auf diese Weise mit Stipendien im Gesamtvolumen von rund 8 Mio. Euro unterstützt, 4 Mio. davon aus privaten Quellen.

Universitätspräsidentin Prof. Birgitta Wolff: „Schön, dass wieder so viele Privatpersonen, Unternehmen und Institutionen aus Stadt und Region unseren Aufruf Chancen schenken unterstützen. Frankfurt zeigt: Das Deutschlandstipendium ist ein Erfolgsmodell – wenn es genug Unterstützung findet. Dafür sind wir sehr dankbar.“

Bei der Vergabefeier am Mittwochabend auf dem Campus Westend erhielten die 520 frischgebackenen, beziehungsweise verlängerten Deutschlandstipendiaten ihre Förderurkunden von Universitätspräsidentin Prof. Birgitta Wolff , weiteren Mitgliedern des Präsidiums, Staatssekretär Ingmar Jung sowie hochrangigen Förderpersönlichkeiten. Noch auf den „letzten Metern“ der Förderkampagne, die zunächst 511 Stipendien umfasste, hat der langjährige Mäzen der Goethe-Universität, Claus Wisser, die Zahl auf 520 Stipendien aufgerundet.

Hier einige Hintergründe und Fakten zum neuen Förderjahrgang:

  • Förderung: 300 Euro monatlich (maximaler Förderzeitraum 2 Jahre)
  • Studentinnen: 62%
  • Studierende mit Migrationshintergrund: 29%
  • Aus Familien mit nicht-akademischen Hintergrund: 45%
  • BAföG‐Empfänger: 19%
  • Verteilung: 70 Studiengänge aller Fachbereiche; Studieneingangsphase 40%, davon 155 Erstsemester; Hauptstudium 28%, Master 31%; 141 Studierende im 2. Förderjahr

Das Deutschlandstipendium funktioniert wie ein Scharnier zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Bürgern. Unter den fördernden Privatpersonen sind viele Ehemalige, die sogenannten Alumni, die mit Beträgen zwischen 50 Euro und mehreren tausend Euro ihre Verbundenheit mit ihrer Alma Mater und der jungen Generation sichtbar machen. Auch viele Hörer der Universität des 3. Lebensalters, der sogenannten U3L, beteiligen sich an der Förderung ihrer jungen Kommilitoninnen und Kommilitonen. Rotary-Clubs, Zonta-Clubs, Stiftungen und Alumni-Vereine ebenso wie etliche Stiftungen sind verlässliche und begeisterte Förderer der Studierenden. Für viele Unternehmen ist das Stipendienprogramm ein hervorragendes Instrument, um mit qualifizierten Nachwuchskräften in Kontakt zu kommen. Gerade Mittelständler wissen längst, dass sie bei der Nachwuchsrekrutierung selbst aktiv werden müssen. Über das Deutschlandstipendium können sie besonders begabte und engagierte Studierende schon früh an sich binden. Große Unternehmen spenden häufig ohne konkrete Fächerbindung, im besten Sinne als corporate citizens.

Über die finanzielle Förderung hinaus können Stipendiatinnen und Stipendiaten an einem ideellen Förderprogramm teilnehmen, für dessen Konzept die Goethe-Universität 2013 in einem bundesweiten Wettbewerb ausgezeichnet wurde. Zuletzt engagierten sich 192 Studierende in 11 Stipendiatengruppen, die sich u.a. mit Projekten zur Unterstützung von Flüchtlingen, der Durchführung einer Jobmesse für Geistes‐ und Sozialwissenschaften sowie eines Diktatwettbewerbs an der Goethe‐Universität beschäftigten.

Mit dieser einzigartigen Mischung von Zuwendungen aus allen gesellschaftlichen Bereichen ist es der Goethe-Universität möglich, Studierende aller Fachbereiche zu fördern. Die vom Bund vorgegebene maximale Quote der Fächerbindung von zwei Drittel der Stipendien ist in Frankfurt kein Problem: Mehr als 50 % der Stipendien sind nicht fachgebunden.

Download Foto: hier.

Informationen im Internet: www.deutschland-stipendium.uni-frankfurt.de

Sonstige

Dez 3 2015
11:33

Neue Ausgabe des UniReport unter anderem über das zerstörte Grabungshaus der Vorderasiatischen Archäologie

Krieg in Syrien: auch Frankfurter Archäologie betroffen

FRANKFURT. 15 Jahre lang wurde das Grabungshaus in Tell-Chuera von Forschern und Studierenden der Goethe-Uni im Rahmen eines Projektes zur frühen Urbanisation in Mesopotamien genutzt. 2015 wurde das Gebäude im Nordosten Syriens, nur wenige Kilometer von der Grenze zur Türkei gelegen, zum großen Teil zerstört. Prof. Jan-Waalke Meyer und sein Kollege Prof. Dirk Wicke von der Abteilung Vorderasiatische Archäologie äußern sich besorgt über die Zerstörungen und Plünderungen in Syrien und im Irak, die vor allem vom Islamischen Staat (IS) ausgehen. Beide sehen die Arbeit von Generationen von Archäologen ausgelöscht, wenn der IS mit Bulldozern über altorientalische Städte wie Nimrud hinwegrollt.

Der vom IS ausgehende Terrorismus, der erst kürzlich die Stadt Paris mit einer Welle von Anschlägen überzog und Brüssel für mehrere Tage in den Ausnahmezustand versetzte, steht auch im Fokus eines Gesprächs mit Prof. Susanne Schröter, Islamismus-Expertin und Leiterin des Forschungszentrums Globaler Islam. Schröter spricht über das Entstehen einer islamistischen Jugendbewegung, die sich schnell verbreitet und eine hohe Gewaltbereitschaft zeigt. Die Forscherin warnt zugleich aber auch vor der Zunahme einer fremden- und islamfeindlichen Stimmung in Deutschland und verweist auf fast 500 Anschläge auf Asylbewerberunterkünfte allein in diesem Jahr.

Die weiteren Themen in der Dezember-Ausgabe des UniReport:

  • Flüchtlinge an der Goethe-Uni: Das Academic Welcome Program (AWP) hat Ende Oktober seine Türen geöffnet – der UniReport sprach mit einigen Teilnehmern.
  • Science City auf dem Riedberg: der naturwissenschaftliche Campus der Goethe-Universität im Porträt.
  • Konflikte der Zeit durchdenken: Die DFG-geförderte Kolleg-Forschergruppe Justitia Amplificata beschäftigt sich konkret und global mit Gerechtigkeitstheorien.
  • Weißdorn schützt bei Herzschwäche vor Ödemen: Am Institut für Pharmazeutische Biologie konnte man die heilende Wirkung der Pflanze nachweisen.
  • Klubmacher im Gespräch: Hans Romanov über Subkultur in der Mainmetropole. Im Januar diskutiert das Urgestein der Frankfurter Szene im Rahmen der Bürgeruni mit Kulturamtschefin Carolina Romahn und DJ Klaus Walter.
  • Experimente mit Sprache: Marcel Beyer übernimmt im Januar die Frankfurter Stiftungsgastdozentur für Poetik.

Der UniReport 6/2015 steht zum kostenlosen Download bereit unter: www.unireport.info/59165090/Unireport_6-15.pdf