Die Frankfurter Bürger-Universität startet mit Biografien der 68er ins Sommersemester

Zum Auftakt der Vortragsreihe „Wie wir wurden, wer wir sind“ wird die Lebensgeschichte Wolf Biermanns vorgestellt

Veröffentlicht am: Mittwoch, 04. April 2018, 14:53 Uhr (066)

FRANKFURT. Die Frankfurter Bürger-Universität startet ab dem 9. April mit einer Neuauflage der Reihe „Wie wir wurden, wer wir sind“ ins Sommersemester 2018. Sie begeht in diesem Jahr gleich zwei Jubiläen: Die beim Publikum beliebte Biografienreihe wird 10 Jahre alt. Seit 2008 wurden rund 60 Lebensgeschichten deutscher Persönlichkeiten vorgestellt, die die deutsche Sozial- und Kulturgeschichte präg(t)en. Außerdem steht die Kulturbewegung der 68er, die in diesem Jahr ihr 50jähriges Jubiläum feiert, an den insgesamt sechs Abenden im Fokus, allerdings gerahmt mit Wolf Biermann durch eine Biografie, die den Nachklang des Aufklärungs- und Reflexionspathos aufscheinen lässt, sowie mit Ingeborg Bachmann eine, die der kulturellen Vorgeschichte des Aufbegehrens nachspürt und die zeigt, wie das Nachdenken über die eigene Geschichte und die der Eltern schon die Nachkriegszeit bestimmte hatte. Weitere Biografien sind Ulla Hahn, Ulrike Meinhof, Gudrun Ensslin und Rudi Dutschke.

Der erste Vortrag im Sommersemester „Wolf Biermann – Warte nicht auf bessere Zeiten“

am Montag, 9. April 2018, um 19.30 Uhr in der Stadtbücherei Frankfurt, Hasengasse 4, 60311 Frankfurt am Main

von Tilman Allert, Professor für Soziologie an der Goethe-Universität und Kurator der Vortragsreihe, geht der Lebensgeschichte des Liedermachers Wolf Biermann nach. Als Sohn eines Hamburger Hafenarbeiters übersiedelte er sechzehnjährig im Jahr 1953 in die DDR, geriet als überzeugter Kommunist und aufgrund seines öffentlichen Engagements für die Meinungsfreiheit mit der politischen Führung in Konflikt, die darauf im Jahre 1976 mit der Ausbürgerung nach Westdeutschland reagiert. Wie keine andere Biografie bündelt die Geschichte Biermanns die kulturellen Verwerfungen der deutschen Geschichte im Schatten von Nationalsozialismus, kommunistischer Diktatur und Aufbruch der Nachkriegszeit.

Folgende Biografien erwarten Sie außerdem im Sommersemester:

16. April 2018
Andreas Platthaus
Ulla Hahn
Marxismen und Lyrismen

07. Mai 2018
Prof. Matthias Bormuth
Ulrike Meinhof
Die Geburt der Radikalität aus dem Geist der Ambivalenz

14. Mai 2018
Dr. Gerd Koenen
Gudrun Ensslin
Die Dämonen des deutschen Familienromans

28. Mai 2018
Prof. Ingrid Gilcher-Holtey
Rudi Dutschke
„Ohne Provokation werden wir gar nicht wahrgenommen“

11. Juni 2018
Dr. Ina Hartwig
Ingeborg Bachmann
Ich existiere nur, wenn ich schreibe

Beginn jeweils um 19.30 Uhr, Eintritt frei.

Alle Veranstaltungen finden im Foyer der Zentralbibliothek der Stadtbücherei (Hasengasse 4, 60311 Frankfurt am Main) statt.

Die Frankfurter Bürger-Universität ist ein Veranstaltungsformat, in dem Bürgerinnen und Bürger im Sommersemester „deutschen Biografien“ begegnen können und das im Wintersemester wechselnde Themen mit städtischem, gesellschaftsrelevantem Bezug aufgreift. Oft verlässt die Goethe-Uni mit ihren Hauptreihen den Campus und zieht an wechselnde Orte in der Stadt, um dort mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen. Die Bürger-Universität wird jedes Semester von einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm begleitet. Dieses beinhaltet neben der eigens konzipierten Vortragsreihe eine vielfältige Auswahl an öffentlichen Veranstaltungen der Goethe-Universität, ihrer Fachbereiche, (An)-Institute und Initiativen. Die Broschüre mit über 100 Veranstaltungen steht unter www.buerger.uni-frankfurt.de zur Verfügung.

Weitere Veranstaltungen der Goethe-Universität im Rahmen des Jubiläums „50 Jahre 68“ finden Sie unter: www.uni-frankfurt.de/68er-reihe