Mehr Nachhaltigkeit!

Forschungsgruppe „Ethisch Ökologisches Rating“ (EÖR) der Goethe-Universität begeht 25-jähriges Bestehen mit Tagung in Bad Boll

Veröffentlicht am: Freitag, 29. September 2017, 13:55 Uhr (199)

FRANKFURT. Wie kann nachhaltiges Investment gestärkt werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Forschungsgruppe „Ethisch Ökologisches Rating“ an der Goethe-Universität seit 25 Jahren. Zum Jubiläum wird die Frage vor dem Hintergrund aktueller Herausforderungen bei einer Fachtagung in der Evangelischen Akademie Bad Boll diskutiert. Titel der Tagung: „Mehr Nachhaltigkeit!“.

„Saubere Gewinne – Ethische Vermögensanlagen in der Diskussion“ - unter diesem Titel fand im Jahr 1991 in Bad Boll die erste Tagung zum Thema statt. Der anschließend publizierte Tagungsband rief dazu auf, sich „für die Schaffung einer institutionellen Beratungsstelle, einer ethischen Ratingagentur zu engagieren“: Daraufhin wurde die Forschungsgruppe Ethisch-ökologisches Rating (FG EÖR) an der Goethe-Universität gegründet. 1997 kam es mit dem Frankfurt-Hohenheimer Leitfaden zu „Ethischen Kriterien für die Bewertung von Unternehmen“, die die Grundlage ethisch-ökologischer Zertifizierungen und Ratings (oekom research AG) bilden sollten. Anlässlich des 25-jährigen Bestehens hat die FG EÖR das Konzept aktualisiert und in ihrer Erklärung „Systemänderung oder Kollaps unseres Planeten“ (2016) den substanziellen Nachhaltigkeitsbegriff in den Mittelpunkt gestellt.

Die Jubiläumstagung, die von der Goethe-Universität und der Akademie gemeinsam veranstaltet wird, findet von

Freitag, 3. November, 15 Uhr bis Samtag, 4. November, 17.30 Uhr in der Evangelischen Akademie Bad Boll Akademieweg 11 73087 Bad Boll

statt.

Nach der Eröffnung durch Akademie-Leiter Prof. Georg Lämmlin legt Professor Johannes Hoffmann, Moraltheologe und Gründer der FG EÖR, die 25-jährige Erfolgsgeschichte der FG EÖR dar. In weiteren Vorträgen geht es u.a. um die Frage, ob die heutigen Nachhaltigkeitsratings noch einem konsequenten Nachhaltigkeitsverständnis (keine Externalisierung von Kosten und ihre Abwälzung auf Gemeingüter der Natur, der Gesellschaft und der Kultur) und den Forderungen der SDGs der Vereinten Nationen entsprechen. Unter den Referenten und Diskutanten sind Wissenschaftler, Unternehmer, Manager aus der Finanzbranche in Deutschland und Großbritannien, aber auch Politiker, Journalisten, Investoren und Stifter. Schließlich wird am Beispiel der Stadt Venlo in Holland gezeigt, wie Kreislaufwirtschaft in Kommunen realisiert werden kann.

Neben den Vorträgen wird es zwei Podiumsdiskussionen geben: Am Freitag um 17.45 Uhr geht es um die „Wirkung des Nachhaltigen Investments in Gesellschaft und Wirtschaft“, und am Samstag um 15.30 Uhr wird abschließend darüber diskutiert, wie es mit dem Ethisch-Ökologischen Rating weiter gehen sollte. Das betrifft nicht nur die FG EÖR an der Goethe-Universität, denn es müsste dringend geklärt werden, auf welche Weise die Nachhaltigkeits-Akteure an Universitäten, Fachhochschulen und Instituten stärker miteinander vernetzt werden könnten.

Information und Anmeldung: Angie Hinz-Merkle, Sekretariat der Evangelischen Akademie Bad Boll, Akademieweg 11, 73087 Bad Boll oder per Mail: angie.hinz-merkle@ev-akademie-boll.de (Anmeldung bis 20. Oktober möglich)