Prof. Jacques Crémer wird elfter Raymond-Barre-Stiftungsgastprofessor

Ökonom der Toulouse School of Economics spricht über Digitalisierung und Unternehmensorganisation

Veröffentlicht am: Mittwoch, 12. April 2017, 16:59 Uhr (072)

FRANKFURT. Prof. Jacques Crémer von der Toulouse School of Economics ist der elfte Raymond-Barre-Stiftungsgastprofessor. Crémer wird vom 17. bis zum 21. April 2017 in Frankfurt sein. Hier wird er einen Vortrag für die Bürgergesellschaft in Kooperation zwischen der Deutsch-Französischen Gesellschaft und der Goethe-Universität halten, zum Thema „Digitalisierung“. Er wird auch im Forschungskolloquium der Universität zu einem Thema der Unternehmensorganisation sprechen. In der ersten Maiwoche wird er die Universität ein weiteres Mal besuchen, um den Austausch mit Professorinnen und Professoren und Studierenden in Master und Doktorprogrammen der Goethe-Universität zu intensivieren. Er wird dann auch einen Mini-Kurs für die Doktoranden halten, zum Thema vertikale Integration und Unternehmenskultur.

Prof. Dr. Jacques  Crémer: „Wohin führt uns das Internet?", Dienstag, 18. April,
18 Uhr, Campus Westend, HZ 12 (mit Empfang, freier Eintritt).

Jacques Crémer ist Absolvent der Ecole Polytechnique und des MIT in Cambridge, MA. Crémer begann seine Karriere in den USA und lehrte sowohl an der University of Pennsylvania in Philadelphia, als auch am Virginia Polytechnic Institute, bevor er im Jahre 1990 nach Toulouse berufen wurde. Hier bekleidete er unter anderem die Stelle des Direktors des IDEI, des Instituts für Industrieökonomie. Crémer ist Fellow der European Economic Association und der Econometric Society. Seit Januar 2016 ist er Mitglied im Conseil National du Numérique, dem wissenschaftlichen Beirat für Fragen der Digitalisierung der französischen Regierung. In seinen Forschungsarbeiten betrachtet Crémer zurzeit vor allem Fragen der Digitalisierung. Er hat außerdem über Planungstheorie, Anreize und Auktionen, Organisationstruktur und -kultur gearbeitet. Andere Arbeiten bezogen sich auf die Struktur des Tankstellenmarkts, der Internetökonomie und Fragen von Marktdynamik und Föderalismus. Seine Arbeiten wurden in einer Reihe namhafter internationaler Zeitschriften wie American Economic Review, Econometrica, Journal of Political Economy, Quarterly Journal of Economics, Review of Economic Studies publiziert.

Der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften lädt gemeinsam mit der Deutsch-Französischen Gesellschaft seit 2006 jährlich renommierte französischsprachige Wirtschaftswissenschaftler zu Vorlesungen und Seminaren auf den Frankfurter Campus ein. Studierende und Lehrende erhalten dabei die Möglichkeit, Einblicke in aktuelle, richtungsweisende Forschungsarbeiten zu erhalten und gleichzeitig ihre Kenntnisse in der französischen Fachsprache anzuwenden. Die Aventis Foundation fördert diese Stiftungsgastprofessur seit 2011 und unterstützt damit nachhaltig die Erweiterung des Lehrangebotes und der internationalen Kontakte der Frankfurter Stiftungsuniversität.

Mit der Förderung des Projekts der Raymond-Barre-Stiftungsgastprofessur kann die Goethe-Universität in ihrer erfolgreichen Zusammenarbeit mit der Aventis Foundation bereits auf eine langjährige Tradition verweisen. Die Aventis Foundation dient als gemeinnützige Stiftung der Förderung von Kultur, gesellschaftlichen Projekten mit dem Schwerpunkt Gesundheitswesen sowie Wissenschaft, Forschung und Lehre. Sie wurde 1996 als Hoechst Foundation gegründet und ist mit einem Stiftungskapital von 50 Mio. Euro ausgestattet. Im Jahr 2000 wurde die Stiftung in Aventis Foundation umbenannt. Ihr Sitz ist Frankfurt am Main.

Seit der erfolgreichen Einrichtung der Raymond-Barre-Stiftungsprofessur im Jahre 2006 haben folgende namhafte französischsprachige Gastprofessoren den Fachbereich Wirtschafts-wissenschaften besucht: Patrick Messerlin (Sciences Po), Etienne Wasmer (Sciences Po), Bruno Bias (Toulouse School of Economics), Olivier de La Grandville (Université de Genève), Roland Benabou (Princeton University), Thierry Verdier (EHESS, Paris), Patrick Rey (Toulouse School of Economics), Jean-Charles Rochet (Universität Zürich), Emmanuelle Auriol (Ecole d´Economie de Toulouse) und Pascaline Dupas (Stanford).

Weitere Informationen: Prof. Guido Friebel, PhD, Fachbereich 2 – Wirtschaftswissenschaften, Goethe-Universität Frankfurt am Main, gfriebel@wiwi.uni-frankfurt.de