Interferenzen von Mündlichkeit und Schriftlichkeit

Tagung „Textgerede“ am Institut für deutsche Literatur und ihre Didaktik

Veröffentlicht am: Donnerstag, 02. März 2017, 10:37 Uhr (047)

FRANKFURT. Die Tagung „Textgerede. Interferenzen von Schriftlichkeit und Mündlichkeit in der deutschsprachigen Literatur der Jahrtausendwende“ findet vom 9. bis 11. März am Institut für deutsche Literatur und ihre Didaktik an der Goethe-Universität statt. Tagungsort ist der Eisenhower-Raum (1.314) im IG-Farben-Haus auf dem Campus Westend, die Tagung ist öffentlich.

So viel Gerede war selten: Mit Blick auf Entwicklungen im deutschsprachigen literarischen Feld der Jahrtausendwende hat die Forschung verschiedentlich eine Aufwertung akustischer und performativer Dimensionen festgestellt. Ablesen lassen sich diese Tendenzen an einer Hochkonjunktur öffentlicher Lesungen und Literaturfestivals, die Autorinnen, Autoren und deren Texte als zeitlich begrenzte Großereignisse in Szene setzen, und an einer Vielzahl von kleineren Lesungs- und zahlreichen literarischen Wettbewerbsformaten. Doch auch die individuelle, konventionell ,stille‘ Lektüre steht mit dem Boom von Hörbuch und Hörspiel verstärkt im Zeichen einer veränderten Relevanz akustischer Performanz.

Neben diesem auf mündliche Äußerungsformen ausgelegten Veranstaltungsbetrieb und der Hochkonjunktur des Hörbuchs ist es aber auch die Literatur selbst, die in vielfältigen Hinsichten ihre akustisch-performative Dimension in Szene setzt. Wird der deutschen Gegenwartsliteratur nach 2000 von Teilen des Feuilletons nicht ganz wertungsfrei ein „Plapperton“ attestiert, verweist dies auf ein unmittelbar Verbales, das offenbar durch die Texte selbst inszeniert wird.

Die Tagung setzt an dieser Stelle an und interessiert sich erstens für die konkreten Verfahren, mit denen literarische Texte um 2000 Effekte des Mündlichen erzeugen. Zweitens nimmt sie die literaturbetrieblichen Praktiken mit akustisch-performativer Ausrichtung in den Blick, die das literarische Feld der Jahrtausendwende prägen. Und drittens fragt sie nach den Rückkopplungen zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit, die sich aus den Textverfahren einerseits und den Literaturbetriebspraktiken andererseits ergeben. Abgerundet werden die Vorträge und Diskussionen durch eine Performance von Christian Uetz am Freitag, 10. März um 18:30 Uhr. Die Tagung ist öffentlich. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

Die Tagung wird gefördert von der Fritz Thyssen Stiftung und von der Vereinigung von Freunden und Förderern der Goethe-Universität.

Flyer (mit Programm) und Plakat zur Tagung: https://www.uni-frankfurt.de/65412522/textgerede

Kontakt
Dr. David-Christopher Assmann, dc.assmann@em.uni-frankfurt.de
Nicola Menzel, menzel@lingua.uni-frankfurt.de
Institut für deutsche Literatur und ihre Didaktik, Goethe-Universität Frankfurt.