Die Zukunft des Menschen

Podiumsdiskussion mit Impulsvorträgen zum Abschluss der Vortragsreihe im Rahmen der Stiftungsgastprofessur „Wissenschaft und Gesellschaft“

Veröffentlicht am: Freitag, 10. Februar 2017, 13:32 Uhr (039)

FRANKFURT. Brauchen wir ein neues „evolutionäres Selbstverständnis“, um die Herausforderungen des Anthropozäns zu bewältigen? Welche Zukunft geben uns die evolutionären Rahmenbedingungen des Menschen vor, und sind wir uns dieser „Grenzen“ bewusst? Warum spielt der Evolutionsgedanke in den Geistes- und Kulturwissenschaften bislang eine eher untergeordnete Rolle? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigen sich renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei einer Podiumsdiskussion zum Abschluss der Vortragsreihe „Woher kommt der Mensch? Ein neuer Blick auf Homo sapiens

am 15. Februar (Mittwoch) um 19 Uhr, im Senckenberg Naturmuseum, Senckenberganlage 25.

Diskutieren werden: Prof. Volker Mosbrugger, (Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung), Privatdozentin Miriam N. Haidle (Heidelberger Akademie der Wissenschaften), Prof. Hans-Dieter Mutschler (Hochschule Ignatianum, Krakau), Prof. Annette Kehnel (Universität Mannheim). Zu Beginn der Diskussion halten die Wissenschaftler kurze Impulsvorträge. Moderiert wird das Gespräch von dem Wissenschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Joachim Müller-Jung.

Die interdisziplinäre Vortragsreihe wird von der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und der Goethe-Universität veranstaltet, durch die Stiftungsgastprofessur „Wissenschaft und Gesellschaft“ der Deutsche Bank AG finanziert. In der Reihe berichteten international renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler über die atemberaubenden Fortschritte, die sich in allen die Evolution des Menschen betreffenden Disziplinen abzeichnen. Evolution wird nicht länger nur als „Survival of the Fittest“ in Bezug auf körperliche Anpassung, Kraft und Geschicklichkeit angesehen. Vielmehr wirkt sich die Funktionslogik von Selektion und Anpassung auch auf Verhaltensweisen wie Kooperation und Altruismus aus. All diese Perspektiven tragen bei zu einem neuen, integralen evolutionären Selbstverständnis des Menschen – und seiner Welt.

Die Diskutanten:
Prof. Dr. Dr. h. c. Volker Mosbrugger, geb. 1953, studierte Biologie und Chemie in Freiburg und Montpellier, promovierte in Freiburg und habilitierte sich 1989 am Paläontologischen Institut der Universität Bonn. 1990 bis 2005 hatte er den Lehrstuhl für Paläontologie am Institut für Geowissenschaften der Universität Tübingen inne, mit diversen Leitungsfunktionen. Seit 2005 ist er Direktor des Senckenberg Forschungsinstituts und Naturmuseums in Frankfurt sowie Professor für Paläontologie und Historische Geologie an der Goethe-Universität Frankfurt. Seit 2009 ist er Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung.

Privatdozentin Dr. Miraim N. Haidle, geb. 1966, studierte Urgeschichte, Vor- und Frühgeschichte, Geologie, Anthropologie und Ethnologie in Tübingen und Basel. Sie betreut als wissenschaftliche Koordinatorin die Forschungsstelle „The Role of Culture in Early Expansions of Humans“ der Heidelberger Akademie der Wissenschaften am Senckenberg Forschungsinstitut in Frankfurt und an der Universität Tübingen. Ihr Arbeitsschwerpunkt ist die kulturelle und kognitive Evolution des Menschen in Wechselwirkung mit seiner Umwelt. In verschiedenen interdisziplinären Projekten knüpft sie urgeschichtliche Forschung an aktuelle Fragen zur Geistes- und Gesellschaftsentwicklung.

Prof. Dr. Hans-Dieter Mutschler, geb. 1946, studierte Theologie, Physik und Philosophie in München, Paris und Frankfurt. In Frankfurt promovierte und habilitierte er sich an der Goethe-Universität. Er ist Professor für Naturphilosophie an der philosophisch-pädagogischen Hochschule Ignatianum in Krakau, Dozent für Naturphilosophie an der philosophisch-theologischen Hochschule St. Georgen und Lehrbeauftragter für Philosophie der Biologie an der Universität Zürich. Seine Forschungsschwerpunkte sind Naturphilosophie und der Dialog Naturwissenschaft – Theologie.

Prof. Dr. Annette Kehnel, geb. 1963, studierte Geschichte und Biologie in Freiburg, Oxford und München. Sie wurde am Trinity College Dublin promoviert und habilitierte sich 2004 an der TU Dresden mit einer Arbeit über die Franziskaner auf den Britischen Inseln. Seit 2005 ist sie Professorin für Mittelalterliche Geschichte an der Universität Mannheim. Sie ist Mitglied im Kuratorium des Deutschen Historischen Instituts, London, und hielt verschiedene Fellowships u.a. in Paris, Oxford, Cambridge, Peking, Bogotá, Fribourg (Schweiz). Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen im Bereich der Politik-, Kultur- und Wirtschaftsgeschichte, die sie mit Forschungsansätzen aus der Historischen Anthropologie verbindet.

Informationen: Dr. Julia Krohmer, Stab Wissenschaftskoordination, Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, Tel. (069)7542-1837, E-Mail: jkrohmer@senckenberg.de, Programm in Internet: www.senckenberg.de/woherkommtdermensch