Erziehung – weltweit Objekt privater Investitionen

Internationales Symposium an der Goethe-Universität zur Entstehung einer Globalen Erziehungsindustrie (GEI)

Veröffentlicht am: Donnerstag, 09. Februar 2017, 12:13 Uhr (038)

FRANKFURT. Seit einiger Zeit lässt sich weltweit ein gesteigertes Interesse von Unternehmen, Stiftungen und anderen Investoren am Erziehungssektor erkennen. Im Schatten dieser Entwicklungen ebenso wie von übergreifenden globalen Trends wie Ökonomisierung, Kommodifizierung und Digitalisierung haben sich mittlerweile global agierende Player herausgebildet ebenso wie eine global agierende Erziehungsindustrie (GEI). Damit einher geht die Neuausrichtung des Bildungssektors als ein von privaten Unternehmen gemanagter Bereich.

Das internationale Symposium „Economization, Commodification, Digitalization: The Emergence of a Global Education Industry“ an der Goethe-Universität widmet sich diesen neuen Phänomenen und Entwicklungen und nimmt dabei in den Blick, wie weitgehend sich eine globale Bildungsindustrie bereits ausdehnen konnte, wie sie operiert, und welchen Einfluss sie auf die öffentliche Erziehung auf allen Stufen nimmt.

Internationales Symposium: “Economization, Commodification, Digitalization: The Emergence of a Global Education Industry”, 16./17. Februar 2017, Goethe-Universität, Campus Westend, Eisenhower Saal, Raum IG 1.314.

Das Symposium wird gemeinsam von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Goethe-Universität Frankfurt am Main, dem Teachers College der Columbia University New York, der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster sowie dem internationalen Netzwerk für Bildungspolitik NORRAG mit Sitz in Genf organisiert.

Einen besonderen thematischen Höhepunkt stellt die Keynote-Präsentation des  Soziologen und Professors für Erziehungswissenschaft am IOE University College London, Stephen J. Ball, dar. Am Beispiel der Michael and Susan Dell Foundation (MSDF), deren Stiftungsaktivitäten und Investitionen im Bildungssektor in Indien wird Stephan J. Ball das komplexe, zugleich noch recht unklare Zusammen- bzw. Wechselspiel von Philanthropie, Unterstützung, Beratung und Geschäftsinteressen ausleuchten. Einer genaueren sozialwissenschaftlichen Analyse unterzogen werden Prozesse, in denen sich pädagogisch-technologische Innovation (EdTech) im Klassenzimmer und Schulsystem mit Bildungsreformbewegungen verbinden, was schließlich neue profitable Geschäftsbereiche zu eröffnen vermag (16. Februar, 16.00 Uhr, Hörsaal 8, Hörsaalzentrum Campus Westend).

Das Symposium bietet die einmalige Gelegenheit, Entwicklungen, Probleme und Herausforderungen in diesem Kontext mit international renommierten Fachleuten in den Blick zu nehmen. Nähere Informationen hierzu auf der Homepage www.symposium-gei.eu.

Medienvertreter sind herzlich eingeladen, sich einen Eindruck von Themen und Diskussionen zu verschaffen und ins Gespräch mit der Wissenschaft zu kommen.

Kontakt: Professorin Dr. Isabell Diehm & Professorin Dr. Christiane Thompson, Institut für Allgemeine Erziehungswissenschaft, Fachbereich Erziehungswissenschaften, Goethe-Universität Frankfurt am Main. Tel. (069)  798 36250; E-Mail: i.diehm@em.uni-frankfurt.de; c.thompson@em.uni-frankfurt.de