Demenz, Parkinson und Schlaganfall: Wo stehen wir in der Medizin und was bedeutet das für unser Leben?

Sechsteilige Veranstaltungsreihe an der Goethe-Universität. Auftakt am 31. Januar mit Vortrag und Podiumsrunde

Veröffentlicht am: Dienstag, 17. Januar 2017, 12:05 Uhr (013)

FRANKFURT. Die Herausforderungen, die der demografische Wandel für Wirtschafts-, Sozialsysteme und unseren Lebensalltag bedeutet, sind bekannt. Mit der zunehmenden Überalterung werden aber auch die altersbedingten Erkrankungen des Gehirns wie Demenz oder Parkinson steigen – Experten rechnen mit einem jährlichen Anstieg von allein 40.000 Demenzfällen, so dass 2030 etwa 2,5 Mio. Menschen in Deutschland betroffen sein werden.

„Mit der Veranstaltungsreihe Alterserkrankungen des Gehirns will die Hertie-Stiftung über die häufigsten Krankheiten des Gehirns im Alter informieren und für die damit verbundenen sozialen, ethischen und rechtlichen Probleme sensibilisieren“, sagt Prof. Dr. Michael Madeja, Geschäftsführer der Hertie-Stiftung, die der größte private Förderer der Neurowissenschaften in Deutschland ist. Madeja weiter: „Die Probleme für den einzelnen Erkrankten, aber auch für die Gesellschaft sind enorm. Je eher wir uns damit beschäftigen, desto besser können wir uns den kommenden Anforderungen stellen.“

Die sechsteilige Reihe ist eine Kooperation mit der Goethe-Universität Frankfurt und der Frankfurter Allgemeine Zeitung. Führende Neurowissenschaftler stellen jeweils den aktuellen Forschungsstand der Krankheiten Demenz, Parkinson, Schwindel, Schlaganfall, Hirntumor und Depression vor. Die anschließenden Podien diskutieren über einen gesellschaftlich relevanten Aspekt, der mit den Erkrankungen einhergeht: Wohnen im Alter, Geschäftsfähigkeit, Selbstständigkeit, Kosten, Gesundes Altern und Sterbehilfe. Besetzt sind die Gesprächsrunden mit Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Gesellschaft und Praxis.

Prof. Dr. Schubert-Zsilavecz, Vize-Präsident der Goethe-Universität Frankfurt: „Wir freuen uns sehr über diese gute Kooperation in bewährter Partnerschaft. Als erklärte Bürger-Universität möchten wir unseren Mitmenschen vor Ort Angebote ermöglichen, die sich mit aktuellen und drängenden Themen für alle Generationen beschäftigen. Die komplexen Herausforderungen des Alters verkörpern ein solches Feld zu 100 Prozent.“

Den Auftakt der Reihe am 31. Januar 2017 macht die Alzheimer-Demenz mit der Problematik der Geschäftsfähigkeit bei fortschreitender Erkrankung. Prof. Mathias Jucker vom Hertie-Institut für klinische Hirnforschung Tübingen wird über den Stand der medizinischen Forschung berichten. Diese am häuftigsten auftretende neurodegenerative Erkrankung ist zwar unheilbar, aber die
Wissenschaft hat seit ihrer Entdeckung Anfang des 20ten Jahrhunderts bereits zahlreiche Erkenntnisse zu Entstehung und Behandlung gewonnen. In der anschließenden Podiumsrunde „Mit 80 nicht mehr volljährig?“ diskutieren der gerichtl. Vormund Jürgen Frank, Axel Bauer, Richter am Betreuungsgericht Frankfurt, und Filmemacher und Autor von „Vergiß mein nicht“ David Sieveking über den Verlust der eigenen Geschäftsfähigkeit. Die hr-Journalistin Alice Engel moderiert die Runde.

Die Veranstaltung am 31. Januar beginnt um 18:30 Uhr und findet im Festsaal des Casinos der Goethe-Universität Frankfurt Campus Westend, Nina-Rubinstein-Weg 1 statt. Der Besuch ist kostenfrei, jedoch ist eine Anmeldung erforderlich unter www.ghst.de/veranstaltungsreihe.

Die folgenden Termine:

  • 28.03.2017: Vortrag Depression & Podiumsrunde „Macht Altern krank?“
  • 16.05.2017: Vortrag Parkinson & Podiumsrunde „2 ZKB für 80+ gesucht!“
  • 20.06.2017: Vortrag Hirntumor & Podiumsrunde „Wann darf ich endlich sterben?“
  • 26.09.2017: Vortrag Schwindelerkrankung & Podiumsrunde „Lass, ich kann das noch alleine!“
  • 21.11.2017: Vortrag Schlaganfall & Podiumsrunde „Wer soll das alles bezahlen?“

Weitere Informationen zum Ablauf und den eingeladenen Podiumsgästen unter www.ghst.de/veranstaltungsreihe 

Pressekontakt:
Gemeinnützige Hertie-Stiftung
Grüneburgweg 105 | 60323 Frankfurt
Julia Riedel | Kommunikation
T. 069/660756-162 |riedelj@ghst.de