„Frankfurt wäre ein idealer Standort“

House of Pharma & Healthcare befürwortet im Falle eines Brexit

Veröffentlicht am: Montag, 04. Juli 2016, 13:58 Uhr (175)

FRANKFURT.„Frankfurt wäre als neuer Standort der Europäischen Arzneimittel-Agentur hervorragend geeignet!“´ Darauf hat aus aktuellem Anlass Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz, Präsident des House of Pharma & Healthcare und Vizepräsident der Goethe-Universität, hingewiesen. Wenn nämlich der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union tatsächlich vollzogen wird, dann muss sich die European Medical Agency (EMA), die in London angesiedelt ist, einen neuen Hauptsitz in einem anderen EU-Mitgliedsland suchen. „Wegen ihrer engen Verflechtung mit den Arzneimittelhörden aller EU-Staaten kommt dafür nur ein internationaler Verkehrsknotenpunkt mit einem Flughafen wie Frankfurt in Frage“, sagte Schubert-Zsilavecz. Überdies verfügten das Rhein-Main-Gebiet und Mittelhessen über eine außergewöhnliche Tradition und Präsenz in der universitären und industriellen Arzneimittelforschung. „In einer der führenden Pharma- und Biotechregionen Deutschlands würde die EMA hier das Umfeld und die Expertise finden, die sie braucht“, betonte Prof. Jochen Maas, Vizepräsident des House of Pharma & Healthcare. Zudem sei mit dem Paul-Ehrlich-Institut in der Nähe von Frankfurt eine Arzneimittelbehörde von zukunftsweisender Bedeutung ansässig, deren Kompetenz die EMA schon heute nutze. 

Die EMA ist die zentrale Behörde für die Zulassung und Überwachung von Arzneimitteln in Europa. Sie wurde 1995 gegründet und hat der Europäischen Kommission in den ersten zwei Jahrzehnten ihrer Tätigkeit insgesamt 975 Human- und 188 Tierarzneimittel zur Zulassung empfohlen. Mit ihren rund 850 Beschäftigten arbeitet die EMA in einem dicht geknüpften regulatorischen Netzwerk kontinuierlich mit den nationalen Zulassungsbehörden innerhalb der EU und des Europäischen Wirtschaftsraums zusammen.  In Deutschland sind dies das Bonner Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArm) und das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) in Langen. Während das BfArm für alle herkömmlichen Arzneimittel zuständig ist, zeichnet das PEI für die Prüfung und Bewertung aller Impfstoffe und biomedizinischen Arzneimittel verantwortlich. Diese Biologika genannten Arzneimittel haben in den vergangenen beiden Jahrzehnten zu bemerkenswerten Erfolgen bei der Behandlung von Rheuma, Autoimmunerkrankungen und bestimmten Krebsarten geführt. Sie entwickeln sich immer mehr zu Motoren des medizinischen Fortschritts. Mit ihrer zunehmenden Bedeutung wächst auch der Kompetenzbereich des PEI, der in Zukunft auch Zell- und Gentherapien umfassen wird.

Das House of Pharma& Healthcare (http://www.houseofpharma.de) verfolgt das Ziel, den Pharma-Kompetenzcluster Hessen weiterzuentwickeln und die Innovationslücke in der Arzneimittelentwicklung zu schließen.Zu diesem Zweck fördert es die Zusammenarbeit zwischen allen Akteuren der Gesundheits- und Pharmabranche in Deutschland und bietet ihnen eineneutrale Diskussionsplattform. Es wird geleitet von Professor Manfred Schubert-Zsilavecz (Goethe-Universität) und Professor Jochen Maas (Sanofi).

Informationen: Joachim Pietzsch, Pressestelle des House of Pharma & Healthcare e.V., Telefon: (069) 36007188, presse@houseofpharma.de