Wie werden Geflüchtete in Theater, Film und Medien repräsentiert?

Offene Projektwoche des Instituts für Theater- Film- und Medienwissenschaft zu „Representations of Refugees. (Im)possibilities and Perspectives

Veröffentlicht am: Donnerstag, 09. Juni 2016, 17:27 Uhr (147)

FRANKFURT. Die gegenwärtige Debatte über die sogenannte Flüchtlingskrise nimmt das Institut für Theater- Film- und Medienwissenschaft zum Anlass, um statt des regulären Lehrbetriebs eine Projektwoche zu veranstalten: Vom 13. bis 18. Juni sind alle Studierenden der Goethe-Universität, aber auch interessierte Bürgerinnen und Bürger eingeladen, mitzumachen, zuzuschauen oder mitzudiskutieren bei: „Representations of Refugees. (Im)possibilities and Perspectives”. Geboten werden Diskussionen mit Vertretern der (Kultur-)Politik, Filmsichtungen in Anwesenheit der Regisseure, szenische Theaterprojekte, studentische Seminare und eine Vielzahl an thematischen Workshops. „Die Projektwoche stellt nicht zuletzt die Frage, wie sich die Universität in den aktuellen zivilgesellschaftlichen Prozess einbringen oder sich für diesen öffnen kann“, so die Programmkoordinatorin Julia Schade. Das vielfältige Programm wurde gemeinsam mit den Studierenden entwickelt.

„Es geht uns um die medialen Formen, wie die Flüchtlingsfrage wahrgenommen und erneut wiedergegeben wird“, sagt Nikolaus Müller-Schöll, Professor für Theaterwissenschaft und Geschäftsführender Direktor des Instituts für Theater-, Film- und Medienwissenschaft. Wie werden Flüchtlinge und Geflüchtete in Theater, Film und Medien repräsentiert? Welche Narrative, Stereotypen und Erwartungen formen die heutige Wahrnehmung von Flucht? Was sind die Bilder, Sounds und Muster, die diesen Bereich umgeben? Wie wird Flucht in der politischen Rhetorik, in öffentlichen Debatten in Print-, Online- und audio-visuellen Medien, auf öffentlichen Plätzen und in öffentlichen Institutionen dargestellt? Welche Formen und Herausforderungen der Selbstdarstellung von Geflüchteten gibt es? Und vor allem: Was sind die Herausforderungen und Unmöglichkeiten der Repräsentation der Flucht?

Gäste sind unter anderem: Der syrische Regisseur Rafat Alzakout,der Europareferent von PRO ASYL Karl Kopp, die Intendantin von Kampnagel Hamburg, Amelie Deuflhard, und die Dramaturgin der Geflüchteten-Projekte der Münchner Kammerspiele, Anne Schulz. Außerdem erarbeitet die Friedrich-Hölderlin-Gastprofessorin Lina Majdalanie (Beirut) mit Studierenden ein szenisches Projekt, das am Samstag (18. Juni) unter dem Titel „Der vertraute Fremde“ auf der Probebühne, Campus Bockenheim, Hörsaalgebäude, Raum D 108, aufgeführt wird.

Vormittags geht es in verschiedenen studentisch initiierten Seminaren um Zusammenhänge von Hierarchien und Wissensproduktion, von Rassismen und Repräsentation sowie dem Schreiben im Exil oder feministischen und postkolonialen Debatten. Nachmittags bietet das Programm eine Vielzahl an Workshops, Filmvorführungen, Installationen, Expeditionen und szenischen Projekten. Das Abendprogramm schließlich widmet sich in Vorträgen und Podiumsdiskussionen mit Vertretern der Politik und der Kulturpolitik den Möglichkeiten, diesen Darstellungsformen kritisch zu begegnen.

Informationen: Prof. Dr. Nikolaus Müller-Schöll und Julia Schade, Institut für Theater- Film- und Medienwissenschaft, Campus Westend, Tel. (069) 798-32069, E-Mail: schade@tfm.uni-frankfurt.de; mueller-schoell@tfm.uni-frankfurt.de; das Programm im Überblick: : www.projectweek-tfm.uni-frankfurt.de