„Die gläserne Übersetzerin“

Marlene Müller-Haas gewährt Einblicke in ihre Arbeit –Eine Veranstaltung des Lektorats Niederländisch

Veröffentlicht am: Donnerstag, 12. Mai 2016, 12:06 Uhr (115)

FRANKFURT. Rechtzeitig zur Buchmesse 2016 mit Schwerpunkt Niederlande/Flandern werden hunderte von neuen Werken übersetzt, nicht nur Belletristik, sondern auch Non-fiction, Kinderliteratur, Poesie. Hinter jedem Werk steckt eine erfahrene Übersetzerin oder ein männlicher Kollege. Meist aber bleiben diese Experten unsichtbar. Anders bei einer Veranstaltung des Lektorats Niederländisch der Goethe-Universität: Marlene Müller-Haas, Übersetzerin so unterschiedlicher Autoren wie Harry Mulisch, Charlotte Mutsaers, Stefan Brijs, Stefan Hertmans, Geert Mak und viele andere, berichtet über ihre Arbeit

am 19. Mai (Donnerstag) 19 Uhr
auf dem Campus Westend, Seminarhaus, Raum 2.108 (2. Stock).

Die „Weltlesebühne“, ein Zusammenschluss von Übersetzern aus Berlin, Frankfurt, Freiburg, Hamburg, Heidelberg, Köln und Zürich, hat den „gläsernen Übersetzer“ ins Leben gerufen, damit interessierte Leser miterleben können, wie eine literarische Übersetzung entsteht. Mag das Original noch so virtuos sein, der Erfolg im Ausland steht und fällt mit der Qualität einer Übersetzung.

Marlene Müller-Haas wird anhand des jüngsten Roman von Adriaan Van Dis Einblick in ihre Arbeit geben, der im Herbst 2016 bei Droemer Knaur unter dem Titel „Das verborgene Leben meiner Mutter“ erscheinen soll. Der 1946 geborene Van Dis thematisiert in fast all seinen Romanen die Autobiografie seiner Eltern, die nach dem Zweiten Weltkrieg und der japanischen Besetzung aus der ehemaligen Kolonie Indonesien in die Niederlande fliehen mussten. Dieser Roman stellt besondere Herausforderungen an die Übersetzerin, muss sie doch beispielsweise im Niederländischen gebräuchliche Ausdrücke und Wörter aus dem Indonesischen geeignet ins Deutsche transferieren. Die Kombination eines großartigen Erzählers mit einer hervorragenden Übersetzerin garantiert einen zweifelsohne interessanten Abend, der sich nicht auf niederländische Literatur beschränkt, sondern Rückschlüsse auf literarische Übersetzungen generell erlauben wird.

Informationen: Laurette Artois, Institut für deutsche Literatur und ihre Didaktik, Lektorat Niederländisch, Campus Westend, Tel.: (069) 798 32851, artois@lingua.uni-frankfurt.de; www.uni-frankfurt.de/42255016/Veranstaltungsreihe