Mit Rückenwind in das Mathematikabitur

Kooperationsprojekt „FRAME – FRAnkfurt MEntoring“ fördert Oberstufenschüler, indem sie von Studierenden lernen

Veröffentlicht am: Dienstag, 09. Februar 2016, 10:52 Uhr (036)

FRANKFURT. Die Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) und die Goethe-Universität Frankfurt haben das Kooperationsprojekt „FRAME – FRAnkfurt MEntoring“ ins Leben gerufen, um Oberstufenschülerinnen und -schüler in Frankfurt und Umgebung bei der Abiturvorbereitung zu begleiten und zu unterstützen. Der Übergang an die Hochschule soll erleichtert werden, indem neben Fachwissen nachhaltige, eigenständige und erfolgreiche Lernstrategien vermittelt werden. Umgesetzt wird dies durch eine Lernwegbegleitung seitens geschulter Studierender der beiden Hochschulen.

Durch Präsenzkurse an den Schulen sollen die Oberstufenschüler besonders in Mathematik, aber auch in den Fächern Englisch und Deutsch unterstützt werden. Darüber hinaus werden Workshops zur Orientierung bei der Studienwahl und zur Studienvorbereitung angeboten. Schwerpunkt des Projektes ist die Förderung von Selbstlernkompetenzen. Zudem haben die studentischen Mentorinnen und Mentoren mit ihren eigenen Studienerfahrungen Vorbildcharakter.

Das Projekt ist zum Oktober 2015 gestartet. Nachdem zunächst die Studierenden ihre eigenen Schulungen absolviert haben, um als Lernwegbegleiter eingesetzt werden zu können, begann im Dezember an den Fachoberschulen und im Januar auch an den Gymnasien die aktive Arbeit mit den Schülern. Die schulischen Kooperationspartner der Goethe-Uni sind die Frankfurter Gymnasien Bettinaschule, Max-Beckmann-Schule und die Wöhlerschule. Die schulischen Kooperationspartner der Frankfurt UAS sind die August-Bebel-Schule in Offenbach und die Werner von Siemens-Schule in Frankfurt. Die Frankfurt UAS hat sich bewusst für die beiden Fachoberschulen mit technischer Ausrichtung entschieden, da rund die Hälfte der Studierenden der Hochschule ihre Hochschulzugangsberechtigung an einer Fachoberschule erworben hat.

Aus der Taufe gehoben wurde das Projekt von den Vizepräsidentinnen Prof. Dr. Tanja Brühl (Goethe-Uni) und Prof. Dr.-Ing. Kira Kastell (Frankfurt UAS), es ist das erste Kooperationsprojekt der beiden Frankfurter Hochschulen auf dieser Ebene und finanziert sich aus dem Studienstrukturprogramm des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst (HMWK).

Die Grundidee zum Projekt stammt aus dem Austausch der beiden Vizepräsidentinnen, die feststellten, dass Schüler bereits die Räumlichkeiten der Hochschulen nutzen, um für ihr (Fach-)Abitur zu lernen, es aber seitens der zwei Hochschulen noch kein konkretes Angebot an die breite Zielgruppe der Oberstufenschüler zur Vorbereitung auf deren Abschlussprüfung und den Übergang zur Hochschule gab.

„Wir stellen leider oft fest, dass die Mathematikkenntnisse eines größeren Teils unserer Studienanfängerinnen und -anfänger – insbesondere für die technischen und betriebswirtschaftlichen Studiengänge – nicht ausreichend sind. Mit dem Projekt wollen wir dafür sorgen, dass die Anfänger mit besseren Kenntnissen zu uns kommen, um so die Wahrscheinlichkeit eines Studienabbruchs zu verringern“, so Kira Kastell.

Einen solchen Zusammenhang zwischen fehlenden Mathematikkenntnissen und frühem Studienabbruch ist vom Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW GmbH) ebenfalls bestätigt worden. Für Absolventen von Fachoberschulen käme erschwerend hinzu, dass diese in der Oberstufe rund 200 Stunden Mathematikunterricht weniger erhalten haben als Gymnasiasten.

„Eine der Stärken beider Frankfurter Hochschulen ist die aktive Gestaltung des Überganges von der Schule in die Hochschule. An der Goethe-Universität haben wir mit dem erfolgreichen Projekt ‚Starker Start ins Studium‘ die Lehre in den Einstiegssemestern umfassend ergänzt und verbessert.  Als Universität mit großem Einzugsbereich im Frankfurter Raum sind wir natürlich daran interessiert hier mit den Frankfurter Schulen zu kooperieren. Das Projekt FRAME ist hierzu eine gelungene Ergänzung“, erklärt Tanja Brühl.

Beide Frankfurter Hochschulen beginnen mit diesem Projekt eine neue Phase der verstärkten Zusammenarbeit. Was der intensive Einsatz an den Schulen bringen wird, ermittelt das Projekt in einer begleitenden Studie, deren Ergebnisse zum Herbst vorliegen werden. Dann wird es um die Entscheidung gehen, ob das bisher erfolgreiche Pilotprojekt eine Neuauflage erfährt.

Informationen: Dr. Hartwig Bosse, Leiter Mathematikzentrum, Goethe-Universität, Tel.: (069)798-23882; E-Mail: bosse@math.uni-frankfurt.de

Marc-Oliver Maier, Frankfurt University of Applied Sciences, Abteilung Studierendenbetreuung, Tel. (069)1533-3172, E-Mail: frame@fra-uas.de

www.frankfurt-university.de/frame; www.starkerstart.uni-frankfurt.de/58038894/FRAME 

Einladung an die Medienvertreter: Auftaktveranstaltung des FRAME-Projektes

Termin: 2. März 2016, 17 bis 19 Uhr
Ort: Frankfurt University of Applied Sciences, Nibelungenplatz 1, Gebäude 4, 1. Stock, Raum 109

Medienvertreter sind herzlich eingeladen. Wenn Sie teilnehmen können, melden Sie sich bitte bei der Hochschulpressestelle der Frankfurt University of Applied Sciences unter pressestelle@fra-uas.de, auf Wunsch gibt es auch Parkmöglichkeiten.

Programm:
17.00: Begrüßung
17.20: Thematischer Input: Die Mathematik-Lücke zwischen Schule und Studium
17.40: FRAME: Vorstellung des Teilprojektes der Goethe-Universität
18.00: FRAME: Vorstellung des Teilprojektes der Frankfurt University of Applied Sciences
18.20: Erfahrungen der Lernwegbegleiter(innen) und eines Schuldirektors
18.40: Diskussion
19.00: Kulinarischer Ausklang und Raum für weiteren Austausch