Otto Julius Bierbaum – zwischen Berliner und Münchner Moderne

Literatur- und kulturwissenschaftliche Tagung zum 150. Geburtstag des Schriftstellers, Übersetzers und Herausgebers

Veröffentlicht am: Mittwoch, 16. September 2015, 14:14 Uhr (243)

FRANKFURT. In diesem Jahr jährt sich der Geburtstag des Schriftstellers, Übersetzers und Herausgebers Otto Julius Bierbaum (1865–1910) zum 150. Mal. Das Jubiläum ist Anlass, das vielfältige literarische und editorische Schaffen Bierbaums bei einer literatur- und kulturwissenschaftlichen Tagung kritisch zu würdigen. „Otto Julius Bierbaum – zwischen Berliner und Münchner Moderne“, so der Titel der Veranstaltung, zu der sich vom 28. bis 29. September (Montag und Dienstag) Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland und Österreich auf dem Campus Westend der Goethe-Universität treffen.

Die Tagung beleuchtet ästhetische und kulturwissenschaftliche Aspekte von Bierbaums Schaffen ebenso wie seine medialen und sozialhistorischen Kontexte. Der Autor gilt als ein wichtiger und zugleich streitbarer Repräsentant der literarischen Moderne, dessen Werk sowohl im Kontext der Berliner als auch der Münchner Moderne zu sehen ist. Insbesondere verbindet sich sein Name mit dem literarischen Jugendstil, den er als Herausgeber der Zeitschrift „Die Insel“ maßgeblich mitprägte. Die „Monatsschrift mit Buchschmuck und Illustrationen“, wie sich die „Insel“ im Untertitel nannte, stellt einen der wichtigsten Beiträge zu den buchgestalterischen Innovationen des Jugendstils dar und bildet den Vorläufer des heutigen Insel-Verlags.

Diese und weitere Herausgeber- und Redakteurstätigkeiten machen Bierbaum zu einer zentralen Figur im Netzwerk der Moderne. Dazu Privatdozent Dr. Bernd Zegowitz, Institut für Deutsche Literatur und ihre Didaktik der Goethe-Universität, der gemeinsam mit Dr. Björn Weyand diese Tagung organisiert hat: „Bierbaums literarisches Oeuvre ist breit gestreut. Er gilt als Vorläufer der Kabarettlyrik, schreibt Opern- und Operettentexte sowie Lustspiele. Seine Prosa – Erzählungen und Romane wie der 1897 publizierte ‚Stilpe‘ – ist meist eng an literarische Vorbilder angelehnt, spielt jedoch mit der Tradition.“ Übrigens hat Bierbaum mit seiner „Empfindsamen Reise im Automobil“ (1903) das erste Autoreisebuch in deutscher Sprache verfasst.

Am Montag um 19.15 Uhr findet ein öffentliches Konzert in der Lobby des PA-Gebäudes auf dem Campus Westend statt: Die Sopranistin Britta Stallmeister singt Bierbaum-Vertonungen u.a. von Richard Strauss und Arnold Schönberg.

Die Tagung ist öffentlich, der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Informationen: Privatdozent Dr. Bernd Zegowitz, Institut für Deutsche Literatur und ihre Didaktik, Campus Westend, Tel. (069) 798-32693, zegowitz@lingua.uni-frankfurt.de; Link zum Tagungsflyer: http://www.uni-frankfurt.de/58014135/Flyer-Bierbaum.pdf