Deutsch-französische Wissenschaftskooperation in den Geistes- und Sozialwissenschaften

Neues Institut: Goethe-Universität stärkt Europäisierung gemeinsam mit französischen Partnern

Veröffentlicht am: Dienstag, 15. September 2015, 13:26 Uhr (242)

FRANKFURT. Die Goethe-Universität hat die institutionelle Kooperation mit Frankreich ausgebaut und damit ihre europäische Ausrichtung strukturell gestärkt: Ab September wird im IG-Farben-Haus der Uni­versi­tät auf dem Campus Westend das Deutsch-Französische Institut der Geschichts- und Sozialwissenschaften (DFI-GS) – Institut Franco-Allemand de Sciences Historiques et Sociales (IFA-SHS) seine Arbeit aufnehmen. Es löst das Institut Français d’Histoire en Allemagne (IFHA) ab. Das neue Institut verfolgt eine deutlich erweiterte Agenda – es wird die deutsch-französische Wissenschafts­kooperation nicht nur in den Geschichts-, sondern auch in den Sozialwissenschaften unterstützen. Auch seine Trägerschaft wurde substantiell erweitert: Die renommierte Pariser Universität École des Hautes Études en Sciences Sociales (EHESS) trägt das Institut gemeinsam mit dem französischen Außenministerium und der Goethe-Universität; sie ordnet ihren Professor und Forschungsdirektor Pierre Monnet als Institutsleiter nach Frankfurt ab.

Die Gründung des IFA-SHS soll Ausgangspunkt für eine weitere Europäisierung der Goethe-Universität im Bereich der Spitzenforschung und des Austauschs von Lehrenden und Studierenden in den Geistes- und Sozialwissenschaften sein. Sie stellt den Einstieg in eine strukturell anspruchsvolle Form internationaler Integration der Universität und ihrer Wissenschaftskooperation dar. Die Goethe-Universität stellt daher nicht nur Infrastrukturen für das Institut zur Verfügung, sondern bringtauch ein Postdoc-Stipendium für deutsch-französische Forschungsthemen im europäischen Gesamtkontext in die Kooperation ein.

In den ersten fünf Jahren der deutsch-französischen Zusammenarbeit im Rahmen des IFHA wurden Drittmittel für ein interdisziplinäres deutsch-französisches Forschungsprogramm mit dem Titel „Europa als Herausforderung“ eingeworben. In Zusammenarbeit mit dem Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität in Bad Homburg ist zudem die Konferenzreihe „Europa-Dialoge“ ins Leben gerufen worden. Kürzlich begann darüber hinaus die Bearbeitung eines deutsch-französischen Forschungsprogramms zur Geschichte der Ethnologie. Die erfolgreiche Kooperation mit dem Frankfurter Historischen Seminar führte dazu, dass Pierre Monnet zum Adjunct Professor der Goethe-Universität ernannt wurde. Für die kommenden Jahre ist geplant, insbesondere die Kooperation mit den Wirtschaftswissenschaften, der Ethnologie und der Philosophie an der Goethe-Universität auszubauen. Die bewährte Zusammenarbeit mit dem universitären Forschungszentrum für Historische Geisteswissenschaften soll intensiviert werden. Insbesondere auch die international ausgewiesenen Forschungsschwerpunkte der EHESS bieten hierfür eine Fülle von Ansatzpunkten.