Medizinprodukte: Ein unterschätzter Standortfaktor?

CEO der B. Braun Melsungen AG analysiert die Lage seiner Branche / Perspektivengespräch des House of Pharma & Healthcare

Veröffentlicht am: Dienstag, 25. August 2015, 12:21 Uhr (222)

FRANKFURT. Medizinprodukte sind überall, wo es um die Versorgung kranker Menschen geht. Die Branche boomt und ist von Megafusionen geprägt. Sie hat jedoch mit schwierigen Herausforderungen im Spannungsfeld zwischen Innovation und Regulation zu kämpfen. So sind ihre Produktzyklen manchmal kurz. Sie erzielt rund ein Drittel ihres Umsatzes mit innovativen Produkten, die nicht älter als drei Jahre sind. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Zulassungsverfahren  was bei ohnehin wachsendem Kostendruck im Gesundheitswesen zu sinkenden Gewinnmargen führt. Für Deutschland als größtem Binnenmarkt für Medizinprodukte in Europa ist das von erheblicher Bedeutung. Prof. Heinz-Walter Große, seit 2011 Vorstandsvorsitzender der B. Braun AG, analysiert beim kommenden Perspektivengespräch des House of Pharma & Healthcare (1. September, 18:00 Uhr, im House of Finance) die derzeitige Situation und stellt Lösungsansätze vor.

Allein in Hessen haben rund 30 Hersteller der überwiegend mittelständisch geprägten Branche ihren Standort. Ihr Wachstum vollzieht sich vor allem auf ausländischen Märkten. Angesichts der Zunahme von Wohlstandskrankheiten und des demographischen Wandels steigt die Nachfrage nach Medizinprodukten weltweit an. Zu ihnen gehören zum Beispiel Kanülen und Katheter, Skalpelle, Stützverbände und Stents, Pinzetten und Pflaster, Herzschrittmacher und High-Tech-Navigatoren für die Orthopädie, Desinfektionsmittel, Dialysegeräte und Diagnostika, künstliche Linsen und Endoprothesen. Nach Schätzungen des Bundesgesundheitsministeriums gibt es allein in Deutschland rund 400.000 verschiedene Medizinprodukte.

Besonders traditions- und erfolgreich agiert die vor 176 Jahren gegründete B. Braun Melsungen AG, die mit 55.000 Mitarbeitern in 62 Ländern tätig ist und 2014 einen Umsatz von 5,4 Milliarden

Euro erzielte. Wie gelingt es dem Familienunternehmen, sich im schärfer werdenden internationalen Wettbewerb zu behaupten? Welchen Stellenwert misst es Investitionen am Standort Deutschland bei? Mit welcher Strategie kann ein deutscher Medizinprodukte-Hersteller den aktuellen Herausforderungen begegnen? Mit solchen Fragen wird sich Prof. Große in seinem Vortrag auseinandersetzen.

Das House of Pharma & Healthcare (http://www.houseofpharma.de) verfolgt das Ziel, den Pharma-Kompetenzcluster Hessen weiterzuentwickeln und die Innovationslücke in der Arzneimittelentwicklung zu schließen. Zu diesem Zweck fördert es die Zusammenarbeit zwischen allen Akteuren der Gesundheits- und Pharmabranche in Deutschland und bietet ihnen eine neutrale Diskussionsplattform. Es wird geleitet von Professor Manfred Schubert-Zsilavecz (Goethe-Universität) und Professor Jochen Maas (Sanofi).

House of Pharma & Healthcare: Perspektivengespräch zum Thema „Medizinprodukte – Wachstumsmotor und Standortfaktor“
Dienstag, 1. September 2015, 18:00 Uhr.

House of Finance, Campus Westend, Goethe-Universität Frankfurt am Main

Wir bitten interessierte Pressevertreter um Anmeldung unter: www.houseofpharma.de/Medizinprodukte

Informationen: Joachim Pietzsch, Pressestelle des House of Pharma & Healthcare e.V.,Telefon: (069) 36007188, presse@houseofpharma.de