Die gute Fee der Erscheinung

Der Vortrag über die Naturkosmetik-Unternehmerin Annemarie Lindner bildet den Abschluss der Frankfurter Bürger-Universität im Sommersemester

Veröffentlicht am: Donnerstag, 09. Juli 2015, 13:13 Uhr (199)

FRANKFURT. Der letzte Vortrag der Frankfurter Bürger-Universität im Sommersemester 2015 widmet sich einer Frau, die den meisten wahrscheinlich kein Begriff ist. Zumal ihr Name – Annemarie Lindner – aus dem Namen ihres mittlerweile 56 Jahre alten Naturkosmetik-Unternehmens nicht sofort ersichtlich wird.

Die eigenen Hautprobleme veranlassten Lindner, kurz nach dem Krieg den Beruf der Kosmetikerin zu erlernen und Naturkosmetik selbst herzustellen. Und das in einem Teil Deutschlands, in dem die kosmetische Korrektur oder die Verfeinerung des Erscheinungsbildes als unverträglich mit dem Menschenbild des „Arbeiter- und Bauernstaates“ gesehen wurde. Nach ihrer Flucht in den Westen gründete Lindner 1959 zusammen mit ihrem Ehemann Walter und dem damaligen Geschäftsführer Hermann Börner die Börlind GmbH. Diese hat sie bis heute zu einem der erfolgreichsten international präsenten Unternehmen der Kosmetikbranche aufgebaut.

Die Veranstaltung ist Teil der vom Soziologen Prof. Tilman Allert konzipierten Vortragsreihe „Wie wir wurden, wer wir sind – Deutsche Biografien“. Die Hauptreihe der Frankfurter Bürger-Universität stellt an insgesamt sechs Abenden Lebensläufe berühmter Protagonisten deutscher Sozial- und Kulturgeschichte vor. Annemarie Lindners Biografie eröffnet wie kaum eine andere den Blick auf Dimensionen der deutschen Geschichte.

Annemarie Lindner – Die gute Fee der Erscheinung
Referent: Prof. Tilman Allert, lehrt Soziologie und Sozialpsychologie an der Goethe-Universität Frankfurt

Zeit: Montag, 13. Juli 2015, um 19.30 Uhr
Ort: 
Zentralbibliothek der Stadtbücherei, Hasengasse 4, 60311 Frankfurt

Der Eintritt ist frei.

Ausblick auf die Bürgeruniversität im Wintersemester 2015/16

Freunde der Frankfurter Bürgeruniversität können sich im kommenden Wintersemester gleich auf zwei spannende Reihen freuen:

Sieben Jahre nach Gründung der Bürgeruniversität gibt es wieder eine echte „Frankfurt-Reihe“. An sechs Abenden zwischen Ende November 2015 und Februar 2016 geht es um folgende Themen:

  • Yuppie-Metropole      oder Seniorenstadt: Wie generationengerecht ist Frankfurt?
  • Investorenstadt      oder Wohnen für alle: Wem gehört Frankfurt?
  • Integration      oder Ghettobildung: Wie international lebt Frankfurt?
  • Vom      68er Protestmuseum zu Blockupy: Wie revolutionär ist Frankfurt?
  • Etabliert      oder cool – wie kulturell ist Frankfurt
  • Ehrenamt oder Egotrip: Wie engagiert ist Frankfurt?

Die zweite Reihe mit prominenten Teilnehmern aus Stadt, Politik, Wissenschaft und Verbänden analysiert an drei Abenden die Proteste rund um die EZB-Eröffnung im März 2015:

  • Wut, Ohnmacht, Gewalt? – Protestkultur in Frankfurt
  • Nach Blockupy und G7: Kapitalismuskritik heute
  • Im Rausch öffentlicher Vorurteile – Welche Diskurskultur braucht die Demokratie?

Über die Termine werden wir rechtzeitig informieren.

Das komplette Programm der Frankfurter Bürger-Uni:  www.buerger.uni-frankfurt.de