Zwei Sonderforschungsbereiche verlängert

Lebenswissenschaften und physikalische Forschung setzen erfolgreiche Arbeit fort

Veröffentlicht am: Freitag, 29. Mai 2015, 13:06 Uhr (155)

FRANKFURT. Zwei Sonderforschungsbereiche (SFBs) unter Federführung der Goethe-Universität werden nach erfolgreicher Evaluation um weitere fünf Jahre verlängert. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert den SFB „Molekulare Prinzipien der RNA-basierten Regulation“ mit einer Summe von  8,9 Millionen und den Transregio-SFB „Systeme kondensierter Materie mit variablen Vielteilchen-Wechselwirkungen“ mit 8,1 Millionen Euro.

Im SFB „Molekulare Prinzipien der RNA-basierten Regulation“ untersuchen Forscher der Goethe-Universität gemeinsam mit Kollegen an der Technischen Universität Darmstadt und den Frankfurter Max-Planck-Instituten für Biophysik und für Hirnforschung die vielfältigen regulatorischen und enzymatischen Funktionen der RNA. Die RNA-Molekülketten treten in unterschiedlichsten Längen auf – vom mikro-RNA Schnipsel bis zum großen RNA-Protein – und haben entsprechend ihrer dreidimensionalen Struktur unterschiedlichste Funktionen, die Forscher erst in den letzten Jahren zu entdecken beginnen.

„In der ersten Förderperiode haben wir die Regeln der RNA-basierten molekularen Erkennungsmechanismen verstanden, so dass wir jetzt dazu übergehen können, die regulatorischen Eigenschaften von RNA-Schaltern – sogenannter Riboswitches – gezielt zu optimieren“, fasst Prof. Harald Schwalbe, Sprecher des SFBs, die Ziele für die zweite Förderperiode zusammen. Benötigt werden solche maßgeschneiderten Moleküle in der Grundlagenforschung, der synthetischen Biologie und für therapeutische Anwendungen

Im Transregio-SFB „Systeme kondensierter Materie mit variablen Vielteilchen-Wechselwirkungen“ beschäftigen sich Wissenschaftler der Universitäten Frankfurt, Kaiserslautern und Mainz mit ausgewählten physikalischen Phänomenen, die durch die Wechselwirkung quantenmechanischer Objekte in Vielteilchensystemen entstehen, beispielsweise die Supraleitung. Da solche Systeme äußerst komplex sind, studieren die Forscher vereinfachte Modellsysteme wie ultrakalte Atom- und Ionengase und überprüfen die Ergebnisse an realen Materialen. Im Transregio-SFB arbeiten Experten aus den Gebieten der Quantenoptik, der Festkörperphysik, der Materialwissenschaft und der organischen Chemie eng zusammen.

„Während der beiden ersten beiden Förderperioden haben wir uns auf die Entstehung komplexer Vielteilchensysteme, ihre thermodynamischen Eigenschaften und gewisse dynamische Aspekte konzentriert. Nun rücken Effekte von Verunreinigungen des Materials, geometrische Frustration und der Einfluss des Kristallgitters in den Vordergrund“, so Prof. Michael Lang, Sprecher des Transregio-SFBs.

Informationen: Prof. Harald Schwalbe, Institut für Organische Chemie und Chemische Biologie, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-29737, schwalbe@nmr.uni-frankfurt.de; Prof. Michael Lang, Physikalisches Institut, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-47241, Michael.Lang@physik.uni-frankfurt.de