Alternsforschung blickt über den Tellerrand einzelner Disziplinen

Frankfurter Forum für interdisziplinäre Alternsforschung lädt zu Diskussion und Vorträgen

Veröffentlicht am: Montag, 04. Mai 2015, 12:41 Uhr (113)

FRANKFURT. Das Frankfurter Forum für interdisziplinäre Alternsforschung der Goethe-Universität (FFIA) beleuchtet das Phänomen des Alterns aus ganz unterschiedlichen wissenschaftlichen Blickwinkeln. Dazu lädt das Forum am Donnerstag, 7. Mai zu zwei Vorträgen und einer Diskussion auf den Campus Westend.

„Herausforderungen und Nutzen interdisziplinärer Alternsforschung“ – unter diesem Titel stellt der Psychologe Manfred Diehl seine Beobachtungen und Reflektionen vor. Diehl lehrt und forscht an der Colorado State University in den USA. Er kommt ursprünglich aus Deutschland, hat in den USA viele Jahre selbst ein interdisziplinäres Zentrum für Alternsforschung geleitet und kennt die Herausforderungen der Forschung über den Tellerrand aus eigener Erfahrung. In seiner eigenen Tätigkeit geht er unter anderem der Frage nach, wie Menschen das Älterwerden überhaupt wahrnehmen und wie sie mit alltäglichen Belastungen im Alltag umgehen. Der Sozialwissenschaftler und ehemalige Altenpfleger Hermann Brandenburg, der den Lehrstuhl für Gerontologische Pflege an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar innehat, wird über das Thema Interdisziplinarität aus Sicht der Philosophie und Pflegewissenschaft sprechen. Antworten sowohl auf Fragen des gesunden und mobilen Alterns, als auch des Alterns mit Belastungen werden künftig im Zusammenspiel verschiedener Disziplinen gegeben werden. Nach den Vorträgen gibt es Gelegenheit zur Diskussion im Plenum. Die Veranstaltung findet am 7. Mai von 10 bis 12 Uhr in der Lobby des PA-Gebäudes auf dem Campus Westend statt (der Eintritt ist frei).

Im Anschluss an die Veranstaltung finden sich die Mitglieder des FFIA zur nichtöffentlichen konstituierenden Sitzung zusammen. Das Forum, das am 16. Oktober 2014 feierlich eröffnet wurde, bringt Wissenschaftler/-innen aus den Fachbereichen Rechtswissenschaften, Gesellschaftswissenschaften, Erziehungswissenschaften, Psychologie und Sportwissenschaften, Geographie und Medizin zusammen. Sie alle haben in ihrer Forschung mit Phänomenen des Alterns zu tun. Ziel des Forums ist es, neuartigen interdisziplinären Projekten zum Durchbruch zu verhelfen, den wissenschaftlichen Nachwuchs durch Promotionsstipendien gezielt zu fördern und Frankfurt als Standort für die Alternsforschung sichtbarer zu machen. Sprecher der Initiativgruppe ist Prof. Dr. Frank Oswald. Das Besondere an der Frankfurter Alternsforschung ist die Verknüpfung von lebens-, kultur- und sozialwissenschaftlichen Perspektiven mit dem Ziel der Förderung und Erhaltung von Lebensqualität. Inhaltlich geht es bisher beispielsweise um Wohnen im Quartier, Gesundheitskompetenz, Mobilität und Klimawandel, Kommunikation und Kunsterleben bei Demenz, Chancen und Grenzen von Robotik, oder um die Vermeidung von Risiken in der häuslichen Pflege. Altern wird dabei nicht als Defizit oder Krankheit betrachtet, sondern als normaler Abschnitt unseres Lebens. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich das Leben im Alternsverlauf gestalten und meistern lässt, was also Individuen und Gesellschaft lernen und leisten müssen, um erfolgreich, zufrieden und würdevoll zu altern.

Informationen: Professor Dr. Frank Oswald, Telefon +49 (0)69  798 36398, E-Mail: oswald@em.uni-frankfurt.de