Das Europäische Parlament emanzipiert sich

Ulrike Lunacek, Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, spricht im Forschungskolleg Humanwissenschaften über Perspektiven eines europäischen Bundesstaates

Veröffentlicht am: Dienstag, 28. April 2015, 15:20 Uhr (105)

FRANKFURT/BAD HOMBURG. Die Vizepräsidentin des Europäischen Parlamentes Ulrike Lunacek hat einen Vorschlag, wie die europäische Union aus ihrer heutigen Situation herausgeführt werden kann: Ihr Vortrag mit dem Titel „Das europäische Parlament emanzipiert sich − aber es darf noch mehr sein!“ findet statt im Rahmen der Vortragsreihe EuropaDialoge/Dialogues d’Europe am Donnerstag, dem 30. April, um 18.00 Uhr im Forschungskolleg Humanwissenschaften (Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg vor der Höhe). Manfred Schubert-Zsilavecz, Professor für Pharmazeutische Chemie an der Goethe-Universität, wird in das Thema einführen.

Ausgangspunkt der Überlegungen Lunaceks ist der Lissabon-Vertrag vom Dezember 2007. Dieser hat dem Europäischen Parlament einige zusätzliche Kompetenzen gebracht. Gleichwohl spielt der Europäische Rat nach wie vor die Erste Geige in der europäischen Politik − was sehr oft zu Disharmonie und Taktfehlern im EU-Orchester führt. Lunacek entwickelt vor diesem Hintergrund die Forderung, dass sich die Organe der EU − Rat, Kommission und Parlament − über die kleingeistigen nationalen Widersprüche hinwegsetzen und zu einem weiteren größeren Sprung in Richtung eines europäischen Bundesstaates ansetzen. Dabei sollen Wirtschafts-, Beschäftigungs- und Sozialpolitik sowie eine ökologisch nachhaltige Politik in einem geschickten Zusammenspiel ineinander gefügt werden.

Ulrike Lunacek ist seit Juli 2014 Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments. Die engagierte Politikerin aus Österreich wurde 2009 als Delegationsleiterin der österreichischen Grünen ins Parlament gewählt. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen in der Außen-, Frauen- und Menschenrechtspolitik. So ist sie u.a. Kosovo-Berichterstatterin des Parlaments, Ko-Vorsitzende der LGBT-Intergroup (working for the rights of lesbian, gay, bisexual, transgender and intersex people) sowie Vorstandsmitglied der Single Seat Steering Group.

Der Vortrag ist Teil der Reihe EuropaDialoge/Dialogues d’Europe, die gemeinsam vom Forschungskolleg Humanwissenschaften und dem Institut français d’histoire en Allemagne veranstaltet wird. In diesem Rahmen sind Experten aus Politik und Wirtschaft sowie aus den Rechts-, Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften dazu eingeladen, die Frage zu diskutieren, was aus Europa werden kann und werden sollte.

Im Sommersemester 2015 tragen weiterhin vor: der ehemalige Bundesverfassungsrichter Udo Di Fabio (27. Mai 2015), der französische Historiker Michael Werner (10. Juni 2015) und der Frankfurter Ökonom Otmar Issing (24. Juni 2015). Nähere Informationen zu den einzelnen Vorträgen finden sich auf den Homepages des Forschungskollegs Humanwissenschaften www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de und des Institut français d’histoire en Allemagne www.ifha.fr. Die Fortsetzung der Reihe im Wintersemester ist in Planung.

Anmeldung: Um Anmeldung zu der Veranstaltung unter info@forschungskolleg-humanwissenschaften.de wird gebeten.

Weitere Informationen:  Professor Dr. Dr. Lutz-Bachmann (lutz-bachmann@em.uni-frankfurt.de); Professor Dr. Pierre Monnet (pierre.monnet@institutfrancais.de).