Architektenwettbewerb entschieden

Staatssekretär Ingmar Jung und die Präsidentin der Goethe-Universität, Prof. Dr. Brigitta Wolff, präsentieren die Preisträger für die 3. Ausbaustufe des Campus Westend

Veröffentlicht am: Dienstag, 21. April 2015, 17:08 Uhr (099)

FRANKFURT. Der dritte Bauabschnitt der Goethe-Universität auf dem Campus Westend, in den die sprach- und kulturwissenschaftlichen Fächer einziehen sollen, ist der Realisierung einen wichtigen Schritt näher gekommen. In einer Preisgerichtssitzung am 16. April 2015 unter Vorsitz von Prof. Zvonko Turkali wurden unter 24 Wettbewerbsbeiträgen 5 Preisträger und drei Anerkennungen bestimmt. Damit ist der Architektenwettbewerb für das rund 70 Mio. Euro teure Bauvorhaben entschieden.  Neben den Institutsräumen beinhaltet das künftige Gebäude die gemeinsame Bereichsbibliothek, eine Cafeteria, Verwaltungsräumlichkeiten des Studentenwerkes, des Immobilienmanagements und des Hochschulrechenzentrums sowie eine Tiefgarage für 250 Stellplätze und verfügt insgesamt über rund 12.000 m² Nutzfläche. Gleichzeitig wird damit in Verbindung mit weiteren Gebäuden ein wichtiger Teil der zentralen Campusentwicklung im Frankfurter Westend vollendet.

Gewinner des Wettbewerbs ist das Büro BLK2 Böge Lindner K2 Architekten aus Hamburg, dessen Entwurf den 1. Preis erhielt. In der Begründung heißt es, das Projekt füge sich insgesamt präzise in die städtebauliche und typologische Struktur und Materialität des Campus ein und könne damit einen „glaubwürdigen Schlussstein“ der zentralen Campusentwicklung bilden. „Es entstehen spannungsvolle, dabei maßstäbliche Raumfolgen mit guter Orientierbarkeit und einer angemessenen Abstufung von Öffentlichkeiten, die sich zu einem einladenden universitären Ort verdichten, der zum Lernen einlädt“.

Die Präsidentin der Goethe-Universität, Prof. Birgitta Wolff, dankte dem Land Hessen für das enorme Engagement bei der Campusentwicklung: „Es ist gut zu wissen, dass bald auch unsere sprach- und kulturwissenschaftlichen Fächer ein würdiges Zuhause finden. Der 1. Preisträgerentwurf ist für mich eine besonders gelungene Synthese zwischen zwei scheinbar schwer zu vereinbarenden Polen: Einerseits eine möglichst homogene Campusentwicklung mit architektonisch klarer Formsprache, andererseits der Ausdruck von Lebendigkeit und Aufbruch. Das neue Gebäude vereint beides und ist damit auch ein würdiger Schlussstein der Campusentwicklung entlang der Hansaallee.“

Staatssekretär Ingmar Jung vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst hob hervor: „Mit den neuen Gebäuden der Kultur- und Sprachwissenschaften wird der Campus Westend, dessen Entwicklung mit dem Erwerb des IG-Farben Hauses 1996 begann, weiter belebt und ausgebaut. Die Wettbewerbsergebnisse gewährleisten die qualitätsvolle architektonische Entwicklung dieses außergewöhnlich schönen Campus und machen das Studieren und Forschen hier noch attraktiver. Auch der Neubau der Sprach- und Kulturwissenschaften ist Bestandteil des Hochschulbauinvestitionsprogramms HEUREKA der Hessischen Landesregierung.“

Den 2. Preis erhielt das Architekturbüro Staab aus Berlin. Das Preisgericht lobte die gelungene Gliederung des Entwurfs in mehrere Bauteile und die damit entstehende „präzise städtebauliche Setzung“ für die Erweiterung der vorhandenen Bebauung. Die eigenständige Handschrift und das plastische Erscheinungsbild würden ein hohes Maß an Wiedererkennbarkeit und daher ein großes Identifikationspotenzial für die Nutzer ermöglichen.

Mit der Idee sich staffelnder Baukörper errang Atelier 30 aus Kassel den 3. Preis. Dem Entwurf gelinge es, ebenfalls einen überzeugenden Abschluss des östlichen Campusgebiets zu schaffen. Dank seiner in Schichten gegliederten Fassade bestehe eine gute Differenzierung der Baumasse. Die innere Verbindung zwischen den beiden Zugängen schafft einen attraktiven Raum mit direktem Bezug zur Bibliothek und zu den begrünten Innenhöfen, die auch für Tageslicht und Außenbezug sorgen.

Am 4. Preis von harris + kurrle architekten aus Stuttgart lobte die Jury die vertikale Schichtung der Fassade mit einer zweigeschossigen Sockelzone. Dies führe zu einer angenehmen Gliederung der Fassaden, die sich konsequent aus der inneren Organisation entwickelt. Auch die grundsätzliche Platzierung der Bibliothek hinter einem attraktiven Eingangsfoyer im Kern des Hauses als Zentrum wurde grundsätzlich positiv beurteilt.

Ein 5. Preis wurde vergeben an Max Dudler aus Berlin. Der Entwurf verfügt über drei aufeinander bezogene Baukörper, die durch ein gemeinsames Sockelgeschoss verbunden sind. Darüber hinaus wurde drei Anerkennungen vergeben an Ferdinand Heide (Frankfurt), ingenhoven architects (Düsseldorf) und das Büro Glass Kramer Löbbert (Berlin).

Dem Preisgericht gehörten an:

Fachpreisrichter:

  • Prof. Zvonko Turkali, Architekt, Frankfurt am Main (Vorsitz)
  • Prof. Jórunn Ragnarsdóttir, Architektin, Stuttgart
  • Prof. Dörte Gatermann, Architektin, Köln
  • Prof. Ansgar Lamott, Architekt, Stuttgart
  • Inge Laste, Architektin, HMdF, Wiesbaden
  • Sabina Freienstein, Architektin, hbm, Frankfurt am Main 

Sachpreisrichter

  • Prof. Birgitta Wolff, Präsidentin der Goethe-Universität, Frankfurt am Main
  • Irene Bauerfeind-Rossmann, HMWK, Wiesbaden
  • Guido Brennert, HMdF, Wiesbaden
  • Thorsten Dettmer, Bauaufsicht, Frankfurt am Main
  • Thomas Platte, hbm, Frankfurt am Main

Die Wettbewerbsarbeiten sind noch bis zum 4. Mai 2015 täglich außer am Wochenende in der Zeit zwischen 8 und 18 Uhr im Foyer des Präsidiumsgebäudes (Gebäude PA) auf dem Campus Westend, Theodor-W.- Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt, zu sehen.